Ein Sonnendach für Solera

Seit über einem Jahr spukt in mir ein Gedanke herum, der nun endlich seiner Erfüllung entgegen geht: Unser Hausdach erhält eine Photovoltaik-Anlage (kurz: „PV“).

Langer Vorlauf und Enttäuschungen

Bereits im Februar hatte ich erste Erkundigungen bei diversen Handwerksbetrieben in unserer Umgebung eingeholt, doch die Firmen brauchten erst einmal eine gefühlte Ewigkeit, um überhaupt Kontakt aufzunehmen, geschweige denn, persönlich vor Ort zu erscheinen, dann brauchten sie jeweils noch einmal eine ziemliche Weile, um einen Kostenvoranschlag bei uns einzureichen (bei einer Firma, die Mitte Juni vor Ort war, warten wir immer noch…). Das erzeugt nicht gerade Vertrauen in die organisatorischen Fähigkeiten.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Die Firmen wirkten in dem, was sie so tun, kompetent. Doch gehört zur übergeordneten Kompetenz auch die Fähigkeit zu erkennen, wann man sich „zuviel“ aufgehalst hat. Wenn dann die Sekretärin im April anrufen muss, dass bis Mitte Juni kein Mitarbeiter genug Zeit finden wird, auch nur einen kurzen Ortstermin wahrzunehmen, scheint das Unternehmen doch arg an seinen Grenzen zu operieren. Und vom 16.6. bis heute (31.8.) ist kein Kostenvoranschlag angekommen – tja, so wird das leider nichts!

Naturstrom: „Sonnendach“

Und dann ergab sich wie aus heiterem Himmel etwas viel besseres: Naturstrom, die Firma, bei der wir ohnehin seit sechs oder sieben Jahren unsere Energie (komplett aus regenerativen Quellen erzeugt) beziehen, präsentierte eine geniale Idee, das sog. Sonnendach.

Der Grundgedanke dabei ist einfach: Vielen Haushalten fehlt das Geld für die nicht unwesentliche Einstiegsfinanzierung (oft in der Größenordnung von 15.000 bis 20.000 €), noch dazu haben die Veränderungen im EEG der letzten Jahre auch für einige Verunsicherung bei vielen interessierten Hausbesitzern gesorgt. Naturstrom hat das natürlich bemerkt und einen Plan entwickelt, diese beiden Probleme weitgehend auszuschalten:

  • Naturstrom baut die komplette PV-Anlage auf das jeweilige Dach, für den Hausbesitzer entstehen dadurch keine Kosten. Da Naturstrom pro Jahr als Auftraggeber für mehrere hundert, wenn nicht gar mehrere tausend PV-Anlagen auftritt, bündelt sich hier eine Menge Know-How, die ein kleiner örtlicher Betrieb, der im Jahr vielleicht 20 oder 30 solcher Anlagen einrichtet, nicht in gleichem Maße bieten kann.
  • Auf eine Vertragslaufzeit von 18 Jahren wird diese PV-Anlage an den Hausbesitzer verpachtet. Der Preis für die Pacht hängt dabei von der Größe ab.
  • Der erzeugte Strom wird selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist (zu den handelsüblichen Vergütungen, diese Einnahmen gehen an den Pächter, also den Hausbesitzer).
  • Während der gesamten Vertragslaufzeit ist Naturstrom für Wartung und etwaige Reparaturen verantwortlich, wiederum entstehen dem Pächter keine Kosten.
  • Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kann die PV-Anlage wieder rück-/abgebaut werden oder – falls vom Hausbesitzer gewünscht – auf dem Dach belassen werden.

Gerade letzter Punkt ist höchst interessant, denn wie ich in einem Telefonat mit Naturstrom erfuhr, ist die Anlage auf eine Lebensdauer von 25 Jahren ausgelegt. Auch danach kann sie ja noch weiter funktionieren (vermutlich lässt aber die Effizienz irgendwann zu wünschen übrig, doch zu dem Zeitpunkt ist jede Kilowattstunde eine, die man nicht mehr kaufen muss) – und das ohne die Pachtkosten.

25=18+7

Dieser Zeitraum, in dem die Anlage weiter genutzt werden kann, ist der attraktivste Teil des Deals, denn während der 18 Jahre Pachtzeit wird man in der Regel etwas mehr bezahlen als vorher, wenn man den Strom ohne eigene PV-Anlage direkt bei Naturstrom bezöge. Die Vorteile überwiegen meiner Einschätzung nach dennoch:

  • Jede neue PV-Anlage ist ein Beitrag zur Dezentralisierung der Energieversorgung, allein das wäre es mir schon wert.
  • Man geht mit gutem Beispiel voran. Klingt ein wenig hochnäsig, doch die Wende hin zu regenerativen Energien muss kommen, ob man es für dringlich hält oder nicht. Mehr Dächer mit PV-Anlagen sind viele kleine Schritte in die richtige Richtung.
  • Jede selbst erzeugte Kilowattstunde, die man nicht mehr bezahlen muss, arbeitet wieder für einen. So irrsinnig es klingen mag, aber ein höherer Stromverbrauch ist in diesem Fall eine lohnende Sache.
  • Im Anschluss an die Pachtzeit folgen noch sieben (oder mehr) Jahre, in denen man ohne jegliche Pachtkosten Energie erzeugen, verbrauchen und einspeisen (=verkaufen) kann.

Schon in die Wege geleitet

Letzte Woche habe ich mich für das Projekt „Sonnendach“ beworben. Dazu mussten diverse Fotos und Angaben eingereicht werden, z.B. Bilder vom Haus, vor allem von der Beschaffenheit des Dachs, des bisher installierten Stromzählers, Angaben zum normalen Energieverbrauch, zur Ausrichtung (N-S oder O-W) des Dachs und dergleichen mehr. Das wurde dann intensiv von einem Techniker geprüft, der dann wiederum ein Angebot hinsichtlich der sinnvollen Größe der PV-Anlage, der zu zahlenden Pacht etc. erstellte.

Vorgestern kamen unsere vorbereiteten Verträge mitsamt den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“, ich habe den Vertrag und die AGB zweimal gelesen, meine Frau hat sie ebenfalls noch einmal aufmerksam studiert. Große Fallstricke waren keine zu erkennen. Also gingen gestern die unterschriebenen Verträge an Naturstrom zurück. Bald sollte es hier losgehen. Und ich freue mich schon sehr darauf.

Wenn die Sache dann mal am Laufen ist, werde ich wieder berichten. Die Spannung steigt auf jeden Fall schon enorm an…

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Laufen im August 2017

Dieser Monat war echt „heavy“, denn so viel (und auf Dauer so schnell) bin ich noch nie gelaufen. Den gewichtigsten Ausschlag zu diesem Rekord-Monat gaben sicher die zwei Läufe um das Steinhuder Meer (hier und hier), denn beide lagen mit ihren knapp über 30 Kilometern deutlich über dem normalen Tagespensum:

Ein Screenshot aus dem Web-Interface bei Nike+ (die zwei langen Läufe fallen schon sehr aus der Reihe...)
Ein Screenshot aus dem Web-Interface bei Nike+ (die zwei langen Läufe fallen schon sehr aus der Reihe…)

Schön ist bei Nike + die Übersicht über Monat bzw. Jahr gestaltet, die Kalorienanzahl lässt meinen monströsen Appetit auf das vorhin gekaufte Eis (und die Erdnüsse) für heute Abend schon ein wenig akzeptabler erscheinen…

Der Monat August im Überblick bei Nike
Der Monat August im Überblick bei Nike
Die Jahresübersicht für das bisherige Jahr 2017 – sofort sieht man, dass ich in der kalten Jahreszeit langsamer bin.
Die Jahresübersicht für das bisherige Jahr 2017 – sofort sieht man, dass ich in der kalten Jahreszeit langsamer bin.

Mit dem Wiedereinstieg in den Schulalltag, der mich spätestens in gut einer Woche ereilen wird (vorbereitende Sitzungen und Konferenzen), sinkt die Leistungskurve unter Garantie wieder auf das vorige Pensum zurück. Das ist aber nicht schlimm, es erfordert nur eine kleine Anpassung: Vermutlich muss ich von meiner bisherigen Herangehensweise (also: beim Laufen fühlen, wie es geht, innerlich eine Entfernung festlegen und die dann laufen) abweichen und auf ein reines Zeitmodell wechseln (heißt: nach dem Aufstehen sehen, wie spät es ist, die verbleibende Zeit in der Nike Running-App auf der Apple Watch als Ziel eingeben, dann werde ich hingewiesen, sobald die Hälfte erreicht ist, dann sofort umdrehen und zurück laufen). Mal sehen, ob das so klappt. Ich werde berichten.

Song des Tages (353) – 2017-08-31

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. An der einen oder anderen Stelle habe ich es ja schon einmal erwähnt, dass ich in San Francisco geboren wurde. Dafür kann ich nichts, es hat – bis auf eine kurze Phase in der Grundschule, in der ich allen Leuten genau das auf die Nase binden musste (und damit fürchterlich genervt habe) – erstaunlich wenig Einfluss auf mein Leben gehabt, denn der Geburtsort ist nun einmal eine weitgehend vom restlichen Lebensweg entkoppelte Angelegenheit. Dennoch handelt es sich bei San Francisco um eine wundervolle Stadt. Meiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass es eine zumindest teilweise unamerikanische Stadt ist, die aufgrund ihrer Lage schon immer einen stark multikulturellen Anstrich hatte, der sich als so belebend erwiesen hat, dass die Einwohner bis heute auf ihre eigene Art daran festhalten.

Bereits am 16. Oktober 2016 hatte ich einen Song über San Francisco hier als Song des Tages aufgeführt, damals war es der einzigartige Tony Bennett mit „I Left My Heart In San Francisco“, heute ist es das vermutlich bekannteste Stück aller Zeiten über diese Stadt und den sog. Summer of Love. Vor fast exakt fünf Jahren, am 18. August 2012, verstarb Scott McKenzie, dessen Stück mein Herz jedes einzelne Mal höher schlagen lässt, wenn nur die ersten paar Takte erklingen: „San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)“:

Vor etwas mehr als einem Jahr ging ein von allen sehr geschätzter Kollege von meiner Aalener Schule in den Ruhestand. Er wünschte sich zum Abschied dieses Stück, gleichzeitig wollte er sich nicht vom gesamten Kollegium ein Ständchen singen lassen, vermutlich fürchtete er, nicht mehr ganz Herr seiner Emotionen bleiben zu können. Also „entführte“ ich ihn kurzerhand in meinen Musikraum, setzte mich ans Klavier, drückte ihm die Noten in die Hand – und wir sangen dieses Stück als Duett, nur für uns. Das war wirklich schön.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Song des Tages (352) – 2017-08-30

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Immer wieder hört man einen Song zum ersten Mal, ohne gleich zu realisieren, was alles an Qualität darin verborgen ist. Beim heutigen Song des Tages erging es mir genauso, denn erst nach ein paar Durchgängen stellte sich die Begeisterung ein, die er eigentlich verdient hat.

Die Band Dinosaur Jr hat ihren leicht verwaschenen Sound derart perfektioniert, dass eine in sich sehr stimmige Klangfläche entsteht, über der sich die Gesangsmelodie wunderbar entfalten kann. Viel Genuss beim Anhören von „Plans“:

Als Science Fiction-Fan habe ich in den letzten Monaten die ersten fünf Bände der „Alien Wars“-Buchreihe von Marko Kloos in Hörbuchform genossen. Darin gibt es eine den Menschen feindlich gegenüber stehende Alien-Spezies, die von den Menschen als „Lankies“ bezeichnet werden. In meiner Fantasie sahen diese monströsen Gestalten immer ungefähr so aus, wie die großen grünen Zottelwesen auf dem „Farm“-Albumcover von Dinosaur Jr

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Solera für Solera

Viel Alkohol trinke ich nicht, wenn ich – wie vor einer Woche geschehen – tatsächlich mal 140 ml Martini Rosato (auf Eis) trinke, bin ich danach schon ganz gut am Schwanken. Sehr gerne gönne ich mir aber hin und wieder ein 50-60 ml-Schlückchen vom guten alten Solera 1847.

Tja, nur klappte das in den letzten paar Monaten nicht, denn ich hatte keinen mehr im Haus. Und genau zu dem Zeitpunkt, als ich mich zu einer erneuten Bestellung aufraffen konnte, wollten alle Händler absurd hohe Summen für eine einzelne Flasche abrufen, sodass die Bestellung einer kleinen Kiste (mit sechs Flaschen) gleich ganz außer Frage war.

Vor ein paar Tagen jedoch begab ich mich wieder auf die Suche (die Lust auf den guten Schluck lässt sich halt nicht so leicht unterdrücken), dabei fand ich dann ein gutes Angebot: 7,50 €/Flasche, dafür dann über 28 € Versand. Also kaufte ich alle 13 Flaschen, die der Händler noch im Angebot hatte. Normalerweise werden für eine Flasche im Schnitt 13 bis 15 € abgerufen, hier lag ich also bei fast der Hälfte. Und über 13 Flaschen verteilt war dann auch der Versand zu schlucken – am Ende stand (ganz schwäbisch durchgerechnet) hier der günstigste Preis.

Und heute Mittag wurde nun geliefert – und seht euch diese Pracht an!

Alle 13 Flaschen von oben betrachtet.
Alle 13 Flaschen von oben betrachtet.
So schön, wie die Flaschen hier in Formation stehen, könnten sie gleich in einem Musikvideo zu tanzen beginnen...
So schön, wie die Flaschen hier in Formation stehen, könnten sie gleich in einem Musikvideo zu tanzen beginnen…
Und hier ein Bild mit dem schönen Tiefeneffekt (iPhone 7 Plus).
Und hier ein Bild mit dem schönen Tiefeneffekt (iPhone 7 Plus).

Das letzte Bild gefiel mir so gut, dass ich es auch gleich in der „Über mich“-Rubrik (hier) verbraten habe (die wurde ohnehin in den letzten Wochen etwas auf den neuesten Stand gebracht…). Aktuell wird die erste Flasche schön auf Trinktemperatur gekühlt, heute Abend gibt es dann den puren Genuss für mich und – so sie möchte – meine Frau. Genießt den warmen Nachmittag, der Abend kommt gewiss!

Song des Tages (351) – 2017-08-29

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mit Magnum hat diese Woche gestern ja schon ganz ordentlich begonnen, heute jedoch erscheint in diesem illustren Zirkel ein Stück, das ich – ganz ehrlich – schon allein wegen des ersten vollen Takts aufgenommen habe. Und in diesem Takt ist nur das Schlagzeug-Pattern zu hören. Aber dieses ist so unglaublich genial und einmalig, dass vermutlich die meisten Hörer nur diesen einen Takt hören müssen, um das Stück zu erkennen. Mir geht es zumindest jedes einzelne Mal so.

Der heutige Song des Tages ist nebenbei einer der berühmtesten Pop-Musik-Klassiker des gesamten 20. Jahrhunderts: „Rosanna“ von Toto:

Da das Original dermaßen bekannt ist, habe ich für das Video eine Live-Version ausgesucht, die auch sehr schön zeigt, dass eine Band zum Rocken nicht 18 oder 20 Jahre alt sein muss, nein, das geht auch jenseits der 50 noch genauso gut! So, und jetzt bitte alle ganz still – Silentium! – ich muss den ersten Takt noch einmal hören. Der Rest ist schon auch gut, aber dieser Drumbeat, der hat’s mir wirklich angetan…

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Song des Tages (350) – 2017-08-28

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Anfang Dezember 2016 hatte ich die Band Magnum schon einmal als Quelle für den Song des Tages erwählt, damals mit dem exzellenten „On A Storyteller’s Night“ (hier). Doch auf dem gleichen Album – und ich habe es als Teenager wirklich viele, viele Male angehört – gibt es neben vielen anderen guten Stücken noch einen mindestens ebenso gelungenen Track, es handelt sich gleich um den Opener. Heute ist er der Song des Tages, sein Titel ist „How Far Jerusalem“:

Die Studio-Version bietet eine perfekt stimmige Atmosphäre, das ist einfach umwerfend. Wer sich vorher schon ein bisschen „Herr der Ringe“ oder „Der Hobbit“ ansieht (oder liest/hört), dürfte sich sofort heimisch fühlen. Und dennoch habe ich eine ganz ansprechende Live-Version bei YouTube gefunden, die ich ebenfalls für sehenswert halte:

Wenn die Woche schon mit derlei mysteriösen Stücken beginnt, kann sie ja eigentlich nur gut werden, oder? Ich stelle mich derzeit allmählich wieder auf einen Arbeitsrhythmus um, denn in exakt zwei Wochen beginnt der Schulbetrieb in Baden-Württemberg, da sollten die ersten paar Tage gut vorbereitet sein, um jegliche Hektik zu vermeiden.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.