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Frau am Steuer…

Radfahren

Nein, nein, nein. Dies wird kein „Frauen können nicht Auto fahren“-Blogeintrag, eher im Gegenteil. Wenn ich mir mein Umfeld ansehe, dann steht es nämlich deutlich besser für die Frauen: Meine Mutter (beinahe 70) hat trotz unzähliger Chauffeur-Dienste für fünf Kinder in ihrem ganzen Leben noch keinen Autounfall gebaut. Mein Vater dagegen hat drei Autos und ein Motorrad zu Schrott gefahren. Auch meine Frau fährt sehr gut Auto. Sie wurde bislang nur ein einziges Mal geblitzt, ich schon drei Mal (nie mehr als 7 oder 8 km/h zu viel, aber dennoch). Sie hatte einen einzigen Unfall, als ihr ein Reifen platzte, ich habe schon einmal ein Auto aufs Dach gelegt…

Rein statistisch fahren Frauen also sicher besser — zumindest die Frauen, die ich gut genug kenne, um es beurteilen zu können. Aber ich habe die Überschrift nicht ganz ohne Grund gewählt, denn heute früh wurde ich in meinem gerade eben dargelegten Glauben, dass Frauen insgesamt besser als Männer fahren, auf eine harte, harte Probe gestellt. Was passiert ist? Also, das war so: Ich war mit dem Fahrrad unterwegs…

Mein Weg zur Arbeit führt mich ca. 3,5 bis 4 km durch das Stadtgebiet von Aalen. Zuerst geht es 2,5 km am Stück bergab (was mir den Weg zur Arbeit immer wesentlich angenehmer erscheinen lässt als den Weg zurück nach Hause). Auf dieser Strecke kann ich ganz stressfrei „Gas geben“ und flott vorankommen. Heute landete ich hinter einer Nachbarin im weiteren Sinn (sie wohnt ein paar hundert Meter weg), die auf dem gesamten Bergstück die 25 oder 30 km/h nicht geknackt hat, obwohl vor ihr kein einziges Auto fuhr. Da war wirklich alles frei. Und dennoch ist sie sooooo langsam gefahren, dass ich ständig bremsen musste, um sie nicht anzuschieben… Bergab. 50 km/h erlaubt. Und dann fährt sie nur 30! Wenn ich als Radfahrer da schon nervös wurde, wie wäre es dann erst einem dieser ja doch immer wieder hier herumfahrenden (völlig übermotorosierten) Hormonbündel von einem Mann ergangen? Ohne jetzt nerven zu wollen: „So provoziert man Unfälle, Frau Nachbarin!“

Aber das war ja noch nicht alles. Kaum hatte ich dieses Kapitel hinter mich gebracht, zwang mich eine weitere weibliche Verkehrsteilnehmerin zu einer unangenehmen Vollbremsung, weil sie — trotz meines mittlerweile wieder recht flinken Tempos — beschloss, beim Einbiegen im Schneckentempo quer über die Hauptstraße zu fahren, auf der ich meines Weges kam. Aber natürlich erst, als ich nur noch etwa zehn Meter entfernt war. Ich musste sehr scharf bremsen und letztlich fast komplett stehen bleiben, sonst hätte ich ihren VW-Bus seitlich geküsst.

Hoffentlich stellen diese beiden Ausreißer wirklich die Ausnahme zu meinem ansonsten recht positiven Bild von der „Frau am Steuer“ dar…

 

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