Nebel am Morgen

Wie im letzten Blog-Eintrag angekündigt, ging ich es heute beim Laufen wesentlich ruhiger an. Das hatte mehrere Gründe: Einmal war der gestrige Tag lang (obwohl ich es in den Knochen nicht wirklich spürte), andererseits lag bei knapp unter 0 Grad der Nebel über der Landschaft und verwandelte die Asphalt-Wege in ziemlich hinterhältige Tests für den Gleichgewichtssinn und an einigen Stellen äußerst glatte Rutschpartien.

Nun gut, dachte ich mir, dem kann Abhilfe geschaffen werden! Und schon bog ich auf einen Feldweg ein. Dort war es nicht rutschig, dafür um so holpriger. Gleichermaßen wurde ich mit obigem Anblick einer gerade aufgegangenen Sonne durch dicke Nebelschleier belohnt. Ganz entgegen meiner üblichen Gewohnheiten blieb ich stehen und fotografierte diesen Anblick.

Ein paar Kilometer weiter lief ich an einem Feld entlang, da lichtete sich – auch wenn es vorerst nur für wenige Minuten war – der Nebel und ließ die strahlende Sonne durch. Auch dies musste fotografisch festgehalten werden:

Einen minimalen Nachteil hatte es ja schon: Die Kälte (knapp 2 Grad unter 0) entleerte gleich darauf meinen iPhone-Akku. Mit 91 Prozent war ich fünf Kilometer vorher gestartet, ab da unterstützte mich nur noch mein allzeit zuverlässiges FuelBand.

Beim Laufen erinnerte ich mich an eine ganz exquisite Stelle aus Alan Sillitoes Meisterwerk »The Loneliness of the Long Distance Runner«, mit der ich diesen Blog-Eintrag beschließen möchte. Wenn ich morgens schon einmal so allein durch die vernebelte Landschaft trabe, erinnere ich mich immer wieder an diese Passage:

Because when on a raw and frosty morning I get up at five o'clock and stand shivering my belly off on the stone floor and all the rest still have another hour to snooze before the bells go, I slink downstairs through all the corridors to the big outside door with a permit running-card in my fist, I feel like the first and last man on the world, both at once, if you can believe what I'm trying to say.

 

Ungeplanter Rekord

Gestern war ein persönlicher Rekord-Tag, nur absolut ungeplant. Beim Aufstehen standen nur zwei Punkte für mich fest: Ein morgendlicher Lauf (ca. 90 Minuten) und zu Fuß zum Festessen mit der Familie. Der morgendliche Lauf ist seit einigen Wochen fest etabliert, der Fußmarsch zum etwa sieben Kilometer entfernten Gasthof ist seit Jahren üblich.

Mit meiner Frau startete ich, gemeinsam liefen wir fast zehn Kilometer, dann wünschte sie, dass ich in meinem eigenen Tempo weiterliefe. Das tat ich. Und hängte noch ein paar Kilometer an. Und irgendwann merkte ich, dass ja auch noch ein Heimweg anstand. Zack! Schon war der Halbmarathon voll (trotz gedanklicher Aussetzer, denn ich dachte während des Laufens, dass ich 22,2 Kilometer schaffen müsste, doch bei ungefähr 21,1 Kilometern ist der schon erfüllt).

Mittags zum Restaurant hin war geplant und schön, das fast schon frühlingshafte Wetter kam uns sehr entgegen, also nahmen wir eine leicht andere Route als sonst – himmlisch! Nach dem Essen war unsere Mittlere ganz erpicht darauf, sich zu bewegen, also fragte ich im Scherz, ob sie mit mir zurück laufen wolle. Nun ja, sie wollte. Also noch einmal die sieben Kilometer Fußmarsch. Aber – und das rechne ich ihr hoch an – es kam kein einziges Wort der Klage über ihre Lippen, obwohl sie nach zwei Kilometern durchaus merkte, dass es sich körperlich wesentlich länger anfühlte, als es sich vorher aus meinem Mund angehört hatte. Dennoch: Sie lief tapfer, erzählte mir viel, ich erzählte ihr viel – eine wertvolle Papa-Tochter-Zeit.

Mit allem Hin und Her kam ich an diesem Tag sicher auf ungefähr 35-36 Kilometer, die ich zu Fuß zurückgelegt hatte. Mein FuelBand zeichnete etwas mehr als 37.000 Schritte auf, zusätzlich stellte ich meinen persönlichen Rekord an Fuel (das entspricht ungefähr den verbrannten Kilojoule) auf:

Üblicherweise liegt mein Tagesziel bei 3.600 Fuelpunkten, das entspricht ungefähr einem 13-Kilometer-Lauf (auf dem Laufband, da bekommt man durch die Gleichförmigkeit der Bewegung immer etwas weniger Punkte).

Nun, obwohl es so nicht geplant war, tat der Tag gut, heute habe ich es wesentlich ruhiger angehen lassen (gleich gibt es noch ein schönes Foto, allerdings in einem separaten Blog-Eintrag), am Nachmittag werde ich mich vor allem dem Lesen und Spielen mit den Kindern widmen, Erholung pur!