Archiv der Kategorie: Beruf

Rudern mit Scully und Mulder

Seit fast drei Wochen habe ich meine Rudermaschine im Keller stehen (ich berichtete), bis auf zwei absolut übervolle Tage war ich immer mindestens zehn, häufiger 20 oder 30, meist 40-45 Minuten dran und habe mich mittlerweile gut eingewöhnt.

Wunderbar an diesem Training ist vor allem, dass es recht leise vonstatten geht (mein Schnaufen, wenn der Gegenzug auf Level 10 ansteigt, ist da schon am lautesten), sodass ich auch ohne Kopfhörer nebenbei zur Ablenkung ein paar „Akte X“-Folgen gucken kann.

Unerwartet gut – „Akte X" aus den 1990er Jahren.

Unerwartet gut – „Akte X“ aus den 1990er Jahren.

Von dieser Serie kannte ich vorher fast nichts, nur die allererste Folge hatte ich bislang auf DVD gesehen. Nun aber stelle ich mein iPad neben die Rudermaschine und lasse die Folge beim Training laufen – so habe ich mich mittlerweile durch die ersten 12 oder 13 Folgen geguckt – und bin außerordentlich positiv beeindruckt, denn das Qualitätsniveau ist für eine „popelige“ TV-Serie aus den 1990er Jahren wirklich hoch. Die Drehbücher und Dialoge sind meist sehr intelligent und voller kleiner Überraschungen, auch das Darsteller-Gespann David Duchovny und Gillian Anderson ist quasi die Idealbesetzung. Besser noch für mich als Sci-Fi-Nerd: In beinahe jeder Folge wird Bezug auf bekannte Science Fiction-, Horror- oder Mystery-Filme/-Bücher genommen.

Als ein Beispiel soll die Folge „Eis“ (Erste Staffel, Folge 8) herhalten, die die wichtigsten Elemente des Science Fiction-/Horror-Klassikers „Das Ding aus einer anderen Welt“ mit Kurt Russel mit viel Liebe zum Detail nachstellt. Die Handlung ist natürlich stark angelehnt, weist aber eine gelungene Anpassung an das kürzere Serien-Format auf, die ausgewählten Gast-Darsteller, das Set sowie die Special-Effects sind mehr als nur „passend“, die Original-Stimmung wird ziemlich perfekt getroffen. Diese Episode war (und ist) ein echter Genuss!

Nachdem das Rudertraining nun nicht außergewöhnlich spannend ist – vor und zurück, wieder vor, wieder zurück, und noch einmal vor… bei 45 Minuten komme ich da auf über 1.000 Züge – bin ich dankbar für die spannenden „Akte X“-Folgen, die mich aus der geistigen Lethargie ziehen. Ohne sie wäre das Training nur halb so gut zu ertragen, vor allem, weil mir spätestens nach 35 Minuten der Hintern zu schmerzen beginnt…

P.S.: Ich bin im Moment arbeitstechnisch gut ausgelastet, daher habe ich die letzten beiden Termine für das „Album der Woche“ ungenutzt verstreichen lassen. Es kommt wieder…

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Ohne Fleiß kein Preis

Vorgestern hat meine Frau einen Blog-Eintrag veröffentlicht, in dem sie ihrem Unmut über die Unterschlagung des Auftritts ihres Unterstufen-Orchesters beim Schulkonzert im Bericht der Lokalzeitung Luft machte (hier). Und das völlig zu Recht, denn so etwas gehört sich einfach nicht. Als Musiklehrer, der selbst einige Male im Jahr mit Schüler-Ensembles vor Publikum steht und sich später die Berichte darüber in der Lokal-Presse durchliest, kenne ich die Erwartungshaltung vor dem Lesen und die Freude bzw. Enttäuschung, wenn der Artikel dann entweder besonders positiv oder negativ auf die eigenen Darbietungen eingeht.

Aber darum geht es mir in diesem Beitrag nicht. Vielmehr ist es so, dass in den Kommentaren zum Artikel meiner Frau ein Kommentator immer wieder darauf hinauswollte, dass Musik doch einfach nur Spaß machen solle. Selbst als sie ihn sehr deutlich darauf hinwies, dass es sich dabei um eine Pflichtveranstaltung für die Schüler handle, die sich diese nicht „mal eben“ aussuchen (nein, sie haben zu Beginn einmal die Wahl, danach sind sie festgelegt) und nach Belieben auch wieder ablegen können, beharrte er darauf.

Nur Lustprinzip? – Klappt nicht!

Aus der Sicht eines studierten Musikers kann ich nun aber mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Betonung des Lustprinzips, also das „nur üben, wenn es auch Spaß macht“, unter gar keinen Umständen jemals zum Erfolg führen wird. Denn dafür ist harte Arbeit nötig. Und harte Arbeit macht zwangsläufig irgendwann keinen Spaß (mehr).

Einer unserer Professoren an der Hochschule für Musik in Würzburg erläuterte uns während des Studiums die „10.000 Stunden“-Grenze, die für das Erlangen eines professionellen Niveaus nötig sei. Verkürzt dargestellt heißt das: Wer an seinem Instrument wirklich ein Profi werden möchte, muss in seinem Leben mindestens 10.000 Stunden geübt haben. Und „geübt“ heißt eben nicht „gespielt“, sondern konzentriert mit einem konkreten Ziel unter Einsatz aller körperlichen und geistigen Ressourcen gearbeitet.

Beispielrechnungen

Doch dieser Zahlenwert mit „10.000 Stunden“ ist äußerst abstrakt. Also fülle ich ihn einmal mit ein wenig Details, um die Vorstellung zu konkretisieren:

  • Ausgehend von einem Studium über acht Semester (ignorierend, dass man unter keinen Umständen zu studieren beginnt und da erst das Instrumentalspiel beginnt) müssten nun die 10.000 Stunden auf 48 Monate verteilt werden, das entspräche bei keinem einzigen Pausentag in vier Jahren einem täglichen Übepensum von 6,94 Stunden.
  • Nehmen wir noch ein oder zwei Jahre vorher dazu, in denen man sich als Schüler intensiv auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet und ebenfalls viel Zeit investiert, dann wären es 72 Monate, ohne einen einzigen Pausentag landen wir immer noch bei einer täglich zu absolvierenden Übezeit von 4,62 Stunden.

Jetzt wird die Sache schon wesentlich konkreter. Und nehmen wir uns nun einen typischen Jugendlichen, der womöglich auch hier und da einfach mal einen stressigen Tag (Klausurdruck, Nachmittagsunterricht, Transitzeiten etc.) hat, wodurch das Üben kürzer treten oder ganz ausfallen muss, so gibt es nur die Optionen, diese Zeiten entweder am Ende der 72 Monate anzuhängen oder an anderen Tagen mehr zu schaffen.

Fazit

Und nun möchte ich den Menschen sehen, der über einen so langen Zeitraum nur von seiner eigenen Lust gesteuert diese Menge an Übezeit aufbringt. Ohne hier allzu viel zu „spoilern“: So jemanden gibt es vermutlich gar nicht, zumindest habe ich noch niemanden erlebt, der so funktioniert.

Von mir selbst weiß ich, dass es fast unmöglich ist, vier oder fünf Stunden konzentriert zu üben, denn irgendwann ist entweder körperlich oder geistig Schluss. Da geht dann nicht mehr.

Big fish in a little pond…

Und zum Thema „es muss Spaß machen“: Gleich nach Beginn des Studiums kommt für die meisten Musikstudenten der große Knick in der Motivation, denn üblicherweise waren sie vorher in ihrem Umfeld die „Cracks“, die neben den Profis am besten spielten und entsprechend viel Aufmerksamkeit erhielten. Nun aber sind sie die Anfänger, die in einer Umgebung bestehen müssen, in der praktisch jeder andere schon weiter ist. Aus psychologischer Sicht ein denkbar schwieriger Zeitraum. Man nennt das in der Psychologie den Wechsel von „Big fish in a little pond“ („dicker Fisch im kleinen Teich“) zu „Little fish in a big pond“ („kleiner Fisch im großen Teich“). Spätestens da muss einem klar werden, dass die ausschließliche Betonung des Spaß-Faktors auf dem Weg zum Erfolg (egal in welchem Bereich) völlig unrealistisch ist. Es handelt sich eher um eine Idealvorstellung, die mit der Realität aber nichts zu tun hat.

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Termine, Konzert(e), Stress…

Dem einen oder anderen wird es aufgefallen sein: Am vergangenen Sonntag habe ich keinen Eintrag zum Thema „Album der Woche“ veröffentlicht. Der Grund ist vollkommen banal: zu viel zu tun. Am Montag Abend fand von der Schule aus unser Adventskonzert statt – als Leiter der Fachschaft Musik war ich entsprechend eingebunden. Die Organisation im Vorfeld hatte gut geklappt, die Proben in der (leider extrem kalten) Kirche klappten gemäß Planung, auch den Nachmittagsunterricht absolvierte ich noch ganz normal, dann gab es eine gute Stunde Pause, danach stand ich im Anzug wieder in der Kirche, gegen 21:45 h war ich wieder daheim – ein langer Tag!

Gleichzeitig ein lohnender, denn das Konzert kam gerade in seiner großen Vielfältigkeit (acht verschiedene Ensembles, die zum Teil noch einmal untereinander kombiniert wurden) und aufgrund der Tatsache, dass man die im Vorfeld geleistete Arbeit spüren und das Ergebnis entspannt genießen konnte, sehr gut an. Hier gibt es einen Bericht (natürlich etwas voreingenommen, da von einer Kollegin geschrieben, aber auch nicht übertrieben…), sogar mit Bildern.

Am Dienstag hing ich dementsprechend noch ein bisschen durch, fraß mir aber gleich das am Montag verloren gegangene Kilo wieder an – Schokokekse, lecker! Dieser Energieschub brachte mir am Mittwoch früh gleich einen neuen Rekord beim aktuell allmorgendlichen Halbmarathon ein:

Unerwartet ging es schon wieder um mehr als eine Minute schneller...

Unerwartet ging es schon wieder um mehr als eine Minute schneller…

Und das, obwohl ich immer noch bei gerade einmal 8 km/h starte. Ich glaube, das muss ich morgen früh mal ändern und gleich mit 9 km/h einsteigen, dann verliere ich am Anfang nicht so viel Zeit beim „Einlaufen“. Immerhin liege ich gut im Schnitt: Im Dezember habe ich bislang fast 300 Kilometer geschafft.

Gut unterwegs, trotzdem wird es ganz schön knapp...

Gut unterwegs, trotzdem wird es ganz schön knapp…

Mein Schnitt ist somit bei 20,97 km/Tag (nur im Dezember!), also bin ich nah an meiner Planung. Um die 6.000 km vollzubekommen, muss ich noch fast 400 weitere Kilometer im verbleibenden Rest des Monats schaffen – das schreit nach einer „kreativen“ Lösung (ich hoffe auf die Wochenenden, denn da kann ich etwas länger schlafen, was dann auch ein paar längere Läufe ermöglicht). Ich werde wieder berichten, wenn sich etwas ereignet. Auch das „Album der Woche“ kommt am schnell nahenden Wochenende wieder!

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Laufen im November 2017

Obwohl mich seit Sonntag Abend eine ziemlich unangenehme Erkältung etwas beutelt (am Montag war die Stimme so vollkommen weg, dass ich nicht unterrichten konnte, seit Dienstag bin ich wieder in der Schule, klinge aber noch wie ein grunzender Ork), konnte ich mein tägliches Laufpensum einigermaßen halten. Mit der Erkältung habe ich mich dann halt eher auf mein Laufband zurückgezogen, statt durch nasskaltes Schneetreiben zu rennen – eindeutig eine gute Entscheidung!

Trotz Krankheit und einem kürzeren Monat konnte ich (wenn auch nur ganz knapp) den Oktober übertreffen und sogar fast den Juli einholen...

Trotz Krankheit und einem kürzeren Monat konnte ich (wenn auch nur ganz knapp) den Oktober übertreffen und sogar fast den Juli einholen…

Mein Jahresziel von 5.000 Kilometern ist ja schon eine Weile abgehakt, ich denke, auch die 5.500 sind in knapp anderthalb Wochen erreicht. Mal sehen, ob ich es vielleicht sogar auf 5.800 bringe… (Ganz weit im Hinterkopf habe ich ja die spinnige Idee, vielleicht sogar die 6.000 zu knacken, aber dann müsste ich im Schnitt 20 Kilometer pro Tag schaffen, das wird wohl doch etwas zu heftig). Aber das sind nur Gedankenspiele. Alles in allem habe ich mein Ziel auf jeden Fall voll erreicht – was jetzt kommt, ist Dreingabe!

Ein großer Vorteil des Laufens auf dem Laufband ist die Möglichkeit, dabei Filme anzusehen, denn die Geschwindigkeit fahre ich nach einem bestimmten Muster hoch, dazu muss ich das Display nicht ansehen. Also stelle ich das iPad dort ab (mit dem 12,9-Zoll-Bildschirm lohnt sich das auf die kurze Distanz sogar) und trabe zu einem – meist spannenden – Film ab 4:20 oder 4:25 drauf los. Was gab es also im Keller-Kino bei Solera? Ganz einfach:

  • Vorgestern genehmigte ich mir „Seventh Son“, einen Fantasy-Film mit ein paar guten Szenen, ansonsten aber leider auch etlichen durch die langatmige und weitgehend vorhersehbare Story bedingten Längen, die selbst durch einen guten Schauspieler wie Jeff Bridges nicht ganz aufgewogen werden konnten.
  • Gestern habe ich „Inglorious Basterds“ angesehen, von dem ich schon viel gehört, aber noch nicht eine einzige Szene gesehen hatte. Es ist ganz klar einer der besseren Quentin Tarantino-Filme, gespickt mit Humor, Action, aber auch einer spannenden Geschichte – faszinierend.
  • Heute früh war „The Giver – Hüter der Erinnerung“ dran. Hmmmm, etwas durchwachsen, denn einerseits offerierte der Film eine interessante Vorstellung einer utopischen bzw. dystopischen Welt in der Zukunft, andererseits überstürzte er den Schluss und wartete zwischendrin mit so vielen esoterischen Elementen auf, dass sich meine Fußnägel in den Laufschuhen aufstellen wollten.

Mal sehen, was ich mir in den kommenden Tagen gönne, ich habe noch einige ungesehene Filme zur Verfügung, Nachschub gibt es ohnehin immer, langweilig wird das sicher nicht. In diesem Sinne: Guten Start in den Dezember!

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Album der Woche – Episode 10 – 2017-11-19

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

ZZ Top: „Rhythmeen“

„Rhythmeen“ ist eines meiner liebsten ZZ Top-Alben, voller schnörkellos rockender Knaller.

„Rhythmeen“ ist eines meiner liebsten ZZ Top-Alben, voller schnörkellos rockender Knaller.

Die Band ZZ Top war schon einmal für ein Album der Woche verantwortlich, was diese Häufung – zweimal innerhalb von gerade einmal zehn Beiträgen dieser Sparte – etwas übertrieben wirken lassen könnte. Doch ich habe meine Gründe:

  • In den vergangenen zwei Wochen habe ich insgesamt sechs Tests schreiben lassen, die alle korrigiert werden wollten. Beim Korrigieren lasse ich meist leise Musik laufen, die die vielen Hintergrundgeräusche überdeckt, wodurch ich mich leichter konzentrieren kann. Die Musik darf nicht zu aufdringlich sein, insofern taugen ZZ Top mit ihrem meist etwas gleichförmigen Groove ganz gut.
  • In einem der Tests mussten die Schüler die Struktur eines Songs erkennen. Wir besprechen das vorher im Unterricht anhand mehrerer Beispiele, dann üben wir es an weiteren drei oder vier Stücken im Verlauf der folgenden Wochen ein, im Test frage ich es mit einem wiederum neuen Stück ab. Dieses Mal war es „Rhythmeen“, der Titel-Track des Albums. Ausgewählt habe ich ihn, weil er eben nicht dem Standard-Aufbau der meisten Pop-/Rock-Stücke folgt.

Die Stücke:

Insgesamt beinhaltet das 1996 erschienene Album (immerhin das zwölfte Studio-Album) 12 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 55 Minuten. Wie bei so ziemlich allen ZZ Top-Alben darf man keine extreme stilistische Bandbreite erwarten, denn die drei Jungs beackern meist ziemlich genau den gleichen Acker wie bei den früheren und den späteren Veröffentlichungen. Auffällig gut ist aber der Sound (so richtig fett und satt) sowie die Tatsache, dass man wirklich von vorne bis hinten durchhören kann, ohne sich zu langweilen – obwohl alles recht ähnlich ist. Bemerkenswert.

Rhythmeen

Wie schon gesagt, dieses Stück folgt eben nicht der üblichen Struktur der meisten Pop-/Rock-Stücke. Diese wäre nämlich:

Intro – Strophe – (Pre-Chorus) – Chorus – Strophe – (Pre-Chorus) – Chorus – Solo/Bridge (oder beides) – (Strophe) – (Pre-Chorus) – Chorus – Outro

Alle eingeklammerten Teile sind optional, sodass im einfachsten Fall ein Pop-Song nur aus den folgenden Teilen bestehen kann:

Intro – Strophe – Chorus – Strophe – Chorus – Bridge/Solo – Chorus – Outro

Bei ZZ Top und „Rhythmeen“ dagegen sieht der Aufbau ganz anders aus, weshalb es ein ideales Stück für einen Test war (ich hatte angekündigt, ein Stück auszusuchen, das eben nicht der Standard-Form folgt):

Intro – Strophe – Strophe – Pre-Chorus/Chorus (schwer voneinander abzugrenzen) – Solo – Strophe – Chorus – Bridge/Strophe (eigentlich eine Strophe, aber die Begleitung ist anders als zuvor) – Solo/Outro

Zusätzlich gibt es mehrere Zwischenspiele, bei denen selbst ich mich nie ganz entscheiden konnte, ob es sich lohnt, da einen eigenen Formteil zu vergeben. Alles in allem eine ziemlich raffinierte Sache, die die Jungs da abgezogen haben. Beim oberflächlichen Hinhören fällt das vor allem gar nicht weiter auf, erst wenn man mit den Lyrics davor sitzt und sich bemüht, alles in eine Struktur zu bringen, wird klar, wie ausgefuchst hier gearbeitet wurde.

Alles gut…

Es ist ein wenig peinlich, aber mir fällt es schwer, einzelne Songs herauszuheben, da sie eben so nahe beieinander sind. Am ehesten stechen für mich positiver als der Rest diese beiden hervor: „What’s Up With That“ und „Hairdresser“. Ich bin mir aber sicher, dass jeder, der sich mit dem etwas raubeinigen Stil der Band anfreunden konnte, hier und da seine eigenen privaten Schätzchen entdecken wird.

Fazit

Für ein ZZ Top-Album ist „Rhythmeen“ eine wirklich gelungene Ansammlung von cool vorbeirauschenden Songs, bei denen man durch die amerikanische (am besten kalifornische) Landschaft fahren, das Fenster herunterkurbeln und sich den warmen Wind durch das (zugegeben spärlicher werdende) Haar wehen lassen möchte. Mich entführt der Sound aus dem tristen Novembergrau, vielleicht war es mir deshalb so eine willkommene Korrektur-Begleitung…

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Filme en masse

Vorbemerkung

Die vergangenen Tage habe ich mich hier im Blog kaum sehen lassen, denn die Tage waren einfach zu voll. Neben dem Schuljahresende, der Mitte und allen Zeiten dazwischen ist der Schuljahresbeginn immer die stressigste Zeit, denn da muss zusätzlich zur Unterrichtsvorbereitung unglaublich viel organisatorischer Krempel abgearbeitet werden. Außerdem gibt es viele außerplanmäßige Termine, die einem den Tag verkürzen. Wenn man dann trotzdem am nächsten Tag eine ordentliche Arbeit abliefern will, wird’s stressig.

Das legt sich hoffentlich bald wieder, sonst falle ich in den Herbstferien krank ins Bett. Und bislang habe ich dieses Jahr wirklich eine ziemlich stabile Gesundheit, das soll so bleiben. Den heutigen Blog-Eintrag habe ich seit gut einer Woche in Vorbereitung, doch zum Schreiben kam ich schlicht und ergreifend nicht. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich heute noch meinen eigentlich ausstehenden Artikel zum „Album der Woche“ veröffentlicht bekomme. Mal sehen…

Zurück zum eigentlichen Thema: In den letzten Wochen habe ich mir ein paar Filme angesehen, manche davon abends in aller Ruhe, andere morgens auf dem Laufband (wenn draußen mal wieder ein ekelhaftes Mistwetter war). Auf jeden Fall waren ein paar bemerkenswerte Filme dabei, die es lohnen, von ihnen zu berichten:

E.T. – Der Außerirdische

Einer der ganz starken Filme meiner Kindheit – nun kennen ihn auch meine Kinder!

Einer der ganz starken Filme meiner Kindheit – nun kennen ihn auch meine Kinder!

Dieser Klassiker aus den 1980er Jahren ist mir seit meiner Kindheit ein treuer Begleiter, allerdings hatte ich ihn seit mehr als fünf Jahren nicht mehr angesehen. Und darüber hätte ich fast ausgeblendet (vergessen kann man es nicht), wie gut der Film ist. Unsere Kinder kannten den Film noch gar nicht, also überraschte ich sie damit, bereitete sie hier und da auf kommende dramatische Entwicklungen vor (vor allem unsere Mittlere reagiert sonst unter Umständen etwas eigen selbst auf einen hervorragenden Film wie diesen), freute mich aber umso mehr, als sie bei den lustigen Szenen vor Vergnügen laut quietschten.

Einmal mehr hat mich die Musik völlig umgehauen, John Williams hat hier meiner Meinung nach sogar noch bessere Arbeit vollbracht als bei allen Teilen der Star Wars-Reihe (und da setzte er ja wirklich Meilensteine der Filmmusik). Und wie jedes Mal ärgere ich mich, dass die reine Klavierfassung des „Flying“-Themas (gleich zu Beginn des Abspanns) nicht Teil der veröffentlichten Filmmusik ist. Da gibt es eine ähnliche Version, die allerdings gleich vom Orchester untermalt wird. Sehr schön, keine Frage, doch eben nicht ganz so verträumt wie das Stück aus dem Abspann.

Oblivion

Spannende Science Fiction mit einem gereiften Tom Cruise – sehenswert!

Spannende Science Fiction mit einem gereiften Tom Cruise – sehenswert!

Bevor ich den Film angesehen habe, gab es ein langes Zögern. Der Grund ist bzw. war: Tom Cruise. Ich mag ihn als Schauspieler nicht allzu sehr, seine Scientology-Zugehörigkeit hat ihn mir zusätzlich verleidet. Daher bin ich in seiner Hinsicht immer etwas zurückhaltend.

Doch dieser Film hat mich positiv überrascht, denn einerseits trägt er darstellerisch nicht mehr ganz so dick auf (bei „Rain Man“ oder anderen älteren Filmen war das furchtbar), andererseits ist die Story wirklich gut und nicht nur auf ihn als Charakter fixiert.

Alles in allem ein wirklich solider Science Fiction-Action-Film mit berauschend guten Effekten, einer guten (wenngleich recht dystopischen) Story und überzeugenden Leistungen aller Darsteller (einziges Manko: der auf dem Poster groß angekündigte Morgan Freeman taucht nur in gut 10-15 Minuten des 100-minütigen Films auf). Diesen Film kann man sich gut auch öfter ansehen – ich werde das sicher machen.

My Big Fat Greek Wedding 2

Für mich eine der besten familientauglichen Komödien der letzten Jahre – absolute Empfehlung!

Für mich eine der besten familientauglichen Komödien der letzten Jahre – absolute Empfehlung!

Wer den ersten Teil kennt, weiß vermutlich schon, in welcher Comedy-Liga der Film spielt: Es ist ein harmloser Familien-Spaß, den man gut und gern auch mit den Kindern angucken kann. Gleichzeitig ist er so gut gemacht, dass Erwachsene sich angesprochen fühlen, herzhaft lachen und mitfiebern können, ohne sich dabei albern zu fühlen.

Und der zweite Teil setzt einfach noch so viele neue kleine Spitzen auf das bekannte Schema des ersten Films, dass ich gleich nach Beenden des ersten Durchgangs sofort wieder von vorne beginnen wollte. Eine ganz und gar herrliche Komödie, die es mit den aus dem ersten Teil bekannten Schauspielern schafft, tatsächlich eine gelungene (und keineswegs abgeflachte) Fortsetzung abzuliefern. Wunderbar!

Live. Die. Repeat

Actionreiche Science Fiction, die sich bei einer guten Vorlage bedient und sie geschickt umsetzt – spannend!

Actionreiche Science Fiction, die sich bei einer guten Vorlage bedient und sie geschickt umsetzt – spannend!

Noch ein Film mit Tom Cruise. Nach den positiven Erfahrungen mit „Oblivion“ dachte ich mir, ein weiterer Film könne nicht schaden, um mein etwas revidiertes Urteil über ihn erneut auf die Probe zu stellen. Und tatsächlich ist der Film wiederum ein gelungener Science Fiction-Action-Film.

Die Grundidee entstammt einer alten Star Trek TNG-Folge namens „Deja-vu“, in der die Enterprise bei einer Raumkollision zerstört wird, woraufhin sie in einer Zeitschleife gefangen bleibt und diesen Tag wieder und wieder erlebt – bis sie es schafft, die Situation zu meistern.

Bei „Live. Die. Repeat“ ist das Prinzip extrem ähnlich: Tom Cruise wird als Soldat in eine Gefechtssituation gebracht, wo er beim Töten eines Aliens selbst stirbt. Der Kontakt mit dem Alien löst eine Zeitschleife aus, wodurch er diesen einen Tag immer und immer wieder erlebt, bis er einen Ausweg aus der Situation findet und – man hätte es nicht erwartet – die Menschheit dabei rettet.

Besonders gelungen ist die Beschleunigung der Wiederholungsabläufe, denn gerade an dieser heiklen Stelle könnte der Film unendlich zäh werden. Wird er aber nie, denn der Regisseur hat sich für eine gekonnte Raffung aller zeitlichen Abläufe auf die wenigen notwendigen Momente beschränkt. Es ist so ähnlich wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“, nur halt nicht in lustig (na ja, ein paar Szenen sind auf ihre Weise schon lustig).

Auch wenn ich den Ausgang jetzt schon kenne, der Film landet garantiert noch öfter im Apple TV oder auf dem iPad, er strotzt nur so vor tollen Effekten, die Handlung ist wirklich nicht schlecht, man kann kaum weggucken. Sehr gut!

Fazit

Wenn ich schon abends meist zu müde bin, um einen ganzen Film am Stück zu gucken, so hat sich das mit dem iPad-Gucken während des Laufens als gute Möglichkeit erwiesen, die 100 Minuten Monotonie im Keller spannend(er) zu gestalten. Durch die AirPods höre ich alles kristallklar direkt im Kopf, ohne meine Familie schon morgens um kurz vor Fünf aus dem Schlaf zu reißen. Und es ist tatsächlich unterhaltsam – das wird’s in Zukunft noch öfter geben!

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Der vierte Meilenstein 2017

Heute früh habe ich mit meinem üblichen Morgenlauf die Grenze von 4.000 gelaufenen Kilometern in diesem Kalenderjahr überschritten. In 258 Läufen mit einer Durchschnittsdistanz von 15,55 Kilometern sind laut meiner Apple Watch und der darauf laufenden Nike Running Club-App seit dem 1. Januar 2017 insgesamt 4.012,33 Kilometer zusammengekommen. Hui!

Meine übliche Statistik, die immer wieder ein paar Tage hinterher hinkt, sodass ich manchmal gar nicht merke, wie irgendein Meilenstein an mir vorbeizieht...

Meine übliche Statistik, die immer wieder ein paar Tage hinterher hinkt, sodass ich manchmal gar nicht merke, wie irgendein Meilenstein an mir vorbeizieht…

Eigentlich hatte ich mir die 4.000 als Jahresziel gesetzt. Aber ich denke mir keinesfalls: „Nun gut, dann kann ich ja aufhören…“ (Hehe, niemals!) Stattdessen habe ich mich darauf eingestellt, vielleicht die 5.200 Kilometer in diesem Jahr zu schaffen, das ergäbe dann einen Wochenschnitt von 100 Kilometern – ein faszinierender Gedanke. Und wenn ich mein bisheriges Laufpensum in groben Zügen beibehalten kann, werde ich theoretisch sogar mehr als diesen Wert erreichen, insofern gibt es sogar einen kleinen Puffer…

Rekorde an völlig unerwarteter Stelle

Am Mittwoch war es hier sehr windig, denn mein Namensvetter, das Sturmtief Sebastian fegte über Deutschland, auch und vor allem die Ostalb hinweg. Beim Laufen im Wald war das nicht zu übersehen, denn ständig musste ich über Zweige, Äste und „halbe Bäume“ springen (oder gleich im Bogen drum herum laufen). Und ich hatte Gegenwind, nicht durchweg, aber über einen guten Teil der Strecke. Entsprechend legte ich mich ins Zeug, um nicht gefühlt auf der Stelle kleben zu bleiben. Ohne es zu merken, legte ich dabei offensichtlich ein gutes Tempo vor, denn nach der Ankunft daheim ploppten einige Meldungen in der Nike Running Club-App auf:

Meine bisher schnellsten 10 Kilometer...

Meine bisher schnellsten 10 Kilometer…

...und meine schnellsten 5 Kilometer (die waren vermutlich Teil der vorher genannten 10 Kilometer, auch wenn es theoretisch separat möglich gewesen wäre)...

…und meine schnellsten 5 Kilometer (die waren vermutlich Teil der vorher genannten 10 Kilometer, auch wenn es theoretisch separat möglich gewesen wäre)…

...und – das hat mich wirklich umgehauen: mein schnellster Kilometer. Vorher lag der Wert bei 4:40 Minuten/Kilometer, jetzt ist er um 15 Sekunden gesunken.

…und – das hat mich wirklich umgehauen: mein schnellster Kilometer. Vorher lag der Wert bei 4:40 Minuten/Kilometer, jetzt ist er um 15 Sekunden gesunken.

Das beweist natürlich nur eines: Gegenwind fühlt sich blöd an, er kann aber auch zu erstaunlichen Leistungen führen. Insgesamt war der Lauf wirklich flink und aufregend, im Gegensatz zu sonst (Hörbücher) habe ich Musik gehört, was sicherlich durch die erhöhte Regelmäßigkeit der Schritte zu einer höheren Effizienz führte.

Juhu! Das Tempo über die Strecke hat mich selbst mehr als nur ein bisschen überrascht!

Juhu! Das Tempo über die Strecke hat mich selbst mehr als nur ein bisschen überrascht!

Schwimmen

In der letzten Zeit habe ich mich etwas intensiver mit dem Schwimmen angefreundet. Ich hasse es nach wie vor, wenn mir Wasser ins Ohr läuft, weshalb ich nicht kraule (obwohl ich als ehemaliger Vereinsschwimmer schon weiß, wie das geht). Bei Decathlon habe ich mir eine billige (unter 10€) Schwimmbrille und ein klein zusammenrollbares Microfaser-Handtuch gekauft. Das packe ich (nebst der Badehose, ts ts ts, was ihr schon wieder denkt!) ein, wenn ich weiß, dass mein Stundenplan ein Loch hat. Von meiner in der Nähe der Aalener Innenstadt gelegenen Schule zum Bad bin ich mit dem Rad in knapp vier oder fünf Minuten gelangt, das Ticket zu lösen und das Umziehen dauern zusammen fünf Minuten, dann geht’s ab ins Wasser und 1,5-2 Kilometer später wieder raus und zurück in den Unterricht.

Am ohnehin rekordträchtigen Mittwoch bin ich nach dem Unterricht ins Hallenbad geradelt, also ohne wirklichen Zeitdruck, um zwei Kilometer zu schwimmen. Irgendwann kurz vor Ende habe ich mich verzählt, sodass ein paar Meter mehr draus wurden. Aber ich bin sehr zufrieden, denn das schont Füße, Knie und Wirbelsäule – so ein Ausgleich ist bei dem vielen Gerenne schon sinnvoll.

Mit der selbstverständlich wasserdichten Apple Watch habe ich mein Schwimmtraining verfolgt. Ich bin noch sehr langsam, aber es macht Spaß und bietet einen Ausgleich zu meinen sonstigen Aktivitäten.

Mit der selbstverständlich wasserdichten Apple Watch habe ich mein Schwimmtraining verfolgt. Ich bin noch sehr langsam, aber es macht Spaß und bietet einen Ausgleich zu meinen sonstigen Aktivitäten.

Danach war ich dann so platt, dass ich abends noch während der ersten MacGyver-Folge lediglich von einem Sekundenschlaf zum nächsten vegetierte. Als mein Kopf das Kopfkissen dann schlussendlich berührte, dauerte es höchstens noch ein paar Sekunden, bis ich komplett „aus“ war.

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Song des Tages (364) – 2017-09-11

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Wie sagt man so schön: „Ende gut, alles gut.“ (Lustigerweise höre ich ja gar nicht auf, dennoch darf das letzte Stück ein echter Knaller sein, oder?)

Den heutigen Song habe ich sehr früh, vielleicht sogar in der ersten Woche des einjährigen Projekts, festgelegt, denn er bietet sich als Schlusspunkt einfach perfekt an. Außerdem ist der Song gleichzeitig eine Hymne wie auch eine geballte Ladung Energie, die mich (und eventuell noch einige andere) durch den meist recht anstrengenden ersten Schultag geleiten wird: „The Final Countdown“ von Europe:

Bis zum Wochenende pausiere ich die musikalischen Blog-Einträge auf jeden Fall einmal, dann starte ich mit der ersten Folge des Albums der Woche – darauf freue ich mich schon eine ganze Weile. Und dann werde mir hier und da sicherlich einige neue Juwelen in Form einzelner Songs unterkommen, die ich dem Song des Tages-Projekt zuordne (ich hätte da schon so zehn oder zwanzig Ideen…).

Also, für alle, die mit mir in ein neues Schuljahr starten: Haltet die Ohren steif, lasst die Musik ein paar Mal eure Akkus aufladen – und ab die Post!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

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Der lange Lauf durch die Ferien

Hehe, nein, es war nicht ein einziger Lauf… Aber immerhin habe ich es in den sechseinhalb Wochen Sommerferien auf 827,12 Kilometer gebracht.

Seit gut einer Woche habe ich mich schon wieder auf den Schulrhythmus umgestellt, wodurch meine Aufstehzeit auf 4:30 h (na ja, eher 4:35/40 h) vorgerückt ist. Wenn ich dann ein paar Minuten später loslaufe, ist es noch finster – und bleibt es auch bis fast zu meiner Wiederkehr. Daher habe ich mir eine über USB aufladbare Stirnlampe bei Decathlon gekauft. Die war zwar deutlich teurer als die meisten anderen Modelle, dafür muss ich nicht mit zusätzlichen Akkus oder Batterien herumschlagen.

Wer früh losrennt, rennt im Dunkeln...

Wer früh losrennt, rennt im Dunkeln…

Nach aktuellem Stand hat mich die Lampe bei den letzten 10 Läufen jeweils 3 Euro gekostet. Mit jedem weiteren Lauf sinkt der Anschaffungspreis gemessen an der Benutzung. Und die Anschaffung hat sich wirklich gelohnt, denn kurz nach fünf durch einen stockdunklen Wald laufen — hmmmm, das ist irgendwie stressig… Mit der Lampe dagegen geht das gut, auch wenn ich sehr viele Tiere aufscheuche.

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Strukturiert neu starten

In diesem Jahr habe ich den Sommer recht gut genutzt und einige Arbeitsblätter, mit denen ich schon lange nicht mehr richtig zufrieden war, überarbeitet. Das Ergebnis wird in den kommenden Wochen gleich mehrfach eingesetzt, sodass ich dann ziemlich schnell eine recht konkrete Einsicht bekommen werde, ob sich der Arbeitsaufwand gelohnt hat.

Aber da wollte ich nicht stehen bleiben. In meinem Musikraum gibt es ca. 35-40 Notenpulte. Da es sich um den größten Raum in der Schule (abgesehen von den Turnhallen) handelt, wird er ziemlich oft für zusätzliche Veranstaltungen genutzt (auch das Abitur wird jedes Jahr in diesem Raum geschrieben, was mich zwei Wochen lang in andere Räume zwingt, aber mittlerweile habe ich mich damit arrangiert). Tja, und jetzt stelle man sich den Hausmeister vor, der die Bestuhlung für die Veranstaltung vornehmen will und erst einmal gut 40 Notenständer wegtragen muss, weil sie im Weg sind. Ich verstehe vollkommen, dass ihn das ziemlich nervt, weswegen ich ihm oft dabei helfe und ihm immer anbiete, es kurz vor Stundenende mit einer Klasse zu machen (dann dauert es nur eine Minute).

Dennoch schwebte mir eine bessere Lösung vor, die insgesamt auch etwas mehr Ordnung in meinen Raum bringen würde. Nach ein wenig Vorab-Organisation (Finanzierung, Skizze zur Planung anlegen etc.) startete ich gestern zum Baumarkt und kaufte für knapp 190 € Material, das in meinem Keller landete. Jeweils 90 Minuten brauchte ich, dann waren die beiden Ständerwägen fertig.

Hier der erste nach seiner Fertigstellung noch im Keller (ganz in der Nähe der Solera-Vorräte...)

Hier der erste nach seiner Fertigstellung noch im Keller (ganz in der Nähe der Solera-Vorräte…)

Mit zum Material gehörten auch zwei 100 Stück-Packungen Holzschrauben, die während der Konstruktion – so knapp hatte ich es nicht erwartet – fast komplett aufgebraucht wurden. Darunter fand sich auch dieses Glanzstück einer Schraube, die mir dann doch nicht ganz so geeignet schien, zwei Holzteile aneinander zu fixieren…

Diese Schraube sitzt immer locker...

Diese Schraube sitzt immer locker…

Heute früh brachte ich mit der Hilfe unseres Großen die beiden fertigen Ständerwägen in die Schule – und was für einen aufgeräumten Anblick sie bieten:

Hier die beiden fertigen Ständerwägen in meinem Musikraum

Hier die beiden fertigen Ständerwägen in meinem Musikraum

Bevor sich nun jemand wundert, welch luxuriös und generös bemessenen Räumlichkeiten ich in der Schule nutzen darf: Genau an der Stelle, die die beiden Ständerwägen im Foto einnehmen, stehen normalerweise 20 Tische für die Schüler, dann wird es schon ein wenig „gemütlicher“.

Gut, trotz des schönen Fotos kann sich vielleicht der eine oder andere noch nicht vorstellen, wofür man einen Ständerwagen benötigt. Ganz einfach: So lassen sich auf einen Schlag gut 15 Notenständer befördern:

Hier ein mit 15 Notenpulten beladener Ständerwagen, mit ein wenig Hilfe und Geduld bekäme man sicher auch 16 oder 17 hinein, ich war so schon ganz zufrieden...

Hier ein mit 15 Notenpulten beladener Ständerwagen, mit ein wenig Hilfe und Geduld bekäme man sicher auch 16 oder 17 hinein, ich war so schon ganz zufrieden…

Da die Ständerwägen in der Schule eingesetzt werden, wo gerade pubertierende Teenager auch mal mit unnötigem Muskeleinsatz an das Mobiliar herangehen, habe ich sehr auf eine massive Bauweise und Stabilität geachtet:

  • Jede der vier Rollen könnte allein 50 Kilogramm tragen. Damit sollte genug Spielraum vorhanden sein.
  • Alles ist aus Massivholz (zwar nur 18 Millimeter stark, aber das sollte schon ausreichen).
  • Zusätzlich zu den Mehrfachverschraubungen haben ich pro Ständerwagen auch noch acht Winkeleisen angebracht, um sowohl am unteren als auch am oberen Ende für Stabilität zu sorgen (siehe Fotos unten).
  • Arretierungen für die Rollen verhindern ein Wegrollen an einer abschüssigen Stelle. Das ist wichtig, weil ein voll beladener Ständerwagen von einem schmächtigen Unterstufenschüler unter Umständen nicht gehalten werden kann (siehe Foto unten).
Zusätzlich zur Verschraubung von außen sind innen die Winkeleisen angebracht.

Zusätzlich zur Verschraubung von außen sind innen die Winkeleisen angebracht.

Auch die Querstreben oben sind durch das Außenbrett schon doppelt verschraubt, zusätzlich gab's noch die Winkeleisen – so hält die Freude länger an...

Auch die Querstreben oben sind durch das Außenbrett schon doppelt verschraubt, zusätzlich gab’s noch die Winkeleisen – so hält die Freude länger an…

Jeweils zwei Rollen pro Ständerwagen sind mit einer Arretierung ausgestattet.

Jeweils zwei Rollen pro Ständerwagen sind mit einer Arretierung ausgestattet.

Alles in allem bin ich zufrieden, denn die Ständerwägen werden sicherlich den Schulalltag in meinem Unterrichtsraum etwas aufgeräumter machen – und unseren netten Hausmeister etwas entlasten.

Und zum endgültigen Rumposen noch ein schönes Bild zum Schluss...

Und zum endgültigen Rumposen noch ein schönes Bild zum Schluss…

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