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Glasflaschen und Nostalgie

In meiner Kindheit waren Glasflaschen noch absolut üblich, es gab — zumindest in meiner Erinnerung — faktisch noch keine PET- oder sonstige Kunststoffflaschen im Pfandgutkreislauf. Wenn man Bücher aus den 1950er Jahren liest, oder auch Bücher, deren Handlung damals angesiedelt ist (z.B. „Der Anschlag“ von Stephen King), werden die Glasflaschen sehr häufig erwähnt. Und meist mit einer kaum verhohlenen, genussvoll-sehnsüchtigen Nostalgie. Und es ist einer der wenigen Punkte, an denen ich versucht bin, auch einmal in den Chor der „Früher war alles besser“-Sager einzustimmen. Normalerweise halte ich mich da sehr zurück, denn das Gejammere bringt einen keinen Schritt weiter.

Als bekennender Pepsi Light-Trinker kommt man in Deutschland ohne PET-Flaschen kaum mehr durch, was auch hinsichtlich des Transports ganz praktisch ist, denn man trägt mehr oder weniger nur das Gewicht des Getränks. Aber aus diesen Flaschen zu trinken ist, man verzeihe mir den Ausdruck, ekelhaft. Es ist einfach kein gutes Gefühl, zumindest nicht für mich. Und man darf nicht vergessen, dass die großen Flaschen so biegsam sind, dass selbst beim Einschenken eines Glases gelegentlich mal etwas daneben geht, einfach weil die Außenwand der Flasche im falschen Moment eingeknickt ist. Bäh!

Für die Kommunion unseres Großen haben wir vor einigen Wochen eine (wie immer viel zu große) Menge Getränke unterschiedlichster Art eingekauft. Nun brauchen wir die Sachen allmählich auf, um den Keller wieder frei zu bekommen. Dabei musste auch ein Kasten Bionade „weg“. Und nach den ersten zwei Flaschen bemerkte ich, dass neben dem Genuss einer wirklich durch und durch gekühlten Limonade an einem heißen Tag auch einfach noch das Gefühl, aus einer Glasflasche zu trinken, den Genuss deutlich erhöhte. Die Flasche fühlt sich schön kühl an, sie liegt gut in der Hand — einfach herrlich.

Bionade

Eine gekühlte Limo an einem heißen Tag — aus der Glasflasche. Genuss pur!

Wenn man sich das Bild ansieht, läuft einem doch gleich das Wasser im Mund zusammen, denn die Flasche war frisch aus dem Kühlschrank genommen, sodass sich binnen Sekunden das Glas beschlagen hatte — allein dieser sichtbare Beweis für die angenehm erfrischende Kühle verheißt Genuss. (Ich hätte wohl doch Werbetexter werden sollen…)

Und in dem Fall taugt mir die Menge (Drittel-Liter in der Glasflasche) besser als der Halbliter, den die PET-Flaschen als kleinste Menge hergeben. Wenn ich einen halben Liter in kurzer Zeit trinke (und vermutlich weiß jeder aus leidvoller Erfahrung, wie widerlich abgestandene Getränke aus PET-Flaschen schmecken, weswegen man sie ja zügig trinken muss), habe ich danach immer noch eine Stunde lang das Gefühl, einen prallen Wasserballon im Bauch mit mir herumzuschleppen. Nicht angenehm.

Als der erste Kasten Bionade, der ja eigentlich nur „weggetrunken“ werden sollte, leer war, kam ein zweiter her. Mehr Sorten, auch wenn sie für mich meist ziemlich gleich schmecken, was aber egal ist. Hauptsache in einer gut gekühlten Glasflasche. Denn damit fühlt man sich fast so „rebellisch“ wie James Dean oder andere Idole der Rock & Roll-Ära, also fast

 

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