Archiv der Kategorie: Fantasy

Gehört: „Survivor“ von Peter Anderson

Gerade heute früh habe ich den zweiten Teil der „Survivor“-Saga von Peter Anderson zu Ende gehört. Es war seit langer Zeit das zwiespältigste Hörbuch-Erlebnis, denn in beiden Teilen gab es sehr viele spannende und mitreißende Szenen, gleichzeitig wurden die Wirkung etlicher Passagen durch extrem ausgelutschte Floskeln derart abgeschwächt, weil ich mir virtuell so oft an den Kopf fassen musste, wie man sich nur so „platt“ ausdrücken kann. Mehr dazu unten.

Handlung

Im Prinzip werden jeweils die aktuelle Zeitebene jedes Akteurs sowie dessen häppchenweise preisgegebene Vergangenheit gegenübergestellt. Zum Teil erwächst daraus ein Handlungsmuster, zum Teil werden die Motive aufgedeckt, die ihn oder sie angeleitet haben. Das Ganze ist wiederum eingebettet in eine größere Rahmenhandlung, die schildert, wie sich ein Trupp von Menschen mit besonderen (übernatürlichen) Gaben auf den Weg zu einem weit entfernten Planeten aufmacht. Dabei benutzen sie ein Raumschiff namens „Survivor“, das sie mittels eines Sprungs durch ein Wurmloch dorthin bringen soll. Doch kaum sind sie auf dem angeblich unbewohnten Planeten angekommen, bricht die Hölle über sie herein, denn der Planet ist alles andere als unbewohnt. Zusätzlich haben fast alle agierenden Personen ihr Gedächtnis beim Sprung durch das Wurmloch verloren – nun müssen sie erst wieder entdecken, wer sie eigentlich sind und was sie hierher verschlagen hat. Darüber hinaus müssen sie sich ihrer jeweils eigenen Gaben wieder bewusst werden, um sie zur Rettung ihrer aller Leben einzusetzen.

Survivor – Die erste Staffel im „Collector's Pack“

Survivor – Die erste Staffel im „Collector’s Pack“

Survivor – Die zweite Staffel im „Collector's Pack“

Survivor – Die zweite Staffel im „Collector’s Pack“

Man kann bei iTunes entweder alle 24 Episoden einzeln für jeweils 99 Cent kaufen oder aber die beiden Staffeln als Collector’s Pack (zu je 12 Episoden) für je 5,99 € als Hörbücher laden. Somit zahlt man nur die Hälfte des Preises – so habe ich es gemacht.

Sprachlich abgedroschen

Im Prinzip habe ich als Science Fiction-Fan mit diesen beiden Collector’s Packs schon weitgehend das bekommen, was ich wollte, doch gerade die oben erwähnte sprachliche Abgedroschenheit hat mir den Genuss zunehmend verleidet. Am Ende war ich einfach nur froh, als der zweite Hörbuch-Block auch abgeschlossen war.

Ein Beispiel für die von mir monierten abgedroschenen Floskeln: Einer der Protagonisten erinnert sich an eine Folterung, natürlich wird der Folterer als „höhnisch bzw. sadistisch grinsend“ geschildert. Ehrlich? Ich kann mir zwar vorstellen, dass es hier und da schon Menschen gibt, die ihre Menschlichkeit weitgehend eingebüßt haben, doch das Bild, das ein Autor dem Leser sprachlich vorzeichnet, könnte doch etwas differenzierter sein. Man stelle sich nur so einen Folterer vor, der über Stunden, Tage, vielleicht Wochen hinweg einem anderen Menschen Leid zufügt – und dabei dauernd „höhnisch bzw. sadistisch grinst“. Und das ist nur ein Beispiel, jede einzelne Episode ist derart angefüllt davon, dass es irgendwann wirklich Abneigung erzeugte.

Musikalische Hörbuch-Gestaltung & Sprecher

Faszinierend fand ich, dass beide Hörbücher fast komplett mit Musik unterlegt wurden. Der erste Teil dauert etwas über 13 Stunden, der zweite gut 16. Da kommt so einiges zusammen. Natürlich war die Musik nicht durchweg auskomponiert und ständig neu. Vielmehr wurde je nach handelnden Personen in Jetztzeit oder Vergangenheit mit bestimmten Themen gearbeitet. Dennoch ist dies ganz klar eine der Stärken des Hörbuchs.

Auch Dietmar Wunder als Hörbuch-Sprecher ist gut ausgewählt, er schafft es durch feine Modulationen alle Dialoge geradezu plastisch anschaulich werden zu lassen. Auch über den Lärm meines Laufbandes konnte ich seiner Stimme (in meinen AirPods) jederzeit problemlos folgen. Sehr schön!

Fazit

Auch wenn ich mich über die sprachlichen Defizite etwas echauffiert habe, handelt es sich um eine weitgehend solide Science Fiction-Story. Mich persönlich hat der Aspekt, dass es um Protagonisten mit übernatürlichen Gaben geht, etwas abgeschreckt, denn davon wusste ich vorher nichts. Dieses Fantasy-Element muss meiner Meinung nach nicht in den Bereich der Science Fiction hinüber mitgenommen werden. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Die großen Pluspunkte sind die makellose Produktion mit einem sehr fähigen Sprecher, der eindrucksvollen musikalischen Untermalung – das sorgt schon für einen großen Mehrwert.

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Gehört: „Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson

„Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson, gelesen von Neil Peart.

„Clockwork Angels – The Novel“ von Kevin J. Anderson, gelesen von Neil Peart.

2012 erschien das bis heute letzte wirklich neue Rush-Album mit dem Namen „Clockwork Angels“, dem auch eine ausufernde Tournee folgte, außerdem wurde ein hervorragender Konzertfilm während der vielen Live-Konzerte erstellt – ich habe ihn mir 2013 oder 2014 zum Geburtstag geschenkt: drei Stunden musikalischer Hochgenuss!

„Clockwork Angels“ ist ein sog. Konzeptalbum, d. h. alle Stücke bilden zusammen Facetten einer zusammenhängenden Geschichte. Und eben diese Geschichte wurde von Kevin J. Anderson in Zusammenarbeit mit dem Rush-Drummer und -Texter Neil Peart zu einem Roman ausgeweitet. Das Buch habe ich mir gleich bei Erscheinen gekauft und geladen (in iBooks), doch so ganz kam ich nicht in Gang, bei mehreren Versuchen blieb ich stets in der etwas langatmigen Einleitung hängen.

„Clockwork Angels – The Novel“ – ein spannender Abenteuerroman

„Clockwork Angels – The Novel“ – ein spannender Abenteuerroman

Erst mit dem Hörbuch, das ein gutes halbes Jahr später erschien – gelesen von Neil Peart höchstpersönlich –, startete ich wieder einen Versuch. Doch auch dieses Mal blieb ich hängen, allerdings eher aufgrund beruflicher Voll- bzw. Überbeschäftigung. Vor ein paar Wochen zwang ich mich dann einfach noch einmal durch die Einleitung, ab da ging es ganz gut, sodass ich binnen weniger Tage das gesamte Hörbuch durch hatte – dem Laufen sei Dank!

Inhalt

Der Inhalt ist dem eines klassischen Abenteuer-/Bildungs-Romans, wie er von Autoren wie Jules Verne mehrfach geschrieben wurde, nicht unähnlich. Der Hörer/Leser wird in fantastische Länder entführt, darf – vertreten durch den Protagonisten – fremde Kulturen erleben, bislang unbekannte (und ebenso nichtexistente) Orte besuchen, exotische Bräuche kennenlernen und diverse Abenteuer allein oder mit Freunden erleben. An sich ist das ganz gut, doch fühlt sich die Handlung ein wenig an, als wäre sie für einen zehn-/zwölfjährigen Jugendlichen geschrieben. Einige der Charaktere bleiben so oberflächlich und stereotyp, dass es wirklich wie bei einem Jugendroman anfühlt. Das hat mich bei den ersten Versuchen schon etwas ausgebremst, nach Abschluss des gesamten Hörbuchs ist dies mein einziger wirklicher Kritikpunkt (neben der langatmigen Einleitung).

Optik

Entschädigt wird man durch das opulente Artwork, denn immer wieder werden Erlebnisse des Protagonisten durch wundervoll detaillierte Zeichnungen in Steampunk-Ästhetik visualisiert:

Die Steampunk-Ästhetik ist nicht zu verkennen...

Die Steampunk-Ästhetik ist nicht zu verkennen…

Die Illustrationen im Roman sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet – ein echter Hingucker!

Die Illustrationen im Roman sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet – ein echter Hingucker!

Symbolismus pur...

Symbolismus pur…

Musik

Nun, da ich mit dem Hörbuch final durch bin, erschließt sich mir das Konzeptalbum von Rush auch viel besser. Jeder der Songs hat plötzlich einige Verankerungspunkte in der Handlung, plötzlich ergeben manche Begriffe (z.B. das nicht auf den ersten Blick zu deutende „Carnies“ für die Mitglieder einer Zirkus-Truppe).

Das Konzeptalbum „Clockwork Angels“ von Rush – kennt man den Roman, ist das Album gleich doppelt so gut!

Das Konzeptalbum „Clockwork Angels“ von Rush – kennt man den Roman, ist das Album gleich doppelt so gut!

Schön ist es für die Hardcore-Rush-Fans, dass durch den ganzen Roman hindurch immer wieder Rush-Songtitel als beiläufige Bemerkungen oder Satzteile eingebaut werden. Immer wieder musste ich auf dem Laufband breit grinsen, wenn ich einen solchen Hinweis erkannt hatte.

Fazit

Auch wenn ich mich als Erwachsener beim Hören durch den Schreibstil ein wenig bevormundet fühlte, war es ein insgesamt positives Erlebnis, das vor allem den Genuss an der Musik des Albums „Clockwork Angels“ wieder stark erhöht hat (und der war vorher schon nicht gering). Allzu bald werde ich mir das Hörbuch aber sicher nicht noch einmal in die Gehörgänge schütten, dafür gibt es zu viel andere (und dann spannendere) Literatur.

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52 Wochen – Teil 38 („Soleras magische Kugel“)

Die Inspiration für das heutige Selfie stammt von einer sportlichen Aktivität, die ich in der Form seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten (ernst gemeint!) nicht mehr ausgeübt habe: Kegeln. Nach unserem erfolgreichen Konzert mit Axel Schlosser beschlossen die Musiker des Ostalb Jazz Orchestra, die auf das Konzert folgende Probe durch eine gemeinsame gesellige Spaßaktion zu ersetzen. Daher organisierte unser Staubsauger-, nein, Baritonsaxophon-Spieler eine schöne Location – und los ging’s.

Ich kann nun leider nicht behaupten, wirklich Ahnung vom Kegeln zu haben, doch in mehr als 50 Prozent der Fälle fanden die von mir gerollten (nur ganz selten geworfenen) Kugeln auch einen oder mehrere Kegel, auf die sie trafen. Und dann zückte ich mein iPhone und erstellte ein Selfie. Besonders toll war es nicht, da die Beleuchtung in dem Raum eher schummrig war. Also war es klar, dass ich mit Filtern arbeiten musste, um es „blogtauglich“ zu machen.

Während des Herumfummelns an den möglichen Einstellungen änderte sich meine Wahrnehmung des Bildes aber deutlich, denn plötzlich ähnelte die Kegel-Kugel eher einer magischen (Kristall-) Kugel, in der ein Magier die Zukunft oder zumindest weit entfernte Personen erblicken kann. Und so kam es zum heutigen Selfie:

Solera und seine magische Kugel – „I'm watching you...“

Solera und seine magische Kugel – „I’m watching you…“

Verwendet: iPhone SE (Frontkamera), Fotos-App (iOS) und Pixelmator-Filter (zu viele, um sie alle zu nennen).

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 38 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

(Eine Bitte an die weiteren Mitwirkenden: Die Links zu euren Aktionen hier sind nicht immer aktuell, was auch daran liegt, dass ich meine Veröffentlichung auf den frühen Morgen terminiere und damit meist der erste bin. Wer mit Tags oder Kategorien arbeitet, macht eine Verlinkung leichter, da ich dann einfach auf eines von beiden verlinken kann – dann bleibt das von ganz allein aktuell. Einige machen dies schon, vielen Dank! Vielleicht überwinden sich die anderen ja auch…)

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Gelesen: „Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee

Zu den „sechs Büchern für 2016“ (hier) gehörte in meinem Fall auch „Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee. Ungefähr Mitte August war ich mit der Lektüre durch, also kann das Buch als abgehakt gelten – uff, wieder eins weniger auf der Liste!

„Die Fäden der Zeit“ – ein Buch, das bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat.

„Die Fäden der Zeit“ – ein Buch, das bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlassen hat.

In diesem Fall bin ich auch wirklich froh gewesen, das Buch endgültig (virtuell) weglegen zu können, denn so ganz warm geworden bin ich mit dem Schreibstil und der etwas konfusen Handlung nie geworden. Meine Kritikpunkte Liste ich gleich en detail auf…

Kritikpunkte

Einerseits störte mich permanent, dass die Protagonistin den ganzen Roman über mit einer himmelschreienden Unsicherheit auftritt und agiert. Egal worum es geht, sie wird von Selbstzweifeln förmlich zerrissen, wodurch sie immer wieder quasi handlungsunfähig wird – was mir diesen Charakter einfach komplett verleidet hat.

Ein Beispiel dafür: Kai, die siebzehnjährige Protagonistin, sucht nach ihrem „Bruder“ Reev, der aber gar nicht ihr Bruder ist, weil er sie vor vielen Jahren als Waisenkind bei sich aufgenommen hat. Gemeinsam mit Avan, einem sowohl wunderhübschen (da muss ich immer an „Twilight“ mit seinen glitzernden Vampiren denken, obwohl ich keinen der Filme gesehen habe…) als auch besonders begabten Freund, macht sie sich auf die Suche. Alle paar Seiten muss man wieder lesen, dass sie sich beim Reiten von hinten an Avan drückt und vor Leidenschaft fast vergeht. Sobald er ihr aber etwas mehr Nähe anbietet, schlägt sie ihm jedes einzelne Mal die Tür vor der Nase zu – nur um sich gleich darauf über sich selbst zu ärgern. Ein-, zwei-, vielleicht sogar dreimal würde ich das ja hinnehmen, aber es zieht sich wirklich durch das gesamte Buch. Das ermüdet ungemein. Zumindest mich.

Dann kommt der aus meiner Sicht größte Punkt der Enttäuschung: Kai kann dank einer ihr selbst nicht vertrauten Gabe die „Fäden der Zeit“ manipulieren, was sich im Roman als kurzzeitige Verlangsamung darstellt. Einmal wird sie angegriffen, verlangsamt die Zeit, schlüpft aus der Umklammerung der Angreiferin und kann so die Situation zu ihrem Vorteil wenden.

Diese Fähigkeit hatte mich damals in der Beschreibung am meisten interessiert, immerhin ist es ja auch das fantastische Element schlechthin, das allein schon ein gewisses Interesse an diesem Roman rechtfertigt. Leider wird diese Fähigkeit nur wenige Male und dann immer nur ganz oberflächlich angesprochen. Was für eine Enttäuschung!

Kai ist sich der Tatsache bewusst, dass sie diese Gabe nicht gut beherrscht. Also erwartet man als Leser, dass sie sie trainiert und im Experiment weiterentwickelt, um sie irgendwann effektiv einzusetzen. Oder? Leider völlige Fehlanzeige, mehr als drei oder vier Mal kommt die Sache nicht zur Sprache, Weiterentwicklung oder Erforschung sind völlig ausgeschlossen. Diese völlige Determination des wichtigsten Charakters im Buch ohne jegliche Möglichkeit einer Weiterentwicklung degradiert den Roman zu einer reinen Deskription: Der Leser darf zugucken, aber er darf keine Entwicklung mit den Charakteren durchlaufen. Schade, sehr schade.

Mehr schreibe ich jetzt nicht dazu, sonst bereue ich die investierte Lesezeit noch mehr als ohnehin schon. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es noch mehrere Fortsetzungen von dieser Geschichte gibt. Wenn die alle so statisch mit den Charakteren umgehen, möchte ich keinen einzigen Buchstaben davon lesen.

Fazit

Wie meine Kritik schon deutlich machte, ist der Roman eher enttäuschend, zumindest hat er mich nicht überzeugt. Es gibt ein paar vereinzelte spannende Stellen, die ich dann genutzt habe, um wieder Hoffnung zu schöpfen – die dann aber leider fast jedes Mal wieder enttäuscht wurde.

Was mich vor allem frustriert hat, war die Tatsache, dass es so viele grundsätzlich gute, wenn nicht gar hervorragende, Ideen gibt, die halt einfach nur schlecht umgesetzt sind. Die grundlegende Story aus der Hand eines Stephen King oder Dean Koontz wäre ein absoluter Knüller!

Gut, ich wende mich wieder (aus meiner Sicht) besserer Literatur zu, der vierte Band des „Dunklen Turm“-Zyklus („Glas“) ruft mich…

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Gesehen: „Odd Thomas“

Sehr gelungene Romanverfilmung: „Odd Thomas“ mit dem leider viel zu früh verstorbenen Anton Yelchin.

Sehr gelungene Romanverfilmung: „Odd Thomas“ mit dem leider viel zu früh verstorbenen Anton Yelchin.

Bereits vor Jahren habe ich zufällig die „Odd Thomas“-Romanreihe für mich entdeckt, schon kurz darauf hatte ich meine Frau mit diesem Virus infiziert.

Die Rezension dieses Films kann zum Glück sehr kurz ausfallen, denn ich halte die Verfilmung für überaus gelungen. Gründe dafür gibt es einige:

  • Die Handlung des Romans wurde für die Filmadaption kaum verändert – so etwas ärgert mich meist ungemein, denn fast immer ist es eine drastische (und dreiste) Beschneidung.
  • Der Hauptdarsteller, hier der leider viel zu früh durch einen tragischen Unfall verstorbene Anton Yelchin, passt perfekt zur Rolle.
  • Endlich darf Willem Dafoe mal einen der Guten spielen, üblicherweise ist er auf die Rollen von Fieslingen und/oder Bösewichten festgelegt. Eine sehr willkommene Abwechslung.
  • Die optischen Effekte werten den Film stimmungsvoll auf, ohne ihn zu sehr zu beherrschen.

Fans von Dean Koontz, der die Romanreihe (und fast unzählige weitere Bücher) verfasst hat, kennen seine Eigenart, gleich zu Beginn des Buchs den Leser mit einem spürbaren Ruck in die Handlung zu ziehen. Damit stellt er fast das genaue Gegenstück zu Stephen King dar, der sich bekanntlich viel Zeit lässt, um die Charaktere allmählich einzuführen, zu vertiefen und die Spannung allmählich aufzubauen.

Wer also mal in einen Buchladen kommt, in dem zufälligerweise einige Romane von Dean Koontz stehen, der kann das kleine Experiment durchführen: Jeweils einfach mal die ersten paar Sätze von jedem Roman lesen. Charakteristisch für die Koontz-Romane ist eine Einleitung, die den Leser sofort in den Bann des Buchs zieht. Oft sind gerade die ersten Seiten wahre Page-Turner, danach kommt man von der Geschichte ohnehin nicht mehr los. Insgesamt habe ich mindestens acht oder zehn Bücher von ihm gelesen, bei allen war es so – und alle waren lesenswert!

Zurück zum Film: Er schreitet ebenfalls schnell voran, hält sich nicht lange mit einer umständlichen Einführung des bestimmenden Charakters auf, stattdessen erlebt man ihn gleich in Aktion, dabei lernt man seine speziellen Fähigkeiten auch schnell kennen. In Kombination mit den guten Darstellern und der spannenden Geschichte ist es ein absolut geeigneter Film, um einen fesselnden Filmabend zu erleben.

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Fan-Gegrummel…

Einer der besten Fantasy-Romane überhaupt – wenn denn mal ein Abschluss der Trilogie erschiene...

Einer der besten Fantasy-Romane überhaupt – wenn denn mal ein Abschluss der Trilogie erschiene…

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man voll in einer Buch-Reihe steckt, von Band zu Band weiterfiebert und sich die Folgebände schon alle geholt hat, damit es nach Abschluss des einen Buchs auf keinen Fall eine Verzögerung vor dem Lesen der Fortsetzung gibt?

Der zweite Teil – sensationell spannend, aber immer noch nicht abgeschlossen...

Der zweite Teil – sensationell spannend, aber immer noch nicht abgeschlossen…

Und was ist das schlimmste, was dem bis zum Zerreißen gespannten Leser in dieser Situation passieren kann? Richtig: Man merkt, dass die Buchreihe noch gar nicht abgeschlossen ist. Und wie kann man die Situation noch verschlimmern? Richtig: Indem der Autor sich elend viel Zeit lässt mit dem Schreiben der Fortsetzung. (Noch viel schlimmer wäre es natürlich, der Autor würde einfach kurz vor der Vollendung seines Werks wegsterben…)

Ungefähr so ergeht es mir mit der fantastischen Königsmörder-Trilogie von Patrick Rothfuss. Den ersten Teil habe ich auf Empfehlung gekauft, musste mich ein wenig durch die langatmige Einleitung kämpfen, doch dann war ich völlig hin und weg. Durch den zweiten Teil bin ich ebenfalls nur so „geflogen“, obwohl er auf Englisch etwas zäher zu lesen war (da kamen meine mittlerweile erlangten Schwabengene zum Einsatz: In Deutschland wurde der zweite Teil in zwei separate Bücher aufgeteilt, die jeweils den vollen Preis (17,99 €) kosten, der Preis für den zweiten Teil in der englischen Fassung lag bei einem Komplettband bei 6,49 € – klare Sache). Dann kamen die Hörbücher, ebenfalls superb! Dann kam ein kleines Novellchen als Lückenfüller, in dem aber nur ein kleiner Nebencharakter etwas vertieft wurde.

Und dann diese eingeschobene Novelle, die kaum den schlimmsten Hunger stillen kann...

Und dann diese eingeschobene Novelle, die kaum den schlimmsten Hunger stillen kann…

Und seit Jahren warten alle Fans nur auf den Abschluss der Trilogie. Und warten. Und warten. Und warten. Kennt ihr das auch?

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Hotarus Filmchallenge – Nachgeholt 1: Januar & Februar 2016

  • (01) Mutter: „Twins – Zwillinge“ (weitere Infos) – Eine der schönsten und einfühlsamsten familientauglichen Komödien mit Arnold Schwarzenegger und Danny DeVito. Das Gesicht von Danny DeVito in dem Moment kurz vor Ende des Films, als sich die Mutter den beiden Zwillingsbrüdern zu erkennen gibt, ist für mich eines der Highlights.
  • (02) Keller: „Ladykillers“ (weitere Infos) – Der Keller ist zwar nicht von zentraler Bedeutung, doch spielt sich ein nicht geringer Teil der gesamten Handlung in diesem wenig ansprechenden Raum ab. Ansonsten hat der Film seine Stärken (z.B. Tom Hanks) und Schwächen (irgendwie zünden etliche der Witze, darunter auch die gesamte Angelegenheit mit dem Reizdarm, nicht so recht), aber einmal alle paar Jahre kann man sich den schon ansehen.
  • (03) Suche: „Contact“ (weitere Infos) – Ein Film, der sich mit der mentalen Unfassbarkeit des ersten Kontakts zu einer außerirdischen Intelligenz befasst. Oft kann man ihn sicher nicht ansehen, denn er benötigt eine ganz gewisse Stimmung beim Zuschauer, aber ist diese gegeben… dann ist er jedes Mal ein Genuss, noch dazu mit der brillanten Jodie Foster.
  • (04) Boot: „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (weitere Infos) – Meiner Meinung nach einer der gelungensten Katastrophenfilme, da er mit wenigen Ausnahmen halbwegs realistisch ist (insofern Katastrophenfilme überhaupt realistisch sein wollen). Außerdem weist er einige ganz exzellente Schauspieler (wie Gene Hackman und Ernest Borgnine) auf, die den Film zusätzlich auszeichnen.
  • (05) Geist: „Constantine“ (weitere Infos) – Zugegeben, um „Geister“ geht es kaum, eher um Dämonen oder Engel, also „böse und gute Geister“. Aber ich habe ganz offensichtlich kaum Geisterfilme in meiner Mediathek… Noch dazu ist „Constantine“ einer der ganz wenigen Horror-Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann, siehe hier.
  • (06) Schuld: „Eine Frage der Ehre“ (weitere Infos) – Ich bin kein Fan von Tom Cruise, was sowohl auf seine Scientology-Verbindungen als auch auf sein katastrophales Over-Acting zurückgeht. Doch dieser Film ist und bleibt gut und spannend, vor allem weil niemand wirklich den Schluss vorhersehen kann. Letzten Endes haut Jack Nicholson darstellerisch wieder alles raus, was die anderen Schauspieler mit ihrer Mittelmäßigkeit verpfuschen…
  • (07) Beerdigung: „Kill Bill, Vol. 2“ (weitere Infos) – Ich verweise auf die Kapitel 7 („Das einsame Grab der Paula Schultz“) und 8 („Die grausame Lehre des Pai Mei“), am besten ist für mich dabei die Stelle, wie sie nach ihrer Flucht aus dem Grab etwas zu trinken bestellt…
  • (08) Rauschen: „Auf der Flucht“ (weitere Infos) – Der sensationelle Sprung, den der Stuntman für Harrison Ford beim Staudamm ausführt, wird durch das heftige Rauschen des Wassers im Hintergrund erst so richtig hervorgehoben. Allein für diese kurze Szene lohnt es sich, den ganzen Film anzusehen!
  • (09) Hitze: „Spaceballs“ (weitere Infos) – Obwohl es sich um eine Komödie und Verballhornung handelt, gibt es eine wundervolle Passage zum Thema „Hitze“: Nach der Notlandung in der Wüste des Vega-Mondes müssen die Protagonisten durch die Wüste laufen. Dabei soll jeder nur das absolut zum Überleben Nötigste mitnehmen. Prinzessin Vespa lässt die Herren ihren Koffer schleppen, der ganz offensichtlich höllisch schwer ist. Nach einer Weile in der brütenden Hitze und unter der knallenden Sonne rebellieren die Herren und sehen in den Koffer hinein: Er enthält einen gigantischen Fön. Als die Männer sie entrüstet befragen, warum sie bei der Hitze ausgerechnet so ein dämliches Utensil durch die Gegend tragen müssen, erwidert die Prinzessin nonchalant: „Ich kann ohne meinen Fön nicht leben!“Göttlich!
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Gemeinsam Lesen: „Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee

Gemeinsam Lesen – eine schöne Aktion!

Gemeinsam Lesen – eine schöne Aktion!

Zu lange schon habe ich keinen Beitrag mehr in dieser Kategorie veröffentlicht, noch dazu gehört das Buch, um das es heute geht, zu den „Sechs Büchern für 2016“, die im Verlauf dieses Kalenderjahres von meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) verschwinden soll. Allzu weit bin ich noch nicht in das Buch vorgedrungen, doch der Stil und die Handlung wecken bislang durchaus mein Interesse.

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee, einer mir persönlich bislang völlig unbekannten Fantasy-Autorin. Aktuell befinde ich mich auf S. 171 von 1.049 Seiten (iBooks auf dem iPhone).

„Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee – der Anfang ist sehr vielversprechend...

„Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee – der Anfang ist sehr vielversprechend…

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Die Frau legte den Kopf schief, wobei ihr die Haare über die Schulter glitten. (S. 171)

(Kaum hatte ich den – zugegeben an sich völlig unspektakulären – Satz gelesen, musste ich gleich noch die folgenden drei Seiten bis zum Ende des Kapitels vollenden – die Autorin schafft es wirklich, mich einzuwickeln…)

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Gekauft habe ich das Buch aufgrund einer sehr positiven Besprechung in einem der vielen Bücher-Blogs, denen ich hier bei WordPress folge. Kaum hatte ich es, schwand – unerklärlicherweise – die Lust auf das Eintauchen in die Geschichte. Daher schob ich das Buch seit mindestens einem guten Jahr vor mir her.

Da der gute Zeilenende vor ein paar Monaten aber die Aktion „Sechs Bücher für 2016“ in mein Blickfeld rückte, beschloss ich einfach, dieses Buch auf meine persönliche „Jetzt aber“-Liste zu setzen. Und vor ein paar Tagen habe ich dann schnell, bevor sich wieder ein anderes spannendes (am Ende gar neues) Buch dazwischen drängeln konnte, mit dem Lesen angefangen. Eine abschließende Rezension gibt es in dem Fall, wenn mir das Buch am Ende immer noch gefällt – die Chancen dafür stehen nicht schlecht…

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Gelesen: „tot.“ von Stephen King

Vorgestern habe ich den dritten Teil des „Dunklen Turm“-Zyklus von Stephen King zu Ende gelesen. Die Geschichte weist hier und da eine kleine Länge auf, ebenso gibt es aber einige extrem fesselnde Stellen, an denen man kaum vom Weiterlesen lassen kann.

In geschickter Weise wird die Handlung der beiden vorherigen Bände aufgegriffen und miteinander verwoben. Dieser Band ist für einen Leser, der die ersten beiden Bände nicht kennt, vermutlich äußerst kryptisch und kaum zu verstehen. Da mir die Vorgänger bekannt waren, freute ich mich über die vielen kleineren und größeren Bezüge.

Gerade ausgelesen, gleich noch einmal als Hörbuch hinterher, so sitzen die Details besser für den folgenden Band...

Gerade ausgelesen, gleich noch einmal als Hörbuch hinterher, so sitzen die Details besser für den folgenden Band…

Wie es meine Gewohnheit ist, habe ich das Buch ausgelesen und mir gleich das Hörbuch besorgt, um es dann beim Laufen oder der Hausarbeit – oder einfach so in den Sommerferien – anzuhören. Viele Passagen, die ich vorher im Bus oder kurz vor dem Einschlafen gelesen habe, wo die Aufmerksamkeit selten voll und ganz auf den Text gerichtet ist, erhalten dann in der gestrafften Hörbuch-Darstellung etwas mehr Vitalität. Noch dazu können viele Verweise auf spätere Ereignisse nun erst in voller Gänze erfasst werden, da der Schluss ja bekannt ist.

Wer die Reihe kennt, kann sicher erkennen, dass die Gesamthandlung sich immer noch in den Anfängen befindet:

  • Im ersten Band („Schwarz“) wurde die Figur des Roland eingeführt und das grobe Ziel seiner Suche ausgegeben.
  • Im zweiten Band („Drei“ – ja, ein seltsamer Titel für den zweiten Band) wurden Rolands Mitstreiter ins Boot geholt.
  • Im dritten Band („tot.“) komplettierte sich das Quartett und die Reise beginnt so richtig.

Weiter bin ich noch nicht. Doch auch wenn mir hin und wieder Stephen Kings weitschweifige Art auf den Geist geht, so schätze ich doch die ausgefeilte und intensive Charakterisierung aller wichtigen Handlungsträger. Das ist in dem Ausmaß in einem normalen Roman gar nicht möglich. Jeden Tag kann ich das nicht brauchen, gelegentlich ist das aber die einzig richtige Art.

Hach! Ich freu mich schon auf den vierten Band!

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Harry Potter – Band 3

Frisch gelesen

Frisch ausgelesen: Harry Potter und der Gefangene von Askaban

In den letzten Wochen habe ich mir die ersten drei Bände der neuen Luxus-Ausgabe der Harry Potter-Romane durchgelesen. Während der erste Band ja noch eine echte Kindergeschichte ist und der zweite die eine oder andere (gut zu verschmerzende) Länge aufweist, hat mich der dritte Band bislang am stärksten gefesselt.

Die Geschichte ist gut, nein hervorragend, durchdacht (absolut nicht mehr nur ein Kinderbuch), die wichtigen Charaktere haben mittlerweile genug Eigenleben entwickelt, um an zusätzlicher Tiefe zu gewinnen (abgesehen von Draco Malfoy, der ist und bleibt ein blasser Haufen Mist am Rande), vor allem an Widersprüchlichkeiten, denn das macht gereifte Charaktere ja nun einmal aus.

Ich finde, man merkt dem dritten Band eine Art „Erwachsenwerden“ der Autorin an. Körperlich und legal erwachsen war sie schon beim ersten Band, aber hier emanzipiert sie sich von den vorher noch stark spürbaren Vorstellungen, wie ein solches Buch zu sein hat. Stattdessen entwickelt sie einfach einen faszinierenden Plot, füttert ihn mit lebendigen Charakteren und findet ganz nebenbei zu Ihrer ganz eigenen Bildsprache. Wundervoll!

Eine Passage, eigentlich ist es nur ein Satz, ist mir besonders im Gedächtnis hängen geblieben (vielleicht auch nur, weil ich sie gerade einmal vor drei Stunden gelesen habe): „Glaubst du, die Toten, die wir liebten, verlassen uns je ganz?“ Aus ganz persönlichen Gründen gefällt mir der Satz.

Nun wende ich mich genussvoll dem vierten Band zu, die Vorfreude ist enorm, geladen habe ich ihn schon, die iBooks-App wartet (un)geduldig darauf, dass ich endlich die Bloggerschuhe aus und die bequemen Hausschuhe anziehe.

 

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