Archiv der Kategorie: Design

Variatio delectat

Ja, der gute alte Cicero war schon ein Fuchs, denn er hat völlig zu Recht erkannt, dass der menschliche Geist (und auch sein Geschmack) nach Abwechslung sehnt. In einem Anfall völligen Luxus-Denkens habe ich mir vor ein paar Tagen bei Amazon einen ganzen Stapel neuer Armbänder für meine Apple Watch bestellt. Das Design des Armbands für die Nike+ Edition ist mir so sympathisch geworden, dass ich mich nach einer größeren Farbpalette sehnte, um ein wenig mehr Abwechslung in mein Erscheinungsbild zu bringen.

Die originalen Nike+ Edition-Armbänder von Apple kosten jeweils 59 €, was mir für einen in diesem Fall ja wirklich überhaupt nicht nötigen Artikel schlicht und einfach zu viel Geld ist. Bei Amazon wurde ich fündig und habe für den Preis eines originalen Armbands vier Imitate erstanden, die heute ankamen.

Frisch eingetroffen, die neuen Armbänder für meine Apple Watch.

Frisch eingetroffen, die neuen Armbänder für meine Apple Watch.

Selbstverständlich ist der Qualitätsunterschied beim Wechseln der Armbänder deutlich spürbar, denn das mit der Apple Watch beim Kauf gelieferte (im Bild ganz links: grau-weiß) ist von einem gleichzeitig weicheren (also sich angenehmer anfühlenden) als auch stärkeren (im Sinne von „robusteren“) Material. Auch beim Anlegen merkt man, dass der Dorn leichter in die Aussparung flutscht (und doch stabil darin verbleibt – herausgerutscht ist er seit Ende Oktober nicht ein einziges Mal). Doch sobald die Apple Watch dann einmal am Handgelenk sitzt, ist das völlig irrelevant, denn so genau fühlt man das an dieser Stelle nicht. Und wenn überhaupt, dann nur in den ersten Minuten, bis man sich daran gewöhnt hat, danach würde man es nur spüren, wenn es eine Irritation auslöst.

Da nun die Zeit des Jahres kommt, in der die Ärmel kürzer werden, freue ich mich schon darauf, das jeweils zum T-Shirt oder zur sonstigen Kleidung passende Armband anzulegen. So, jetzt habe ich einmal mehr dem absoluten Luxus gefrönt – und werde mich in den Ferien mit allen Armbändern anfreunden, um dann immer sofort zum situativ richtigen greifen zu können.

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Milanaise Armband (Fake) für die Apple Watch

Schon bei der allerersten Präsentation der Apple Watch fiel mir das ungeheuer schicke Armband namens Milanaise Loop auf: ein echter Hingucker. Wie es bei Apple üblich ist, hat schickes Design seinen Preis. Im Falle dieses Armbands sind es fast 160 €. Zu viel. Leisten könnte ich es mir schon, aber für einen reinen Luxus-Artikel (ein Armband war bei meiner Apple Watch ja schon dabei) unnötig viel Geld.

Das originale Milanaise Armband von Apple – schick, elegant und teuer. Zu teuer für meinen Geschmack. Aber halt doch verlockend schick...

Das originale Milanaise Armband von Apple – schick, elegant und teuer. Zu teuer für meinen Geschmack. Aber halt doch verlockend schick…

Seit Ende Oktober genieße ich meine Apple Watch, von der ich mich auch nicht mehr trennen werde. Doch in der Nike + Edition wird halt ein für sportliche Zwecke nach wie vor unschlagbares Kunststoff-Armband geliefert. Durch dessen Löcher schwitzt man nicht ganz so heftig (bzw. der Schweiß kann leichter abfließen bzw. verdampfen), alles super – zum Rennen werde ich das auch weiterhin tragen. Aber es ist halt nicht so ein Hingucker wie das Milanaise Armband…

In meinem Bekanntenkreis gibt es eine sportliche Dame des medizinischen Gewerbes, die ebenfalls eine Apple Watch besitzt. Wir liefern uns immer wieder nett gemeinte Rivalitäten hinsichtlich der Erfüllung der „drei Ringe“ (Aktivität, Training, Stehen). Sie hat mir einmal ein ganz anderes Armband gezeigt und nebenbei erwähnt, dass sie dieses „ganz billig bei Amazon“ erstanden habe. Und schon war die Idee geboren…

Nicht das Original, dennoch sehr schick – und 140 € billiger...

Nicht das Original, dennoch sehr schick – und 140 € billiger…

…fünf Minuten später war das (Fake) Milanaise Armband für 19,95 € bestellt. Heute kam es an, wurde natürlich sofort ein- und angelegt – und sieht einfach nur rattenscharf aus. Überzeugt euch selbst:

Hier noch kaum zu erkennen (Perspektive ist alles)...

Hier noch kaum zu erkennen (Perspektive ist alles)…

Hier in der prachtvollen Seitenansicht (wer Lust hat: Zoomt mal in das Bild hinein und seht euch das Stahlgewebe genauer an – traumhaft!)

Hier in der prachtvollen Seitenansicht (wer Lust hat: Zoomt mal in das Bild hinein und seht euch das Stahlgewebe genauer an – traumhaft!)

Mit dem neckischen magnetischen Verschluss, der sich absolut stufenlos an jedes Handgelenk anpasst – super!

Mit dem neckischen magnetischen Verschluss, der sich absolut stufenlos an jedes Handgelenk anpasst – super!

Klar, bei einem derart billigen Material darf ich nicht erwarten, dass es mit dem Original konkurrieren kann. Doch eine optische Verbesserung im Vergleich zum Sportarmband stellt es für mich eindeutig dar. Noch dazu kann ich die Weite ganz flexibel meinen jeweiligen Bedürfnissen anpassen. Hach!

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Gesehen: „James Bond 007: Skyfall“

James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!

James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!

Zeitverzögert

Bei manchen Filmen bin ich immer ein wenig später dran als die Allgemeinheit, zum Glück stört es mich nicht im Geringsten, erst nach Ablauf einer ganzen Weile einen Film zu sehen, den ich als Jugendlicher gefühlt sicher sofort hätte sehen müssen. Bei den Bond-Filmen bin ich nun immer noch einen hinten dran, doch ich habe Zeit und Geduld…

Die „Craig-Bonds“

Insgesamt muss man den Bond-Filmen mit Daniel Craig attestieren, dass sie den Action-Aspekt deutlicher als alle Vorgänger in den Vordergrund stellen, wofür — leider — der feine Humor, der beispielsweise die Bond-Filme mit Roger Moore zu meinen Favoriten machte, etwas (streckenweise sogar weit) zurückgedrängt wurde. So sehr ich die rasante Action schätze, für mich sind die Craig-Bonds dahingehend unübertroffen, so sehr vermisse ich dieses fein ausgewogene Pendel zwischen Ironie/Humor und Action. Das ist sicher eine Frage des Zeitgeschmacks, anscheinend bin ich da irgendwie in den 80er-Jahren stehen geblieben…

An der dritten Bond-Komponente, dem zu entziffernden Rätsel, hat sich nichts geändert. Im Gegensatz zu den früheren Bond-Filmen, in denen oft schon sehr früh klargestellt wird, was der Titel zu bedeuten hat (z.B. bei „Goldeneye“), muss man sich bei „Skyfall“ bis etwa 20 Minuten vor Ende des Films gedulden. Das hat mir gefallen.

Gleichzeitig wirkt James Bond in der Darstellung von Daniel Craig immer deutlich fragiler als die früheren, vor Selbstsicherheit und Arroganz nur so strotzenden Versionen (vor allem bei Sean Connery und Roger Moore). Mehr als je zuvor wird trotz der Härte der Action der zerbrechliche menschliche Aspekt des Agenten beleuchtet, wodurch die Action einen emotionalen Widerpart findet (womöglich blieb dabei der Humor auf der Strecke), der die Filme geschickt ausbalanciert. Ohne diese psychologische Komponente wären die Craig-Bonds ziemlich tumbe Action-Filme ohne Tiefe.

Gleichzeitig ist es aus Sicht der gesamten Serie absolut verständlich, wenn nicht gar sinnvoll, den Charakter so anzulegen, denn die Craig-Bonds stellen ja eine Art Vorgeschichte (neudeutsch auch „Prequel“ genannt) zu den früheren Filmen dar. Die spätere Selbstsicherheit bzw. Arroganz des Doppelnull-Agenten ist dann wie das Resultat der inneren Kapitulation vor der Gewalt, die nun einmal sein gesamtes Leben beherrscht, zu deuten. Zumindest erscheint es mir so ganz schlüssig.

Skyfall

Insgesamt ist „Skyfall“ meiner Meinung nach ein sehr gelungener, zügig und energiereich inszenierter Action-Knaller mit einer wehmütigen und gleichzeitig nostalgisch verklärten Schlusswendung (Stichwort: „Moneypenny“).

Grundsätzlich dreht sich die Geschichte darum, einem ehemaligen MI6-Agenten namens Raoul Silva, der entdeckt hat, dass die andere Seite des Gesetzes für ihn viel spannender und schöner ist, dingfest zu machen bzw. in seiner Zerstörungswut zu stoppen, denn der hat es in äußerst mörderischer Absicht auf „M“, Bonds Chefin, abgesehen. Und dieses Ziel verfolgt er ohne Rücksicht auf Verluste. Zusätzlich gewürzt wird die Handlung durch einen anfänglichen Ausstieg Bonds aus dem Geheimdienst, weil er sich nach einer vermeintlich tödlichen Verletzung längere Zeit nicht zum Dienst zurückmeldet.

Positiv aufgefallen sind mir vor allem die folgenden Aspekte:

  • Endlich geht ein Bond-Film intensiver auf die Familiengeschichte der Bonds ein! Hier und da gab es ja immer ein paar Anspielungen, doch nie so detailliert wie in „Skyfall“. So wird geschickt der Charakter des Geheimagenten vertieft, ohne vom hauptsächlichen Handlungsstrang abzulenken. Bedenkt man, dass es sich um den 23. Film einer seit mehr als 50 Jahren fortgesetzten Filmreihe handelt, ist das durchaus eine willkommene Abwechslung.
  • Die in diesem Zuge (Charaktervertiefung) verwendeten Landschaftsaufnahmen aus den schottischen Highlands sind schlicht umwerfend!
  • Der Titelsong von Adele ist gleichzeitig modern und doch hörbar an den typisch opulenten Stil der frühen Bond-Songs angelehnt. Geschickt wurde die charakteristische Bond-Harmoniefolge (mit der kreisenden chromatischen Melodielinie) in die Begleitung der Strophe eingebaut – sehr schön!
  • Die Verneigung vor den früheren Filmen, z.B. in Form des Aston Martins, der während der Flucht vor dem Bösewicht aus einer versteckten Garage geholt wird, stellt eine weitere Verbindung zur Bond-Tradition dar. Es ist für mich auch gleich die lustigste Stelle im Film, als James Bond seiner Chefin scherzhaft damit droht, sie mittels Schleudersitz aus seinem Aston Martin zu befördern — ich glaube, zuletzt kam der in „Goldfinger“ zum Einsatz… Herrlich!

Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur eines: Der neue „Q“ kommt als jugendlicher Nerd in meinen Augen total unglaubwürdig rüber. Gerade in einem so traditionsversessenen Land wie England müssten schon wahre Wunder geschehen, bis so ein „Jungspund“ zu einer derartigen Position im MI6 aufsteigen könnte. Da seine Rolle in „Skyfall“ insgesamt sehr klein ausfällt, macht das nicht viel aus. Dennoch wird dieser Charakter sicher ein Element in den kommenden Bonds werden, das mir ein wenig Magengrimmen verursachen könnte.

Fazit

Alles in allem ein wirklich sehenswerter Bond-Film, der sich gleichzeitig gut in die Traditionen einfügt, dabei aber auch neue Elemente geschickt ins Spiel bringt. Ein bisschen Spannung hat mich ja schon gepackt, wie denn die Reihe insgesamt (ab dem 25. oder 26. Film) fortgesetzt werden soll. Speziell als britischem Agenten gehen Bond langsam aber sicher die Konfliktherde aus (na ja, vielleicht könnte die EU ja angesichts des Brexit zum neuen „Schurkenreich“ aufsteigen). Und irgendwann nutzt sich die „Terroristen oder ehemalige Kollegen“-Schiene auch ein wenig ab. Wie gesagt: spannend.

Mal sehen, wann ich mir „Spectre“ ansehen kann. Meinetwegen darf da noch ein gutes Jahr ins Land ziehen. Eventuell greife ich ihn auch erst später – wie schon „Skyfall“ – für 4€ bei einer iTunes-Aktion ab…

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Testbericht der „Runtastic Squats Pro“-App

In meinem gestrigen Blog-Eintrag berichtete ich von meinem Aufwärmprogramm vor dem Laufen, mit dem ich aktuell versuche, die schmerzende, aber hoffentlich wohlgeformte Hinterbacke in eine lediglich wohlgeformte Hinterbacke zu verwandeln. Ein Foto bleibe ich aus ästhetischen Gründen schuldig.

In den Kommentaren kam dann alsbald etwas Verwirrung ob der genannten Zahl der Kniebeugen – neudeutsch: „Squats“ – auf, denn natürlich mache ich keine 80+ Kniebeugen am Stück. (Zumindest noch nicht.)

Daher beschloss ich, heute mal ein paar Screenshots während der Kniebeugen zu machen, denn ich lasse mich dabei ganz gerne von einer App anleiten, das motiviert und strukturiert. Nach ein wenig Stöberei im App-Store hatte ich vor ein paar Wochen die App Runtastic Squats Pro gefunden, die für knapp unter 2 Euro zu haben war.

Das Icon der Runtastic Squats Pro-App

Das Icon der Runtastic Squats Pro-App

Voreinstellung:

Dieser Punkt liegt bei mir schon ein wenig zurück, doch am Anfang nötigt die App dem Nutzer die Wahl des gewünschten Leistungsniveaus ab. Drei Stufen mit unterschiedlicher Zielsetzung (50, 100 oder 150 Kniebeugen) werden angeboten. Das erste Programm war sehr einfach, da konnte ich die ersten paar Tage in einem Rutsch am Stück erledigen. Aktuell befinde ich mich im zweiten Niveau.

Trainingsverlauf:

Vor dem Beginn eines Trainings sieht man, was an dem Tag als Gesamtpensum ansteht. Die App geht davon aus, dass man alle zwei Tage trainiert, daher sieht man im Screenshot das Datum von morgen:

Die Übersicht über das anstehende Training

Die Übersicht über das anstehende Training

Wenn man ein Training startet, zählt die App – ein wenig unsinnig, aber unterhaltsam – einen Coutdown von fünf Sekunden ab, dann verkündet eine leicht roberterhaft anmutende Frauenstimme, wie viele Kniebeugen im ersten Set zu erledigen seien, bei mir waren dies heute 36.

Man hält nun das iPhone mit ausgestreckten Armen vor sich, die integrierten Sensoren bemerken die Ab- und Aufbewegung und verkünden auf dem tiefsten Punkt durch ein Piepsen, dass die Kniebeuge erkannt und gezählt wurde. Hier ein Erfahrungswert: Erst die Dame zu Ende sprechen lassen, dann starten. Während die Frau noch erzählt, was man zu leisten hat, wird nämlich nichts gezählt. Das ist zwar nicht schlimm, kann aber ärgerlich sein, vor allem am Rand der Leistungsgrenze.

Während des Sets erhält man in regelmäßigen Abständen eine Rückmeldung, wie viele weitere noch zu erledigen seien („Noch 20 Kniebeugen, noch 10 Kniebeugen…“), außerdem erhält man – falls aufgetreten – eine entsprechende Rückmeldung, wenn man einen neuen Rekord (also z.B. die höchste Anzahl von Kniebeugen in einem Set) erreicht hat. Bei mir waren es gestern die 32 am Stück, heute die 36.

Hier sieht man die übersichtlich gestaltete Rückmeldung über die noch zu erledigenden Kniebeugen in einem Set.

Hier sieht man die übersichtlich gestaltete Rückmeldung über die noch zu erledigenden Kniebeugen in einem Set.

Nach jedem Set benötigt die Muskulatur eine kleine Pause, also wird diese von der App vorgegeben, allerdings mit der Möglichkeit, sie schon vor Ablauf der Frist zu beenden.

Pausen für die Muskulatur sind wichtig, wenn man es aber eilig hat, kann man sie mit einer kleinen Berührung des Bildschirms abbrechen.

Pausen für die Muskulatur sind wichtig, wenn man es aber eilig hat, kann man sie mit einer kleinen Berührung des Bildschirms abbrechen.

Im letzten Set gibt es ein schönes Gimmick: Während die letzten zehn Kniebeugen laufen, simuliert die App einen Bruch der Smartphone-Scheibe, als würde man gleich alle vorherigen Rekorde durchbrechen. Der virtuelle Bruch erweitert sich mit jeder neuen Kniebeuge:

Das Durchbrechen der bisherigen Rekorde sprengt förmlich den Smartphone-Bildschirm...

Das Durchbrechen der bisherigen Rekorde sprengt förmlich den Smartphone-Bildschirm…

Nach Abschluss des letzten Sets erhält man natürlich eine übersichtliche Zusammenfassung des heute geleisteten Trainings, bei der der erreichte Maximalwerte besonders hervorgehoben wird:

Eine übersichtliche Zusammenfassung des Trainings

Eine übersichtliche Zusammenfassung des Trainings

Und dann gibt es den obligatorischen Ausblick auf das kommende Training, laut Trainingsplan erst übermorgen:

Die Aussicht auf das kommende Training

Die Aussicht auf das kommende Training

Fazit:

Mir gefällt die App sehr gut, ganz abgesehen von der ansprechenden Darstellung und der glasklaren Benutzerführung sind auch die kleinen Gimmicks und die übersichtlichen Darstellungen des bereits Geleisteten und der zukünftigen Forderungen sehr gelungen. Für unter zwei Euro bekommt man neben den notwendigen auch viele zusätzliche nützliche Funktionen. Darüber hinaus werden durch die drei Niveaustufen sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene gleichermaßen angesprochen. Sehr schön!

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San Francisco: Coit Tower

Viel zu lange habe ich nichts mehr über meine Geburtsstadt San Francisco geschrieben. Einige Absätze des heutigen Artikels liegen schon seit Monaten in meinem Entwürfe-Ordner herum, doch es kostet Zeit, sich dieses Themas mit dem gebotenen Ernst und der notwendigen Muse zu widmen. Daher wollte ich keinen Schnellschuss aus der Hüfte loslassen, nur um den Artikel fertig zu bekommen.

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Der Coit Tower aus der Luft (Quelle: Apple Maps)

Mit dem Coit Tower treffen wir heute ein weiteres Highlight San Franciscos, das mir diese Stadt so sehr ans Herz hat wachsen lassen. Im Coit Tower vereinigen sich gleich mehrere kulturell interessante Aspekte, die natürlich auch touristisch ausgeschlachtet werden, doch in diesem Fall ist es gut so, denn sonst hätte am Ende kaum jemand Zugang zu dieser Attraktion.

An manchen Tagen kann es da ziemlich bedrängt zugehen, wir hatten damals (2003) riesiges Glück, denn trotz sonnigen Wetters und milder sommerlicher Temperaturen waren höchsten eine Handvoll Leute zeitgleich mit uns anwesend, was einige ungestörte Fotos ermöglichte.

Geschichte:

Erbaut wurde der Coit Tower im Jahr 1933, verantwortlich für den Bau waren Arthur Brown Jr. und Henry Howard. Der Name des Turms geht auf eine ganz interessante Geschichte zurück:

Lillie Hitchcock Coit, ein Kind aus sehr wohlhabenden Verhältnissen, half den Feuerwehrmännern bei einem Brand in der Nähe des Telegraph Hill, woraufhin sie zu einem Maskottchen der Freiwilligen Feuerwehr San Franciscos wurde. 1929 starb sie und hinterließ der Stadt 100.000 (andere Quellen sprechen von 125.000) Dollar für die Verschönerung der Stadt. Die Summe klingt vermutlich nach heutigen Verhältnissen nicht besonders opulent, zumindest wenn man bedenkt, was allein die Großbaustelle des BER täglich an Geld verschlingt, für damalige Verhältnisse war es aber ein „riesiger Batzen“.

Auf jeden Fall wurde der 64 Meter hohe Aussichtsturm errichtet, der bis heute fantastische Ausblicke auf einen Großteil der Stadt und der Bucht ermöglicht. Davon konnten wir uns persönlich überzeugen. Und davon gibt’s natürlich gleich einiges zu sehen…

Wer nun ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, findet weitere Informationen zum Coit Tower hier und hier.

Architektur:

Der Coit Tower soll zwar offiziell nicht so aussehen wie eine aus dem Boden ragende Feuerwehrspritze, zumindest beabsichtigten die Architekten dies nicht. Wenn man ihn sich allerdings ansieht, fällt eine gewisse Ähnlichkeit dennoch ins Auge.

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier schon die stilisierte Spritze eines Feuerwehrschlauchs erkennen...

Der Coit Tower – ein bisschen kann man hier (zumindest meiner Meinung nach) schon die stilisierte Spitze einer Feuerwehrspritze erkennen.

Zumindest geht es mir so. Aber wer es anders sieht, darf mir gerne einen Kommentar schreiben. Gerade visuelle Analogien sind ja ein Gebiet, in dem sich schier unendliche Diskussionen führen lassen.

Aussicht:

Die Aussicht von der Spitze des Coit Tower ist schlicht sensationell. Aus den fast schon unzähligen Bildern habe ich nur eine sehr kleine Auswahl zusammengestellt, die als kleiner Appetizer angesehen werden können, doch einmal einen Trip nach San Francisco zu unternehmen.

Hier ein Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Ausblick auf die Lombard Street, außerdem sieht man am hinteren rechten Eck noch die Auffahrt auf die Golden Gate Bridge.

Hier der wundervolle Ausblick direkt auf die Golden Gate Bridge.

Die vermutlich bekannteste Attraktion der City by the Bay: Die Golden Gate Bridge.

Hier der Blick in Richtung der Innenstadt, zentral ist die Needle zu sehen.

Blick in Richtung der Innenstadt, im Zentrum ist die sog. Needle zu sehen.

Und zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003...

Zuletzt noch ein Blick in den himmlischen Sommerhimmel im August 2003.

Kunst im Innern:

Beim ersten Besuch wird man fast überwältigt von den atemberaubend schön bemalten Innenwänden im Erdgeschoss. Die Wandmaler ließen sich von Diego Riveras sozialkritischer Malerei inspirieren und bauten zahlreiche „linke“ Elemente in die Wandgemälde ein.

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Die Wandgemälde zeigen überwiegend die hart arbeitende Bevölkerung der USA (und diese in einem nicht geringen Ausmaß mit deutlich erkennbarem Migrationshintergrund).

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess

Mensch und Maschine in einem nicht enden wollenden Arbeitsprozess…

Fleiß und körperlicher Einsatz als durchgehende Motive

Fleiß und harter körperlicher Einsatz sind die durchgehenden Motive.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Sogar die echten Fenster wurden perfekt in die Wandgemälde integriert.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower ganz unerwartet zum Leuchten bringt.

Und manchmal schlüpft eine wunderhübsche Frau ins Bild, die durch ihre Schönheit den Coit Tower noch mehr zum Leuchten bringt…

Fazit:

Der Coit Tower gehört zu den von außen eher unscheinbaren, in seiner Gesamtwirkung aber immens bedeutsamen Attraktionen San Franciscos. Wenn ich mal wieder in der Stadt sein sollte, muss ich die drei Dollar für den Aufzug auf jeden Fall investieren – der Ausblick ist es wert!

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Neue Laufschuhe

Meine neuen Laufschuhe

Meine neuen Laufschuhe

Da ich seit Oktober schon mindestens 1.400 Kilometer zurückgelegt und davor anderthalb Jahre mit eben diesem Paar Schuhe mein morgendliches Seilspringen absolviert habe, war es nun dringend Zeit für ein neues Paar. Im letzten Sommer habe ich mir für die Läufe draußen ein Paar 42K-Schuhe von Kalenji (das ist die Decathlon-Eigenmarke) für knapp unter 90 € besorgt, hier habe ich darüber gebloggt.. Und bis heute kann ich nicht klagen, auch wenn meine Läufe draußen im Winter wirklich nicht extrem häufig sind. Aber im Sommer hatte ich auch schon ein paar hundert Kilometer absolviert – und sie haben den Solera-Test bestanden… 😉

Heute kam mir dann nun das Nachfolger-Modell in die Finger, laut Aufdruck heißt das Modell Kalenji Kiprun LD. Beim gleichen Preis (89,90 €) gibt es die gewohnt solide Verarbeitung sowie die gleiche Dämpfung. Ob der Schuh sich auch auf dem Laufband bewähren kann, zeigen die kommenden Wochen. Das Schöne bei Decathlon ist ja in dieser Hinsicht, dass ich die Schuhe auch nach vier Wochen noch zurückgeben und umtauschen könnte.

Schicke neue Farbe

Die neue Farbe ist richtig schick...

Ganz nebenher muss ich auch noch sagen, dass mir die aktuelle Farbe besser gefällt als die vom letzten Jahr.

 

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Untreu

Ich habe in diesem Blog ja schon beinahe unzählige Male von meinem Nike+ FuelBand 2 geschwärmt. Und tatsächlich ist es ein hervorragendes Gerät, eigentlich für mich der Inbegriff des gelungenen Fitness-Trackers.

Vorher hatte ich ein Jawbone Up, doch das Gerät war meiner Meinung nach nicht wirklich gut durchdacht, denn es gab mir am Handgelenk nur bekannt, ob man das gesetzte Tagesziel erreicht hatte oder nicht. Alles weitere musste immer über die App laufen. Und so ein unerhörter Luxus wie eine simple Uhrfunktion war gleich gar nicht möglich. Also: Nichts für mich!

Und heute – ich muss es gestehen – bin ich dem FuelBand untreu geworden. Über Twitter sah ich die Ankündigung für ein neues Fitness Tracking-Band von Misfit namens Ray. Aus Interesse sah ich mir die Website von Misfit an, doch an Ray hatte und bekam ich kein Interesse, auch wenn es sehr stylisch anzusehen ist. Vielmehr zog der kleine Bruder, Shine 2, meine Aufmerksamkeit auf sich. Schon vor über zwei Jahren wurde das erste Modell („Shine“) im Werbespot für Apples iPhone 5S beworben.

Noch kann ich nichts darüber erzählen, denn ich habe das Teil erst vorhin bestellt, vor Samstag wird es durch den heutigen Feiertag also unmöglich hier sein. Was mir jedoch gefällt: Mit diesem Teil kann ich sogar schwimmen. Mit dem FuelBand konnte ich duschen und abspülen, alles kein Problem, aber gerade das Schwimmen wurde ausdrücklich untersagt.

Seit 639 Tagen habe ich ohne Unterbrechung jeden Tag mein im FuelBand eingestelltes Bewegungsziel erreicht, an vielen Tagen um 50%, an einigen sogar um 100-150% übertroffen. Morgen muss ich mich „unter's Messer“ legen (nur ein kleiner Eingriff, kein Drama), danach ist für ungefähr eine Woche Sport untersagt. Und nach dieser Zäsur beginnt die neue Zählung auch gleich im neuen System.

Zur Klarstellung: Ich wende mich nicht aus Enttäuschung von Nike ab, mir geht es nur darum, einen Fitness-Tracker zu besitzen, mit dem ich auch schwimmen kann. Das FuelBand musste ich im Schwimmbad immer im Schränkle lassen. Nun nicht mehr.

Tatsächlich wird das FuelBand mittlerweile gar nicht mehr hergestellt, da Nike angesichts der großen Konkurrenz durch andere Hersteller und die vielen Smartwatches, die fast alle auch ein Bewegungstracking (wenngleich höchst unterschiedlicher Qualität) anbieten, aus diesem Markt ausgestiegen ist. Insofern ziehe ich den Abschied vom FuelBand nur etwas weiter vor.

Für einen Erfahrungsbericht ist es hier noch viel zu früh, das Shine 2 ist gerade erst (vor fünf Minuten kam die Email) versandt worden. Sobald ich die ersten Testergebnisse habe – also in zwei oder drei Wochen –, kann ich dann hier auch meinen Senf dazu abgeben.

 

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Noch zwei Jahre…

Liebe Programmierer, Techniker, Entwickler und Designer bei Apple!

Ich gebe euch noch zwei Jahre.

Beginnend mit dem heutigen Tag, dem 1. Januar 2016, werde ich zwei Jahre mehr oder weniger geduldig abwarten, ob sich die in den letzten Jahren vermehrt aufgetretenen und dann Stück für Stück gravierender gewordenen Probleme vor allem in der hauseigenen Software irgendwann einmal haben lösen lassen – oder eben nicht. In letzterem Fall werde ich euch gnadenlos den Rücken kehren. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen/schreiben würde, aber es ist mir mittlerweile wirklich egal.

2005 habe ich mir meinen ersten Mac gekauft, einen G4 Mac Mini. Knuffig und toll, ein traumhaftes Gerät. Die Einstiegsdroge. Dann kam nach ungefähr anderthalb Jahren mein erster iMac. Ein super Teil! Auch die Software: Mac OS X 10.4 Tiger und 10.5 Leopard – ich liebte sie beide. 10.6 Snow Leopard übrigens auch, das nichts anderes machte, als ein paar kleinere Fehler zu beseitigen und ein paar Kleinigkeiten neu einzuführen. Von vielen in der Technik-Welt belächelt, von den Benutzern aber sehr genossen, da einfach nur die kleinen Unpässlichkeiten beseitigt wurden, eigentlich genau das, was man sich als Kunde/Benutzer immer wünschte.

Tatsächlich bin ich mir sehr sicher, dass es vielen Leuten ganz ähnlich wie mir geht: Ich verlange nicht ständig nach neuen Funktionen, ich möchte aber, dass die alltäglichen Handgriffe immer leichter und schneller, vor allem aber stabil(er) vonstatten gehen. Sodass ich mir keine Sorgen darüber machen muss, ob die gestern auf dem iPad erstellte Textdatei morgen auch auf meinem iPhone oder iMac verfügbar sein wird.

Hardware: Hui! Software/Web Services: Pfui!

Und irgendwann kamen dann so Geschichten wie Mobile Me und iCloud. Und ab da ging es eigentlich permanent bergab. Die Hardware eigentlich immer sensationell gut, die Webservices (also vor allem die Cloud) grauselig schlecht. Obwohl iCloud nach wie vor nicht ganz zuverlässig funktioniert, werden immer weitere Teile des Betriebssystems, nein: beider Betriebssysteme (iOS ist ja noch viel stärker davon betroffen) so fest mit der iCloud verwoben, dass sie ohne noch weniger funktionieren. Das wäre ja fein, wenn die iCloud anstandslos funktionierte, doch das tut sie nun einmal nicht. Vor ein paar Monaten hatte ich dazu schon einen ausführlichen Artikel geschrieben. Wesentlich besser geworden ist an keinem der Punkte bis heute etwas.

Wie oft standen meine Frau oder ich morgens schon in der Schule, öffneten das iPad und der gestern noch getippte Unterrichtsentwurf, der sich nach offiziellen Angaben „im Hintergrund“ über iCloud auf alle Geräte synchronisieren sollte, war einfach nicht da… Ärgerlich! Vor allem, wenn es nicht nur einmal passiert. Und ich will gar nicht mit dem Zählen der Tage anfangen, an denen genau das passierte.

Ist Design wirklich wichtiger als Funktionalität?

Dann so Geschichten wie die immer dünner werdenden Geräte, vor allem bei den iPhones. Ist ja schön, dass die Designer das toll finden. Aber nicht jeder Kunde ist begeistert, wenn sein Handy so dünn ist, dass man sich beim Joggen nicht mehr darauf verlassen kann, dass der Akku vom iPhone vor lauter Dünnheit nicht auf halber Strecke aufgibt, weil es ihm zu kalt wird. Ist mir vor ein paar Tagen erst passiert, meiner Frau noch wesentlich häufiger.

Der Countdown läuft…

Ich werde die Liste an dieser Stelle nicht weiter fortsetzen, denn jeder Apple-Nutzer wird seine eigene kleine Horror-Liste haben. Aber ich schreibe mir in den kommenden Wochen in einer privaten Liste alles auf, was mich immer wieder nervt, mir Steine in den Weg legt, statt sie zu beseitigen. Und dann, nach zwei Jahren, öffne ich diese Liste wieder, hake mich von oben nach unten durch. Sollten die substantiellen Kritikpunkte dann immer noch nicht behoben sein, habt ihr mindestens einen Kunden weniger. Und das ist unabhängig davon, wieviel Geld ich bereits in eure Produkte investiert habe.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich hasse Android, freiwillig möchte ich es eigentlich nicht benutzen. Es ist ein völlig uneinheitliches und zutiefst unsicheres System, das bekannt dafür ist, Kundendaten an allen Ecken und Enden preiszugeben (99 % aller mobilen Malware existiert ausschließlich für Android und wird da auch heftigst eingesetzt). Doch der Premium-Preis der Apple-Produkte ist ab einem gewissen Unzufriedenheitsfaktor schlicht und einfach nicht mehr hinzunehmen. Und gerade an dieser Front sticht euch jedes einzelne Android-Gerät aus. Gnadenlos.

Also, macht was draus, die Zeit läuft…

 

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Star Trek und DVD-Menüs

Gestern haben wir uns nicht zum ersten Mal den Pilotfilm „Der Abgesandte“ der Star Trek-Serie „Deep Space Nine“ von der DVD angesehen.

Exkurs: Star Trek: „Deep Space Nine“

In diesem Zuge muss ich gleich einmal darauf hinweisen, dass im Gegensatz zum schlichtweg furchtbaren Piloten von „The Next Generation“ oder dem etwas öden Einstieg in „Voyager“ hier ein inhaltliches Meisterwerk vorliegt:

  • Der wichtigste Charakter, Benjamin Sisko, ist in sich höchst widersprüchlich angelegt. Im Gegensatz zu Jean-Luc Picard von der Enterprise, der von Anfang an wohlüberlegt und gesetzt agiert (und dadurch bereits im Pilotfilm zu sprechlastig rüberkommt), bietet diese charakterliche Disposition Siskos Unmengen an nicht vorhersehbaren Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Die ganze Serie spielt auf einer Raumstation (eben „Deep Space Nine“), die zu einem Planeten gehört, der gerade erst die Fesseln einer 50-60 Jahre dauernden Knechtschaft abgeworfen hat. Die dadurch bedingt noch stark im Fluss befindlichen Machtverhältnisse ziehen natürlich auch viele schillernde, wenn nicht gar zwielichtige, Charaktere an, die immer wieder interessante Optionen für neue Episoden bieten. Da aber die Station immer am gleichen Ort bleibt, erhält die Serie mehr Konstanz als alle anderen Star Trek-Serien, bei denen ja immer ein Raumschiff von einem Punkt der Galaxie zum anderen weiterfliegt (die alte „Kirk“-Masche halt: In jedem Hafen eine andere…).
  • Das Wurmloch in der direkten Nachbarschaft der Raumstation öffnet den Weg in eine gänzlich unerforschte Region des Weltraums (den „Gamma-Quadranten“) – wiederum ergeben sich hier schier unglaubliche Möglichkeiten, neue und spannende Elemente ins Spiel zu bringen. Doch auch hier gaben die Macher der Serie – löblich! – nicht der Verlockung nach, permanent neue Rassen und Kulturen einzuführen. Mit dem „Dominion“ wird eine große Macht aus dem Gamma-Quadranten geschaffen, die bis zum Ende der siebten Staffel ein entscheidender Faktor der Handlung bleibt.
Star Trek: Deep Space Nine

Die wohl beste Science Fiction-Serie aller Zeiten: Star Trek: Deep Space Nine

Da ich die Serie schon einige Male komplett durchgeguckt habe, kann ich bestätigen, dass es sich um eine der gelungensten (wenn nicht gar die gelungenste) Science Fiction-Serien überhaupt handelt, zumindest aus meiner Sicht.

Zurück zum Thema

Und das bringt mich zurück zur Überschrift: DVD-Menüs. Welch eine Qual das gestern Abend war! Die besten DVDs sind für mich jene, die den Zuschauer direkt, also ohne lange animierte und vor allem nicht überspringbare Kinkerlitzchen, in ein Auswahlmenü katapultieren, von wo aus der Film mittels Druck auf eine einzige Taste der Fernbedienung gestartet werden kann. Vorbildlich ist in dieser Hinsicht z.B. „Evolution“, denn nach dem Einlegen der DVD ist man in weniger als 30 Sekunden im eigentlichen Film (und genau dafür hat man die DVD ja vorher eingelegt). Katastrophal ist dagegen der erste „Harry Potter“-Film, bei dem man noch eine ganze Minute lang eine zwar wunderschön animierte, ab dem zweiten, spätestens dritten Mal aber langweilige Einleitung gucken muss, bevor man endlich aus dem Menü auswählen darf…

Zurück zu „Deep Space Nine“: Auf dieser DVD wird erst einmal ein langer Vorspann gezeigt. Dann ist das Menü im Star Trek-Design animiert, die typischen Geräusche dürfen auch nicht fehlen. Für Hardcore-Fans, die sonst keinen Inhalt im Leben haben, sicher ein Genuss. Für Menschen wie mich, die einfach nur die Folgen sehen wollen, eine Qual.

Das wäre doch einmal die Marktlücke schlechthin: DVD- oder BluRay-Editionen, bei denen alle Extras und alle komplexen Kinkerlitzchen weggelassen wurden. Die dürften meinetwegen sogar genausoviel kosten (obwohl ja nachweislich weniger drauf ist). Aber nun einmal ganz ehrlich: Das ist doch der hauptsächliche Grund, warum ich mir die DVDs besorge: Ich will die Folgen oder den Film ohne lästige Werbeunterbrechung und insgesamt möglichst ungestört ansehen.

Jedes animierte Menü, jeder ellenlange Marketing-Film der Filmindustrie („Raubkopierer sind im Netz nicht anonym…“ und wie sie alle heißen), jeder Hinweis darauf, in welchem Soundsystem sich der Film vermeintlich am besten anhört (bei uns mit zwei ganz normalen Stereo-Boxen an der Anlage ohnehin völlig egal), und aller Schrott in dieser Hinsicht lässt mich den Kauf doch nur bereuen. Und diese Star Trek-Kollektionen hatten durchaus einen stolzen Preis.

Warum muss ich mir als Käufer bei jeder einzelnen DVD dieser Sammlung (und es sind bei sieben Staffeln mit jeweils mindestens sechs DVD wirklich viele Medien) wieder neu ansehen, dass „Raubkopierer im Internet nicht anonym sind“? Das ist doch absurd im Quadrat!

So genug gemotzt. Irgendwann kommt die Filmindustrie vielleicht ja mal auf den Gedanken, dass sie sich selbst damit keinen Gefallen getan hat, weil irgendwann alle Leute anfangen, sich die Folgen illegal im Netz anzusehen, nur um sich die Qual der Menüs und der sonstigen „wertvollen Hinweise“ zu ersparen. Geht es euch manchmal auch so?

 

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Biom Alpha

Vor ein paar Wochen veröffentlichte Christian Weis in seinem Blog einen Werkstattbericht für die neue Science Fiction-Serie „Biom Alpha“, die seit Oktober im Wurdack-Verlag erscheint. Der erste Band entstand noch ohne Mitwirkung von Christian Weis, aber er schaffte es, mir den Mund so wässrig zu machen, dass ich letzte Woche beim Wurdack-Verlag vorbeisurfte und mir die erste (von hoffentlich vielen) Episoden kaufte.

Sicheres Kaufen bei Wurdack

Um ein eBook zu kaufen, setzt der Wurdack-Verlag vernünftigerweise auf eine Benutzer-Anmeldung und — selbstverständlich — Vorkasse. In meinem Fall waren es 2,99 €, für die ich mir eine Rechnung als Email schicken ließ. Das Geld überwies ich sofort, zwei Tage später war es offensichtlich gutgeschrieben, und das eBook erreichte mich mit ein paar Dankesworten vom Verlag per Email. Sehr bequem und vorbildlich!

Kompatibel mit iBooks

Da ich nur iBooks auf dem iPad und iPhone habe, war ich natürlich sehr gespannt, wie das funktionieren würde, denn Apple stellt sich bei manchen Programmen ja etwas umständlich an, wenn es nicht dem hauseigenen Format entspricht. Doch hier gab es keine Probleme: Das eBook wurde sofort von jedem Gerät akzeptiert und ab diesem Zeitpunkt über die App synchron gehalten. Dieser Punkt ist für mich wichtig, denn ich wechsle häufig zwischen den verschiedenen Büchern hin und her, manchmal sogar während eines Tages mehrfach. Wenn dann die Geräte die aktuellen Lesezeichen nicht synchronisieren, wird die Sache unangenehm. Hier klappte aber alles einwandfrei. So stellt man sich das vor!

Cover

Science Fiction ist kein einheitliches Genre, dazu verweise ich auf den exzellenten Artikel von Adam Roberts, den mein überaus geschätzter Blogger-Kollege Zeilenende vor einigen Wochen über Twitter verbreitet hat. Biom Alpha reiht sich in den Bereich der meiner Einschätzung nach als „klassisch“ zu bezeichnenden Science Fiction ein, also den Bereich, der sich auf Außerirdische, deren Kontakt mit Menschen auf der Erde oder im Weltraum und nahverwandte Themen konzentriert.

Biom Alpha 1.1

Biom Alpha — 1.1

Passend dazu wurde ein sehr ansprechendes Cover entworfen, das — gerade zum Auftakt einer solchen Serie von Fortsetzungsepisoden — eine gewisse Aufbruchsstimmung und somit „Lust auf mehr“ verbreitet. Mich spricht das Cover an, mal sehen, was die kommenden Ausgaben so zu bieten haben.

Opener – „Einmal und nie wieder“-Kracher oder Auftakt?

Wie bei Musikalben sollte der Opener einer literarischen Reihe immer ein echter „Kracher“ sein, der den Hörer/Leser sofort voll einfängt und dann auch während vereinzelter schwächerer Stücke/Episoden noch ausreichend bei Laune hält, um diese Durststrecken zu überwinden und „am Ball“ zu bleiben.

Da es bei Biom Alpha erst eine einzige Episode gibt, kann ich noch nicht beurteilen, ob es sich um einen klassischen Anfangskracher handelt. Vielleicht (besser: hoffentlich) werden die bislang vorgestellten Charaktere so interessant weitergeführt, dass der Opener später als eine im Vergleich „blasse“ Eröffnung einer fulminanten Serie gelten darf. Das wäre famos!

Im Vorwort zur Gesamtedition von „The Green Mile“ beschreibt Stephen King ausführlich seine Erfahrungen mit der damals zuerst in Form von Fortsetzungsepisoden herausgegebenen Geschichte. Einen Teil der von ihm geschilderten Spannung kann ich nun viel besser nachvollziehen.

Zum Inhalt

Da ich mir nicht die Blöße geben möchte, hier einen Spoiler nach dem anderen zu verbreiten, zitiere ich direkt aus der Beschreibung des Verlags:

Die gefeuerte NASA-Mitarbeiterin Dr. April Reignar und der Hobbyastronom Jimmy MacPeale entdecken, was Ufologen schon immer wussten: Wir sind nicht allein!

Ein riesiger Schwarm von Flugobjekten nähert sich der Erde. Als sich diese Nachricht verbreitet, fiebern UFO-Jünger dem ersehnten Erstkontakt mit den Aliens entgegen.

Während die Welt auf die Landung der Außerirdischen wartet, stellt ein Arzt in Brasilien fest, dass dies nicht der erste Besuch aus dem All ist. Auch seine biologischen Forschungsobjekte kamen einst aus den Tiefen des Kosmos…

Autorenteam

Mir imponiert die sehr geschickte Vorgehensweise des Verlags, ein ganzes Autorenteam für diese Serie engagiert zu haben. Die Vorteile liegen aus meiner Sicht klar auf der Hand: Jeder, der schon einmal eine (überschaubar große) Gruppe kreativer Menschen dabei erlebt hat, wie sie gemeinsam neue Ideen entwickelt und dann nach dem Einstiegs-Brainstorming und einer ersten Inkubationsphase oft in höllischem Tempo von einem Geistesblitz zum nächsten springt, weiß von der schöpferischen Urgewalt, die hierbei entfesselt werden kann. Es kommt nicht immer dazu, erzwingen kann man es schon gar nicht, aber hin und wieder darf man selbst Teil einer solchen Runde sein oder einer derartigen Prozedur beiwohnen — und dabei handelt es sich um ein wahrhaft „euphorisches“ Erlebnis, um John Cage („Musicircus“) zu bemühen.

Zurück zum Vorteil für die Geschichte, um die es ja eigentlich geht: Mehrere Autoren können aus ihren jeweils unterschiedlichen Perspektiven neue Ideen beisteuern, sich gegenseitig aus inhaltlichen Sackgassen befreien oder kreativ beflügeln. Insgesamt eine für alle Beteiligten lohnende Konstellation.

Noch dazu unterstütze ich gerne aktuell lebende Autoren, gerade die aus der sog. „zweiten Reihe“, die noch nicht im publikumswirksamen medialen Fokus stehen. In den vergangenen Monaten habe ich alle bislang erhältlichen Hörbuch-Folgen von „Cotton Reloaded“ gehört, einer Krimi-Serie, die auf ganz ähnliche Weise vor ein paar Jahren initialisiert wurde. Der bereits erwähnte Christian Weis gehört ebenfalls dem Autorenteam von „Cotton Reloaded“ an, allerdings ist dort jeweils ein Autor für eine komplette in sich abgeschlossene Episode zuständig. Insofern ist da sicherlich weit weniger Absprache-/Koordinationsarbeit als bei einem solchen Mammutprojekt wie „Biom Alpha“ nötig. Andererseits leben wir im 21. Jahrhundert, das sollte sich technisch gut und mit überschaubarem Aufwand lösen lassen.

Fazit

Der erste Band hat definitiv Lust auf mehr gemacht, daher freue ich mich schon seit einigen Tagen auf den nahenden Veröffentlichungstermin (1. Dezember) des zweiten Bands.

Nun, habe ich es geschafft, noch einem meiner Leser den Mund wässrig zu machen? Es wäre toll, denn solche Projekte können nie genug Unterstützer haben.

 

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