Archiv der Kategorie: Auto

Spaziergang am Morgen

Was für ein Ausblick – und das Wetter sieht auch vielversprechend aus!


Nach meinem durchweg erfrischenden („9–10 Grad Celsius, Baby!“) Morgenlauf brachte ich heute unser Auto zum Kundendienst, der turnus- und gefühlsgemäß an der Zeit war. Den gut dreieinhalb Kilometer langen Heimweg trat ich zu Fuß an, jedoch in viel gemütlicherem Tempo als vorher. Außerdem gönnte ich mir noch eine heiße Schokolade beim Bäcker, der auf dem Weg lag.

Als ich nach den ersten drei Kilometern ungefähr auf der Höhe unseres Hauses angekommen war, ließ ich mich für einen Moment auf einer Bank nieder und wartete darauf, dass mein Puls wieder in einen normalen Bereich zurückkehrte (der Anstieg davor ist recht kräftig) — und schoss das Foto. Heute Abend darf ich den Weg auch wieder in die andere Richtung absolvieren. Vielleicht nehme ich die ganze Familie mit, wir essen ein Eis und holen dann das Auto ab. Mal sehen! Schönen Dienstag euch allen!

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52 Wochen – Teil 43 („Bluesman“)

Gestern Abend durfte ich bei Blues & The Gang im Gleis 1 aushelfen. Zweimal hatte ich mit der Band geprobt, doch nie waren alle anwesend. Die Ehre hatte ich erst im Konzert – doch es war fantastisch. Einzig die Uhrzeit lag weit außerhalb meiner Komfortzone, denn das Konzert begann erst kurz nach 21:00 h und bestand aus zwei Sets. Mit Pause waren wir kurz nach Mitternacht fertig. Da schlafe ich normalerweise schon seit mehr als zwei Stunden. Gestern/heute kamen dann aber noch Abbau und Verladen, danach lenkte ich den Wagen des Pianisten nach Hause. Pünktlich um 2:30 h kroch ich in mein Bett.

Alles in allem war der Abend zwar höllisch anstrengend, aber auch sehr erfrischend, denn mit einer kleinen Band hatte ich schon seit gefühlt ewigen Zeiten nicht mehr gespielt. Als langhaariger Teenager war ich als Gitarrist in einer sensationell guten Rockband aktiv (soll heißen: Wir mussten uns nach jedem Auftritt umbenennen, damit beim nächsten noch Leute kommen…). Je kleiner die Band, desto wichtiger ist der einzelne Musiker. Bei einer Big Band – da habe ich deutlich mehr Erfahrung – ist das zwar ähnlich, aber bei Weitem nicht so zwingend. Setze ich bei der kleinen Band ein paar Takte aus, fehlt da tatsächlich ein Part, bei der Big Band dagegen ist oft noch ein anderer Spieler parallel zu mir (klar: es fehlt immer noch etwas, nicht zuletzt die Klangfarbe, aber es ist halt nicht ganz so dramatisch).

Der Auftrittsort ist außerordentlich skurril: Ein alter Bahnhof, der sich in zwei Teile gliedert: Links vom Eingang landet man in einer dadaistischen Dauerinstallation (siehe heutiges Selfie-Konstrukt), rechts geht es in den Aufführungsraum. Wesentlich mehr als 40-50 Personen bekommt man neben der Band nicht mehr in den Raum, gestern war es rappelvoll. An zwei Stellen im Set gab es zwei Stücke ohne Bläser hintereinander, da gingen wir von der Bühne. In diesen Pausen wandelte ich durch die dadaistische Installation – und zückte flugs mein iPhone…

Dadaismus und Blues müssen keine Gegensätze sein, das habe ich gestern Abend gelernt...

Dadaismus und Blues müssen keine Gegensätze sein, das habe ich gestern Abend gelernt…

Im Lauf der letzten 43 Wochen ist mir aufgefallen, wie schwierig es ist, beim Selfie-Schießen nicht allzu doof in die Kamera zu schielen… Das Problem kaschierte ich heute durch die Kombination der Fotos. Schön (im Sinne von: „AAAAAAAAAAhhhhhhhhhh!“) auch rechts oben die Hinweise zur technischen Installation im Konzertraum…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 43 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen. Die übrigen Teilnehmer sind:

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E-Bike – Erfahrungsberichte und eine (gar nicht so kleine) Vision

Seit August habe ich mein E-Bike, mittlerweile bin ich deutlich mehr als 600 Kilometer damit über die Ostalb gefahren – und es ist immer noch traumhaft angenehm. Jeder, der mich danach fragt, bekommt einen quasi euphorischen Zwischenbericht.

Mein E-Bike – hier in der Mitte einer kleinen Tour durch die Ostalb

Mein E-Bike – hier in der Mitte einer kleinen Tour durch die Ostalb

Interessante Reaktionen

Es war keine große Überraschung, dass ich von allen möglichen Seiten mit Kommentaren beworfen wurde. Die meisten davon waren fragender, fast schon zweifelnder Natur:

  • Der häufigste Kommentar (von Schülerseite) war tatsächlich: „Sie fahren/haben ein E-Bike?
  • Der zweithäufigste Kommentar von Schülern war: „Sie wollen mir das E-Bike doch sicher schenken, oder?“
  • Der dritthäufigste Kommentar machte sich eher indirekt am Fahrrad fest. Da das Fahrrad viel gekostet hat und ich einfach keine Lust habe, mich mit Vandalismus oder Diebstahl auseinanderzusetzen, parke ich es weder im Fahrradkeller noch vor der Schule sondern in meinem Unterrichtsraum (der liegt glücklicherweise im Erdgeschoss der Schule). Beim Hineinschieben in das Schulgebäude darf ich mir auch nach mehr als fünf Schulwochen noch anhören: „Dürfen Fahrräder hier überhaupt rein?“
  • Eine Schülerin rief bei meinem Anblick auf dem E-Bike mit entsetztem Tonfall aus: „Aber Sie sind doch noch jung!“ – Klar bin ich jung (gefühlt allemal), aber was hat das mit dem E-Bike zu tun?
  • Ein Kollege, der jeden Tag gut 15 Kilometer (einfach) zur Schule und später dann zurück radelt (alles nur mit Muskelkraft), fragte im (gefühlt) halben Kollegium herum, wem denn das „dicke E-Bike im Fahrradkeller“ gehöre, bis er endlich erfuhr, dass es meines ist.

Nachdem die erste Aufregung sich etwas gelegt hat, immerhin kam ich an den 25 ersten Schultagen des Schuljahres 24 Mal mit dem E-Bike zur Schule (einmal musste es zur ersten großen Überprüfung nach 400 gefahrenen Kilometern, das dauerte über Nacht), erwachte bei einigen Kollegen ein sehr positives Interesse. Plötzlich wurde ich zu Details befragt, dann ging es um meine Erfahrungen, allein der Anblick des Rads, das eben nicht aussieht wie „Modell Oma Jahrgang 1930“, verleitete eine Kollegin dazu, ihre bisherige Abneigung weitgehend abzulegen (sehr verständlich, denn auf so eine „Oma-Schaukel“ würde ich mich auch nicht freiwillig setzen).

Und dann fragte mich sogar der äußerst dynamische Sport-Kollege sehr interessiert nach meinen Erfahrungen, nach Anschaffungspreisen und dergleichen. Das fand ich sehr cool, denn viele zweifelnde Fragen deuteten auf einen (gefühlten) Widerspruch zwischen sportlicher Gesamterscheinung und der Benutzung eines E-Bikes hin. Dass nun der Sport-Kollege, an dessen Fitness überhaupt kein Zweifel bestehen kann, Interesse an dem E-Bike offenbart, zeigt mir, dass ich wohl unbeabsichtigt einige Denkprozesse im Kollegium ausgelöst habe.

Das finde ich gut, denn nach wie vor fahren unglaublich viele Menschen viel zu viele kurze Strecken unnötig mit dem Auto. Wie oft habe ich gesehen, dass Kollegen, die nur zwei oder drei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, jeden Tag mit dem Auto anfahren. Im Winter, mit schwerem Gepäck (aber: Wann kommt das bei Lehrern dauerhaft vor?) oder bei wirklich schlechtem Wetter kann ich das ja als Ausnahme noch verstehen. Aber selbst zu Fuß sind zwei Kilometer doch in maximal zwanzig Minuten bequem zu schaffen. Mit dem Auto im morgendlichen Berufsverkehr wird die Strecke auch mindestens 10 Minuten benötigen. Und Spaß macht Stop-and-Go-Verkehr den wenigsten.

Vision

Mit meiner Frau habe ich mich in den vergangenen Monaten häufig über das Thema Mobilität ausgetauscht. Wir haben ein paar kleine Kopfrechnungen durchgeführt. Tatsächlich ist es mittlerweile unser erklärtes Ziel, nach dem Ableben unseres aktuellen Autos (Jahrgang 2010) kein neues mehr anzuschaffen. Dazu müsste das aktuelle Modell noch gut acht Jahre durchhalten, denn dann wäre selbst unser jüngstes Kind 14 Jahre alt – alt genug, um mit einem eigenen E-Bike komfortabel klarzukommen. Das würde uns Eltern von vielen Taxi-Diensten befreien, den Kindern ein gesundes Verhältnis zur Notwendigkeit mancher Fahrten verschaffen, viel Geld einsparen (dazu komme ich gleich noch) und die Umwelt schonen.

Auf das Auto sind wir im Moment nur für wenige konkrete Dinge angewiesen: Einkaufen, familiäre Besuche, Transporte schwerer Gegenstände und Fahrten zur Musikschule, zu weiter entfernten Proben/Konzerten etc. Alles weitere können wir schon jetzt mit den E-Bikes erledigen – unkompliziert und schnell. In Zukunft würden wir in den unumgänglichen Fällen ein Auto mieten, ansonsten könnten wir ohne Probleme komplett darauf verzichten.

Kostenfaktor Auto

Ich versprach, gleich noch einmal auf die Kosteneinsparung durch den Verzicht auf ein Auto zu sprechen zu kommen: Ein Auto ist sehr teuer, genau genommen verschlingt es Unmengen an Geld, doch diese muss ich ein wenig aufschlüsseln:

  • Anschaffungskosten: Unser Auto (Fiat Dobló) hat ziemlich genau 20.000 € gekostet. Bei einer zehnjährigen Nutzungszeit würde allein dies 2.000 € pro Jahr ausmachen, bei einer zwanzigjährigen immerhin noch 1.000 €.
  • Versicherung: Selbst mit allen möglichen Schadenfreiheitsrabatten kostet uns die Versicherung jedes Jahr etwa 280 €.
  • Steuer: 120 € pro Jahr.
  • Benzinkosten: Das hängt stark von der Fahrweise und dem Kilometeraufwand ab. Auf 100 Kilometer verbraucht der Fiat aktuell ca. 8,4 Liter Benzin (für einen Benziner gar nicht so schlecht, aber immerhin). Mittlerweile sind wir mit dem Auto 78.000 Kilometer gefahren. Das macht (780×8,4=) 6.552 Liter Benzin. Bei einem Literpreis von moderaten 1,20 € (und es waren ja auch schon deutlich mehr zwischenzeitlich) haben wir in den letzten sechs Jahren also 7.862,40 € für Benzin ausgegeben, pro Jahr also satte 1.310,4 €.
  • Reparaturen: Gut, die sind nie ganz kalkulierbar. Schätzungsweise nehmen sie aber mit Zunahme des Alters auch noch deutlich zu. Wenn man 400 € pro Jahr nur für Reparaturen ansetzt, ist man sicher recht moderat (wir hatten bislang schon deutlich mehr).
  • Wartungen und sonstiges: Die üblichen Kundendienste und Wartungen kosten ja auch Geld, selbst wenn gar nichts kaputt ist. Die TÜV-Plakette gibt’s nicht geschenkt. Unter 200 € pro Jahr kommt man einfach nicht weg.

So, ich zähle mal zusammen: Ich gehe von 20 Jahren Nutzung aus, das ist vielleicht etwas optimistisch, aber dann bekommt es eine ganz gute Langzeitperspektive:

20.000 € (Anschaffungskosten) + 5.600 € (Versicherung) + 2.400 € (Steuer) + 26.208 € (Benzinverbrauch) + 8.000 € (Reparaturen) + 4.000 € (Wartungen etc.)

Ergibt zusammen: 66.208 € – ein teurer Spaß. Und der Fiat Dobló gehört nun nicht gerade zu den prestigeträchtigen Fahrzeugen. Wäre das ein Audi oder Mercedes, dann müsste ich den Anschaffungspreis locker verdoppeln, wenn nicht gar verdreifachen.

Selbstverständlich kann es sein, dass bei einem teureren Auto die Reparaturkosten niedriger ausfallen. Dafür kostet die Wartung bei VW, Mercedes, Audi, BMW und anderen Marken deutlich mehr, wenn ich meinen Kollegen glaube (einer berichtete davon, dass auch beim Ölwechsel die Arbeitszeit in Meisterstunden berechnet würde – als ob je ein Meister in der Werkstatt noch das Öl wechseln würde…). Vermutlich gleicht sich das wieder aus – und auch 8.000 € Reparaturen gegen vielleicht nur 4.000 € aufzurechnen, wenn dafür der Anschaffungspreis des Autos um 15.000 oder 20.000 € höher liegt, erzeugt keine bessere Gesamtbilanz. Das Auto ist und bleibt ein wirklich sauteures Luxus-Vergnügen, dessen wahre Kosten nur selten auf den Tisch kommen, da sie sich meist über viele Jahre strecken und dadurch gut tarnen…

Die Vision wächst.

Letztlich ist unsere Vision doch gar nicht so klein, zumindest nicht hinsichtlich unserer eigenen Lebensgestaltung. Diese Vision umfasst eine Photovoltaik-Anlage auf unserem Hausdach. Wir benutzen zwar schon seit Jahren ausschließlich Energie von Naturstrom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt, doch durch die Photovoltaik treiben wir in unserem kleinen Rahmen die Dezentralisierung der Energieversorgung voran – das vermutlich wichtigste Element einer nachhaltigen Neuausrichtung dieser gesellschaftlichen Herausforderung. Noch dazu wäre dann nach einer vermutlich üppigen Anfangsinvestition ein Großteil der verbrauchten Energie ab diesem Zeitpunkt selbst erzeugt, wodurch die alltägliche finanzielle Belastung sinken würde. Auf Dauer sicher keine schlechte Entscheidung.

Angeblich soll zum Jahresende ein neuer Standard für Photovoltaik-Anlagen verabschiedet werden, der eine bessere Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Herstellern gewährleistet. Sobald sich da etwas Klarheit abzeichnet, wird unser Projekt Stück für Stück in die Wege geleitet und umgesetzt. Ich kann es kaum noch erwarten.

Gut, jetzt habe ich das Thema einigermaßen weit aufgerissen. Doch es ist mir wichtig, also schreibe ich darüber. Vielleicht bewege ich ja den einen oder anderen tatsächlich dazu, auch einmal etwas nachzudenken. Jede kleine Veränderung, die im Alltag Fuß fassen und sich in einer veränderten Gewohnheit niederlegen kann, hilft.

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Gesehen: „James Bond 007: Skyfall“

James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!

James Bond 007: Skyfall — endlich habe ich ihn mir angesehen!

Zeitverzögert

Bei manchen Filmen bin ich immer ein wenig später dran als die Allgemeinheit, zum Glück stört es mich nicht im Geringsten, erst nach Ablauf einer ganzen Weile einen Film zu sehen, den ich als Jugendlicher gefühlt sicher sofort hätte sehen müssen. Bei den Bond-Filmen bin ich nun immer noch einen hinten dran, doch ich habe Zeit und Geduld…

Die „Craig-Bonds“

Insgesamt muss man den Bond-Filmen mit Daniel Craig attestieren, dass sie den Action-Aspekt deutlicher als alle Vorgänger in den Vordergrund stellen, wofür — leider — der feine Humor, der beispielsweise die Bond-Filme mit Roger Moore zu meinen Favoriten machte, etwas (streckenweise sogar weit) zurückgedrängt wurde. So sehr ich die rasante Action schätze, für mich sind die Craig-Bonds dahingehend unübertroffen, so sehr vermisse ich dieses fein ausgewogene Pendel zwischen Ironie/Humor und Action. Das ist sicher eine Frage des Zeitgeschmacks, anscheinend bin ich da irgendwie in den 80er-Jahren stehen geblieben…

An der dritten Bond-Komponente, dem zu entziffernden Rätsel, hat sich nichts geändert. Im Gegensatz zu den früheren Bond-Filmen, in denen oft schon sehr früh klargestellt wird, was der Titel zu bedeuten hat (z.B. bei „Goldeneye“), muss man sich bei „Skyfall“ bis etwa 20 Minuten vor Ende des Films gedulden. Das hat mir gefallen.

Gleichzeitig wirkt James Bond in der Darstellung von Daniel Craig immer deutlich fragiler als die früheren, vor Selbstsicherheit und Arroganz nur so strotzenden Versionen (vor allem bei Sean Connery und Roger Moore). Mehr als je zuvor wird trotz der Härte der Action der zerbrechliche menschliche Aspekt des Agenten beleuchtet, wodurch die Action einen emotionalen Widerpart findet (womöglich blieb dabei der Humor auf der Strecke), der die Filme geschickt ausbalanciert. Ohne diese psychologische Komponente wären die Craig-Bonds ziemlich tumbe Action-Filme ohne Tiefe.

Gleichzeitig ist es aus Sicht der gesamten Serie absolut verständlich, wenn nicht gar sinnvoll, den Charakter so anzulegen, denn die Craig-Bonds stellen ja eine Art Vorgeschichte (neudeutsch auch „Prequel“ genannt) zu den früheren Filmen dar. Die spätere Selbstsicherheit bzw. Arroganz des Doppelnull-Agenten ist dann wie das Resultat der inneren Kapitulation vor der Gewalt, die nun einmal sein gesamtes Leben beherrscht, zu deuten. Zumindest erscheint es mir so ganz schlüssig.

Skyfall

Insgesamt ist „Skyfall“ meiner Meinung nach ein sehr gelungener, zügig und energiereich inszenierter Action-Knaller mit einer wehmütigen und gleichzeitig nostalgisch verklärten Schlusswendung (Stichwort: „Moneypenny“).

Grundsätzlich dreht sich die Geschichte darum, einem ehemaligen MI6-Agenten namens Raoul Silva, der entdeckt hat, dass die andere Seite des Gesetzes für ihn viel spannender und schöner ist, dingfest zu machen bzw. in seiner Zerstörungswut zu stoppen, denn der hat es in äußerst mörderischer Absicht auf „M“, Bonds Chefin, abgesehen. Und dieses Ziel verfolgt er ohne Rücksicht auf Verluste. Zusätzlich gewürzt wird die Handlung durch einen anfänglichen Ausstieg Bonds aus dem Geheimdienst, weil er sich nach einer vermeintlich tödlichen Verletzung längere Zeit nicht zum Dienst zurückmeldet.

Positiv aufgefallen sind mir vor allem die folgenden Aspekte:

  • Endlich geht ein Bond-Film intensiver auf die Familiengeschichte der Bonds ein! Hier und da gab es ja immer ein paar Anspielungen, doch nie so detailliert wie in „Skyfall“. So wird geschickt der Charakter des Geheimagenten vertieft, ohne vom hauptsächlichen Handlungsstrang abzulenken. Bedenkt man, dass es sich um den 23. Film einer seit mehr als 50 Jahren fortgesetzten Filmreihe handelt, ist das durchaus eine willkommene Abwechslung.
  • Die in diesem Zuge (Charaktervertiefung) verwendeten Landschaftsaufnahmen aus den schottischen Highlands sind schlicht umwerfend!
  • Der Titelsong von Adele ist gleichzeitig modern und doch hörbar an den typisch opulenten Stil der frühen Bond-Songs angelehnt. Geschickt wurde die charakteristische Bond-Harmoniefolge (mit der kreisenden chromatischen Melodielinie) in die Begleitung der Strophe eingebaut – sehr schön!
  • Die Verneigung vor den früheren Filmen, z.B. in Form des Aston Martins, der während der Flucht vor dem Bösewicht aus einer versteckten Garage geholt wird, stellt eine weitere Verbindung zur Bond-Tradition dar. Es ist für mich auch gleich die lustigste Stelle im Film, als James Bond seiner Chefin scherzhaft damit droht, sie mittels Schleudersitz aus seinem Aston Martin zu befördern — ich glaube, zuletzt kam der in „Goldfinger“ zum Einsatz… Herrlich!

Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur eines: Der neue „Q“ kommt als jugendlicher Nerd in meinen Augen total unglaubwürdig rüber. Gerade in einem so traditionsversessenen Land wie England müssten schon wahre Wunder geschehen, bis so ein „Jungspund“ zu einer derartigen Position im MI6 aufsteigen könnte. Da seine Rolle in „Skyfall“ insgesamt sehr klein ausfällt, macht das nicht viel aus. Dennoch wird dieser Charakter sicher ein Element in den kommenden Bonds werden, das mir ein wenig Magengrimmen verursachen könnte.

Fazit

Alles in allem ein wirklich sehenswerter Bond-Film, der sich gleichzeitig gut in die Traditionen einfügt, dabei aber auch neue Elemente geschickt ins Spiel bringt. Ein bisschen Spannung hat mich ja schon gepackt, wie denn die Reihe insgesamt (ab dem 25. oder 26. Film) fortgesetzt werden soll. Speziell als britischem Agenten gehen Bond langsam aber sicher die Konfliktherde aus (na ja, vielleicht könnte die EU ja angesichts des Brexit zum neuen „Schurkenreich“ aufsteigen). Und irgendwann nutzt sich die „Terroristen oder ehemalige Kollegen“-Schiene auch ein wenig ab. Wie gesagt: spannend.

Mal sehen, wann ich mir „Spectre“ ansehen kann. Meinetwegen darf da noch ein gutes Jahr ins Land ziehen. Eventuell greife ich ihn auch erst später – wie schon „Skyfall“ – für 4€ bei einer iTunes-Aktion ab…

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Kuriositäten der letzten Wochen und Monate

Vorbemerkung: Teile dieses Beitrags lagen nun schon seit kurz nach Ostern in meinem Entwürfe-Ordner herum. Doch irgendwie bekam ich nie die Kurve, ihn fertig zu stellen und zu veröffentlichen. Heute nahm ich mir endlich die Zeit…

Das bleibt von einer suizidal veranlagten Amsel übrig...

Das bleibt von einer suizidal veranlagten Amsel übrig…

Die suizidal veranlagte Amsel

Am Ostersonntag waren wir – wie es seit Jahrzehnten eine Tradition ist – bei meinen Schwiegereltern in der Nähe von Eichstätt (bei Ingolstadt) zu Besuch, denn dort findet ein jedes Jahr opulent ausfallender Oster-Brunch statt. Ein wirklich großer Teil der Verwandtschaft findet sich ein, man unterhält sich in entspannter Atmosphäre, stopft sich über Stunden hinweg den Bauch voll und bringt sich gegenseitig auf den aktuellsten Stand. Alles in allem eine sehr schöne Angelegenheit.

Der Weg dorthin beläuft sich von uns aus auf ganz grob 150 Kilometer über Landstraßen. Unter 100 Minuten Fahrzeit ist das mit unserem tuckeligen FIAT Dobló nicht zu machen, andererseits sind sowohl meine Frau als auch ich eher defensive Fahrer, die die ohnehin bescheidenen Möglichkeiten unseres Autos auch nicht gnadenlos ausreizen.

Und dennoch wurde unser Auto an eben jenem Tag zum Werkzeug des Todes. Irgendwo gerade über die Grenze nach Bayern saß am Straßenrand eine Amsel – möglicherweise war es auch ein ganz anderer Vogel, die Zeit für intensive ornithologische Studien konnte ich mir während dieses kurzen Moments schon aus Sicherheitsgründen nicht nehmen. Auf jeden Fall schoss der Vogel genau vor unserer Motorhaube vom rechten Fahrbahnrand aus schnurstracks über die Straße, sicherlich ein ausgeklügeltes Fluchtmanöver. Nur kamen wir bereits mit ungefähr 100 Stundenkilometern des Weges… Der Vogel prallte mit voller Wucht gegen unser Auto und verschwand dann auf Nimmerwiedersehen zu meiner Linken. Anhand des Aufprallgeräusches behaupte ich jetzt einfach einmal, dass das Tier entweder sofort oder allerhöchstens binnen weniger Sekunden das Zeitliche gesegnet haben muss. Ein klassischer Fall von spontanem Vogel-Suizid, der so schnell vonstatten ging, dass ich gar nichts mehr hätte tun können. Wäre die Amsel einfach sitzen geblieben, wo sie vorher gewesen war, hätte sie außer einem kräftigen Luftzug nichts abbekommen.

Fake-Tiramisu

Beim oben schon erwähnten Oster-Brunch gab es dieses Jahr neben vier anderen Kuchen-Sorten auch ein auf den ersten Blick höchst appetitlich anzusehendes Tiramisu – davon kann ich nie genug bekommen. Ich nahm mir ein frisches Schälchen, lud mir eine ordentliche Portion auf, ging an den Tisch zurück – und merkte, dass da irgend etwas nicht stimmte.

Dies war kein richtiges Tiramisu. Statt des leckeren und ungesunden Löffelbisquits fand ich labberige Birnen-Stücke, zwischendrin lagen auch noch andere Früchte. Als Vegetarier habe ich ja nun gar nichts gegen Früchte, aber die Kombination war derart unpassend, dass ich nach zwei Probelöffeln verzweifelt das Handtuch warf.

Ich weiß nicht, wer in der Verwandtschaft für das Erstellen dieser Speise zuständig gewesen war, das Ergebnis war aber schlicht und ergreifend nicht lecker. Zusätzlich war die Konsistenz der Früchte derart matschig und labberig, dass zusammen mit der aus meiner Sicht unpassenden Geschmackskombination ein völlig untaugliches Gesamtprodukt entstanden war.

Meine Schwägerin sah eine Weile später das Schälchen auf dem Tisch stehen und fragte, ob sie es aufessen solle. Nach einem einzigen Biss verzichtete auch sie mit Freuden auf jeden weiteren Versuch. Das gab mir dann die Bestätigung, dass nicht mein Geschmack in dieser Angelegenheit verdreht war. Uff!

Das suizidal veranlagte Insekt

Ähnlich zum oben geschilderten Vorfall mit dem Vogel stürzte sich vor ein paar Tagen ein Insekt in offensichtlich selbstmörderischer Absicht vor meinen Fahrradreifen. Und das bei langsamem Tempo (sicher unter 5 km/h), da ich da gerade den Berg hinaufstrampelte. Ich war völlig perplex, denn einen nicht einmal fünf Zentimeter breiten Fahrradreifen muss man als Insekt bei so viele freier Luft außen herum erst einmal treffen – und dennoch brachte dieses Tier das fertig. Mein Kopf möchte immer noch geschüttelt werden…

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Eine Frage des Autohauses

Im Oktober 2010 kauften meine Frau und ich für unsere fünfköpfige Familie ein neues Auto, einen FIAT Dobló. Unseren eigentlich sehr guten Skoda Octavia gaben wir damals in Zahlung, denn die drei Kindersitze passten bei diesem Modell nicht nebeneinander auf die Rückbank. Insgesamt erschien uns der preisliche Deal, den wir bei der Inzahlungnahme abgesprochen hatten, nicht ungünstig.

Verhandlungen

Weder ich noch meine Frau sind besonders gut im Verhandeln (da fehlen uns wohl die Schwaben-Gene). Statt also verzweifelt (und ungeschickt) zu versuchen, den Preis zu drücken, kam es uns darauf ein, einen kompletten Satz Winterräder kostenfrei zum Auto zu erhalten, denn sonst hätten wir beim Kauf im Oktober ziemlich bald nach dem Erwerb des Autos gleich noch einmal ein paar Hunderter hinblättern müssen, um neue Winterräder zu erstehen. Das wollten wir vermeiden. Wir schafften es auch, diese Vereinbarung festzuklopfen. Doch dann kam alles anders. Und wie…

Lieferengpässe en masse

Zwei Punkte auf der bestellten Liste ließen dann aber geraume Zeit auf sich warten:

  • Das Gepäckraumtrennnetz, das laut Katalog hätte erhältlich sein müssen, war von uns beim Kauf mit allem anderen bezahlt worden, konnte dann aber etwa ein Jahr lang nicht geliefert werden. Wir haben es auch heute noch nicht. Nur wollten wir irgendwann einfach eine Möglichkeit haben, den Gepäckraum effektiv vom Fahrgastraum abzutrennen, denn bei Unfällen mit einem voll beladenen Auto kann das unter Umständen sehr hilfreich sein. Also bauten sie uns statt des immer noch nicht erhältlichen Gepäckraumtrennnetzes das Hundegitter ein. Besser als nichts, aber irgendwie kam uns die Sache schon recht seltsam vor. Und auf jeden Fall ist es ein Armutszeugnis für eine so traditionsreiche Automarke wie FIAT.
  • Auch die Felgen für die Winterräder waren alles andere als schnell zu haben. FIAT hatte vom Vorgängermodell zu unserem Dobló die Befestigung der Räder am Auto von einer Version mit vier Schrauben auf eine mit fünf Schrauben umgestellt. Und die Felgen dafür waren ganz offensichtlich Mangelware. Nach etlichen Telefonaten und Email-Anfragen beim Händler zogen diese uns Anfang Dezember 2010 einfach die Winterreifen auf die Sommerfelgen auf – bereits dies wäre eigentlich schon gar nicht zulässig gewesen, wie wir drei Jahre später erfuhren, aber immerhin…
  • Die „angeblich korrekten“ Felgen erhielten wir dann pünktlich zum folgenden Winter (November 2011), also ebenfalls mit etwas mehr als einem Jahr Verspätung.

Händler, Händler, Händler

Insgesamt war es mit diesem Händler in Schorndorf ohnehin ein sehr zähes Verhandeln um lauter Selbstverständlichkeiten. Die stets versprochenen Rückrufe erfolgten zu 99 Prozent nicht, ganz oft würde man von einem Angestellten zum nächsten weitervertröstet. Kurzum: Mangelhaft im Service.

Als wir noch in Schwäbisch Gmünd wohnten, testeten wir daher noch einen weiteren Händler für die alltäglichen Service-Arbeiten. Doch die waren derart unfreundlich und wenig entgegenkommend bei der Terminvergabe, dass einem auch die Lust verging, sich dorthin zu begeben.

Nach unserem Umzug vor etwa drei Jahren fanden wir ein neues Autohaus in der Nähe der Aalener Innenstadt: Das FIAT-Autohaus Haussmann. Nach unseren Vorerfahrungen waren wir überaus skeptisch, doch – endlich – wurden wir einmal eines Besseren belehrt, denn dort ist der Service nicht nur gut, er ist exzellent. Allein im vergangenen Kalenderjahr mussten wir an zwei oder drei Tagen ganz spontan in die Werkstatt, weil die Software eine Fehlermeldung ausgespuckt hatte oder sonst kleinere Wehwehchen am Auto aufgetreten waren. Auch ohne Terminvereinbarung wurden wir stets schnell und überaus zuvorkommend bedient.

Rückrufe und Kostenvoranschläge, die ganz unkompliziert per Email geschickt werden, sind eine Selbstverständlichkeit, ein paar nette Worte zur Begrüßung, automatisches Mitdenken und freundliche Erinnerungen an (fast) verpasste Termine (TÜV…) gehören zum Standard.

Auch Service daheim klappt sehr gut: Einmal wollten wir zu einer Verabredung mit Freunden losfahren, als wir einen Platten am Vorderreifen bemerkten. Ein Telefonat genügte: Innerhalb von 20 Minuten kam (kurz vor Feierabend!) ein Mitarbeiter aus der Werkstatt mit dem passenden Ersatzrad vorbei und wechselte schnell das gesamte Rad aus. Die ganze Aktion wurde dann über den Schutzbrief abgewickelt – für uns völlig unkompliziert.

Hach, ich komme glatt ins Schwärmen!

Risiko pur

Was es mit den oben erwähnten angeblich korrekten Felgen für unsere Winterreifen auf sich hatte, erfuhren wir gerade vor ein paar Tagen. Und es waren absolut keine schönen Nachrichten: Meine Frau war beim nächtlichen Fahren an einem Bordstein hängen geblieben. Um auf Nummer Sicher zu gehen, brachte ich am Donnerstag das Auto in die Werkstatt. Nach vier Wintern stand ohnehin ein Tausch der Reifen an. Also gab ich den Auftrag, die Reifen zu kontrollieren und bis zu einem gewissen Grenzbetrag einfach zwei oder vier auszutauschen. Dann zischte ich zu Fuß rüber in die Schule (das ist nur ungefähr ein halber Kilometer).

Als ich später aus der Schule kam, um das Auto abzuholen, war es nicht zu sehen. Ich ging zur Rezeption und fragte, ob das Auto gerade auf Kontrollfahrt sei. Die Antwort überraschte mich dann doch, denn mir wurde verweigert, mit dem Auto wieder zu fahren, da weder die Felgen noch die Reifen für dieses Auto überhaupt zugelassen seien. Hmmmm. Nun hatten wir ja schon vier Winter mit diesen Rädern hinter uns. Aber faktisch heißt es: Der Händler aus Schorndorf hatte uns einfach unpassende Felgen verkauft, um uns mit den ständigen Nachfragen, wann denn nun endlich passende Felgen geliefert würden los zu sein. Faktisch hat er unsere Sicherheit im Straßenverkehr vorsätzlich gefährdet. Ein starkes Stück.

Wäre es ein Privatmann gewesen, von dem ich die Felgen kaufte, hätte ich nichts gesagt, denn dann wäre es auch meine Schuld gewesen, nicht genau hingeguckt zu haben. Anders verhält es sich bei einem Händler, noch dazu demjenigen, von dem ich den Neuwagen, zu dem diese Räder gehören, gekauft habe. Der hat alle benötigten Informationen und muss darüber hinaus Tag für Tag mit diesen Dingen umgehen. Welch eine unglaubliche Schlamperei! Es ärgert mich, dass ich keinerlei Quittung über den Erhalt der Winterräder mehr habe, denn damit hätte ich diesem Händler aus Schorndorf jetzt wirklich die Hölle heiß gemacht.

Händler des Vertrauens

Zurück zum Donnerstag: Nachdem geklärt war, dass ich mit dem Auto so nicht mehr fahren könnte, legte man mir gleich eine vorbereitete Auflistung vor, was denn die passenden Ersatzfelgen mit Reifen und Einspuren etc. kosten würden. Ich bestellte nach kurzer Überlegung und bekam innerhalb von zwei Minuten auch noch einen Mietwagen (der dann nicht einmal etwas kostete) gestellt, denn mein Sohn musste innerhalb der nächsten halben Stunde schon zum Zahnarzt.

Eigentlich hieß es, dass vor Dienstag keine Aussicht auf Lieferung bestünde, da durch den Wintereinbruch gerade viele Leute auf den Gedanken kämen, „umzurüsten“. Puh! Aber gestern, also nur einen Tag nach der Bestellung, kam gegen 14:00 h der Anruf, dass das Auto fertig sei und abgeholt werden könne.

Ich könnte an dieser Stelle aus dem Loben unseres hiesigen Händlers gar nicht mehr herauskommen. Der einzige Nachteil an der Geschichte ist für uns, dass natürlich die Felgen, Reifen, Radkappen und das Einspuren zusammen doch über 900 € gekostet haben, das kann ich aber schwerlich unserem Händler anlasten. Dennoch: einen Großteil dieser Kosten hätten wir uns locker sparen können, wenn das erste Autohaus nicht so unglaublich geschlampt hätte. Saftladen!

 

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