Archiv der Kategorie: Action

Gehört: „Artemis“ von Andy Weir

Meiner Meinung nach hat „Der Marsianer“ die Messlatte für humorvolle, friedliche (also überhaupt nicht militärische) und visionär-wegweisende Science Fiction-Literatur in den letzten Jahren ziemlich hoch gelegt. Der Autor, Andy Weir, hat sich mit seinem Nachfolger-Roman „Artemis“ etwas Zeit gelassen. Vor ein paar Wochen erschien die deutsche Übersetzung als Buch, kurz darauf auch als Hörbuch, dieses habe ich mir gekauft und binnen dreier Tage verschlungen.

Mit großer Spannung erwartet, mit vollem Genuss gehört: „Artemis“ von Andy Weir überzeugt mich vollkommen!

Mit großer Spannung erwartet, mit vollem Genuss gehört: „Artemis“ von Andy Weir überzeugt mich vollkommen!

Die große Frage für mich war ganz klar: „Schafft Andy Weir es, die selbst so hoch gelegte Messlatte nochmals zu erreichen, sie vielleicht sogar zu übertreffen?“ Eine gleichzeitig freudig-erregte wie auch bange Frage, denn der Eindruck, den „Der Marsianer“ bei mir hinterlassen hat, war einfach überirdisch, somit fieberte ich also auf den neuen Roman hin wie schon lange auf keinen anderen mehr.

Inhalt

Worum geht’s also in „Artemis“? Für manche Fans vielleicht enttäuschend, für mich aber nicht wirklich überraschend: „Artemis“ ist keine Fortsetzung von „Der Marsianer“, die beiden Bücher haben gar nichts miteinander zu tun. Gut so, denn Fortsetzungen – vor allem bei überaus bekannten und erfolgreichen Erstlingswerken – tendieren dahin, eher ein lauwarmer Aufguss der gleichen Story mit leicht veränderten Begleitumständen zu werden. Das hätte mich wahrlich enttäuscht.

Im Klappentext (soll heißen „in der Beschreibung im iTunes Store“) steht zu „Artemis“ der folgende kurze Anreißertext:

Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer und, wenn man kein Millionär ist, verdammt ungemütlich. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht als das Schicksal von Artemis selbst.

Meinung

Klingt schon verheißungsvoll, ist aber in der Realität noch viel besser. In gewohnter Weise schafft es Andy Weir mit technischen Details und einer ordentlichen Prise Humor eine spannende Geschichte zu entwickeln, die mich vom ersten Moment an in ihren Bann zog. Kein Wunder, beginnt der Roman doch gleich mit einer lebensbedrohlichen Situation, die zwei der immer wieder auftretenden Charaktere wundervoll beiläufig einführt, ohne gestelzt zu wirken.

Im weiteren Verlauf lernt man Jazz und ihr Leben im heiklen sozialen Gefüge der Mond-Stadt Artemis kennen, erfährt von ihren aktuellen und früheren Konflikten, baut zügig eine enge Beziehung zur Protagonistin auf und fiebert dann mit ihr durch alle Unwägbarkeiten der turbulenten Handlung.

Fazit

Auch wenn ich – wie ich zugeben muss – ein wenig schwäbisch war und mir nur die gekürzte Fassung (ca. acht Euro) statt der vollständigen (nur ca. 40 Minuten länger, dafür bei ca. 17 Euro) geleistet habe, war das Hörbuch ein vollständiger Genuss – in dieser Hinsicht besteht eine große Ähnlichkeit zum „Marsianer“, denn auch da war ich schwäbisch (und auch er war sensationell gut).

Abschließend kann ich den Roman allen Science Fiction-Fans empfehlen, denn er ist sehr gelungen. Hier kann man bedenkenlos zugreifen und muss keine Enttäuschung fürchten. Analog zur Figur der Ripley in „Alien“, die als erste Frau in eine vorher nur für Männer reserviert zu scheinende Domäne vordrang und sie im Sturm eroberte, haben wir hier eine Araberin, die sich von einer Antiheldin ziemlich bald in eine nicht unumstrittene, sehr wohl aber integre und deutlich heldenhafte Züge annehmende Protagonistin verwandelt – eine weitere faszinierende Facette!

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Ein willkommener Kahlschlag

In der ersten Woche der Osterferien ging ein Trupp Problembaumfäller – für uns etwas überraschend – gleich auf dem benachbarten Grundstück, das der Caritas gehört, an die Arbeit, um insgesamt 12 Pappeln zu fällen. Da die Bäume uns mehr Ärger als Freude gebracht hatten, waren wir (gemeint sind die Eltern in diesem Haushalt) sehr erfreut, dass die gut 20 Meter hohen Bäume verschwanden, denn sie warfen im Frühjahr die klebrigen Knospenhülsen auf unsere Terrasse, im Sommer die „Wolle“ und im Herbst das Laub, das bei 12 riesigen Bäumen Jahr für Jahr eine unglaubliche Menge ergab… Darüber darf nicht vergessen werden, dass die Pappeln bei stärkerem Wind immer wieder auch recht große und dementsprechend schwere Äste verloren, die zum Teil auf unserer Terrasse landeten, was ein ständiger Grund zur Sorge war.

Die Arbeit ging äußerst zügig voran, denn binnen zweier Tage war alles geschafft: Erst wurden die Äste entfernt, dann zum Teil die Bäume von oben nach unten verkürzt, dann der Rest gezielt in einer vorher festgelegten Richtung gefällt. Seitdem haben wir hier wieder Unmengen an Licht im Wohnzimmer – und das, obwohl die Bäume noch nicht einmal belaubt waren. Es folgen ein paar Bilder vom zunehmenden Kahlschlag.

Der Blick aus dem Arbeitszimmer VOR dem Kahlschlag

Der Blick aus dem Arbeitszimmer VOR dem Kahlschlag

Ein schönes Detail aus dem ersten Bild: Im Baum ganz rechts hängt (ungefähr am oberen Ende des untersten Drittels) ein loser Ast, der locker vier oder fünf Meter lang war. Beim nächsten starken Windstoß hätte der jederzeit herabstürzen können – eine gruselige Vorstellung…

Das Entasten schreitet schnell voran – das war der Stand nach wenigen Stunden am ersten Arbeitstag.

Das Entasten schreitet schnell voran – das war der Stand nach wenigen Stunden am ersten Arbeitstag.

Am späten Vormittag des zweiten Tages waren an keinem der 12 Pappeln noch irgendwelche Äste vorhanden...

Am späten Vormittag des zweiten Tages waren an keinem der 12 Pappeln noch irgendwelche Äste vorhanden…

Der Blick aus dem Arbeitszimmer am zweiten Tag (früher Nachmittag)...

Der Blick aus dem Arbeitszimmer am zweiten Tag (früher Nachmittag)…

Hier fällt gerade der vorletzte Baum – eine Meisterleistung der Baumfäller, denn keine der beiden Holzhütten nahm Schaden. Respekt!

Hier fällt gerade der vorletzte Baum – eine Meisterleistung der Baumfäller, denn keine der beiden Holzhütten nahm Schaden. Respekt!

Für alle Baumfäller-Fetischisten habe ich noch ein kleines Filmchen gebastelt, das den endgültigen Fall eines Pappelstamms zeigt. Der Film liegt in meiner Dropbox, dauert aber nur ein paar Sekunden, daher sollte der Download recht schnell gehen…

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Gehört: „Ready Player One“

Apple Music bietet für die Abonnenten nicht nur Musik und Musikvideos, sondern auch eine angenehme Auswahl von Hörspielen und Hörbüchern. Selbstverständlich habe ich alles von Stephen King, das bei Apple Music im Angebot ist, schon lange durch, die letzten drei oder vier „Cotton Reloaded Nemesis“-Episoden ebenfalls, doch dann stolperte ich über mein gerade heute fertig gehörtes Juwel: „Ready Player One“ von Ernest Cline.

Eines der gelungensten Hörbücher der letzten Jahre, ich kann es uneingeschränkt empfehlen, auch wenn Menschen meines Alters (so Anfang bis Mitte 40) den meisten Genuss draus ziehen werden...

Eines der gelungensten Hörbücher der letzten Jahre, ich kann es uneingeschränkt empfehlen, auch wenn Menschen meines Alters (so Anfang bis Mitte 40) den meisten Genuss draus ziehen werden…

Da die Verfilmung des Romans gerade im Kino läuft, ist die mediale Aufmerksamkeit diesbezüglich nicht zu übersehen. Wenn es jedoch die Möglichkeit gibt, höre ich mir zuerst das Hörbuch an oder lese das Buch, um die intensivere Perspektive zu genießen, meine eigene innere Vorstellung entstehen zu lassen – und somit eine „intimere“ Beziehung zur Geschichte aufzubauen. Insofern freute ich mich sehr, das Hörbuch im Apple Music-Angebot zu entdecken. Für 15 Euro im Monat genießen meine Frau, ich und alle drei Kinder die Option, alles, was uns interessiert (und das angeboten wird) ohne Zusatzkosten anzuhören.

Zum Roman: Allzu viel möchte ich nicht verraten, sonst verderbe ich womöglich jemandem den Spaß, aber einige Details kann ich hier völlig risikofrei offenlegen. Der Roman befasst sich einerseits mit Computerspielen und virtueller Realität, rollt dabei aber en passant auch gleich die Geschichte der Computerspiele und Spielkonsolen auf, schwelgt in der Nostalgie der Spieleklassiker der 1980er Jahre und erzählt eine spannende Geschichte über Wettkampf, Intrigen, Strategien, Käuflichkeit versus Integrität und – natürlich – Liebe.

Für Menschen meiner Altersklasse, also 40 und aufwärts, ist der Roman schon deshalb so faszinierend, weil er viele Elemente unserer Vergangenheit, gerade der Zeit der maximalen Faszination für derlei fesselnde Computer-/Videospiele, aufgreift. Zusätzlich wird alles garniert mit Gestalten aus den beliebten Fernsehserien und der Musik dieser Zeit, so erhalten die Band Rush, die ich in meiner Song des Tages-Rubrik schon einige Male ins Zentrum gestellt habe, und Wil Wheaton (ja, Fähnrich Wesley Crusher aus Star Trek – The Next Generation) ihre eigene Erwähnung, darüber hinaus kommen schier unzählige Autoren bzw. Werke der Literatur sowie Filmklassiker zu Wort (kein Wortspiel, es wird immer wieder direkt aus einigen Werken zitiert).

Gelesen wird das Hörbuch von David Nathan, der mir als altem Stephen King-Fan schon bestens bekannt ist, schließlich liest er viele der ganz langen Romane des „Meisters“, sodass man seine Stimme jeweils lockere 30-50 Stunden (ja, das Hörbuch von „Es“ dauert satte 51 Stunden) hört – ab einem gewissen Zeitpunkt ist einem die Stimme wirklich sehr vertraut. So fühlte ich mich sehr schnell heimisch beim Anhören, sicherlich ein Vorteil.

Alles in allem ist das Hörbuch aus meiner Sicht bereits jetzt ein moderner Science Fiction-Klassiker, ein intelligenter und spannender Roman voller Anspielungen auf Elemente der Pop-Kultur der 1970er, 1980er und 1990er Jahre. Wer also ein gewisses Alter und die entsprechende Kenntnis der Literatur, Musik und Filme der erwähnten Jahrzehnte aufweisen kann, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Ich habe das Hörbuch von Beginn bis zur letzten Sekunde genossen, in ein paar Wochen oder Monaten gibt es noch einen weiteren Durchgang, ganz sicher!

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Album der Woche – Episode 20 – 2018-02-25

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Yes: „90125“

Nicht mehr „taufrisch“, aber musikalisch vom Feinsten!

Nicht mehr „taufrisch“, aber musikalisch vom Feinsten!

Nachdem die letzten beiden Alben der Woche ziemlich aktuelle Alben (beide aus 2018) waren, springe ich heute mal wieder etwas in der Zeit herum und habe ein weiteres Album ausgegraben, das ich mir gerne und häufig anhöre: „90125“ der Progressive-Rock-Gruppe Yes. Veröffentlicht wurde „90125“ bereits 1983, was dem Album aber nichts an seiner musikalischen Qualität nimmt. Hier und da spürt man die Synthesizer-Verliebtheit der Zeit durch, aber das Songwriting ist im Großen und Ganzen derart gelungen, dass der Genuss stets an erster Stelle steht.

Die Songs:

Bei der Veröffentlichung hatte das Album neun Titel mit einer Gesamtspielzeit von fast 45 Minuten, bei Apple Music gibt es jedoch eine Deluxe-Version mit 15 Titeln und 77 Minuten Spielzeit, das „Deluxe“-Material besteht aus einem vorher unveröffentlichten Titel („It‘s Over“) und diversen alternativen Fassungen bereits auf der ursprünglichen Version veröffentlichten Titeln (z.B. „Leave It (Single Remix Version)“, „It Can Happen (Cinema Version)“, „Owner of a Lonely Heart (Extended Remix)“ und „Leave It (A Capella Version)“).

Alle Songs sind in gewohnter Yes-Qualität: melodiöser und zugleich verspielter Artrock mit ordentlich progressiven Elementen (daran lässt schon die erste Minute keinen Zweifel). Getragen wird das Album neben der hochqualitativen Produktion vor allem von Jon Andersons Gesang, der einfach eine Klasse für sich ist. Meine Favoriten sind:

  • „Owner of a Lonely Heart“: Eine echte Power-Nummer, die sowohl auf der progressiven wie auch der melodischen Schiene voll punkten kann. Alles an diesem Song ist fantastisch, was auch dazu führte, dass der Song der erste und bis heute einzige Nummer-1-Hit in den USA wurde (1984). Mehr muss man über den Song nicht sagen, anhören ist besser! (Nicht ganz umsonst war der Song bereits ein Song des Tages (hier) in diesem Blog…)
  • „Hold On“: Ein Song im mittleren Tempo, getragen von knackigen Riffs, die sich zwischen die Abschnitte mit Gesang schieben und eben jenen mehrstimmigen Gesangspassagen, die eines der Aushängeschilder der Band waren und bis heute sind. Schön ist meiner Meinung nach vor allem das Gitarrenmotiv, mit dem der Song eröffnet wird und das später noch mehrfach zum Einsatz kommt. Der rhythmisch etwas extravagante Part ab ca. zweieinhalb Minuten ist ein schöner Kontrast zum Refrain mit seiner mehrstimmigen Anlage und der fast orchestral wirkenden Instrumentierung. Sehr gelungen!
  • „It Can Happen“: Beim Intro wähnt man die Band schon in einem indischen Ashram, doch dann wandelt sich die Sitar in ein Spannung generierendes Riff mit abgedämpfter E-Gitarre, kurz drauf setzt auch der reguläre Beat wieder ein, was den Song ordentlich nach vorne treibt. Gerade diese stilistische Wandlungsfähigkeit ist – auch wenn lange nicht mehr so heftig wie in den 1970er Jahren – ein Grund, warum ich das Album so mag.
  • „Changes“: Auch dieser Song war schon als Song des Tages in diesem Blog vertreten (hier), kein Wunder, ist er doch der vielleicht progressivste auf dem gesamten Album. Daran lassen schon die ersten Sekunden kaum einen Zweifel, doch da bleibt das Stück noch lange nicht stehen, denn an virtuoser Spielfreude kann kein anderer Song auf dem Album ihm das Wasser reichen. Und trotz aller instrumentalen Selbstverliebtheit geht die Sanglichkeit nie verloren, stets bleiben wundervolle Melodien im Ohr hängen, die das Album klar über die reine Vertracktheit so mancher anderer Progressive-Alben der gleichen Zeitperiode stellen. Neben „Owner of a Lonely Heart“ mein Favorit von diesem Album, unbedingt anhören!

Fazit

Wer Freude daran hat, einer Band zu lauschen, die ihre instrumentalen Fähigkeiten mit ungezügeltem Eifer zur Schau zu stellen, ohne dabei die Gesanglichkeit aus dem Auge zu verlieren, dem wird „90125“ sicher viel Freude bereiten. Ich für meinen Teil höre das Album auf jeden Fall immer wieder gerne.

Die Entstehungsgeschichte des Albums ist höchst abenteuerlich, wer Interesse an der leicht verworrenen Angelegenheit hat, dem sei dieser Artikel empfohlen.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

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Album der Woche – Episode 19 – 2018-02-17

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

David Duchovny: „Every Third Thought“

Frisch herausgekommen, dabei wirkt das Album sehr routiniert und dadurch angenehm entspannt.

Frisch herausgekommen, dabei wirkt das Album sehr routiniert und dadurch angenehm entspannt.

Ganz frisch auf dem Markt ist das Album „Every Third Thought“ des allseits bekannten Schauspielers David Duchovny. Stilistisch zwischen Pop, Rock und Folk-Rock angesiedelt, begeistert mich das Album durch die Unaufgeregtheit, die wohl am ehesten typisch für die Klasse Musiker ist, deren 20er schon ein bisschen hinter ihnen liegen.

Bis ich auf Twitter einen Link zu einem Interview mit David Duchovny fand, wusste ich gar nicht, dass er sich auch musikalisch betätigt, vor etwa vier Jahren brachte er schon ein Album heraus (das ich aber noch nicht angehört habe). Da ich mir aber gerade ganz gerne zum Rudertraining eine Akte X-Folge ansehe, war mein Interesse geweckt, also bemühte ich Apple Music, lud das Album und lauschte. Was ich hörte, gefiel mir durchaus.

Die Songs:

Insgesamt enthält das Album 12 Titel, die zusammen gut 51 Minuten Spielzeit füllen. Kein einziger Song fällt qualitativ aus dem Raster, wie immer gibt es aber persönliche Favoriten. Ich muss jedoch zugeben, dass es mir in diesem Fall aber sehr schwer gefallen ist, die Besonderheiten der Songs hervorzuheben, denn sie sind „halt schön“, was mir persönlich für die Musik, die ich zur Entspannung und/oder Erbauung anhöre, völlig genügt…

  • „Half Life“: Der Anfang des Album-Openers hämmert schön schräg aus den Boxen, die übersteuerten Gitarrensounds kreischen und jaulen, dann tritt die Musik in den begleitenden Hintergrund, und David Duchovnys angenehm entspannte Gesangsstimme steht im Mittelpunkt. Später pendeln sich Gesang und Begleitung auf einem höheren Energieniveau schön aufeinander ein. Ein toller Start ins Album!
  • „Every Third Thought“: Eines der stärksten Stücke des Albums ist ganz klar der Titeltrack. Hier stimmt einfach alles, noch dazu ist der Sound kristallklar und genau dem Musikstil angepasst. Sehr schick!
  • „Stranger in the Sacred Heart“: Gleich bei den ersten Tönen des Stücks muss ich einfach jedes Mal an The Cure denken. Besonders gut gefällt mir das komplette Einfrieren der Musik vor dem Beginn einer neuen Strophe, die dann wieder mit einigem Verve startet. Sehr gut!
  • „Mo’“: Hier geht es deutlich ruhiger zu als bei meinen beiden vorher genannten Favoriten, die feinen Gesangslinien werden grazil von den Zupfmustern der Gitarren begleitet, was sich gegenseitig schön unterstützt. Das kleine aber feine Gitarrensolo rundet die Sache ab, eindeutig hörenswert!
  • „Someone Else’s Girl“: Von Anfang an spürt man hier ein leichtes Reggae-Feeling mitschwingen, was meine Füße stets zu gänzlich eigenständigen Bewegungen animiert. Die Bläser geben dem Song einen noch authentischeren Anstrich: Handgemachte Musik vom Feinsten.

Fazit

Dafür, dass David Duchovny musikalisch noch ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt ist, hat er mit „Every Third Thought“ ein wirklich schönes, hörenswertes und durchweg entspanntes Album veröffentlicht. Wer wie ich bis vor wenigen Tagen noch nichts von ihm als Musiker gehört hat, sollte sich auf eine positive Überraschung gefasst machen.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

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Album der Woche – Episode 18 – 2018-02-12

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Bedingt durch einen fiesen grippalen Infekt, der mich am Donnerstag Nachmittag heftig von den Beinen gerissen und für zweieinhalb Tage mit hohem Fieber im Bett gehalten hat, kommt der Beitrag – wie leider so oft – etwas später als geplant.

Joe Satriani: „What Happens Next“

Brandneu und in der Substanz doch vertraut – ein ganz klassisches Satriani-Album.

Brandneu und in der Substanz doch vertraut – ein ganz klassisches Satriani-Album.

Vor ein paar Wochen brachte der Ausnahme-Gitarrist Joe Satriani ein neues Album mit dem Titel „What Happens Next“ auf den Markt. Eines Morgens tauchte eine Apple Music-Meldung auf meinem iPhone auf, in der das Album angekündigt wurde – und ein paar Minuten später hatte ich es auch schon geladen.

Das erste Reinhören war nicht ganz so berauschend, denn das erste Stück („Energy“) gefiel mir irgendwie nicht (mag auch daran gelegen haben, dass ich in dem Moment nichts derart energiegeladenes hören wollte). Daher blieb das Album erst einmal eine ganze Weile kaum beachtet in der Mediathek liegen. In den letzten Tagen hatte ich aber die Möglichkeit, ein paar Mal in Ruhe hineinzuhören – und dabei fielen mir einige wundervolle Stücke auf, die gerade für die Satriani-Fans einen attraktiven Grund darstellen könnten, sich das Album anzuhören.

Die Songs:

Die 12 Instrumentalstücke dauern grob 51 Minuten. Meine drei Favoriten folgen sogar direkt aufeinander:

  • „Cherry Blossoms“: Exotismen gibt es seit vielen Jahrhunderten in der Musik. Meist waren es Versatzstücke von Komponisten, die die Fremde nie gesehen hatten, die sie musikalisch nachempfinden wollten. Joe Satriani dagegen hat mehr als nur ein paar flüchtige Kontakte nach Japan geknüpft, trotzdem entspricht das Stück exakt der oben geschilderten Exotismen-Tradition, denn mit „echter“ japanischer Musik (der Titel ist durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen) hat „Cherry Blossoms“ nun einmal nichts zu tun. Davon darf man sich aber nicht in die Irre führen lassen, denn auf der musikalischen Ebene kann das Stück durchaus begeistern (auch wenn ich zugeben muss, dass ich den ersten Hördurchgang fast ein wenig „platt“ fand, bei späteren Malen wurde ich dann aber immer angenehmer überrascht).
  • „Righteous“: Das Stück gefiel mir auch beim ersten Hineinhören schon, doch mit jedem weiteren Durchgang wird es zunehmend besser. Der Titel an sich ist aus meiner persönlichen Sicht interessant, denn er löst bei mir immer eine ganz bestimmte Erinnerung an „The Stand (Das letzte Gefecht)“ von Stephen King aus. In diesem epischen Roman singt die Figur des Larry Underwood einen Song mit dem Text: „Baby, can you dig your man? He‘s a righteous man, tell me baby, can you dig your man?“
  • „Smooth Soul“: Dieser Song stellt ein Highlight des Albums dar. Alles, was man zu hören bekommt, schmeichelt dem Ohr, feine Melodien fließen wie Honig und verzaubern den Hörer immer wieder aufs Neue. Gleichzeitig ist die technische Seite derart brillant, dass man beeindruckt mit den Ohren schlackern muss, insofern man sich mit den Gitarren-Techniken auskennt. Gerade diese völlig makellose, hyperflüssige Ausführung, die eben so exzellent ist, dass sie mühelos in den Hintergrund tritt, um so die reine Musik in den Vordergrund treten zu lassen – das wünscht sich jeder Musiker zu erreichen.

Fazit

Ein solides, rundum gelungenes Satriani-Album, das vor allem den alten Fans gefallen dürfte (gerade jene sollten vielleicht als erstes Stück „Smooth Soul“ anhören). Neue Hörer werden problemlos Zugang zur Musik finden, ihnen würde ich „Righteous“ als Einstieg empfehlen. Schön zu sehen, dass der Mann seit mehr als 30 Jahren hochqualitative Arbeit abliefert und immer noch neue Ideen entwickelt.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

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Laufen im Januar 2018

Der Januar 2018 war ein ziemlich guter Laufmonat, der mir auch wettertechnisch zumindest hin und wieder entgegen kam (soll heißen: das Laufband wurde nur spärlich genutzt, fast alle Läufe fanden draußen statt – macht mehr Spaß und ist als Training durch die Höhenmeter und die frische Luft viel effektiver). Ein paar Läufe führten mich durch fast knietiefen Schnee, was sich nach einigen Kilometern als äußerst anstrengend herausstellte, dafür war es optisch ein absoluter Genuss, durch die weiße Winterlandschaft zu traben – da macht der „brennende“ Oberschenkel nichts aus.

Tempo- und streckenmäßig kann ich mich auch nicht beklagen, ich bin fast immer zeitig aus dem Bett gekommen, nur gelegentlich hielten mich die noch nicht aufgeladenen AirPods zurück, was sich aber zügig bereinigen ließ. Insofern: Alles im grünen Bereich.

Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.

Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.

Mal sehen, was der Februar so bringt, der erste Morgenlauf wurde, dem schlechten Wetter sei‘s gedankt, auf dem Laufband absolviert (mit John Wick: Kapitel 2 als Ablenkung).

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Album der Woche – Episode 17 – 2018-01-28

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Iron Maiden: „Seventh Son of a Seventh Son“

Ziemlich absurd-gruseliges Cover, zum Glück ist die Musik wesentlich bodenständiger als das Cover-Artwork...

Ziemlich absurd-gruseliges Cover, zum Glück ist die Musik wesentlich bodenständiger als das Cover-Artwork…

In meiner Kindheit war ich gelegentlich bei einer Nachbarsfamilie zu Besuch, deren drei Söhne einen ausgeprägten Musikgeschmack hatten. Mindestens zwei der Jungs hörten gerne und überwiegend Heavy Metal, der dritte war ein großer Elvis- und Country-Fan. Bis auf die Country-Musik, von der bis heute bei mir nur recht wenige Stücke jemals einen positiven und bleibenden Eindruck hinterlassen haben, infizierten mich all die anderen dort gespielten Musikrichtungen, denn bis heute finde ich Elvis cool und höre gerne Hard Rock und Heavy Metal.

Rein optisch blieb ich beim Betreten des einen Zimmers im Haus dieser Familie immer an einem eigenartig faszinierenden, gleichermaßen anlockendem wie auch abstoßend gruseligem Poster hängen, das ein – damals noch recht frisch herausgekommenes – Plattencover in Großformat zeigte. Das Albumcover zeigt (siehe oben) das Iron Maiden-Maskottchen Eddie in einer… nun ja, nennen wir es „leicht unnatürlichen Pose“. Wie schon angesprochen: Als junger Kerl faszinierte mich das Bild maßlos, ohne dass ich einen einzigen Ton dieses Albums kannte.

Gehört habe ich die Stücke erst viel, viel später, da gingen noch mindestens fünf Jahre ins Land. Die Musik gefiel mir aufgrund der vielen langen Melodie-Linien, die sich sowohl bei Sänger Bruce Dickinson als auch zwischen den beiden E-Gitarren (Dave Murray und Adrian Smith) entfalteten. Hört man die Musik, dann vergisst man das eigenartige Plattencover recht schnell wieder – was vielleicht auch gut so ist.

Die Songs:

„Seventh Son of a Seventh Son“ ist ein Konzeptalbum, dessen Stücke zwar lose, aber doch spürbar zusammengehören, das Album wird ganz zu Beginn und ganz am Ende von einer kleinen, an einen mittelalterlichen Troubadour erinnernden Gesang mit spärlicher Akustik-Gitarren-Begleitung umrahmt:

Seven deadly sins
Seven ways to win
Seven holy paths to hell
And your trip begins
Seven downward slopes
Seven bloodied hopes
Seven are your burning fires
Seven your desires…

Ein sehr geschickter Schachzug, den der geneigte Hörer am Ende des Albums sofort bemerkt und dann gleich noch mehr Gefallen an der Zusammenstellung findet. Zwischen den beiden umrahmenden Abschnitten findet sich eine interessante Sammlung – meiner bescheidenen Meinung nach – wahrlich großartiger Heavy Metal-Stücke, die gerade in ihrer Kombination eine unglaubliche Durchschlagskraft entwickeln.

Bei Konzeptalben ist es immer sehr schwer, einzelne Stücke als besonders gut herauszugreifen, denn meist wirken sie ja gerade in der Kombination mit den anderen Stücken so stark. Dennoch benenne ich meine Favoriten:

  • „Can I Play With Madness“: Ohne Zweifel das poppigste Heavy Metal-Stück, das Iron Maiden bis heute auf den Markt gebracht haben. Dafür bleibt es derart hartnäckig im Ohr kleben, dass man sich manchmal schon wünscht, es doch lieber nicht gehört zu haben. Für alle Skeptiker, die nicht glauben, sich jemals mit einer Band wie Iron Maiden arrangieren zu können, ist dies sicher der geeignetste Einstiegs-Song.
  • „Seventh Son of a Seventh Son“: Der Titel-Song ist mit fast zehn Minuten Spielzeit eindeutig kein Pop-Song, im Radio wird dieser Song ohne jegliche Diskussion als „unspielbar“ abgetan, da er den zeitlichen Rahmen von drei bis maximal dreieinhalb Minuten sprengt. Dafür ist es ein ungemein vielseitiger und dadurch abwechslungsreicher Song, der viele der langen Melodiebögen, die ich oben erwähnt habe, enthält. Der Zungenbrecher des Titels wird im Refrain gleich mehrfach in hals-, nein: zungenbrecherischer Geschwindigkeit dargeboten, ein nicht nativer Englisch-Sprecher wird dafür sicher eine Weile üben müssen… Um die Sache abzukürzen: Sicherlich keine Kost für Radio und TV, umso mehr aber für die Fans der Band – stimmungsvoll, perfekt produziert, schlicht umwerfend!
  • „The Clairvoyant“: Hier wird das Tempo ganz gut angezogen, darüber hinaus gibt es mehrere interessante Stimmungswechsel, sodass am Ende gut viereinhalb Minuten musikalischer Faszination stehen, die man sich immer wieder anhören kann. Die ersten paar Sekunden führen den Hörer dabei leicht in die Irre, doch noch bevor man den Finger auf die „Weiter“-Taste legen kann, ist man schon in der Melodie gefangen…
  • „Only The Good Die Young“: Zuerst wirkt der Song etwas hektisch, doch spätestens beim Refrain erlangt er (nicht zuletzt durch einen geschickten Tonartwechsel) eine schwerelose Qualität, die mich jedes einzelne Mal neu fasziniert. Ganz am Ende schließt sich der Rahmen um das Album mit dem Troubadour-Gesang…

Fazit

Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass das Album-Cover allein vermutlich schon einige potentielle Hörer abgeschreckt hat. Doch der Inhalt eines Albums lässt sich immer nur bedingt mit der äußeren Darreichungsform in Einklang bringen. Wer also ein bisschen Vertrauen in meinen musikalischen Geschmack setzt, der kann sich die unten verlinkten Stücke ruhigen Gewissens anhören, ich finde sie auf jeden Fall sehr stimmungsvoll und gelungen.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

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Album der Woche – Episode 16 – 2018-01-07

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Passengers (Original Soundtrack Recording)

Einer der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre – und die Musik ist absolut zum „Abheben“ geeignet.

Einer der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre – und die Musik ist absolut zum „Abheben“ geeignet.

Im Dezember sah ich zum ersten Mal den Science Fiction-Film „Passengers“ mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence. Abgesehen davon, dass dieser Film aus meiner Sicht schlichtweg einer der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre ist, die Musik hatte mich vom ersten Moment an eingefangen, denn dem Komponisten (Thomas Newman) war es gelungen, die Einsamkeit der beiden Charaktere in der Weite des Alls einfühlsam in Musik zu fassen. Glücklicherweise ist der Soundtrack bei Apple Music im Programm, sodass ich ihn mir gleich nach Genuss des Films auf mein iPhone lud. Jeder, der den Film gesehen hat, wird beim Anhören des Soundtracks immer wieder in die eine oder andere Filmszene zurückversetzt werden – ich habe mir das gesamte Album mehrfach durchgehört, die Stücke, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatten, landeten in meiner Favoriten-Liste für Soundtracks. Auf diese Weise kann ich mit der Zufallswiedergabe einer Playlist die besten musikalischen Momente aus etlichen Filmen durchleben.

Die Songs:

Wie es bei vielen Soundtracks üblich (und notwendig) ist, besteht das Album aus einer Vielzahl kürzerer Stücke, die dann je nach Situation im Film zur Anwendung kommen. Thomas Newman hat insgesamt 26 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von ca. 69 Minuten komponiert, die in brillanter Audio-Qualität durch meine AirPods wuseln. Das kürzeste Stück dauert dabei gerade einmal 57 Sekunden, die längste Nummer endet nach fünf Minuten und einundvierzig Sekunden.

Manche Stücke einer Filmmusik sind nur für die jeweilige Szene wirklich geeignet, andere dagegen stehen auch für sich selbst und brillieren in ihrer unaufdringlichen Art. Meine Favoriten aus diesem ohnehin schon exzellenten Album sind:

  • Crystalline
  • Precious Metals
  • Aurora
  • The Sleeping Girl
  • Build A House And Live In It
  • Spacewalk
  • Starlit
  • Sugercoat The Galaxy (End Title)

Mehr dazu bei den Links ganz unten…

Fazit

Nicht nur Kenner und Fans des Films werden diesem Soundtrack einiges abgewinnen können. Vor allem aber zum Lesen von Science Fiction-Literatur (ich habe gerade heute „Lock In“ („Das Syndrom“) von John Scalzi beendet, parallel dazu lese ich noch „Solaris“ von Stanislaw Lem) ist das Album ein geradezu perfekter Soundtrack.

Links

Ein paar meiner Lieblingsstücke habe ich bei YouTube gefunden, also kann ich hier auf diese musikalischen Edelsteine verlinken – wer weiß, vielleicht finden sich ja weitere Begeisterte:

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Album der Woche – Episode 15 – 2017-12-31

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

The Blues Brothers (Original Soundtrack Recording)

Eines der ganz großen Alben des 20. Jahrhunderts, das man auf gar keinen Fall „zu häufig“ anhören kann.

Eines der ganz großen Alben des 20. Jahrhunderts, das man auf gar keinen Fall „zu häufig“ anhören kann.

Als Jugendlichem ging es mir so, doch bis heute sollen Leute herumlaufen, die nicht wissen, dass die Band The Blues Brothers nicht nur im gleichnamigen Film von John Landis existierte. Vielmehr veröffentlichte die Band eine ganze Reihe grooviger Alben, von denen ich insgesamt mindestens drei sehr gut kenne.

Vielleicht habe ich den Soundtrack einfach zu oft gehört, um nicht sofort an ihn denken zu müssen, wenn die Sprache auf diese Band kommt. Doch das Album ist unglaublich stark. Es hat sich den Platz in dieser illustren Runde mehr als nur verdient, es war von Anfang an dafür prädestiniert

Die Songs:

Elf Songs, 40 Minuten Spielzeit, Gast-Stars ohne Ende, von der ersten bis zur letzten Sekunde Groove – alles handgemacht, wer da nicht mit den Füßen mitwippt oder die Hüften kreisen lässt, der hat das Leben nicht begriffen.

Es gibt faktisch nur Highlights auf dieser Platte, ein Hit jagt den nächsten, doch ich habe natürlich auch ein paar Favoriten, die ich besonders gern höre:

  • „She Caught The Katy“: Eine der goldenen Regeln in der Musik heißt ja, dass der Opener eines Albums stark sein muss. Dieser ist es. Im Film gleich noch mehr, denn erst wird Jake Blues völlig ohne Musik aus dem Gefängnis entlassen, dann holt ihn sein Bruder in einer „Bullenschaukel“, einem ausgemusterten Polizeiwagen, ab. Erst als sich die beiden vor den Gefängnismauern gegenüberstehen, setzt die Musik ein – mit diesem Stück. Und es verfehlt seine Wirkung nicht, zumindest nicht die Wirkung auf mich. Als ich vor gut einem Jahr bei der Blues-Band „Blues and the Gang“ für zwei Gigs aushelfen durfte, stand „She Caught The Katy“ mit auf dem Programm – das war wie eine Erleuchtung für mich, das Stück mal „von der anderen Seite aus“ kennenlernen zu dürfen. Seither mag ich es noch mehr.
  • „Peter Gunn Theme“: Unter dem Adjektiv „cool“ findet man ja viel Musik, doch dieses Stück definiert meiner bescheidenen Ansicht nach den Informationsgehalt von Coolness in musikalischer Form. Der Einstieg über Schlagzeug, Bass und Gitarre, bevor dann die Bläser mit ihrem rotzigen Riff einfallen, das ist ein derart gelungenes Stück Musik, dass ich es bereits vor einigen Jahren für meine Schul-Big Band arrangiert habe. Die Rhythmusgruppe langweilt sich zwar immer ein wenig, weil sie wirklich das gesamte Stück (mit Ausnahme der letzten zwei oder drei Takte) das gleich Pattern zu spielen haben, doch auch das kann man ja mit einer gewissen Nonchalance vortragen und sich dabei entspannen.
  • „Everybody Needs Somebody To Love“: Von allen Highlights ist dieses das mitreißendste. Ganz unzweifelhaft stellt diese Szene den Höhepunkt des Films dar: Die Blues Brothers kommen viel zu spät zum eigenen Konzert und werden entsprechend kühl empfangen. Doch mit diesem Song schaffen sie es, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, sogar die Polizeistreitkräfte, die sie eigentlich verhaften sollen, werden von der Kraft der Musik angesteckt und vergessen ganz, was sie eigentlich tun sollten. Ein Märchen, klar, aber ein schönes!
  • „Think“: Aretha Franklin in absoluter Höchstform! Der Song ist allein schon superb, im Film aber, gewürzt mit der süffisanten Choreographie, in den Kontext der Szene gestellt, verfehlt sie nie die Wirkung auf die Zuschauer. Meine Nackenhaare stellen sich ehrfürchtig auf, wenn ich nur an den Song denke.

Fazit

Könnte man die Zeit einfach so zurückdrehen und ohne das Auslösen diverser Zeitreise-Paradoxa ein paar Jahre in die Vergangenheit reisen, dann würde ich mir auf jeden Fall einen der legendären Live-Auftritte dieser Band reinziehen. Das muss schlicht umwerfend gewesen sein. Leider ist John Belushi ja nun schon seit etlichen Jahren tot, sodass es nicht mehr möglich ist, diesen Haufen, der „stark genug war, um Ziegenpisse in Benzin zu verwandeln“ live zu hören. Schade, sehr schade. Zum Trost kann man sich das Album aber gut und gerne ein paar hundert Mal anhören.

Links

Nachdem sich hin und wieder Leser meines Blogs über den Mangel an Links zu den Stücken beschwert haben, kommt hier – erstmalig – eine Sektion für die Musikhungrigen ohne Streaming-Abo:

So, mehr schreibe ich in diesem Jahr nicht mehr in diesen Blog hinein, lasst es euch allen gut gehen, seid nett zueinander, wir sehen/lesen/hören uns im neuen Jahr wieder!

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