Entspannungsprogramm: „MacGyver“

Die Ferien sind zum Entspannen da, mit jedem Jahr, das ich meiner Biographie hinzufüge, merke ich das deutlicher. Unterlasse ich das Erholungsprogramm, werde ich fürchterlich unausgeglichen, und das will keiner in meinem Umkreis erleben (am wenigsten ich selbst).

Auch in der Schulzeit gehört die Zeit, wenn die Kinder in ihren Zimmern verschwunden sind, in der Regel nur meiner Frau und mir. Nach einem ereignisreichen Tag gibt es nichts entspannenderes als ein bisschen „Nostalgie-Fernseh-Kiffen“, wie es Michael Mittermeier in einem seiner Programme so schön auf den Punkt gebracht hat. Konkret heißt das: Wenig neue Serien, viele alte und bereits bekannte Inhalte, z.B. Star Trek, Babylon 5, Dr. House, The Big Bang Theory, Columbo, Monk, dank Zeilenende auch Eureka, demnächst folgen noch alle Folgen von Akte X (die kenne ich persönlich noch gar nicht) und eventuell schaffen wir es auch einmal über die erste Staffel von Breaking Bad hinaus…

Das Muster ist auf jeden Fall klar erkennbar: Folgen mit überschaubarer Länge (maximal 40-45 Minuten), die der abendlich ermüdeten Aufmerksamkeitsspanne angemessen sind. Und oft sind uns die Serien schon derart bekannt, dass es eben nicht mehr auf jedes Detail ankommt. Da kann man dann nebenbei am iPad oder iPhone etwas zocken, die Twitter- oder WordPress-Timeline nachlesen, mit Bekannten über iMessage kommunizieren, noch den kommenden Song des Tages vorbereiten oder einfach etwas Süßes (oder anderen Knabberkram) genüsslich in sich hineinstopfen. Das ist in höchstem Ausmaß entspannend.

Aktuell haben wir uns neues Futter besorgt: Für knapp 40 Euro gab es bei Amazon die Komplettbox aller MacGyver-Folgen. Früher habe ich davon nur ein paar wenige tatsächlich im Fernsehen genossen, doch das Grundprinzip ist ja immer gleich: Angus MacGyver ist immer und überall klar der Gute, seine Freunde sind auch die Guten, alle anderen müssen entweder in Not oder die Bösen sein. Typisches „Kalter Krieg“-Fernsehen halt. Aber entspannend.

Im Moment das allabendliche Entspannungsprogramm: „MacGyver – Die komplette Collection“ auf 38 DVDs.

Im Moment das allabendliche Entspannungsprogramm: „MacGyver – Die komplette Collection“ auf 38 DVDs.

Da es sich um 38 DVDs handelt, kommt ein ganz schön dickes Paket zusammen. Zum Glück dachte sich die Hersteller-Firma wohl: Nicht kleckern, klotzen:

Ein wirklich dickes Paket DVDs – zum Glück in einer wirklich amtlichen Verpackung, was den Genuss massiv erhöht!

Ein wirklich dickes Paket DVDs – zum Glück in einer wirklich amtlichen Verpackung, was den Genuss massiv erhöht!

Ganz besonders vorbildlich: Die DVDs sind so untergebracht, dass man nicht erst eine andere herausnehmen muss, um an die halb darunter versteckte zu kommen (ist z.B. bei der Komplettbox von Dr. House der Fall). Außerdem ist gleich im frisch aufgeschlagenen Plastikgehäuse (das übrigens sehr stabil ist, wieder ein sehr zu lobender Punkt) eine Liste aller Folgen aller DVDs so untergebracht, dass man auf einen Blick die gesuchte DVD oder Episode findet:

So gehört sich das: Ein Blick – und man hat's gefunden! Da hat wirklich mal jemand mitgedacht.

So gehört sich das: Ein Blick – und man hat’s gefunden! Da hat wirklich mal jemand mitgedacht.

Es ist wirklich ein absolutes Vergnügen, da die nächste DVD aus dem Schuber zu nehmen. Bei mancher anderer Serie war das wirklich ein ganz und gar ungeliebter Akt: Erst einmal aufstehen (bäh), zum DVD-Player laufen (bäh), den DVD-Player dazu bringen, die Klappe auszufahren (gähn), die alte DVD herausnehmen und im Schuber verstauen (mäh), die neue DVD unter einer anderen DVD herausfischen (bähbäh), einlegen und starten. Nicht so bei MacGyver: DVD-Player auf, DVD raus und an die eine richtige Stelle im Schuber packen, nächste DVD greifen, einlegen und los.1

Langer Rede kurzer Sinn: Für diesen Sommer ist MacGyver ein geradezu perfektes Entspannungsprogramm für uns. Die Kinder mögen die Serie nicht allzu sehr, sodass wir ganz von allein Ruhe dabei haben. Perfekt!

  1. Ich gebe zu, das ist „ganz leicht manipulierend“ dargestellt…
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9 Gedanken zu „Entspannungsprogramm: „MacGyver“

  1. Flowermaid sagt:

    … wenn du alle Folgen durch hast… gibt es nur noch Gaffa Tape und Haarspray, für deine Kinder, um die Welt zu retten…

  2. Robert sagt:

    Ich liebe auch diese alten Schinken. Sind oft viel besser, als das, was uns heutzutage zugemutet wird.

    • solera1847 sagt:

      Da ist die Welt noch so schön simpel: Es gibt nur gut und böse, kaum jemals etwas dazwischen. Für das Abendprogramm durchaus sehr beruhigend.

      • Robert sagt:

        Am liebsten schauen meine Frau und ich Columbo! Da weiß man gleich wer es war und das schöne ist dann , wie er sich gleich an den Verdächtigen dran hängt, wie ein Terrier! 😀

      • solera1847 sagt:

        Ja, den lieben sogar unsere Kinder! »Äh, Sir, eine Frage hätt‘ ich da noch…« — Einfach superb!

  3. Fantastisch! Damals auf Sat 1???
    Das cineastische Yps-Heft mit einem stets gut geföhnten Richard Dean Anderson. Da war kein Bürokomplex gut genug verschlossen…:D

    Ich habe das geliebt, halt ne Jungs-Bastel-Frickel-Gut vs. Böse-Serie….
    Umso erschrockerner habe ich die aktuelle Neuverfilmung wahrgenommen, schrecklich!

    MacGyver lebte stets von seiner „Bastelinnovativität“ in einer nicht volkommen digitalisierten Welt… Manchmal ist die Innovativität der Film- und Fernsehschaffenden für den Gulli.

    Akte X habe ich mir auch in den letzten Jahren nochmal komplett gegeben und war anfangs auch irritiert ob der Betonfrisur von Gillian Anderson in den ersten Staffel. Und David Duchoivny ist nach „Californication“ auch etwas anders kognitiv besetzt,….:)
    Aber „Akte X“ ist natürlich super! 😉

  4. […] schon in einem separaten Blog-Eintrag berichtet (hier), entspannen wir uns abends gerne bei einer guten Portion Nostalgie-TV, im Moment vor allem die […]

  5. […] laufen, um dabei zu kochen bzw. abends eine Abwechslung vom täglichen MacGyver-Genuss (siehe hier) zu erhalten. Da fiel mir ein, dass ich ja mal eine Rezension schreiben […]

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