Mal wieder ein bisschen Lob für Apple und iCloud

In den letzten Jahren habe ich mich immer wieder recht abfällig über Apples iCloud-Service geäußert – und natürlich nicht ohne Grund, denn einiges davon ist (oder besser: war), wenn man der englischen Sprache die Ehre gibt, „a pain in the ass“. Über die letzten Monate jedoch hat sich jedoch allem Anschein nach unter der Haube einiges getan, daher muss ich nun einfach auch mal ein völlig angebrachtes Lob vom Stapel lassen. Tatsächlich sind die meisten meiner früheren Probleme mittlerweile völlig behoben, was ich im Alltag außerordentlich schätze.

Dokumente

Meine Dokumente in den drei am meisten im Arbeitsalltag genutzten Apps Pages, Numbers und Keynote werden seit Wochen auf allen Geräten zuverlässig synchron gehalten. Erst gestern bemerkte ich (beinahe erstaunt), dass ich mich mittlerweile derart auf eine reibungslose Hintergrund-Synchronisation verlasse, dass ich mir erst in der Schule beim Aufrufen der Pages-App überhaupt einen Gedanken machte, ob denn das zuletzt bearbeitete Dokument noch im Hintergrund synchronisiert worden wäre. Aber es war im aktuellsten Zustand vorhanden, alles super!

Noch vor einem Jahr hätte ich mir fast zu 100 Prozent sicher sein können, dass das Dokument nicht geladen worden wäre. Zumindest nicht, wenn ich die App nicht extra geöffnet und eine Weile gewartet hätte. An dieser Front kann ich also eine eindeutige Verbesserung, die ich jeden Tag bemerke, attestieren. Und das klappt meiner Erfahrung nach mit allen Apps, die sich über iCloud synchronisieren.

Diesen Punkt habe ich gleich als erstes angesprochen, denn das war für mich immer der gewichtigste. Wenn ich meine für die Arbeit erstellten Dokumente dort nicht habe, bin ich teilweise aufgeschmissen. Wäre hier keine Verbesserung zu verzeichnen, träten alle weiteren Dinge in ihrer positiven Entwicklung dennoch hinter dem gravierendsten Mangel in der Bedeutung zurück.

iCloud Drive

Seit iOS 9 gibt es eine eigene iCloud Drive-App, die eine der Dropbox nicht unähnliche Funktion für alle iOS-Nutzer zur Verfügung stellt. Dort hat man Zugriff auf die Ordnerstruktur, auch wenn einige Apps keinen direkten Zugriff auf ihre Interna zulassen (in diesem Fall wird kein Ordner angezeigt).

Seit macOS Sierra wird der Desktop meines iMac ebenfalls in einem eigenen iCloud-Ordner synchronisiert. Nun gehöre ich zu den Menschen, die keine Dateien langfristig auf dem Desktop lagern. Mit Feng-Shui habe ich nichts am Hut, aber diese aus der Windows-Welt bekannten endlosen Kolonnen von Datei-Icons auf einem Desktop sind für mich reinster Augenkrebs. Noch dazu erschweren sie das Auffinden der gesuchten Dateien, weshalb ich mit einer seit Jahren in ständiger Optimierung befindlichen Ordnerstruktur arbeite.

Von dieser Struktur sieht man hier nichts, denn sie spielt sich innerhalb der App-Ordner ab. In Pages gibt es 40 Objekte, es handelt sich dabei ausschließlich um Ordner, innerhalb derer wiederum etliche hundert Dateien liegen. Durch die klare Struktur weiß ich in über 90 Prozent der Fälle sofort, wo ich sie finde, beim Rest (überwiegend uralte und seltenst benutzte Dateien) dauert es meist auch nicht lang.

Wie gesagt, ich lege da keine Dateien über längere Zeit ab, doch finde ich es praktisch, die Option zu haben...
Wie gesagt, ich lege da keine Dateien über längere Zeit ab, doch finde ich es praktisch, die Option zu haben…

Zurück zum Thema: Der über iCloud synchronisierte Desktop-Ordner. Hier kann ich vom iPad oder iPhone aus Dateien ablegen, beim nächsten Login in den iMac liegen dann schon die Dateien auf dem Schreibtisch bereit. Das kann unter Umständen einiges an Zeit einsparen oder als automatische Erinnerung fungieren.

Kalender

In meinem Blog-Eintrag „Wunschliste an Apple“ vom 6. Januar 2015 habe ich mich über die mangelhafte Kalender-Synchronisierung beschwert. Das ist zum Glück weitestgehend ein Ding der Vergangenheit geworden. Ein oder zweimal gab es den Fall in den letzten Monaten, dass ein Ereignis nicht ankam, sonst lief alles glatt.

Abhilfe schafft in diesen seltenen Fällen zum Glück immer noch der Trick, den ich damals bereits beschrieben habe: Einem Kalender eine neue Farbe zuweisen. Anscheinend löst dies eine erneute Synchronisierung aller Kalenderdaten aus. Klar, schöner wäre es, die Probleme träten gar nicht mehr auf, doch in dieser Frequenz (hochgerechnet ungefähr drei oder vier Mal im ganzen Jahr) kann ich damit leben, da spreche ich dann auch wirklich nur noch von „Jammern auf hohem Niveau“.

Apple Music offline verfügbar

Im November 2015 musste ich eine unangenehme Erfahrung machen, als eine für eine Klassenarbeit benötigte Datei, die ich in Apple Music für das Abspielen ohne Netzverbindung verfügbar gemacht hatte, zuerst nicht abgespielt wurde, weil die Apple Music-App auf meinem iPad sich in der Situation nicht mit dem Server verbinden konnte (hier).

Damals war das ein großes Ärgernis, wenn ich die Musik-App auf dem iPad ein paar Tage nicht nutze, wird das gleiche auch jetzt noch passieren. Mittlerweile habe ich aber gelernt, damit umzugehen. Im Fall einer Klassenarbeit greife ich morgens noch einmal im heimischen Netzwerk auf die Dateien zurück, ansonsten muss ich halt über das iPhone eine Verbindung herstellen und die Authentifizierung durchführen.

Ich habe sogar Verständnis für die Maßnahme von Apples Seite, denn es handelt sich um einen Bezahldienst. Ohne ein relativ enges Zeitfenster bei den Authentifizierungen (von denen man im Normalfall, also im heimischen Netzwerk, ja nie etwas mitbekommt), könnten sonst immer wieder tagelang Leistungen erschlichen werden, die nicht bezahlt wurden. Das wird jedoch kein einziger Streaming-Dienst gern mit sich machen lassen, da die Rechteinhaber ja trotzdem weiterhin auf einer Bezahlung bestehen.

Insofern ist hier zwar keine Veränderung eingetreten, ich habe meine Abläufe aber entsprechend angepasst. So viele Klassenarbeiten schreibe ich auch wieder nicht, dass das ein echtes Problem wäre, es fällt eher in die Kategorie „unkommod“.

Hörbücher

Die Hörbücher sind schon unter iOS 9 aus der Musik-App nach iBooks umgezogen, was durchaus sinnvoll war, denn Hörbücher werden häufig ganz anders als Musik konsumiert. Und endlich ist es auch möglich, bereits bei iTunes gekaufte Hörbücher direkt über iBooks erneut zu laden. Somit muss ich weder iPad noch iPhone in dieser Situation per Kabel oder W-LAN an den Mac hängen, um an die Hörbücher aus der iTunes Mediathek zu gelangen. Das kommt nur noch zum Tragen, wenn es sich um nicht bei iTunes gekaufte Hörbücher handelt.

So sieht der Zugriff auf die bereits bei iTunes gekauften Hörbücher aus – ein Antippen des Download-Symbols führt sofort zum gewünschten Effekt. Genial einfach und effektiv – so hätte es von Anfang an sein sollen!
So sieht der Zugriff auf die bereits bei iTunes gekauften Hörbücher aus – ein Antippen des Download-Symbols führt sofort zum gewünschten Effekt. Genial einfach und effektiv – so hätte es von Anfang an sein sollen!

Dennoch ist die Situation wesentlich komfortabler geworden, im Alltag greife ich mehrfach pro Woche darauf zu, lade ältere Hörbücher, höre sie durch, lösche sie („Download entfernen“, sehr bequem). Da kann ich mich gar nicht mehr beschweren.

Fotos

Ein Klassiker ist und bleibt das Synchronisieren größerer Foto-Bibliotheken. Früher war das ein bisschen komplex, heute nicht mehr. Seit dem ich die iCloud Foto-Mediathek aktiviert habe, halten sich die Mediatheken auf iMac, iPad und iPhone perfekt synchronisiert. Auf den beiden mobilen Geräten werden nur die neuesten Bilder auf dem internen Speicher gehalten, ältere müssen im Bedarfsfall nachgeladen werden, sind aber bei Netzkontakt schnell verfügbar. Dafür bleibt der Speicher weitgehend unbelastet. In den meisten Fällen ist das ein sehr guter Kompromiss, nur ganz selten ärgert man sich, dass ein Foto nicht in voller Auflösung parat liegt (meist ist dann das iPad offline oder das Mobilfunknetz auf Edge beschränkt).

Doch die Mühelosigkeit dieser Synchronisierung ist es, die mich am meisten erfreut, denn ich muss faktisch nichts dafür tun. Einmal auf allen Geräten aktiviert muss man je nach Größe der Foto-Mediathek ein paar Stunden Geduld haben (bei mir sind es beinahe 15.000 Fotos, das dauert also etwas), während der erste generelle Abgleich läuft, danach sind es täglich nur noch ein paar Sekunden, in denen neue Bilder hinzugefügt, auf einem Gerät gelöschte Fotos überall in den „Gelöscht“-Ordner verschoben oder neu erstellte Ordner überall angelegt werden. Aber es funktioniert, und in den letzten Monaten war es wirklich äußerst komfortabel, sich nie auch nur einen Gedanken darüber machen zu müssen.

It just works. Again. Finally.

Nachdem ich vor beinahe zwei Jahren mal einen sehr langen Artikel verfasst hatte, in dem ich mich ausführlich über die diversen Unzulänglichkeiten ausließ (hier), kam ich ein Jahr später schon an die Grenzen meiner Fähigkeit, die vielen kleinen Mängel in der Summe zu ertragen (hier). Damals setzte ich Apple eine Frist von zwei Jahren, danach würde ich mir etwas anderes suchen. Bereits im Mai konnte ich feststellen (hier), dass sich einiges verbessert hatte.

Doch nun, also Mitte Oktober, habe ich schon fast keine Kritikpunkte mehr. Meine Liste von damals hat sich weitgehend erledigt. Mir ist auch völlig klar, dass es nie einen perfekten Zustand geben kann. Doch aktuell bin ich sehr zufrieden – und das ist schon einmal sehr gut. Jetzt kann ich in der weit überwiegenden Anzahl der Fälle wirklich davon ausgehen, dass „es einfach funktioniert“. Endlich wieder.

Fun Fact: Der Gluteus maximus

Der Gluteus maximus (Quelle: iMuscle 2)
Der Gluteus maximus (Quelle: iMuscle 2-App für iPad)

Laut Wikipedia handelt es sich beim „Musculus gluteus maximus“ (lat. für „größter Gesäßmuskel“) um einen Skelettmuskel der unteren Extremität, genauer der hinteren (dorsalen) Schicht der hinteren Hüftmuskulatur.

Er ist der dem Volumen nach größte Muskel des Menschen und einer der kräftigsten.

Tja. Und meiner schmerzt nach den gestrigen fünf Stunden Handwerkern im Knien bzw. Vorbeugen heute spürbar. Autsch!

P.S.: Gerade beim Veröffentlichen des Artikels erschien der Hinweis, dass dies mein 500. Blog-Eintrag sei. Hmmmm, ein wirklich würdiges Thema habe ich mir dafür ja ausgesucht… 😉

 

52 Wochen – Teil 26 („Heiligenschein“)

Letzte Woche war unser 14. Hochzeitstag (hmmmm, noch so ein Indiz für das voranschreitende Alter…). Für zweieinhalb Tage konnten wir die Kinder bei meiner Mutter abstellen und uns in ein Wellness-Hotel in der Rhön zurückziehen. Luxus pur!

Direkt am Hochzeitstag wanderten wir über die nahegelegenen Wasserkuppe und bis ins Rote Moor hinein (insgesamt ca. 17-18 Kilometer), den Nachmittag verbrachten wir im Schwimmbad und der Sauna des Hotels, morgens und abends gab es ein derart reichliches und exquisites Buffet, dass wir das Mittagessen einfach ausließen. Und nach dem Abendessen lungerten wir noch einmal bis nach 22:00 h im angenehm warmen Wasser der Pool-Bar herum (Multicolorina dilettiert hatte einen Touch Down, ich einen Mojito), danach gab es noch einen sehr lustigen Film auf dem iPad (Rezension folgt), kurz nach Mitternacht müssen wir beide dann eingeschlafen sein.

Zum Selfie des heutigen Tages: Bei der Wanderung über die Wasserkuppe kamen wir natürlich auch am Radom vorbei. Und irgendwie war ich – vielleicht dank der erhabenen Position, in der wir uns befanden (immerhin fast 1.000 Meter über NHN) – so vermessen, mir einen Heiligenschein zu verpassen…:

Solera mit Heiligenschein – dafür leicht geblendet von der Schönheit seiner Frau...
Solera mit Heiligenschein – dafür leicht geblendet von der Schönheit seiner Frau…

(Kamera: iPhone SE (Frontkamera), Bearbeitung mit Pixelmator: Magnetische Auswahl, Farbanpassung)

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 26 Wochen – Heute ist exakt die Halbzeit! – läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme (hier findet man alle meine Beiträge). Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto. Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

Erster Test: „Zombies, Run!“-App

Sorgt bei mir gerade für spannende Abwechslung beim Laufen: „Zombies, Run!“
Sorgt bei mir gerade für spannende Abwechslung beim Laufen: „Zombies, Run!“

Für mein tägliches Laufen suche ich immer wieder nach einer gewissen Abwechslung, denn die stets gleichen Strecken langweilen mich und meinen Körper irgendwann.

Vor ein paar Wochen empfahl mir ein alter Freund, doch mal „Zombies, Run“ zu probieren. Letztlich ist es eine Smartphone-App (hier, es gibt auch einen Trailer), die den eigenen Lauf in eine vorgegebene Geschichte einbettet, wodurch der Läufer (vermeintlich) zum Akteur in einer Zombie-Apokalypse wird: Als einer der wenigen Überlebenden muss man immer wieder vor Zombie-Horden davonrennen, dabei Gegenstände einsammeln, die in der Menschen-Festung benötigt werden, oder andere Missionen erfüllen, die den Fortbestand des Rests an menschlicher Zivilisation gewährleisten sollen.

Lauf-App…

Abgesehen von dieser Geschichte ist es eine wirklich ganz normale Lauf-App, die mittels GPS solche Details wie Route und Geschwindigkeit protokolliert und übersichtlich darstellt:

Das war meine heutige Runde in der GPS-Kartenübersicht...
Das war meine heutige Runde in der GPS-Kartenübersicht…
Alle Daten übersichtlich auf einen Blick – mit dem Bonus der durchaus ansprechend gestalteten Geschichte drumherum.
Alle Daten übersichtlich auf einen Blick – mit dem Bonus der durchaus ansprechend gestalteten Geschichte drumherum.

…mit Extras

Der eigentliche Spaßfaktor bei der App ist das Einsammeln von Gegenständen während des Laufens. Als Läufer wird man zwar nicht von der App irgendwohin geschickt, das wäre wohl auch ein ziemlich kniffliges Problem beim Betreten fremder Grundstücke, was z.B. in den USA durchaus mal gravierende gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann. Doch die Missionen werden geschickt in den Lauf durch die eigene Umgebung integriert.

In meinem Fall – heute war ja nun mein erster Lauf mit dieser App – fand ich mitten auf dem Weg (angeblich) Batterien, eine Wasserflasche, einen Sport-BH… Dann wurde ich angewiesen, aus dem (fiktiven) „örtlichen Krankenhaus“ diverse „wichtige Unterlagen aus der medizinischen Forschung“ zu holen:

Beim Laufen sammelt man in Abständen diverse Gegenstände ein, die zur Handlung gehören.
Beim Laufen sammelt man in Abständen diverse Gegenstände ein, die zur Handlung gehören.

Das Einsammeln gelang mir (ich musste ja einfach nur weiter auf meinem Waldweg laufen), doch kaum hatte ich sie, wurde ich über die Kopfhörer darüber informiert. Wenige Sekunden später klebte bereits eine ganze Horde von Zombies an meinen Fersen, die wohl in der Nähe des Hospitals gelauert hatten, also musste ich mein Lauf-Tempo drastisch erhöhen. Ich entkam – vorerst. Kurz vor Schluss wurde ich dann noch einmal richtig gejagt

Fazit

Ganz ehrlich: So viel Spaß hatte ich beim Laufen schon lange nicht mehr, es sei denn, das Hörbuch war wirklich gut. Nun ist es eine interessante Frage, ob der Spannungsfaktor auch in den kommenden Tagen/Wochen erhalten bleibt. Falls ja, wäre das ja der blanke Wahnsinn. Falls nicht, na gut, dann halt nicht. Im schlimmsten Fall wechsle ich wieder zurück zu meiner vorherigen Lauf-App.

Für den Moment aber ist es eine sehr willkommene Abwechslung, die einen ganz normalen Morgenlauf in ein besonderes Erlebnis verwandelt. Sehr schön!

Die Timothy Ferriss-Diät

Am Sonntag vor einer Woche begann ich eine Diät. In den Wochen/Monaten davor hatte ich nach und nach ein wenig mehr Speck angesetzt, als mir ins Konzept passt. Statt meiner üblichen 64-65 kg Gesamtgewicht zeigte die Waage am Sonntag Morgen allen Ernstes 66,9 kg. Das war so nicht hinzunehmen, denn bereits bei 66,0 schrillen eigentlich alle Warnglocken.

Mit meinen 178 Zentimetern stellen 66 kg noch kein ernstzunehmendes Problem dar (selbst 70 kg wären ja noch kein Problem), ich wog allerdings vor ein paar Jahren mal etwa 90 kg. Dorthin möchte ich auf keinen Fall zurück, weswegen mir ein rechtzeitiges Gegensteuern immer ratsam erscheint.

Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv
Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv

Inspiriert durch einen Tweet von Bastian Wölfle (siehe hier), der auf ein Interview verlinkte, hatte ich mir im iBooks Store bereits das Buch „Der 4 Stunden Körper“ von Timothy Ferris besorgt und ein Stück gelesen. Gerade am Sonntag vor einer Woche zog ich mir beim Gehen auf dem Laufband (das ist vielleicht eine einschläfernde Tätigkeit, aber meine Zerrung ließ leider keinen Lauf zu) einige weitere Kapitel rein, fand vieles, was ich gut umsetzen konnte – und begann sofort mit der Diät.

Der Einstieg war so spontan, dass ich gleich einmal meine Frau verärgerte, denn plötzlich passte der zwei Tage vorher gemeinsam für die anstehende Woche gewählte Speiseplan nicht mehr zu dem, was ich essen durfte, wollte ich die Diät sinnvoll durchziehen. Dumm das! Doch weil sie nun einmal die beste Frau der Welt ist, legte sich der Ärger schnell und sie unterstützte mich. Das Ende der Diät stand auch sofort fest: Freitag. Beim Abiball wollte ich am Buffett nehmen, wonach mir der Sinn stand. Dazu gehören in Schwaben fast immer Spätzle und diverse andere leckere Beilagen, die sich unmöglich mit der Diät vereinbaren ließen. Gerade der kurze Zeitrahmen ließ mich voller Zuversicht an das Experiment herangehen.

Gleich vorweg: Ich habe mich an manche Elemente aus der Ferriss-Diät nicht gehalten, denn er predigt einen gezielten Einsatz von Medikamenten, die den Stoffwechsel beeinflussen, um die über die Nahrung aufgenommenen Stoffe davon abzuhalten, in Fettdepots gespeichert zu werden. Mit so etwas kann ich überhaupt nichts anfangen, noch dazu geht es um irgendwelche Substanzen, deren komplettes Wirkspektrum noch gar nicht erforscht ist (diesen Teil des Kapitels habe ich dann gleich in hohem Tempo überflogen, denn vom ersten Satz an war mir klar, dass es für mich nicht in Frage kommt).

Und noch eins vorweg: Selbst im angepassten Zustand funktioniert die Diät außerordentlich gut, denn ich habe innerhalb von fünf Tagen 3,1 kg Körpergewicht eingebüßt und mein Körperfett um etwas mehr als ein Prozent gesenkt. Gar nicht so schlecht.

Was habe ich dafür getan? Es gibt ein paar ganz einfache Grundregeln in dieser Diät, an die ich mich auch sehr streng gehalten habe:

  • Keine Getreideprodukte, kein Reis, keine Kartoffeln, keine Pasta etc.
  • Kein Zucker, auch keine Fructose (also keinerlei Obst, was mir schon etwas schwerfiel)
  • Keine Milchprodukte
  • Möglichst wenig Light-Getränke (das war die Hölle für mich, der ich sonst 1,5 Liter Cola Light am Tag trinke), da der Süßstoff Aspartam wohl dafür sorgt, dass leichter Fettdepots gebildet werden. Maximal 500 ml sind pro Tag erlaubt – und die habe ich bis zum letzten Tropfen ausgekostet…
  • Viele Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Mais etc.) essen, da sie gut sättigen und auch über längere Zeit füllen.
  • Gemüse darf in rauen Mengen verzehrt werden, gerne bis zur vollständigen Sättigung.
  • Nüsse können zur Überbrückung in Maßen eingesetzt werden.
  • Die erste Mahlzeit des Tages innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufstehen, um den Stoffwechsel in Gang zu bringen.
  • Viel Wasser trinken (deshalb habe ich mir ja überhaupt diese dämlichen Trink-Apps auf dem iPhone installiert – zumindest für ein paar Tage).
  • Nicht zu viel Sport treiben, weil der Körper sonst mehr Wasser einlagert und das Hungergefühl stärker wird, was dann wieder für Heißhungerattacken sorgen kann. Gut, in der Hinsicht fiel es mir in der Woche leicht, denn ich war ja lahmgelegt.

Das waren im Grunde die wichtigsten Regeln, wer es genauer wissen möchte, muss im Buch nachlesen, denn da wird das auf etlichen Seiten genau ausgeführt und begründet. Am Montag kaufte ich einen Korb voller Konserven: Chili-Bohnen, Linsen, Baked Beans, Erbsen etc. Und ab da gab es bei jeder Mahlzeit etwas davon – oder eine Mischung. Oft peppte ich das Essen mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Paprika, Fenchel oder anderem Gemüse auf. Für eine Woche war das völlig ok, noch nicht einmal eintönig.

Überraschend angenehm war das Essen morgens um 5:00 h. Nach dem frühen Aufstehen briet ich mir ein oder zwei Eier, dazu gab es Baked Beans. Normalerweise würde ich nur selten so mächtig in den Tag starten, aber es war sehr spannend, das lang anhaltende Sättigungsgefühl zu erleben. Denn tatsächlich war bis weit in den Mittag hinein noch kein besonders starkes Hungergefühl zu bemerken. Gerade wenn man dann noch viel trinkt, ist die Gefahr sehr gering, immer wieder zwischendurch etwas zu essen.

Am schlimmsten war für mich der Verzicht auf Pasta, denn die könnte ich dauernd in unterschiedlichsten Variationen essen. Aber für eine einzige Woche nahm ich diesen Verzicht in Kauf.

Als großes Fazit kann ich festhalten, dass diese Diät funktioniert, für mich auf Dauer aber undenkbar ist. Allerdings kann ich sie ja immer wieder für ein paar Tage herausholen, wenn ich mit meiner Gewichtsentwicklung nicht zufrieden bin. Durch die vielen möglichen Gemüse-Kombinationen kommt da auch nicht so schnell Langeweile auf.

Wer sich für das Konzept im Detail interessiert und die weiteren Aspekte des Buchs, das übrigens in einem weitgehend angenehmen Tonfall geschrieben ist, dem kann ich die paar Euro durchaus empfehlen. Bei iBooks waren es 11,99 €, im Buchhandel oder bei Amazon wird es sicherlich nicht deutlich mehr kosten.

So, zum Ausgleich gab es heute erst einmal leckere Pfannkuchen zum Mittagessen. Ein wahres Fest!

Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!
Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!

Experiment: Trinken-App… (Hölle!)

In dieser Woche ziehe ich ja – beinhart – meine eher entspannt zu nennende Diät durch – zu der schreibe ich in den kommenden Tagen noch einen eigenen Artikel. Zur Diät gehört auch, immer ausreichend zu trinken. Die aktuellen Temperaturen legen dies ohnehin nahe. Da ich aber ein in dieser Hinsicht vergesslicher Typ bin, habe ich mir auf dem iPhone eine App installiert, die mich alle 30 Minuten daran erinnert, wieder etwas zu trinken.

Trink!Wasser – gut gemacht, mir aber zu nervig!
Trink!Wasser – gut gemacht, mir aber zu nervig!

Seit Montag habe ich es ertragen, permanent durch Vibrationsalarme oder seltsame Wassergeräusche, die verdächtig nach Klospülung klingen und mich beim ersten Mal voll erschreckt haben, ans Trinken erinnert zu werden. In der Summe hat es zwar geholfen, doch könnte ich nicht einmal sagen, ob ich ohne nicht genausoviel getrunken hätte.

Ich möchte noch nicht einmal etwas Schlechtes über die App sagen, denn sie ist gut gemacht, funktioniert genau so wie erwartet, sieht zudem noch sehr schick aus – alles voll toll. Nur ging mir die nicht enden wollende Flut von Erinnerungen heute gegen Mittag (da hatte ich schon mehr als anderthalb Liter getrunken) so auf den Geist, dass ich die App gleich wieder gelöscht habe. Damit wäre ich zum absoluten Sklaven meiner technischen Hilfsmittel geworden – und an genau der Stelle ziehe ich dann auch einfach den Schlussstrich! Ab jetzt trinke ich wieder in Eigenregie – hat vorher ja auch geklappt. Die Diät endet morgen ohnehin, denn da ist Abiball – und wenn ich schon als Kursleiter, Oberstufenberater und Big Band-Leiter anwesend bin, dann will ich am Buffett auch genüsslich reinhauen!

Neue Yoga-App

Vor ein paar Wochen hatte Apple im App-Store eine spezielle Sektion eingerichtet, in der ausschließlich Apps enthalten waren, deren Verkaufserlös komplett dem WWF (World Wildlife Fund) zur Verfügung gestellt wurde (das heißt, dass sowohl Apple als auch die App-Entwickler im Zeitraum der Aktion auf jeglichen Gewinn durch den Verkauf verzichteten). Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen (hier), denn es kamen mehr als acht Millionen Dollar zusammen, die nun für verschiedene Umweltschutz-Projekte eingesetzt werden können.

Ein tolles Ergebnis nach zehn Tagen: 8 Millionen Dollar.
Ein tolles Ergebnis nach zehn Tagen: 8 Millionen Dollar.

Ich habe mir die Aktion nicht entgehen lassen – aber die gekaufte App namens Yoga Studio (siehe Pfeil) hätte mich auch so interessiert. Dennoch: Diese 3,99 € habe ich gerne „gespendet“.

Stretching wird immer wichtiger

Wie mein gestriger Blog-Eintrag offenbart hat, wird mit dem zunehmenden Alter das Stretching für meinen Körper immer wichtiger. Im ganzen letzten Jahr hatte ich keine Probleme mit Zerrungen, in diesem Jahr schon mindestens zweimal (und es ist noch nicht einmal die Hälfte des Jahres vergangen). Das bedeutet: Wann immer ich die Zeit habe, lege ich vor und/oder nach dem Lauf eine Runde Yoga ein.

Spezielle Yoga-Runden für Läufer

Erste gestern entdeckte ich eine Sektion, in der speziell für Läufer entwickelte Yoga-Programme angeboten werden.

Spezielle Yoga-Programme für Läufer
Spezielle Yoga-Programme für Läufer

Zum Testen habe ich dann gleich ein oder zwei Varianten durchprobiert – sehr schön. So, jetzt habe ich schon wieder bis 5:00 h mein Sportprogramm hinausgezögert – ich muss weg.

Neue Ziele

Eine sehr inspirierende Podcast-Folge
Eine sehr inspirierende Podcast-Folge

Gerade eben habe ich eine höchst interessante Podcast-Folge mit Bastian Wölfle gehört, der vor ein paar Jahren mehr als 40 kg abgenommen hat. In dem Interview fasst er zusammen, wie man sich beim Abnehmen motivieren, wie man durchhalten und erfolgreich sein kann. Die Seite findet man hier.

Nun kann ich ja nicht gerade sagen, dass ich dringend abnehmen müsste. Bei 179 Zentimetern liege ich mit meinen 65 kg genau im Normalbereich. Aber: Durch meinen Süßigkeitenkonsum, der wirklich unverschämt hoch ist, habe ich in den letzten Monaten ein kleines Bäuchlein angesetzt. Und das nervt mich. Ich will es loswerden.

Noch dazu habe ich festgestellt, dass meine abendlichen Süßigkeiten weitgehend noch nicht einmal mit wirklichem Genuss gegessen werden. Der größte Teil davon wird ganz einfach automatisch in die Futterluke gestopft, gekaut und geschluckt. Davon möchte ich wegkommen. Eher gestern als heute. Also habe ich heute angefangen: Gerade als der Impuls kam, die Schublade mit den Süßigkeiten zu öffnen, um mir wieder etwas — nein: einen Haufen — aufzuladen, packte ich mein iPad, ließ die Podcast-Episode weiterlaufen, putzte die Zähne und ging ins Bett.

Da bin ich gerade und schreibe diese Zeilen. Eine ganz konkrete Buchempfehlung habe ich aus dem Podcast schon mitgenommen. Das Buch wartet auch schon in meiner iBooks-App auf mich. Sobald ich mich da ein Stück weit eingelesen habe, schreibe ich einen neuen Beitrag dazu. Doch jetzt bin ich zu müde, morgen steht neben dem regulären Schulalltag noch mein Schulkonzert an, da muss ich fit sein.

Testbericht der „Runtastic Squats Pro“-App

In meinem gestrigen Blog-Eintrag berichtete ich von meinem Aufwärmprogramm vor dem Laufen, mit dem ich aktuell versuche, die schmerzende, aber hoffentlich wohlgeformte Hinterbacke in eine lediglich wohlgeformte Hinterbacke zu verwandeln. Ein Foto bleibe ich aus ästhetischen Gründen schuldig.

In den Kommentaren kam dann alsbald etwas Verwirrung ob der genannten Zahl der Kniebeugen – neudeutsch: „Squats“ – auf, denn natürlich mache ich keine 80+ Kniebeugen am Stück. (Zumindest noch nicht.)

Daher beschloss ich, heute mal ein paar Screenshots während der Kniebeugen zu machen, denn ich lasse mich dabei ganz gerne von einer App anleiten, das motiviert und strukturiert. Nach ein wenig Stöberei im App-Store hatte ich vor ein paar Wochen die App Runtastic Squats Pro gefunden, die für knapp unter 2 Euro zu haben war.

Das Icon der Runtastic Squats Pro-App
Das Icon der Runtastic Squats Pro-App

Voreinstellung:

Dieser Punkt liegt bei mir schon ein wenig zurück, doch am Anfang nötigt die App dem Nutzer die Wahl des gewünschten Leistungsniveaus ab. Drei Stufen mit unterschiedlicher Zielsetzung (50, 100 oder 150 Kniebeugen) werden angeboten. Das erste Programm war sehr einfach, da konnte ich die ersten paar Tage in einem Rutsch am Stück erledigen. Aktuell befinde ich mich im zweiten Niveau.

Trainingsverlauf:

Vor dem Beginn eines Trainings sieht man, was an dem Tag als Gesamtpensum ansteht. Die App geht davon aus, dass man alle zwei Tage trainiert, daher sieht man im Screenshot das Datum von morgen:

Die Übersicht über das anstehende Training
Die Übersicht über das anstehende Training

Wenn man ein Training startet, zählt die App – ein wenig unsinnig, aber unterhaltsam – einen Coutdown von fünf Sekunden ab, dann verkündet eine leicht roberterhaft anmutende Frauenstimme, wie viele Kniebeugen im ersten Set zu erledigen seien, bei mir waren dies heute 36.

Man hält nun das iPhone mit ausgestreckten Armen vor sich, die integrierten Sensoren bemerken die Ab- und Aufbewegung und verkünden auf dem tiefsten Punkt durch ein Piepsen, dass die Kniebeuge erkannt und gezählt wurde. Hier ein Erfahrungswert: Erst die Dame zu Ende sprechen lassen, dann starten. Während die Frau noch erzählt, was man zu leisten hat, wird nämlich nichts gezählt. Das ist zwar nicht schlimm, kann aber ärgerlich sein, vor allem am Rand der Leistungsgrenze.

Während des Sets erhält man in regelmäßigen Abständen eine Rückmeldung, wie viele weitere noch zu erledigen seien („Noch 20 Kniebeugen, noch 10 Kniebeugen…“), außerdem erhält man – falls aufgetreten – eine entsprechende Rückmeldung, wenn man einen neuen Rekord (also z.B. die höchste Anzahl von Kniebeugen in einem Set) erreicht hat. Bei mir waren es gestern die 32 am Stück, heute die 36.

Hier sieht man die übersichtlich gestaltete Rückmeldung über die noch zu erledigenden Kniebeugen in einem Set.
Hier sieht man die übersichtlich gestaltete Rückmeldung über die noch zu erledigenden Kniebeugen in einem Set.

Nach jedem Set benötigt die Muskulatur eine kleine Pause, also wird diese von der App vorgegeben, allerdings mit der Möglichkeit, sie schon vor Ablauf der Frist zu beenden.

Pausen für die Muskulatur sind wichtig, wenn man es aber eilig hat, kann man sie mit einer kleinen Berührung des Bildschirms abbrechen.
Pausen für die Muskulatur sind wichtig, wenn man es aber eilig hat, kann man sie mit einer kleinen Berührung des Bildschirms abbrechen.

Im letzten Set gibt es ein schönes Gimmick: Während die letzten zehn Kniebeugen laufen, simuliert die App einen Bruch der Smartphone-Scheibe, als würde man gleich alle vorherigen Rekorde durchbrechen. Der virtuelle Bruch erweitert sich mit jeder neuen Kniebeuge:

Das Durchbrechen der bisherigen Rekorde sprengt förmlich den Smartphone-Bildschirm...
Das Durchbrechen der bisherigen Rekorde sprengt förmlich den Smartphone-Bildschirm…

Nach Abschluss des letzten Sets erhält man natürlich eine übersichtliche Zusammenfassung des heute geleisteten Trainings, bei der der erreichte Maximalwerte besonders hervorgehoben wird:

Eine übersichtliche Zusammenfassung des Trainings
Eine übersichtliche Zusammenfassung des Trainings

Und dann gibt es den obligatorischen Ausblick auf das kommende Training, laut Trainingsplan erst übermorgen:

Die Aussicht auf das kommende Training
Die Aussicht auf das kommende Training

Fazit:

Mir gefällt die App sehr gut, ganz abgesehen von der ansprechenden Darstellung und der glasklaren Benutzerführung sind auch die kleinen Gimmicks und die übersichtlichen Darstellungen des bereits Geleisteten und der zukünftigen Forderungen sehr gelungen. Für unter zwei Euro bekommt man neben den notwendigen auch viele zusätzliche nützliche Funktionen. Darüber hinaus werden durch die drei Niveaustufen sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene gleichermaßen angesprochen. Sehr schön!

Erfahrungsbericht: FuelBand – Shine 2 – Polar Loop

FuelBand ade

Vor ziemlich genau vier Monaten schickte ich mein früher so heiß geliebtes Nike FuelBand in den Ruhestand (also zu eBay) – der Grund war nicht etwa Unzufriedenheit, denn ich war ein absoluter Fan dieses Fitness-Trackers. Es gab einfach nur einen Haken: Das Teil war nicht komplett wasserdicht. Ich muss aber so fair sein, gleich darauf hinzuweisen, dass das von Nike auch nie behauptet worden war. Ich war also beim Kauf nicht etwa übers Ohr gehauen worden.

Mein altes FuelBand – wäre es doch wasserdicht gewesen...
Mein altes FuelBand – ach, wäre es doch wasserdicht gewesen!

Mit Spritzwasser kam das FuelBand auch super klar: ich konnte duschen, meine Hände waschen und das Geschirr abspülen, alles völlig ohne Probleme. Doch beim Schwimmen oder am Meer (z.B. Italien im letzten August) musste ich es immer ablegen. Das fand ich lästig.

OP-Pause

Da im Januar durch eine kleine Operation ohnehin eine Woche Zwangspause beim Sport anstand, war es der perfekte Zeitraum, um den Wechsel vom einen auf das andere System vorzunehmen. Donnerstag (7.1.) früh noch 22 Kilometer mit dem FuelBand gerannt, dann die OP, ab Freitag Nachmittag trug ich mein Shine 2 am Handgelenk. Der rein physische Wechsel war vollzogen. Doch der mentale Wechsel sollte noch ein paar Wochen benötigen.

Der Shine 2 Fitness-Tracker von Misfit – sehr elegant.
Der Shine 2 Fitness-Tracker von Misfit – sehr elegant!

Umgewöhnung

Nach drei Jahren Nike FuelBand war ich so fest in dem System, im Interface des Bandes sowie der App beheimatet, dass der Wechsel zwar keine echten Probleme bereitete, wohl aber einige gedankliche Anpassungen bei mir erforderte.

Uhrzeit

Am krassesten war es mit der Uhrzeit, denn da glänzte das FuelBand mit einer einfachen Digitalanzeige. Große Ziffern, sehr hell beleuchtet, somit leicht zu lesen, schwer zu toppen. Und in dieser Hinsicht ist das Shine 2 auch unterlegen, das muss ich ganz klar attestieren. Die Uhrzeit wird auf eine stylisch-elegante Weise angezeigt, das Begreifen der Uhrzeit erfordert aber ein paar Sekunden mehr Zeit und Muse. Für den Schulalltag ist das nur bedingt geeignet, doch dazu gleich mehr.

Und dann ist da die Sache mit der Genauigkeit: Das Shine 2 zeigt einem einen Punkt für die Stunde und einen Punkt für den Fünf-Minuten-Abschnitt, in dem man sich gerade befindet. Dabei wird immer aufgerundet, sodass man nicht zu spät kommt, doch bei Bus-/Zugabfahrtszeiten oder zum schnellen Erkennen, wie viele Minuten in der Unterrichtsstunde noch verbleiben (und diesen Blick muss man als Lehrer etliche Male in der Woche ausführen), ist und bleibt das einfach ein ungeschicktes System.

Das Lesen der Uhrzeit auf dem Shine 2 erfordert etwas Muse, die man im Arbeitsalltag aber nicht immer erübrigen kann.
Das Lesen der Uhrzeit auf dem Shine 2 erfordert wenig Helligkeit und etwas Muse – gerade letztere fehlt (neben der Genauigkeit der Uhrzeit-Anzeige) im Arbeitsalltag aber häufig.

Es sieht eindeutig sehr schick aus, klar, aber gerade der Blick auf die Uhr ist eine Sache, die bei einem Lehrer wirklich extrem häufig erfolgt, schließlich hängt vom Timing im Unterricht sehr viel ab. Und ganz ehrlich: Mit dem Shine 2 kam mein iPhone wieder wesentlich häufiger aus der Hosentasche, nur damit ich schnell die akkurate Uhrzeit erkennen konnte.

Punkteziele

Beim FuelBand wurden meiner Einschätzung nach einfach die verbrannten Kilojoule gezählt, die aber als ominöse, da nicht näher spezifizierte Einheit „Nike+ Fuel“ bezeichnet und gewertet wurden. Letztlich ist mir egal, wie eine solche Maßeinheit heißt, über ein paar Wochen hinweg etabliert sich ein Bewusstsein über den „normalen“ Wert am Ende eines Tages, der kann danach als Referenz dienen.

Eine solche direkte Übereinstimmung (Kilojoule zu Nike+ Fuel) konnte ich beim Shine 2 nicht entdecken. Auch an wirklich aktiven Tagen komme ich nur ganz selten über die 6.000 Punkte hinaus, ein normaler Tag endet zwischen 4.500 und 5.200 Punkten. Beim FuelBand erreichte ich dagegen recht häufig Punktezahlen jenseits der 7.000, die meisten Tage schloss ich mindestens zwischen 5.000 und 6.000 Punkten ab.

Insofern war das eine der psychologischen Umstellungen, weil ich mir selbst natürlich zum Teil – vermutlich unverdient – lascher vorkam als noch zuvor mit dem etwas großzügigeren Zählsystem. Aber das war nur von kurzer Dauer.

Am ersten Tag stellte ich den Zielwert auf gerade einmal 600 Punkte ein, kein Wunder, denn nach der OP war meine Bewegungsfähigkeit ja auch noch stark eingeschränkt. Dann passte ich ihn innerhalb der ersten Woche zuerst auf 1.000, in der dritten Woche dann auf 2.000 und nach vier Wochen schließlich auf 2.500 Punkte an. Zwischenzeitlich lag der Standard-Zielwert für mich bei 3.000 Punkten pro Tag. Ich bin danach aber wieder zurück auf 2.200 Punkte gegangen, mehr muss nicht sein, denn ich will ja nicht zum Sklaven meines Fitness-Trackers werden.

App 1: Misfit

Die Misfit-App ist gut gemacht, die Textdarstellung ist immer gut lesbar – auch wurde an Geschmack nicht gespart, denn das gesamte Erscheinungsbild ist sehr schick. An dieser Seite bleiben keine Wünsche übrig. Alle wichtigen Informationen sind immer sofort zu erkennen.

Die Wochen-Übersicht in der Misfit-App. Schlichte Eleganz.
Die Wochen-Übersicht in der Misfit-App. Schlichte Eleganz, an der es auch überhaupt nichts auszusetzen gibt.

App 2: Misfit Link

Zusätzlich gibt es auch noch die Misfit Link-App, die einige Zusatzfunktionen bereitstellt, von denen ich zum Zeitpunkt des Kaufs noch gar nichts gewusst hatte. Eine dieser Funktionen benutzte ich jedoch in den letzten Wochen sehr gern und häufig: Mit einem Dreifach-Tap auf das Shine 2 lässt sich die Musik-App auf dem iPhone dahingehend steuern, dass diese zum nächsten Track weiterspringt. Klingt zwar absolut nicht spektakulär, war aber in meinem Alltag sehr praktisch. Wenn ich auf dem Laufband in hohem Tempo unterwegs war, mir das aktuelle Stück in der Playlist im Moment aber gerade nicht passte, musste ich nicht erst das iPhone ergreifen, den Lockscreen aufrufen und dort auf den Vorwärtspfeil tippen. Stattdessen hämmerte ich mit dem rechten Zeigefinger dreimal auf das Shine 2 – und schon hüpfte die Musik-App zum nächsten Stück. Bequem.

Abschied vom Shine 2

Doch so seltsam es klingen mag, schon habe ich wieder Abschied vom Shine 2 genommen. Die Gründe sind sehr einfach:

  • Ich brauche eine leicht lesbare Uhr am Handgelenk (und nicht eine zusätzliche Uhr neben einem Fitness-Tracker).
  • Die Halterung ist nicht optimal, gelegentlich fällt das Shine 2 aus seiner mitgelieferten Halterung heraus.
  • Die Batterieanzeige stimmt nicht. Bis die Batterie vor einer Woche einen Komplettaussetzer hinlegte, wurden mir tagtäglich 100 % Batterieladung angezeigt (seit vier Monaten). Somit ging mir die komplette Zählung während eines Halbmarathons verloren. Das ist kein Weltuntergang, aber es ist schlampig vom Hersteller implementiert.
Angeblich hat die Batterie noch volle 100 % Energie, doch das stimmt nicht...
Angeblich hat die Batterie noch volle 100% Energie, doch der Schein trügt…

Hallo, Loop!

Und so begann ich bei Amazon, die diversen Angebote an Fitness-Trackern zu durchstöbern. Hölle! Da gibt es ja schier unendlich viele Modelle mittlerweile. Doch binnen kurzer Zeit war die Entscheidung gefallen und für etwa 58 Euro das Loop-Armband von Polar bestellt.

Mein neues Polar Loop-Armband – da gibt's auch eine gut lesbare Uhr (und es ist wasserdicht).
Mein neues Loop-Armband von Polar – da gibt’s auch eine gut lesbare Uhr (und anders als das FuelBand ist es wirklich wasserdicht).

Nun sammle ich wieder neue Erfahrungen. Und das Shine 2 landet bei eBay. Aber der Abschied fiel mir nicht schwer, denn auch die Flow-App von Polar macht bislang einen guten Eindruck.

Mein erster Tag mit der Polar Flow-App. Weiße Abschnitte zeigen Ruhephasen, dunklere sind die Aktivitätsphasen. Schick!
Mein erster Tag mit der Polar Flow-App. Weiße Abschnitte zeigen Ruhephasen, dunklere sind (je nach Schattierung) die aktiveren (der dunkelste Abschnitt war der morgendliche Lauf von 4:48 bis 6:25 h).
Auch diese einfache Übersicht mag ich, denn da kann ich auf einen Blick erkennen, wie viele Schritte ich bereits hinter mich gebracht habe, wie lange ich aktiv war und wie viele Kalorien ich verbrannt habe.
Auch diese einfache Übersicht mag ich, denn da kann ich auf einen Blick erkennen, wie viele Schritte ich bereits hinter mich gebracht habe, wie lange ich aktiv war, und wie viele Kalorien ich bereits verbrannt habe.

Aber das war wirklich nur ein ganz flüchtiger Eindruck nach einem einzigen Tag der Benutzung. Ich schreibe mehr zu dem Thema, sobald ich ein paar Wochen lang persönlich Erfahrungen mit dem Loop gesammelt habe.