Gehört: „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee

Eines der für mich besten Hörbücher der letzten Jahre: „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee
Eines der für mich besten Hörbücher der letzten Jahre: „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee

In den letzten Blog-Einträgen über Hörbücher war nicht alles Gold, was glänzt (hier und hier), bzw. auch wenn die Hörbücher an sich makellos produziert und vorgelesen waren, trafen sie einfach nicht immer meinen aktuellen Geschmack. Beim heute vorgestellten Hörbuch passte dagegen aus meiner Sicht einfach alles, denn…

  • Die Geschichte ist spannend und exzellent erzählt – sogar so gut, dass ich völlig darin eintauchen konnte. Jedes Pausieren war eine Qual, da ich stets unverzüglich weiter in der Handlung versunken bleiben wollte.
  • Sowohl Inhalt als auch die Erzählweise sind von so hoher literarischer Qualität, dass dieses Buch völlig verdient zu den weithin bekannten „modernen Klassikern des 20. Jahrhunderts“ zählt.
  • Das Hörbuch ist fantastisch produziert (hervorragende Soundqualität) und geradezu perfekt gelesen (an dieser Stelle ein großes Lob an Eva Mattes). Sowohl die Verkörperung der unterschiedlichen Rollen wie auch die Klarheit der Aussprache, die einfühlsame Deklamation – wundervoll!

Kurz: Das richtige Hörbuch zum richtigen Zeitpunkt! Das muss und werde ich sicher noch etliche Mal später in meinem Leben anhören.

Handlung:

Die Kurzbeschreibung des Hörbuchs bei iTunes liest sich wie folgt:

Harper Lee beschwört den Zauber und die Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten: Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Jäh bricht die Wirklichkeit in ihre behütete Welt ein, als ihr Vater, der Anwalt Atticus Finch, einen wegen Vergewaltigung angeklagten Schwarzen verteidigt. Finch lehrt seine Kinder Verständnis und Toleranz, allen Anfeindungen und Angriffen ihrer „ehrbaren“ Mitbürger zum Trotz.

Mehr sollte man auch nicht verraten, denn jede weitere Information könnte sich als ein Spoiler erweisen.

Fortsetzung

Gerade beim Nachlesen der Kurzbeschreibung fand ich heraus, dass es auch noch eine 20 Jahre später spielende Fortsetzung des Romans mit dem Titel „Gehe hin, stelle einen Wächter“ gibt. Damit ist dann wohl auch das Wochenende in trockenen Tüchern…

Advertisements

Song des Tages (261) – 2017-05-31

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Als der Film „Romeo Must Die“ in die Kinos kam, war Jet Li für mich noch ein komplett unbeschriebenes Blatt. Doch dann entdeckte ich den Martial Arts-Darsteller in noch einigen anderen Filmen, von denen die meisten sogar ziemlich gut waren. Doch „Romeo Must Die“ war der erste und bleibt mir bis heute am deutlichsten im Gedächtnis. Einer der Gründe dafür war und ist sicher auch die gut ausgewählte Kombination von Songs als Untermalung des Streifens. Gleich an erster Stelle der Soundtrack-CD findet sich der heutige Song des Tages, gesungen von der zu früh verstorbenen Aaliyah, die in „Romeo Must Die“ auch gleich die weibliche Hauptrolle übernahm:

Bis vor ein paar Tagen hatte ich noch nie den Video-Clip zu diesem Song gesehen, insgesamt bin ich nach wie vor nicht ganz sicher, ob meine Faszination für den in der Pop-Musik heute sehr weit verbreiteten Formationstanz, dessen Synchronität mich stets zu begeistern vermag, oder meine Abneigung für das Sich-zur-Schau-Stellen der Sängerin (hätte sie noch weniger an, wäre es kein Musik-Video sondern ein Porno…) überwiegt. Statt mir darüber müßige Gedanken zu machen, höre ich lieber nur die blanke Musik, das liegt mir mehr.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Song des Tages (260) – 2017-05-30

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mit dem heutigen Song des Tages verbinde ich eine herrlich lustige Anekdote: Unsere Jüngste war mit knapp zweieinhalb Jahren in den Kindergarten gekommen, wo sie sich recht schnell akklimatisierte und es sich dann in den Kopf setzte, allen Erzieherinnen auf der Nase herum zu tanzen. Eines Tages sprach mich beim Abholen eine der Erzieherinnen an, ob wir daheim denn viel Seeed hörten. Hmmmmmmmmmmm… „Viel Seeed? Eigentlich nicht. Genau genommen kenne ich nur ein Stück von Seeed.“ Anscheinend hatte unsere Jüngste das Lied auch einige Male mitangehört und dabei die Ohren sehr weit offen gehabt, denn mitten während der Frühstückspause hatte sie dann in voller Lautstärke (und in angeblich geradezu perfekter Imitation von Peter Fox‘ Stimme) der versammelten Schar Kinder und Erzieherinnen verkündet:

Ruf mich nicht an, ich bin tot, meine Haut grün, die Augen rot!

Tja, so kann’s gehen, wenn die Kinder beim Musikgeschmack der Eltern nicht nur „am Rande“ partizipieren. Und irgendwie hat es der Song auch verdient, schon von kleinen Kindern nachgesungen zu werden, denn er ist einfach brachial gut – und hier ist der heutige Song des Tages: „Augenbling“ von Seeed:

Über ein Jahr danach habe ich erst entdeckt, dass es auch eine englische Version des Stücks gibt, bei der auch ein anderer Video-Clip erstellt wurde. Er ist zwar nicht ganz so cool wie der zum deutschen Original, doch auch ziemlich amüsant:

Na, wem das nicht zu einem lässigen Start in den Dienstag verhilft, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Macht euch einen schönen Tag!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Gesehen: „Tarzan – Der Affenmensch“

Ein uralter, aber dennoch sehenswerter Klassiker: „Tarzan – Der Affenmensch“ mit Johnny Weissmüller und Maureen O'Sullivan
Ein uralter, aber dennoch sehenswerter Klassiker: „Tarzan – Der Affenmensch“ mit Johnny Weissmüller und Maureen O’Sullivan

Vor ein paar Wochen gab es diesen Klassiker des Abenteuerfilms bei iTunes in der 3,99 €-Abteilung. Da ich den Film als Kind mehrfach gesehen und absolut geliebt habe, musste ich ihn mir zulegen. Am vergangenen Wochenende hatte ich endlich mal die Möglichkeit, ihn in Ruhe anzusehen.

Keine Musik

Als erstes fiel mir ganz drastisch auf, dass der Film völlig auf eine dezidierte Filmmusik verzichtet. Das kennt man heute überhaupt nicht mehr. Das einzige Beispiel der ganzen letzten Jahre, nein: Jahrzehnte, war „Cast Away – Verschollen“ mit Tom Hanks, bei dem für die gesamte Zeit, in der der verschollene Fed Ex-Mitarbeiter allein auf einer einsamen Insel festsitzt, alle Musik ausgesetzt wird. Erst bei der Rückkehr in die Zivilisation hören wir wieder eine musikalische Untermalung, was diese umso intensiver wirken lässt.

Bei Tarzan ist es nicht so: Der Film weist am Anfang exakt 40 Sekunden Musik als Untermalung für die „Opening Credits“ auf, diese könnten sogar für diesen Film komponiert worden sein, zumindest konnte ich das Werk nicht erkennen. Am Ende hört man nochmal exakt 20 Sekunden aus der „Romeo und Julia. Fantasie-Ouvertüre“ von Peter I. Tschaikowsky. Zusammen also eine Minute Musik, die aber nur gespielt wird, während der eigentliche Film (also die Handlung) mit einer Länge von 101 Minuten nicht läuft.

Interessanterweise kannte ich den Film ja schon so, daher war ich nicht wirklich überrascht, dennoch verändert die Absenz von untermalender Musik auf spektakuläre Weise die Zeitwahrnehmung. Musik glättet auch viele kleine Ecken und Kanten eines Films, die durch eine leicht durchwachsene Handlung stehen bleiben. Hier eben nicht, weswegen die eine oder andere Stelle etwas holprig rüberkommt.

Interessantes Frauenbild

Spannender als früher fand ich meine Wahrnehmung des Frauenbilds, ganz speziell geht es ja um Jane (genau die aus dem berühmten Zitat): Am Anfang tritt sie sehr energisch, burschikos, leicht arrogant und schon fast übermütig auf. Niemand würde ihr zutrauen, nur wenige Filmminuten später schon ein hilfloses Häuflein Elend zu sein, das beim bloßen Anblick eines (wohlgemerkt: kleinen) Affen in verzweifeltes Geschrei ausbricht. Das ist eine der Stellen, bei denen die Musik die unterschiedlichen Facetten etwas glätten und durch ein absolut denkbares „Jane-Thema“ in Einklang bringen könnte. So aber bleibt der Widerspruch im Charakter der Jane bestehen. Auch später ist es immer eine – womöglich damals als besonders aufreizend empfundene – Mischung aus naiver Verängstigung bzw. übertrieben unselbstständiger Hilflosigkeit und einer gekonnten Inszenierung weiblicher Reize, wodurch der „Affen-Mann“ eingewickelt wird.

Absenz von Special Effects

Klar, damals gab es noch keine Special Effects im heutigen Sinne, aber als Tarzan in den letzten 20 Minuten dreimal gegen Löwen und andere Raubtiere kämpft und jeweils nach längerem Gerangel am Boden ohne einen einzigen Kratzer wieder aufsteht, leidet die (bei einem Abenteuer-Film ja ohnehin nicht essentielle) Glaubwürdigkeit enorm. Wenn ich bedenke, wie oft ich mir schon beim Spülen einen Schnitt an einem im Spülwasser versteckten Messer eingefangen habe oder wie ich mir mal ein blaues Auge beim Tragen einer Hi-Hat geschlagen habe (hier), dann ist der Kampf mit zwei Löwen binnen zweier Minuten ohne jegliche sichtbare Blessuren ein arges „Understatement“.

Noch cooler sind die Stellen, an denen gezeigt werden soll, wie schnell sich Tarzan sowohl auf dem Boden als auch in den Bäumen fortbewegen kann. Dabei wurde der Film einfach etwas schneller abgespielt. (Sarkasmus ein) Das fällt ja auch überhaupt nicht auf. (Sarkasmus aus) Allerdings darf ich nicht zu herablassend klingen, denn für seine Zeit war der Film absolut spektakulär.

Der Tarzan-Schrei

Und ganz ehrlich: Der wichtigste Grund, sich einen Tarzan-Film mit Johnny Weismüller anzusehen, ist und bleibt der Tarzan-Schrei. Den konnte einfach niemand anderer in dieser Qualität darbieten. Und in dieser Hinsicht wurde ich auch nicht enttäuscht, denn allein in diesem einen Film darf man ihn locker acht oder zehn Mal hören. Hach, da wird einem ganz nostalgisch verklärt ums Herz…

Fazit

Ein wunderschöner Trip auf der Nostalgie-Straße, überraschend der Erinnerung ähnlich und doch so verschieden, da aus einer völlig anderen Geisteshaltung heraus erneut gesehen. Wer den Film so wie ich seit locker 20 oder 25 Jahren nicht mehr gesehen hat, könnte durch einen erneuten Genuss nicht nur ein wenig erstaunt werden. Allerdings darf der Film jetzt wieder ein Jahr in den „Winterschlaf“ gehen, denn zu viel Nostalgie ist auch wieder nicht gut.

Impressionen vom Morgenlauf

Gerade vor gut einer Stunde kam ich zweimal an der gleichen Stelle vorbei – im Abstand von ein paar Minuten, da es sich um einen Ort kurz vor meinem Wendepunkt handelt. Die Aussicht auf den Sonnenaufgang war so spektakulär, dass ich beide Male ein Foto schießen musste. Leider ist das erste etwas verwackelt – aber die Farbimpressionen sind dennoch sehenswert:

Leider etwas verwackelt, doch wenn man sich auf das Farbenspiel am Himmel konzentriert, lässt sich das zum Glück verdrängen...
Leider etwas verwackelt, doch wenn man sich auf das Farbenspiel am Himmel konzentriert, lässt sich das zum Glück verdrängen…
Und dann noch einmal, sechs oder sieben Minuten später – WOW!
Und dann noch einmal, sechs oder sieben Minuten später – WOW!

Guten Start in die neue Woche. Bei mir läuft schon der Ferien-Countdown: Noch fünf Tage, dann ist’s geschafft!

Song des Tages (259) – 2017-05-29

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Beim Zusammenstellen der Playlist bemerkte ich, dass ein Stück auf keinen Fall fehlen durfte, doch da waren schon sehr viele Positionen besetzt. Aber heute war noch ein Slot frei, also nichts wie rein damit: Dio mit „Egypt (The Chains Are On)“:

https://m.youtube.com/watch?v=HyST0laW6G8

Das ganze „Last In Line“-Album ist atmosphärisch so dermaßen dicht und hervorragend komponiert, dass man eigentlich fast unbesehen jeden Track in diese Liste werfen könnte. Aber der heutige Song des Tages stellt für mich immer den Gipfel der Perfektion dar. Das Ägypten-Thema wird derart stimmig umgesetzt, da bleiben kaum Wünsche offen. Und für einen Montag ist der Song auch sehr gut geeignet, da er gleich am frühen Morgen einen ordentlichen Energieschub mit sich bringt.

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Ein Platz, 12 Monate – 04 – Mai 2017

In diesem von Zeilenende initiierten Projekt wird ein Ort ein Jahr lang fotografisch begleitet, jeweils am letzten Sonntag im Monat wird der dann aktuelle Zustand hier präsentiert.

Seit den letzten Ferien hatte ich gar keine Möglichkeit mehr, am Garten etwas zu verändern, zum Teil war in der Schule so viel los, dass ich da kaum über die Runden kam, zum Teil war das Wetter so richtig ekelhaft nass – insofern dürft ihr heute einfach genießen, dass sich die Vegetation um das gestaltete (und weiterhin zu gestaltende) Stück Garten in den letzten Wochen deutlich vermehrt und intensiviert hat. Auch in den Bereichen mit der neuen Komposterde hat sich so einiges getan, aber eben ungeplant und nur punktuell.

Noch eine Woche, dann sind Pfingstferien in Baden-Württemberg. Für die steht schon einiges auf dem Programm: Kies in die unterste Ecke einfüllen (davor natürlich einen Schutz vor Pappel-Sprösslingen einbringen, den ich bereits gekauft habe), dann endlich das tatsächliche Aussähen von Blumen und anderen Gewächsen… Das wird eine spannende Zeit!

Wie immer bleibe ich bei den drei Perspektiven: (1) Von der Terrasse aus, (2) vom Rand des neu angelegten Abschnitts aus um die Hausecke, (3) vom Woodport aus auf die drei Etagen.

Von der Terrasse aus...
Von der Terrasse aus…
Vom Rand um die Hausecke...
Vom Rand um die Hausecke…
...und vom Woodport aus.
…und vom Woodport aus.

Die weiteren Teilnehmer und ihre spannenden Beiträge sind bei Zeilenende verlinkt.