Archiv der Kategorie: Film

Song des Tages (242) – 2017-05-12

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Boxen interessiert mich persönlich so rein gar nicht, auch Filme über das Boxen können mich nur in sehr geringem Maß zum Ansehen motivieren. Und doch gibt es einen Song, der auf ewig mit der Gestalt eines (fiktiven) Boxers verbunden ist – und dieses Stück (es handelt sich um ein Instrumentalstück) ist derart gut und auch noch weithin bekannt, dass ich nicht umhin kam, es in diese Liste aufzunehmen (noch dazu spielt eine Trompete die Hauptmelodie). Der heutige Song des Tages wird gespielt von Maynard Ferguson und heißt „Gonna Fly Now“:

Und nun die Quizfrage: Zu welchem Film gehört das Stück? Wer es weiß, darf gern einen Kommentar hinterlassen – zu gewinnen gibt es leider nichts, außer natürlich dem erneuten Anhören dieses klassischen Ohrwurms!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Gesehen: „Pathfinder – Fährte des Kriegers“

„Pathfinder – Fährte des Kriegers“: Interessant, aber in der Summe vorhersehbar und (mir) etwas zu blutrünstig.

„Pathfinder – Fährte des Kriegers“: Interessant, aber in der Summe vorhersehbar und (mir) etwas zu blutrünstig.

Vor ein paar Wochen habe ich mir bei den 3,99 €-Angeboten im iTunes Store den Film „Pathfinder – Fährte des Kriegers“ geleistet. Die ausschlaggebenden Gründe dafür waren:

  • Karl Urban, die Neubesetzung von „Pille“ (eigentlich ja Dr. Leonard McCoy) aus dem Star Trek-Universum, spielt die Hauptrolle.
  • Die Kurzbeschreibung (s.u.), die irgendwie auf ein wenig mehr Finesse hatte hoffen lassen…

Klappentext

Die Kurzfassung des Inhalts, bzw. der sog. „Anreißer“ zu diesem Film liest sich wie folgt:

Als die Wikinger mit mächtigen Drachenbooten die amerikanische Küste erreichen, fallen sie mit barbarischen Eroberungszügen in das Land ein. Blutige Kämpfe um Ehre und Eroberung beginnen, in denen sich die indianischen Stämme gegen die Wikinger erbittert zur Wehr setzen. „Pathfinder“ erzählt die Geschichte eines Wikingerjungen, der nach einem Schiffbruch von seinem Clan zurückgelassen wird. Er wird von Indianern entdeckt, aufgenommen und großgezogen und erhält den Namen „Ghost“. Als die Wikinger Jahre später erneut das Leben der Indianerstämme bedrohen, muss sich der mittlerweile erwachsene Ghost entscheiden, auf welcher Seite er steht, und zieht in einen persönlichen Kampf gegen die Wikinger, um ihren Weg der Zerstörung und des Todes zu stoppen.

Fazit

Irgendwie klang der Anreißer-Text für mich so, als würde man da auch einiges über die Indianerstämme erfahren, was sehr interessant gewesen wäre. Doch leider bleibt das fast vollkommen außen vor. Stattdessen wird gekämpft, gemordet, gejagt, verbrannt, erschlagen, gemetzelt… Etwas zu viel des „Guten“ für meinen Geschmack.

Karl Urban kann ein bisschen was retten, aber letztlich ist es ein reiner Haudrauf-Film, der eben jene erhoffte Finesse, die in der Kurzfassung der Handlung durchaus noch möglich gewesen wäre, schmerzlich vermissen lässt. Die Einstufung „Ab 18 Jahren“ hätte mir schon eine Lehre sein sollen. Egal, als das Gehirn nicht fordernder Zeitvertreib einmal im Jahr ist der Film durchaus geeignet – ich habe auch schon einige viel schlechtere Filme gesehen.

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Song des Tages (232) – 2017-05-02

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als großer Fan der Zurück in die Zukunft-Filmtrilogie bin ich natürlich vollkommen vertraut mit dem Michael Jackson-Stück „Beat It“. Als Teenager war ich kein Fan des großen Tänzers, der nebenbei auch noch ganz passabel singen konnte, später hörte ich mir immerhin das eine oder andere Stück an. Begeisterung kam erst mit dem „Earth Song“ auf, dessen Sound einfach unglaublich stimmig ist.

Als heutigen Song des Tages habe ich „Beat It“ ausgesucht, weil er nach der gestrigen Softie-Nummer von ZZ Top einen ordentlichen Beat zum (leicht verspäteten) Start in die Arbeitswoche bringt:

Für die Schüler in Baden-Württemberg schwenkt das Abitur heute auf die Zielgerade ein, nur noch ein paar Prüfungen, dann können sie auch sagen: „Beat It!“

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Song des Tages (222) – 2017-04-22

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Der Film „Beverly Hills Cop“ war seiner Zeit ein fulminanter Erfolg im Kino, was einerseits an einem wirklich gelungenen Drehbuch, andererseits aber an einer perfekten Kombination von Darstellern lag, die sich die komödiantischen Bälle inmitten der ausufernden Action nur so zuwarfen. Außerdem wurden für die Filmmusik lauter Musiker verpflichtet, die damals angesagt waren: Glenn Frey, The Pointer Sisters, Patti LaBelle und – für heute interessant – Harold Faltermeyer.

Der in München geborene Komponist ist seit Jahren immer an der Schnittstelle zwischen Musik und Film tätig und dabei äußerst erfolgreich. Die Liste seiner Filmmusiken ist lang (siehe hier), viele seiner Stücke laufen immer wieder im Radio. Für den heutigen Song des Tages habe ich mir das mit Abstand bekannteste Stück ausgesucht: Nach den ersten zwei oder drei Tönen kann es ein Großteil meiner Schüler mit traumwandlerischer Sicherheit fortsetzen – und das mehr als 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung! Keine Frage, es geht um „Axel F“, dem „großen Wurf“ von Harold Faltermeyer:

(Anmerkung zum Video: Da das Original so beliebt ist, wurde es bei YouTube gesperrt bzw. ist gleich gar nicht erst zu finden. Immerhin gab es einen Remix – vermutlich ist das Video auch bald wieder weg…)

Na, gebt’s zu: Ihr habt auch alle sofort die Füße im Takt bewegt und die Melodie wenn nicht laut, dann aber innerlich mitgesummt oder -gepfiffen. Noch dazu, und mir ist klar, dass ich mich damit eventuell unbeliebt mache, habe ich euch für heute einen heftigen Ohrwurm verpasst. Sei’s drum, dieses Stück ist es wert. (Mal sehen, wie viele von euch heute Abend einen der „Beverly Hills Cop“-Filme ansehen, nur weil sich die Melodie so im Kopf festgesetzt hat…)

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Gesehen: „Harry Brown“

Ein teilweise sehr bedrückender und vermutlich einigermaßen realistischer Film mit einer fragwürdigen Botschaft...

Ein teilweise sehr bedrückender und vermutlich einigermaßen realistischer Film mit einer fragwürdigen Botschaft…

Bereits vor ein paar Wochen kaufte ich in der 3,99 €-Sektion den Film „Harry Brown“, maßgeblich weil Michael Caine die Hauptrolle spielt. Nicht erst seit „Batman Begins“ schätze ich ihn als großartigen Schauspieler, der mittlerweile in dem Alter angekommen ist, dass er sich die Rollen wirklich aussuchen kann.

Handlung

Harry Brown ist ein englischer Rentner, in seinem früheren Berufsleben war er bei der Spezialeinheit der Armee, was ihm unter anderem auch eine Dienstzeit in Nordirland einbrachte. Nun aber lebt er allein (seine ohnehin seit längerer Zeit im Koma liegende Frau stirbt gleich zu Beginn des Films) und fühlt sich zusehends verloren in einer Welt, die sich weiterbewegt hat. Mit Schrecken beobachtet er, wie jugendliche Banden seine nähere Umgebung in ein Tollhaus verwandeln, in dem offen Gewalt ausgeübt und mit Drogen gedealt wird. Einer seiner wenigen Freunde berichtet ihm davon, dass er von den Jugendlichen schon mehrfach bedroht worden sei. Bereits am nächsten Tag ist er tot, erstochen von einer der Jugendbanden. Da brennt bei Harry eine Sicherung durch: Er besorgt sich eine Waffe (wobei er die zwei finsteren Typen, von denen er die Waffe ursprünglich kaufen wollte, gleich einmal über den Haufen schießt) und macht sich auf, um Selbstjustiz zu üben…

Zweifelhafte Botschaft

Natürlich ist das der klassische Bauplan für einen Action-Film, leider geht die Geschichte – Achtung: Spoiler! – so aus, dass der Kriegsveteran am Ende ungeschoren mit einer ganzen Menge Morde auf seinem Gewissen aus der Affäre hervorgeht. Da muss ich dann doch hinterfragen, was sich die Autoren des Drehbuchs dabei gedacht haben. Denn letztlich wird eindeutig das Signal ausgesandt: „Selbstjustiz ist ok, solange dich keiner dabei erwischt.“ Damit kann ich mich nicht identifizieren.

Alter Darsteller in einem Action-Film – geht das denn?

Spannend ist ja auch die Frage, ob ein Action-Film mit einem Hauptdarsteller, der zu diesem Zeitpunkt (der Film erschien 2009) bereits 76 Jahre alt war (Michael Caine ist Jahrgang 1933), überhaupt überzeugend funktionieren kann. Doch in dieser Hinsicht kann ich volle Entwarnung geben, denn gerade weil Michael Caine in diese Rolle geradezu hineingealtert ist, passt das perfekt. An Action wird nicht gespart, die eine oder andere Szene hätte meinetwegen durchaus auch entschärft werden können.

Realistisch

Insgesamt wirkt der Film in seiner Gesamtheit sehr realistisch („echte“ Erfahrungen mit der Thematik habe ich ja glücklicherweise nicht), was den Film streckenweise zu einer echt beklemmenden Angelegenheit macht. Bei den Kommentaren zum Film in der IMDb (hier) äußern sich mehrere Nutzer in der Weise, dass der Film das Leben in einem Problembezirk Londons zu der Zeit recht akkurat porträtiere.

Fazit

Der Film ist sehr gut gemacht, die Handlung wirkt auf mich äußerst realistisch (und darin beklemmend, was den Film nicht zu einem amüsanten Action-Film macht), der Hauptdarsteller brilliert, insgesamt handelt es sich für ein Regie-Debut (Daniel Barber) um einen kraftvollen und gelungenen Einstieg. Besonders häufig werde ich mir den Film jedoch vermutlich nicht ansehen, denn er verbreitet eine derart pessimistische und düstere Sicht auf das Großstadtleben, dass er eher als Milieustudie denn als Unterhaltung taugt.

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Song des Tages (219) – 2017-04-19

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Einer der bewegendsten (wenngleich darin auch kitschigsten) Science Fiction-Filme der letzten Jahre war „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Mir gefällt der Film, vor allem aufgrund des Spiegels, den er vielen westlichen Ländern der heutigen Welt vorhält (was Nachhaltigkeit und Weitsicht im Umgang mit den Ressourcen des Planeten angeht). Gleichzeitig ist der Film einfach wundervoll choreographiert, die Handlung ist spannend und packend – was will man mehr?

Na, Musik! Und auch auf dieser Ebene ist der Film gelungen, denn sowohl die eher klassischen Stücke (im typischen Hollywood-Soundtrack-Stil) als auch der Titelsong sind empfehlenswert. Der Titelsong – „I See You“ von Leona Lewis ist der heutige Song des Tages:

Am gelungensten ist die Akkordfolge, die aufgrund ihrer nicht zu einer einzigen Tonart passenden Progression immer wieder „neue Türen“ aufstößt – das passt meiner Meinung nach sehr gut zu einem Science Fiction-Film.

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Gesehen: „Star Trek: Beyond“

Ein klasse Action-Film, der sich (leider) immer weiter von den eigentlichen Star Trek-Eckpfeilern entfernt...

Ein klasse Action-Film, der sich (leider) immer weiter von den eigentlichen Star Trek-Eckpfeilern entfernt…

Am vergangenen Donnerstag haben wir uns zum ersten Mal den neuesten Star Trek-Film mit dem Titel „Beyond“ angesehen. Alles in allem ist der Film ein echter Hingucker, denn für die Augen wird ein opulentes Fest geboten, sowohl hinsichtlich der Kostüme, des Make-Up bzw. der Masken, auch auf Seiten der Musik sowie der Action-Choreographien und der visuellen Effekte. Wirklich sehr ansprechend.

Gleichzeitig hinterließ der Film bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck, da die früher für Star Trek noch so zentralen Themen vom knallharten und durchaus spektakulären Action-Anteil schlichtweg in den Hintergrund gedrängt wurden. Und das sogar in einem derartigen Ausmaß, dass sie weitgehend zu fehlen scheinen. Nun habe ich den Film lediglich ein einziges Mal gesehen, eventuell ändert sich da noch etwas an meiner Einstellung, wenn ich den Film noch ein- oder zweimal gesehen habe. Doch im Vergleich zu „Star Trek IX: Der Aufstand“, der ganz zentral den Aspekt der Humanität, der Legalität, der Gerechtigkeit (und viele andere der wirklich tief in der Trekkie-Seele verankerten Topoi) behandelte, war dies auf den ersten Blick ein zwar opulentes, doch streckenweise sinnentleertes Science Fiction-Geballere.

Ich gebe zu, dass meine Meinung noch nicht gefestigt ist, der Film verdient auch eine zweite und dritte Chance (so eine würde ich „Sunshine“ nicht ohne Weiteres einräumen). Sollte sich meine Wahrnehmung noch maßgeblich ändern, schreibe ich einen Anhang zu dieser Rezension.

Handlung

Die Enterprise dockt an einer Raumstation an, empfängt eine Bitte um Hilfe von der Vertreterin eines fremden Volkes. Natürlich bietet man die Hilfe an, muss dann aber beim Eintritt in das Zielsystem erkennen, dass es eine brutale Falle war. Binnen kurzer Zeit wird die Enterprise von einem schier übermächtigen Feind angegriffen, besiegt und weitgehend zerstört, die Mannschaft wird auf einem Planeten des gerade angeflogenen Systems gefangen gehalten. Nur die üblichen Verdächtigen (Kirk, Spock, Pille…) und ein neuer Charakter, die mysteriöse Jaylah, schlagen sich allein oder in kleinen Gruppen durch, um eine Lösung für die verfahrene Situation zu finden, was am Ende natürlich gelingt. Die gemeinsame Anstrengung und die in der Gruppe durchstandene Notsituation schweißt die Mannschaft noch fester zusammen, als es vorher der Fall gewesen war.

Fazit

Meine oben ausgebreitete Kritik zeichnet ein etwas düsteres Bild, was nicht in meinem Interesse liegt, denn alle Kritikpunkte beziehen sich eher darauf, dass der Film nicht so ganz in das gewohnte Star Trek-Gedankengebäude passt. Er „leiht sich“ die bekannten Figuren (und das Schiff), baut darum eine solide Action-Handlung, vergisst aber leider zu sehr seine Wurzeln in eben diesem Star Trek-Universum. Und wir Trekkies sind dann doch sehr daran gewöhnt, dass die altbekannten Topoi eine gewichtige Rolle spielen, weswegen der Film auf dieser Ebene leider enttäuschen muss.

Damit möchte ich aber nicht falsch verstanden werden: Wem diese grundlegende Star Trek-Philosophie oder -Ethik egal ist, der kann den Film ganz einfach als grandioses Action-Kino genießen (so werde ich ihn mir sicher auch noch etliche Mal abends ansehen). Optik und Musik (Michael Giacchino wie immer in Höchstform) passen ebenfalls, hier gibt es ganz und gar nichts zu beanstanden.

Wenn man jedoch diesen Film mit „Star Trek VIII: Der erste Kontakt“ oder „Star Trek IX: Der Aufstand“ – beide stellen für mich die Krone der (modernen) Star Trek-Filme dar – vergleicht, dann kann er trotz der wesentlich krasseren Action-Szenen niemals mithalten. Schade, sehr schade, denn das Potenzial hätte der Film durchaus gehabt. Es wurde aber vorschnell zugunsten einer sehr rasch fortschreitenden (dafür aber nicht in die Tiefe reichenden) Handlung ungenutzt gelassen.

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Gesehen: „Sunshine“

Vielversprechendes Setting für einen actiongeladenen Science Fiction-Film, nur leider grottig in der Umsetzung...

Vielversprechendes Setting für einen actiongeladenen Science Fiction-Film, nur leider grottig in der Umsetzung…

Gleich vorweg: Finger weg von diesem Schrott! Das sage ich nicht leichtfertig, denn die Optik des Films ist an sich ziemlich gut, einem modernen Science Fiction-Film durchaus angemessen. Doch leider, leider gleitet die Handlung im Verlauf immer weiter ab in Richtung eines ziemlich unappetitlichen Horror-Films.

Das Setting des Films ist eine Variation dessen, was mir an „The Core – Der innere Kern“ so gut gefallen hat: Mittels Wissenschaft (oder zumindest Pseudo-Wissenschaft) muss die Menschheit sich aus einer ihren Fortbestand bedrohenden Notlage befreien (je nach Variante dieser Grundidee kann man ergänzen: in die sich die Menschheit auch selbst hineinmanövriert hat). Im Falle von „The Core – Der innere Kern“ reisen die Menschen ins Erdinnere, um den Kern wieder in Bewegung zu versetzen, im Fall von „Sunshine“ begeben sie sich auf den Weg zur Sonne, um diese mittels einer gigantischen Fusions-Bombe vor dem Verlöschen zu bewahren.

So unrealistisch das Setting auch ist – der Menschheit steht nun einmal keinerlei Technologie zur Verfügung, die ein derartiges Unterfangen jetzt oder in den kommenden Jahrhunderten ermöglichen würde –, ein unterhaltsamer Science Fiction-Film mit haufenweise Action und spektakulären visuellen Effekten müsste sich daraus schon stricken lassen.

Die ersten Minuten sind auch wirklich vielversprechend, epische Bilder, langsame Kamera-Schwenks, perfekte visuelle Effekte, alles richtig gut. Ich frohlockte schon und machte mich auf einen unterhaltsamen Filmabend gefasst. Doch dann prügeln sich plötzlich – vollkommen aus dem Blauen heraus – zwei der männlichen Darsteller. Der Grund dafür? Wird nicht verraten, auch nicht groß weiter verfolgt. Das war gestern beim Ansehen der erste Moment, in dem ich stutzte, denn normalerweise gibt es ausreichend filmische Erzähltechniken, die eine solche Eskalation der Gewalt mehr oder weniger subtil vorbereiten könnten. Doch keine davon kam zum Einsatz. Mitten hinein in die spürbar noch laufende Eröffnungsphase des Films platzt diese unmotivierte Prügelei. Irgendwie gab mir das schon einmal einen Dämpfer.

Und dann wird es zunehmend schlimmer. Nach und nach sterben einzelne oder auch gleich mehrere Crew-Mitglieder, zum Teil auf nicht gerade leckere Weise. Und irgendwann dockt die Mannschaft am Schiff ihrer Vorgänger-Mission an, das führerlos im All treibt. Obwohl seit sieben Jahren kein Lebenszeichen von diesem Schiff mehr ausgeht, scheint der Captain überlebt zu haben. Nur halt nicht als richtiger Mensch, eher als eine Art Dämon. Und ab da verliert der Film völlig jeden Rest von peripherer Glaubwürdigkeit. Außerdem wird es unappetitlich, denn das Mensch-Dämon-Wesen benutzt Skalpelle und taucht unvermittelt und höchst erschreckend aus dunklen Ecken auf, um diese Geräte auf genau die Weise anzuwenden, die der hippokratische Eid nicht vorgesehen hatte…

Das Ende ist dann derart absurd (ich verrate nur so viel: zwei der Protagonisten stürzen über eine Kante, doch die Gesetze der Schwerkraft scheinen außer Kraft gesetzt zu sein, denn dort rutschen sie ein Stück hinab, halten an, dann laufen sie einfach weiter. Spätestens da wollte mein Gehirn den Weg seitlich aus meinem Kopf heraus antreten. Ich musste ihm zwei Schoko-Ostereier in den Weg stellen, sonst hätte ich diese Rezension nicht mehr schreiben können…

Fazit

  • Wer einen amüsanten Abend erleben will: Finger weg!
  • Wer sich für einen guten Science Fiction-Film interessiert: Finger weg!
  • Wer nichts von Horror-Elementen hält: Finger weg!

Klingt fies, ist auch nicht sonderlich positiv formuliert, doch es gibt so viele gute Filme, dass ich es mir einfach erlauben kann, auch einmal vor einem – meiner Meinung nach – wirklich nicht gelungenen Film zu warnen. Basta!

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Gesehen: „Alien Autopsy“

Eine herrliche Science Fiction-Komödie, die ich mir unbedingt noch ein paar Mal ansehen werde!

Eine leicht bekömmliche Science Fiction-Komödie, die ich mir unbedingt noch ein paar Mal ansehen werde!

Ganz ehrlich: Als ich den Film gestern startete, erwartete ich einen völlig anderen Film. Schon eine Pseudo-Dokumentation, die allerdings eher auf eine tatsächlich (wenngleich natürlich fiktive) Alien-Landung ausgerichtet wäre. Doch es geht – Achtung: ein Mini-Spoiler! – eigentlich „nur“ um den geschickten Versuch, eine solche Dokumentation zu fälschen.

Dennoch ist der Film in der Summe schön amüsant, sodass ich mich überhaupt nicht beschweren möchte. Ich musste einige Male wirklich laut losprusten, an vielen weiteren Stellen breit grinsen oder still vor mich hin lächeln. Auf jeden Fall verbreitet der Film gute Laune – auch wenn er sicher nicht zum wirklich „großen Kino“ gehört.

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Song des Tages (210) – 2017-04-10

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Einer der coolsten Kerle in der gesamten Filmgeschichte ist und bleibt John Shaft. Von den alten Filmen habe ich nur einen gesehen, doch das Remake „Shaft — Noch Fragen?“von 2000 (hier) hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Gefallen hat mir natürlich der Soundtrack, allen anderen Stücken voran der Titelsong von Isaac Hayes. Und egal wie oft man ihn anhört, er verliert einfach nie diese enigmatische Wirkung, die unter der Oberfläche brodelnde Spannung, die Vorahnung, dass etwas — irgend etwas — jederzeit passieren könnte. Und wäre es nicht besser, wenn Shaft dann hier wäre, um uns „aus der Scheiße rauszuhauen“? Aber klar, daher nun ohne weitere Umschweife der heutige Song des Tages: „Theme from Shaft“ von Isaac Hayes:

Groovy, gell? Vor allem die Gitarre mit dem Wah-Wah-Pedal, die bringt mindestens 40 Prozent der Coolness ganz allein zustande. Dann noch das unterkühlte und gleichzeitig doch leicht hektische Schlagzeug, die Bläser… einfach nur gelungen!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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