Archiv der Kategorie: Action

Album der Woche – Episode 19 – 2018-02-17

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

David Duchovny: „Every Third Thought“

Frisch herausgekommen, dabei wirkt das Album sehr routiniert und dadurch angenehm entspannt.

Frisch herausgekommen, dabei wirkt das Album sehr routiniert und dadurch angenehm entspannt.

Ganz frisch auf dem Markt ist das Album „Every Third Thought“ des allseits bekannten Schauspielers David Duchovny. Stilistisch zwischen Pop, Rock und Folk-Rock angesiedelt, begeistert mich das Album durch die Unaufgeregtheit, die wohl am ehesten typisch für die Klasse Musiker ist, deren 20er schon ein bisschen hinter ihnen liegen.

Bis ich auf Twitter einen Link zu einem Interview mit David Duchovny fand, wusste ich gar nicht, dass er sich auch musikalisch betätigt, vor etwa vier Jahren brachte er schon ein Album heraus (das ich aber noch nicht angehört habe). Da ich mir aber gerade ganz gerne zum Rudertraining eine Akte X-Folge ansehe, war mein Interesse geweckt, also bemühte ich Apple Music, lud das Album und lauschte. Was ich hörte, gefiel mir durchaus.

Die Songs:

Insgesamt enthält das Album 12 Titel, die zusammen gut 51 Minuten Spielzeit füllen. Kein einziger Song fällt qualitativ aus dem Raster, wie immer gibt es aber persönliche Favoriten. Ich muss jedoch zugeben, dass es mir in diesem Fall aber sehr schwer gefallen ist, die Besonderheiten der Songs hervorzuheben, denn sie sind „halt schön“, was mir persönlich für die Musik, die ich zur Entspannung und/oder Erbauung anhöre, völlig genügt…

  • „Half Life“: Der Anfang des Album-Openers hämmert schön schräg aus den Boxen, die übersteuerten Gitarrensounds kreischen und jaulen, dann tritt die Musik in den begleitenden Hintergrund, und David Duchovnys angenehm entspannte Gesangsstimme steht im Mittelpunkt. Später pendeln sich Gesang und Begleitung auf einem höheren Energieniveau schön aufeinander ein. Ein toller Start ins Album!
  • „Every Third Thought“: Eines der stärksten Stücke des Albums ist ganz klar der Titeltrack. Hier stimmt einfach alles, noch dazu ist der Sound kristallklar und genau dem Musikstil angepasst. Sehr schick!
  • „Stranger in the Sacred Heart“: Gleich bei den ersten Tönen des Stücks muss ich einfach jedes Mal an The Cure denken. Besonders gut gefällt mir das komplette Einfrieren der Musik vor dem Beginn einer neuen Strophe, die dann wieder mit einigem Verve startet. Sehr gut!
  • „Mo’“: Hier geht es deutlich ruhiger zu als bei meinen beiden vorher genannten Favoriten, die feinen Gesangslinien werden grazil von den Zupfmustern der Gitarren begleitet, was sich gegenseitig schön unterstützt. Das kleine aber feine Gitarrensolo rundet die Sache ab, eindeutig hörenswert!
  • „Someone Else’s Girl“: Von Anfang an spürt man hier ein leichtes Reggae-Feeling mitschwingen, was meine Füße stets zu gänzlich eigenständigen Bewegungen animiert. Die Bläser geben dem Song einen noch authentischeren Anstrich: Handgemachte Musik vom Feinsten.

Fazit

Dafür, dass David Duchovny musikalisch noch ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt ist, hat er mit „Every Third Thought“ ein wirklich schönes, hörenswertes und durchweg entspanntes Album veröffentlicht. Wer wie ich bis vor wenigen Tagen noch nichts von ihm als Musiker gehört hat, sollte sich auf eine positive Überraschung gefasst machen.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

Advertisements
Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,

Album der Woche – Episode 18 – 2018-02-12

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Bedingt durch einen fiesen grippalen Infekt, der mich am Donnerstag Nachmittag heftig von den Beinen gerissen und für zweieinhalb Tage mit hohem Fieber im Bett gehalten hat, kommt der Beitrag – wie leider so oft – etwas später als geplant.

Joe Satriani: „What Happens Next“

Brandneu und in der Substanz doch vertraut – ein ganz klassisches Satriani-Album.

Brandneu und in der Substanz doch vertraut – ein ganz klassisches Satriani-Album.

Vor ein paar Wochen brachte der Ausnahme-Gitarrist Joe Satriani ein neues Album mit dem Titel „What Happens Next“ auf den Markt. Eines Morgens tauchte eine Apple Music-Meldung auf meinem iPhone auf, in der das Album angekündigt wurde – und ein paar Minuten später hatte ich es auch schon geladen.

Das erste Reinhören war nicht ganz so berauschend, denn das erste Stück („Energy“) gefiel mir irgendwie nicht (mag auch daran gelegen haben, dass ich in dem Moment nichts derart energiegeladenes hören wollte). Daher blieb das Album erst einmal eine ganze Weile kaum beachtet in der Mediathek liegen. In den letzten Tagen hatte ich aber die Möglichkeit, ein paar Mal in Ruhe hineinzuhören – und dabei fielen mir einige wundervolle Stücke auf, die gerade für die Satriani-Fans einen attraktiven Grund darstellen könnten, sich das Album anzuhören.

Die Songs:

Die 12 Instrumentalstücke dauern grob 51 Minuten. Meine drei Favoriten folgen sogar direkt aufeinander:

  • „Cherry Blossoms“: Exotismen gibt es seit vielen Jahrhunderten in der Musik. Meist waren es Versatzstücke von Komponisten, die die Fremde nie gesehen hatten, die sie musikalisch nachempfinden wollten. Joe Satriani dagegen hat mehr als nur ein paar flüchtige Kontakte nach Japan geknüpft, trotzdem entspricht das Stück exakt der oben geschilderten Exotismen-Tradition, denn mit „echter“ japanischer Musik (der Titel ist durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen) hat „Cherry Blossoms“ nun einmal nichts zu tun. Davon darf man sich aber nicht in die Irre führen lassen, denn auf der musikalischen Ebene kann das Stück durchaus begeistern (auch wenn ich zugeben muss, dass ich den ersten Hördurchgang fast ein wenig „platt“ fand, bei späteren Malen wurde ich dann aber immer angenehmer überrascht).
  • „Righteous“: Das Stück gefiel mir auch beim ersten Hineinhören schon, doch mit jedem weiteren Durchgang wird es zunehmend besser. Der Titel an sich ist aus meiner persönlichen Sicht interessant, denn er löst bei mir immer eine ganz bestimmte Erinnerung an „The Stand (Das letzte Gefecht)“ von Stephen King aus. In diesem epischen Roman singt die Figur des Larry Underwood einen Song mit dem Text: „Baby, can you dig your man? He‘s a righteous man, tell me baby, can you dig your man?“
  • „Smooth Soul“: Dieser Song stellt ein Highlight des Albums dar. Alles, was man zu hören bekommt, schmeichelt dem Ohr, feine Melodien fließen wie Honig und verzaubern den Hörer immer wieder aufs Neue. Gleichzeitig ist die technische Seite derart brillant, dass man beeindruckt mit den Ohren schlackern muss, insofern man sich mit den Gitarren-Techniken auskennt. Gerade diese völlig makellose, hyperflüssige Ausführung, die eben so exzellent ist, dass sie mühelos in den Hintergrund tritt, um so die reine Musik in den Vordergrund treten zu lassen – das wünscht sich jeder Musiker zu erreichen.

Fazit

Ein solides, rundum gelungenes Satriani-Album, das vor allem den alten Fans gefallen dürfte (gerade jene sollten vielleicht als erstes Stück „Smooth Soul“ anhören). Neue Hörer werden problemlos Zugang zur Musik finden, ihnen würde ich „Righteous“ als Einstieg empfehlen. Schön zu sehen, dass der Mann seit mehr als 30 Jahren hochqualitative Arbeit abliefert und immer noch neue Ideen entwickelt.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,

Laufen im Januar 2018

Der Januar 2018 war ein ziemlich guter Laufmonat, der mir auch wettertechnisch zumindest hin und wieder entgegen kam (soll heißen: das Laufband wurde nur spärlich genutzt, fast alle Läufe fanden draußen statt – macht mehr Spaß und ist als Training durch die Höhenmeter und die frische Luft viel effektiver). Ein paar Läufe führten mich durch fast knietiefen Schnee, was sich nach einigen Kilometern als äußerst anstrengend herausstellte, dafür war es optisch ein absoluter Genuss, durch die weiße Winterlandschaft zu traben – da macht der „brennende“ Oberschenkel nichts aus.

Tempo- und streckenmäßig kann ich mich auch nicht beklagen, ich bin fast immer zeitig aus dem Bett gekommen, nur gelegentlich hielten mich die noch nicht aufgeladenen AirPods zurück, was sich aber zügig bereinigen ließ. Insofern: Alles im grünen Bereich.

Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.

Mit etwas mehr als 530 Kilometern war der Januar recht effektiv – und dennoch recht entspannt.

Mal sehen, was der Februar so bringt, der erste Morgenlauf wurde, dem schlechten Wetter sei‘s gedankt, auf dem Laufband absolviert (mit John Wick: Kapitel 2 als Ablenkung).

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Album der Woche – Episode 17 – 2018-01-28

Jede (oder zumindest fast jede) Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Iron Maiden: „Seventh Son of a Seventh Son“

Ziemlich absurd-gruseliges Cover, zum Glück ist die Musik wesentlich bodenständiger als das Cover-Artwork...

Ziemlich absurd-gruseliges Cover, zum Glück ist die Musik wesentlich bodenständiger als das Cover-Artwork…

In meiner Kindheit war ich gelegentlich bei einer Nachbarsfamilie zu Besuch, deren drei Söhne einen ausgeprägten Musikgeschmack hatten. Mindestens zwei der Jungs hörten gerne und überwiegend Heavy Metal, der dritte war ein großer Elvis- und Country-Fan. Bis auf die Country-Musik, von der bis heute bei mir nur recht wenige Stücke jemals einen positiven und bleibenden Eindruck hinterlassen haben, infizierten mich all die anderen dort gespielten Musikrichtungen, denn bis heute finde ich Elvis cool und höre gerne Hard Rock und Heavy Metal.

Rein optisch blieb ich beim Betreten des einen Zimmers im Haus dieser Familie immer an einem eigenartig faszinierenden, gleichermaßen anlockendem wie auch abstoßend gruseligem Poster hängen, das ein – damals noch recht frisch herausgekommenes – Plattencover in Großformat zeigte. Das Albumcover zeigt (siehe oben) das Iron Maiden-Maskottchen Eddie in einer… nun ja, nennen wir es „leicht unnatürlichen Pose“. Wie schon angesprochen: Als junger Kerl faszinierte mich das Bild maßlos, ohne dass ich einen einzigen Ton dieses Albums kannte.

Gehört habe ich die Stücke erst viel, viel später, da gingen noch mindestens fünf Jahre ins Land. Die Musik gefiel mir aufgrund der vielen langen Melodie-Linien, die sich sowohl bei Sänger Bruce Dickinson als auch zwischen den beiden E-Gitarren (Dave Murray und Adrian Smith) entfalteten. Hört man die Musik, dann vergisst man das eigenartige Plattencover recht schnell wieder – was vielleicht auch gut so ist.

Die Songs:

„Seventh Son of a Seventh Son“ ist ein Konzeptalbum, dessen Stücke zwar lose, aber doch spürbar zusammengehören, das Album wird ganz zu Beginn und ganz am Ende von einer kleinen, an einen mittelalterlichen Troubadour erinnernden Gesang mit spärlicher Akustik-Gitarren-Begleitung umrahmt:

Seven deadly sins
Seven ways to win
Seven holy paths to hell
And your trip begins
Seven downward slopes
Seven bloodied hopes
Seven are your burning fires
Seven your desires…

Ein sehr geschickter Schachzug, den der geneigte Hörer am Ende des Albums sofort bemerkt und dann gleich noch mehr Gefallen an der Zusammenstellung findet. Zwischen den beiden umrahmenden Abschnitten findet sich eine interessante Sammlung – meiner bescheidenen Meinung nach – wahrlich großartiger Heavy Metal-Stücke, die gerade in ihrer Kombination eine unglaubliche Durchschlagskraft entwickeln.

Bei Konzeptalben ist es immer sehr schwer, einzelne Stücke als besonders gut herauszugreifen, denn meist wirken sie ja gerade in der Kombination mit den anderen Stücken so stark. Dennoch benenne ich meine Favoriten:

  • „Can I Play With Madness“: Ohne Zweifel das poppigste Heavy Metal-Stück, das Iron Maiden bis heute auf den Markt gebracht haben. Dafür bleibt es derart hartnäckig im Ohr kleben, dass man sich manchmal schon wünscht, es doch lieber nicht gehört zu haben. Für alle Skeptiker, die nicht glauben, sich jemals mit einer Band wie Iron Maiden arrangieren zu können, ist dies sicher der geeignetste Einstiegs-Song.
  • „Seventh Son of a Seventh Son“: Der Titel-Song ist mit fast zehn Minuten Spielzeit eindeutig kein Pop-Song, im Radio wird dieser Song ohne jegliche Diskussion als „unspielbar“ abgetan, da er den zeitlichen Rahmen von drei bis maximal dreieinhalb Minuten sprengt. Dafür ist es ein ungemein vielseitiger und dadurch abwechslungsreicher Song, der viele der langen Melodiebögen, die ich oben erwähnt habe, enthält. Der Zungenbrecher des Titels wird im Refrain gleich mehrfach in hals-, nein: zungenbrecherischer Geschwindigkeit dargeboten, ein nicht nativer Englisch-Sprecher wird dafür sicher eine Weile üben müssen… Um die Sache abzukürzen: Sicherlich keine Kost für Radio und TV, umso mehr aber für die Fans der Band – stimmungsvoll, perfekt produziert, schlicht umwerfend!
  • „The Clairvoyant“: Hier wird das Tempo ganz gut angezogen, darüber hinaus gibt es mehrere interessante Stimmungswechsel, sodass am Ende gut viereinhalb Minuten musikalischer Faszination stehen, die man sich immer wieder anhören kann. Die ersten paar Sekunden führen den Hörer dabei leicht in die Irre, doch noch bevor man den Finger auf die „Weiter“-Taste legen kann, ist man schon in der Melodie gefangen…
  • „Only The Good Die Young“: Zuerst wirkt der Song etwas hektisch, doch spätestens beim Refrain erlangt er (nicht zuletzt durch einen geschickten Tonartwechsel) eine schwerelose Qualität, die mich jedes einzelne Mal neu fasziniert. Ganz am Ende schließt sich der Rahmen um das Album mit dem Troubadour-Gesang…

Fazit

Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass das Album-Cover allein vermutlich schon einige potentielle Hörer abgeschreckt hat. Doch der Inhalt eines Albums lässt sich immer nur bedingt mit der äußeren Darreichungsform in Einklang bringen. Wer also ein bisschen Vertrauen in meinen musikalischen Geschmack setzt, der kann sich die unten verlinkten Stücke ruhigen Gewissens anhören, ich finde sie auf jeden Fall sehr stimmungsvoll und gelungen.

Links

Alle meine Lieblingsstücke von diesem tollen Album habe ich bei YouTube gefunden, also sind sie hier verlinkt. Viel Vergnügen!

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,

Album der Woche – Episode 16 – 2018-01-07

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Passengers (Original Soundtrack Recording)

Einer der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre – und die Musik ist absolut zum „Abheben“ geeignet.

Einer der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre – und die Musik ist absolut zum „Abheben“ geeignet.

Im Dezember sah ich zum ersten Mal den Science Fiction-Film „Passengers“ mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence. Abgesehen davon, dass dieser Film aus meiner Sicht schlichtweg einer der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre ist, die Musik hatte mich vom ersten Moment an eingefangen, denn dem Komponisten (Thomas Newman) war es gelungen, die Einsamkeit der beiden Charaktere in der Weite des Alls einfühlsam in Musik zu fassen. Glücklicherweise ist der Soundtrack bei Apple Music im Programm, sodass ich ihn mir gleich nach Genuss des Films auf mein iPhone lud. Jeder, der den Film gesehen hat, wird beim Anhören des Soundtracks immer wieder in die eine oder andere Filmszene zurückversetzt werden – ich habe mir das gesamte Album mehrfach durchgehört, die Stücke, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatten, landeten in meiner Favoriten-Liste für Soundtracks. Auf diese Weise kann ich mit der Zufallswiedergabe einer Playlist die besten musikalischen Momente aus etlichen Filmen durchleben.

Die Songs:

Wie es bei vielen Soundtracks üblich (und notwendig) ist, besteht das Album aus einer Vielzahl kürzerer Stücke, die dann je nach Situation im Film zur Anwendung kommen. Thomas Newman hat insgesamt 26 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von ca. 69 Minuten komponiert, die in brillanter Audio-Qualität durch meine AirPods wuseln. Das kürzeste Stück dauert dabei gerade einmal 57 Sekunden, die längste Nummer endet nach fünf Minuten und einundvierzig Sekunden.

Manche Stücke einer Filmmusik sind nur für die jeweilige Szene wirklich geeignet, andere dagegen stehen auch für sich selbst und brillieren in ihrer unaufdringlichen Art. Meine Favoriten aus diesem ohnehin schon exzellenten Album sind:

  • Crystalline
  • Precious Metals
  • Aurora
  • The Sleeping Girl
  • Build A House And Live In It
  • Spacewalk
  • Starlit
  • Sugercoat The Galaxy (End Title)

Mehr dazu bei den Links ganz unten…

Fazit

Nicht nur Kenner und Fans des Films werden diesem Soundtrack einiges abgewinnen können. Vor allem aber zum Lesen von Science Fiction-Literatur (ich habe gerade heute „Lock In“ („Das Syndrom“) von John Scalzi beendet, parallel dazu lese ich noch „Solaris“ von Stanislaw Lem) ist das Album ein geradezu perfekter Soundtrack.

Links

Ein paar meiner Lieblingsstücke habe ich bei YouTube gefunden, also kann ich hier auf diese musikalischen Edelsteine verlinken – wer weiß, vielleicht finden sich ja weitere Begeisterte:

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Album der Woche – Episode 15 – 2017-12-31

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

The Blues Brothers (Original Soundtrack Recording)

Eines der ganz großen Alben des 20. Jahrhunderts, das man auf gar keinen Fall „zu häufig“ anhören kann.

Eines der ganz großen Alben des 20. Jahrhunderts, das man auf gar keinen Fall „zu häufig“ anhören kann.

Als Jugendlichem ging es mir so, doch bis heute sollen Leute herumlaufen, die nicht wissen, dass die Band The Blues Brothers nicht nur im gleichnamigen Film von John Landis existierte. Vielmehr veröffentlichte die Band eine ganze Reihe grooviger Alben, von denen ich insgesamt mindestens drei sehr gut kenne.

Vielleicht habe ich den Soundtrack einfach zu oft gehört, um nicht sofort an ihn denken zu müssen, wenn die Sprache auf diese Band kommt. Doch das Album ist unglaublich stark. Es hat sich den Platz in dieser illustren Runde mehr als nur verdient, es war von Anfang an dafür prädestiniert

Die Songs:

Elf Songs, 40 Minuten Spielzeit, Gast-Stars ohne Ende, von der ersten bis zur letzten Sekunde Groove – alles handgemacht, wer da nicht mit den Füßen mitwippt oder die Hüften kreisen lässt, der hat das Leben nicht begriffen.

Es gibt faktisch nur Highlights auf dieser Platte, ein Hit jagt den nächsten, doch ich habe natürlich auch ein paar Favoriten, die ich besonders gern höre:

  • „She Caught The Katy“: Eine der goldenen Regeln in der Musik heißt ja, dass der Opener eines Albums stark sein muss. Dieser ist es. Im Film gleich noch mehr, denn erst wird Jake Blues völlig ohne Musik aus dem Gefängnis entlassen, dann holt ihn sein Bruder in einer „Bullenschaukel“, einem ausgemusterten Polizeiwagen, ab. Erst als sich die beiden vor den Gefängnismauern gegenüberstehen, setzt die Musik ein – mit diesem Stück. Und es verfehlt seine Wirkung nicht, zumindest nicht die Wirkung auf mich. Als ich vor gut einem Jahr bei der Blues-Band „Blues and the Gang“ für zwei Gigs aushelfen durfte, stand „She Caught The Katy“ mit auf dem Programm – das war wie eine Erleuchtung für mich, das Stück mal „von der anderen Seite aus“ kennenlernen zu dürfen. Seither mag ich es noch mehr.
  • „Peter Gunn Theme“: Unter dem Adjektiv „cool“ findet man ja viel Musik, doch dieses Stück definiert meiner bescheidenen Ansicht nach den Informationsgehalt von Coolness in musikalischer Form. Der Einstieg über Schlagzeug, Bass und Gitarre, bevor dann die Bläser mit ihrem rotzigen Riff einfallen, das ist ein derart gelungenes Stück Musik, dass ich es bereits vor einigen Jahren für meine Schul-Big Band arrangiert habe. Die Rhythmusgruppe langweilt sich zwar immer ein wenig, weil sie wirklich das gesamte Stück (mit Ausnahme der letzten zwei oder drei Takte) das gleich Pattern zu spielen haben, doch auch das kann man ja mit einer gewissen Nonchalance vortragen und sich dabei entspannen.
  • „Everybody Needs Somebody To Love“: Von allen Highlights ist dieses das mitreißendste. Ganz unzweifelhaft stellt diese Szene den Höhepunkt des Films dar: Die Blues Brothers kommen viel zu spät zum eigenen Konzert und werden entsprechend kühl empfangen. Doch mit diesem Song schaffen sie es, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, sogar die Polizeistreitkräfte, die sie eigentlich verhaften sollen, werden von der Kraft der Musik angesteckt und vergessen ganz, was sie eigentlich tun sollten. Ein Märchen, klar, aber ein schönes!
  • „Think“: Aretha Franklin in absoluter Höchstform! Der Song ist allein schon superb, im Film aber, gewürzt mit der süffisanten Choreographie, in den Kontext der Szene gestellt, verfehlt sie nie die Wirkung auf die Zuschauer. Meine Nackenhaare stellen sich ehrfürchtig auf, wenn ich nur an den Song denke.

Fazit

Könnte man die Zeit einfach so zurückdrehen und ohne das Auslösen diverser Zeitreise-Paradoxa ein paar Jahre in die Vergangenheit reisen, dann würde ich mir auf jeden Fall einen der legendären Live-Auftritte dieser Band reinziehen. Das muss schlicht umwerfend gewesen sein. Leider ist John Belushi ja nun schon seit etlichen Jahren tot, sodass es nicht mehr möglich ist, diesen Haufen, der „stark genug war, um Ziegenpisse in Benzin zu verwandeln“ live zu hören. Schade, sehr schade. Zum Trost kann man sich das Album aber gut und gerne ein paar hundert Mal anhören.

Links

Nachdem sich hin und wieder Leser meines Blogs über den Mangel an Links zu den Stücken beschwert haben, kommt hier – erstmalig – eine Sektion für die Musikhungrigen ohne Streaming-Abo:

So, mehr schreibe ich in diesem Jahr nicht mehr in diesen Blog hinein, lasst es euch allen gut gehen, seid nett zueinander, wir sehen/lesen/hören uns im neuen Jahr wieder!

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Album der Woche – Episode 13 – 2017-12-17

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Dream Theater: „Images And Words“

Selbst das pseudo-philosophische Cover kann von der unschlagbar vielseitigen Musik nicht ablenken – eines der besten Progressive-Alben aller Zeiten!

Selbst das pseudo-philosophische Cover kann von der unschlagbar vielseitigen Musik nicht ablenken – eines der besten Progressive Metal-Alben aller Zeiten!

Dream Theater ist (bzw. war über viele Jahre hinweg, ich habe die letzten paar Alben nicht mehr weiter verfolgt) eine der besten wenn nicht gar die herausragendste Progressive Metal-Band überhaupt. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die es zwar schafften, unglaublich vertrackte Stücke zu schreiben und auch mit ausreichend Professionalität zu spielen, gelang es Dream Theater jedoch stets, über die musikalische Komplexität hinaus immer auch die Eingängigkeit zu gewährleisten, die dafür sorgte, dass die Stücke „im Ohr hängen blieben“.

Jedes einzelne Band-Mitglied auf „Images and Words“ist ein Solist der Extra-Klasse, jedes Stück ein furioses Feuerwerk virtuoser Darbietungen. Die Komplexität und Vielseitigkeit der Stücke sorgen für durchgehenden Genuss, alle 57 Minuten Spielzeit sind vollgestopft mit entzückenden musikalischen Ideen. Langeweile gibt es da schlicht und einfach nicht.

Die Songs:

Insgesamt beinhaltet das 1992 erschienene Album 8 Titel mit einer Spielzeit von gut 57 Minuten. Es gibt überhaupt keine Ausfälle hinsichtlich der Qualität, drei besondere Juwelen finden hier aber ihre eigene Erwähnung:

  • „Pull Me Under“: Auch wenn der Opener des Albums nicht im Stil von AC/DC mit einem „knackigen Riff“ beginnt, so erkennen Fans doch spätestens beim dritten Ton, um welches Stück es sich handelt. Ausgehend von dieser gezupften Einleitung auf der Gitarre baut sich schon bald ein derbe brettmäßiger Groove auf, über den sich dann auch der Gesang in luftige Höhen emporschwingen kann. Haufenweise sensationelle solistische Einlagen runden den Genuss ab, wer dieses Stück auch nur ein einziges Mal gehört hat, ist schon angefixt. Mir zumindest ging es so, denn nachdem ich das Stück beim Bassisten meiner damaligen Band im Auto gehört hatte, mussten die gesammelten Ersparnisse dran glauben, um diese CD zu kaufen.
  • „Under A Glass Moon“: Der Song an sich ist schon klasse, aber der wahre Grund für meine Empfehlung ist das Gitarrensolo von John Petrucci, denn dieses ist spektakulär gelungen. Allein dieses eine E-Gitarren-Solo würde die Empfehlung des gesamten Albums rechtfertigen, so gut ist es.
  • „Learning To Live“: Beide bereits angepriesenen Stücke sind mit ihren Spielzeiten von 8:15 („Pull Me Under“) und 7:04 („Under A Glass Moon“) nicht gerade kurz, doch der Abschluss des Albums ist das monumentale „Learning To Live“, das mit einer Spielzeit von mehr als elfeinhalb Minuten daherkommt (und dabei ignoriere ich die Tatsache, dass es nahtlos an den Vorgänger anschließt, wodurch eigentlich ein noch längeres Stück-Konglomerat entsteht. Die gesamte (enorme) Zeitspanne ist ein dermaßen „wilder Ritt“, ein Mix aus Passagen, die den unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen entstammen, eine unverschämt virtuose Zurschaustellung instrumentaler Fähigkeiten, dass man wirklich nur noch „mit den Ohren schlackern“ kann. Dieser Song wird niemals eine Chartplatzierung erhalten, er ist auch ohne das angehängte Vorstück schon fast viermal so lang, wie es für die normale Radiospielbarkeit gut wäre, aber für Progressive Metal-Fans ist es eine absolute Erleuchtung!

Fazit

Wenn schon das zweite Album einer Band eine derart hohe Messlatte anlegt, dann ist ja immer viel zu erwarten. Bei Dream Theater war das auch eindeutig der Fall, denn es folgten noch ein paar vollkommen exzellente Alben. Irgendwann ebbte jedoch meine persönliche Progressive Metal-Phase ab, sodass ich heute nur noch selten ein Album in voller Länge reinziehe (natürlich sind fast alle Progressive Metal-Alben auch Konzept-Alben, die man dann auch komplett und am Stück durchhören „muss“). Wenn ich aber zwischendurch mal wieder bei „Images And Words“ hängen bleibe, sind es auf jeden Fall die drei oben empfohlenen Songs. Probiert es aus, sie werden euch gefallen!

Ein kleiner Appetizer soll das folgende Live-Video von „Pull Me Under“ sein, das Stück gefällt fast allen auf Anhieb:

Getaggt mit , , , , , , , , , , ,

Laufen im November 2017

Obwohl mich seit Sonntag Abend eine ziemlich unangenehme Erkältung etwas beutelt (am Montag war die Stimme so vollkommen weg, dass ich nicht unterrichten konnte, seit Dienstag bin ich wieder in der Schule, klinge aber noch wie ein grunzender Ork), konnte ich mein tägliches Laufpensum einigermaßen halten. Mit der Erkältung habe ich mich dann halt eher auf mein Laufband zurückgezogen, statt durch nasskaltes Schneetreiben zu rennen – eindeutig eine gute Entscheidung!

Trotz Krankheit und einem kürzeren Monat konnte ich (wenn auch nur ganz knapp) den Oktober übertreffen und sogar fast den Juli einholen...

Trotz Krankheit und einem kürzeren Monat konnte ich (wenn auch nur ganz knapp) den Oktober übertreffen und sogar fast den Juli einholen…

Mein Jahresziel von 5.000 Kilometern ist ja schon eine Weile abgehakt, ich denke, auch die 5.500 sind in knapp anderthalb Wochen erreicht. Mal sehen, ob ich es vielleicht sogar auf 5.800 bringe… (Ganz weit im Hinterkopf habe ich ja die spinnige Idee, vielleicht sogar die 6.000 zu knacken, aber dann müsste ich im Schnitt 20 Kilometer pro Tag schaffen, das wird wohl doch etwas zu heftig). Aber das sind nur Gedankenspiele. Alles in allem habe ich mein Ziel auf jeden Fall voll erreicht – was jetzt kommt, ist Dreingabe!

Ein großer Vorteil des Laufens auf dem Laufband ist die Möglichkeit, dabei Filme anzusehen, denn die Geschwindigkeit fahre ich nach einem bestimmten Muster hoch, dazu muss ich das Display nicht ansehen. Also stelle ich das iPad dort ab (mit dem 12,9-Zoll-Bildschirm lohnt sich das auf die kurze Distanz sogar) und trabe zu einem – meist spannenden – Film ab 4:20 oder 4:25 drauf los. Was gab es also im Keller-Kino bei Solera? Ganz einfach:

  • Vorgestern genehmigte ich mir „Seventh Son“, einen Fantasy-Film mit ein paar guten Szenen, ansonsten aber leider auch etlichen durch die langatmige und weitgehend vorhersehbare Story bedingten Längen, die selbst durch einen guten Schauspieler wie Jeff Bridges nicht ganz aufgewogen werden konnten.
  • Gestern habe ich „Inglorious Basterds“ angesehen, von dem ich schon viel gehört, aber noch nicht eine einzige Szene gesehen hatte. Es ist ganz klar einer der besseren Quentin Tarantino-Filme, gespickt mit Humor, Action, aber auch einer spannenden Geschichte – faszinierend.
  • Heute früh war „The Giver – Hüter der Erinnerung“ dran. Hmmmm, etwas durchwachsen, denn einerseits offerierte der Film eine interessante Vorstellung einer utopischen bzw. dystopischen Welt in der Zukunft, andererseits überstürzte er den Schluss und wartete zwischendrin mit so vielen esoterischen Elementen auf, dass sich meine Fußnägel in den Laufschuhen aufstellen wollten.

Mal sehen, was ich mir in den kommenden Tagen gönne, ich habe noch einige ungesehene Filme zur Verfügung, Nachschub gibt es ohnehin immer, langweilig wird das sicher nicht. In diesem Sinne: Guten Start in den Dezember!

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Album der Woche – Episode 11 – 2017-11-26

Jede Woche präsentiere ich ein Album, das mir persönlich gut gefällt. Im Vorfeld höre ich es noch einmal (oder häufiger) durch und bemühe mich dann, es allen Interessierten „schmackhaft“ zu machen.

Ramin Djawadi: „Warcraft: The Beginning“

Gelungener Soundtrack zu einem spannenden Film: „Warcraft: The Beginning“ von Ramin Djawadi

Gelungener Soundtrack zu einem spannenden Film: „Warcraft: The Beginning“ von Ramin Djawadi

Gestern früh stand ich um ca. 5:00 h auf, um mich zum Laufen aufzumachen. Schon während der paar Minuten, die ich noch im Bett verweilte, prasselte der Regen heftig gegen das Fenster des Schlafzimmers. Als ich dann zum Fenster hinausblickte, sah ich das, was man allgemein als „es regnete Hunde und Katzen“ bezeichnet. Es war wirklich ekelhaft nass. Und windig. Und kalt. Noch bevor ich meine Laufklamotten hätte anziehen können, war der Entschluss gefasst: Laufband!

Wenn ich schon auf das Teil gehe, dann nutze ich den Luxus, den mir dieser Umstand bietet, voll aus: Ich suchte mir einen Film mit gut zwei Stunden Laufzeit aus, legte das iPad auf die Ablage, koppelte die Kopfhörer und legte los. Und der Film war bombastisch, ein optisches Highlight, spannend, nicht zu komplex, aber auch nicht zu banal – perfekt für‘s Laufen. Es handelte sich um den 2016 veröffentlichten Film „Warcraft: The Beginning“ von Duncan Jones.

Für‘s Laufen wie gemacht: „Warcraft: The Beginning“ – spannende Fantasy-Action!

Für‘s Laufen wie gemacht: „Warcraft: The Beginning“ – spannende Fantasy-Action!

Ich habe noch nie „World of Warcraft“ gespielt, wohl aber in den 1990er Jahren die alte Version namens „Warcraft 2“, damals tatsächlich noch auf einem Windows-PC (so etwas besitze ich seit 2005 nicht mehr). Daher waren mir die verfeindeten Gruppen der Orcs und Menschen vertraut, sodass der Film in dieser Hinsicht gleich auf einen gut vorbereiteten Boden fiel. Und er gefiel mir wirklich.

Die Stücke:

Insgesamt beinhaltet das 2016 erschienene Soundtrack-Album 19 Titel mit einer Spielzeit von etwa 61 Minuten. Ich werde ausnahmsweise heute keine persönlichen Empfehlungen abgeben, denn dazu kenne ich das Album – es befindet sich ja erst seit gestern in meiner Musik-Bibliothek – noch nicht gut genug. Ich habe es jedoch als Hintergrundbegleitung den gesamten gestrigen Tag immer wieder laufen lassen und auch heute früh wieder angehört. Mir gefällt die Musik sehr.

Den Komponisten Ramin Djawadi kannte ich vorher gar nicht, zumindest hatte ich den Namen nie bewusst wahrgenommen, bei weiteren Nachforschungen fand ich allerdings schnell heraus, dass er z.B. für den Soundtrack zu „Iron Man“ und der HBO-Serie „Game of Thrones“ verantwortlich war/ist. Anscheinend lohnt es sich, den Namen im Kopf zu behalten, denn der Soundtrack zu „Warcraft: The Beginning“ ist angenehm abwechslungsreich und schafft gute musikalisch Personencharakterisierungen sowie Abgrenzungen zwischen der Welt der Orcs und der der Menschen.

Spannung – Rekord

Der Film war so spannend und actionreich, dass ich streckenweise recht schnell gelaufen bin. Auf dem Laufband starte ich aktuell immer bei 8 km/h, dann geht‘s jeden halben Kilometer um 0,1 km/h hoch. Bei einer Entfernung von fünf Kilometern liege ich also bei 9 km/h, bei zehn erreiche ich die 10 km/h, bei 15 die 11 km/h und bei 20 die 12 km/h (das entspricht exakt 5 Minuten/Kilometer). Das klingt erst einmal nicht allzu spannend, da es aber keine Pausen gibt, wird die Sache im Lauf der Zeit recht schweißtreibend.

Da ich so auf den Film konzentriert war, rannte ich einfach nach Gefühl, bei jedem Piepsen der Uhr (alle 500 Meter) drückte ich automatisch auf die „+“-Taste, die das Tempo erhöht. Erst als ich fertig war, informierte mich die Nike Running Club-App darüber, dass es mein schnellster Halbmarathon gewesen sei:

Halbmarathon unter zwei Stunden – und das ganz ohne Planung, schön!

Halbmarathon unter zwei Stunden – und das ganz ohne Planung, schön!

Vermutlich wäre ich bei einem anderen Film nicht ganz so schnell gerannt, doch hier war es wirklich eine gänzlich unbewusste Geschichte, die einfach durch die massive Action im Film ausgelöst wurde. Eine schöne Überraschung!

Fazit

Soundtrack-Alben sind immer eine heikle Sache, denn wer den Film nicht mag, wird meist auch die Musik ganz grundsätzlich ablehnen. In diesem Fall hat mich der Soundtrack angenehm überrascht und mich auf eine neue Person unter den vielen Filmmusik-Komponisten aufmerksam gemacht. Sehr schön!

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Gesehen: „The Revenant”

Große Erwartungen, die leider enttäuscht wurden...

Große Erwartungen, die leider enttäuscht wurden…

Vor einigen Monaten hörte ich beim Laufen das (selbstverständlich ungekürzte) Hörbuch „Der Totgeglaubte” von Michael Punke, dessen Roman die Basis für die medial wirklich unglaublich gehypte Verfilmung mit Leonardo diCaprio bildet.

Ein spannendes und facettenreiches Hörbuch, das ich nur empfehlen kann!

Ein spannendes und facettenreiches Hörbuch, das ich nur empfehlen kann!

Das Hörbuch hat mir ausnehmend gut gefallen, da es einerseits durch die vielen kleinen Details über das damalige Leben sowohl der Siedler als auch der amerikanischen Ureinwohner in Nordamerika bestach und andererseits einfach eine spannende Geschichte mit etlichen überraschenden Wendungen und vielen philosophisch-moralischen Abwägungen bot.

Handlung

Die Handlung lässt sich in groben Zügen wie folgt zusammenfassen, denn reduziert man sie auf die harten Fakten, dann bleibt nicht so viel an Details übrig:

Ein Trupp Felljäger ist in den noch unerschlossenen Gebieten Nordamerikas unterwegs, ständig auf der Hut vor jenen Indianerstämmen, die ihnen Ausrüstung stehlen oder sie töten wollen. Deshalb gibt es in dem Trupp mehrere Späher, die die Umgebung erkunden, Ausschau nach guten Lagerplätzen und Nahrung halten, vor feindlich gesinnten Stämmen warnen und dergleichen mehr. Einer von ihnen, der beste Kundschafter, ist Hugh Glass, der eines Tages von einer Bärenmutter in der Nähe ihrer Kinder erwischt und schlimm zugerichtet wird. Doch es gelingt ihm, die Bärin zu töten, außerdem überlebt er den Kampf ganz knapp.

Der Trupp wird in der Zwischenzeit sowohl von Nahrungsmangel als auch von sich nähernden (in diesem Fall feindlich gesinnten) Indianern weiter getrieben. Da Glass nicht selbst laufen kann und das Vorankommen für alle übrigen extrem erschwert und verlangsamt, lässt man ihn mit zwei Wachen (Fitzgerald und Bridger) zurück, die ihn nach seinem eher früher als später zu erwartenden Tod anständig begraben sollen.

Doch schon bald hat Fitzgerald die Schnauze voll, außerdem ist ihm die Situation zu gefährlich. Deshalb überredet er den jüngeren Bridger, die Sache einfach aufzugeben, niemandem später etwas davon zu verraten und sich einfach so auf den Weg hinter den anderen her zu begeben. Sie nehmen Glass sein Gewehr ab und ziehen los, fest davon ausgehend, dass er ohnehin bald sterben werde.

Glass überlebt jedoch, unter größten Mühen kämpft er sich allein durch die Wildnis, immer angetrieben von dem Verlangen nach Rache, wobei er diesen Antrieb durchaus auch immer wieder hinterfragt. Ab hier unterscheiden sich Film und Buch dann deutlich, denn das Buch schildert eine wahre Odyssee, die sich über verhältnismäßig lange Zeit hinzieht, wohingegen der Film alles als eine kompakte, am Stück ablaufende Handlung darstellt. Die geschichtlich als wahr verbürgte Gestalt des Hugh Glass tötete später weder Bridger noch Fitzgerald, im Film jedoch läuft alles auf eine tödliche Jagd nach Fitzgerald hinaus, die – selbstverständlich – äußerst blutig und gewalttätig endet.

Unterschiede zwischen (Hör-)Buch und Film

Irgendwann vor etlichen Wochen gab es die Kino-Verfilmung bei iTunes im Sonderangebot für 4 oder 6 Euro, also kaufte ich ihn, weil ich mich dafür interessierte, wie akkurat der Roman in der Verfilmung umgesetzt worden war. Doch ich muss dem Film ein bestenfalls durchwachsenes Zeugnis ausstellen. Die Gründe:

  • Der Roman ist sehr vielschichtig, nimmt sich Zeit für jene Details, die für die Handlung nicht immer zwingend notwendig sind, die aber für mich die Authentizität der Erzählung enorm steigern. Der Film besticht durchaus durch opulente Bilder, gerade die Darstellung der „Indianer“ ist aber äußerst eindimensional: Im Buch werden viele verschiedene Stämme geschildert, von denen einige mit den Weißen kooperieren, während andere mit ihnen im Krieg leben und wieder andere sich da nicht pauschal festlegen, sondern situativ entscheiden. Im Film gibt es derlei Differenzierung nicht (oder nur minimal), um das in vielen Western-Filmen klar definierte Feindbild (Weiße vs. Indianer) möglichst unangetastet zu lassen. Das hätte bei einem Film mit einer Länge von mehr als zweieinhalb Stunden durchaus Platz finden können.
  • Der Punkt, der mir den Film am meisten „vergällt“ hat, war aber ein anderer: Im Buch regiert die Gewalt nicht, stattdessen ist es ein gelungenes zeitgeschichtliches Szenario, in dem Aspekte wie Moral, Philosophie, Menschlichkeit, Kultur ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Im Film sind gerade diese Aspekte nebensächlich, sie werden oft nur gestreift, niemals aber zentral behandelt. Auch die Frage, ob Fitzgerald getötet werden muss, wird im Film nicht gestellt, das ist das einzige Ziel, auf das Hugh Glass ab dem Zeitpunkt, wo er allein in der Wildnis zurück gelassen wird, hinarbeitet.
  • Die opulenten Filmbilder können über die mehr als dürftige „Überleben- und dann Rache“-Geschichte kaum hinwegtäuschen. Auch wenn es etliche sehr gelungene Szenen und ein hohes Niveau an Spannung gibt, hinterließ der Film bei mir ein Gefühl der Enttäuschung und Leere, eben weil die oben dem Buch zugeschriebenen Eigenschaften einfach fehlen.

Fazit

In ein paar Wochen oder Monaten muss ich mir den Film noch einmal ansehen. Da ich jetzt nicht mehr eine getreue Umsetzung des Buches erwarte, schafft er es dann vielleicht, mich mehr zu begeistern (ich zweifle jedoch daran). Wer sich für die Geschichte hinter dem Namen Hugh Glass interessiert, dem empfehle ich klar das Buch bzw. das Hörbuch (die ungekürzte Lesung ist inhaltlich ja identisch). Der monströse Hype um diesen Film will mir nicht ganz verständlich werden, denn die Handlung ist absolut nicht außergewöhnlich, es gibt unzählige Action-Filme, die eine sehr ähnliche Handlung besitzen – das opulente Ambiente allein schafft es eben nicht, ihn weit über dieses Niveau heraus zu katapultieren. Schade, sehr schade, da wurde viel verschenkt, das zu einem wesentlich besseren Film hätte gemacht werden können.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,
Advertisements