Gehört: „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“ von Phillip P. Peterson

Phillip P. Peterson: „Paradox“: Spannende Science Fiction mit etwas eindimensionalen Charakteren. Trotzdem hörenswert, allein schon der Star Trek-Referenzen wegen!

Phillip P. Peterson: „Paradox“: Spannende Science Fiction mit etwas eindimensionalen Charakteren. Trotzdem hörenswert, allein schon der Star Trek-Referenzen wegen!

Bereits vor einigen Wochen gab es bei iTunes das Hörbuch „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“ von Phillip P. Peterson für 2,99 € im Angebot. Bereits früher hatte ich es gesehen, doch da lag der Preis noch bei 12,99 €. Zu dem Zeitpunkt steckte ich noch mitten in ein paar anderen Hörbüchern, also schob ich den Kauf damals auf. Doch als ich dann beim zufälligen Stöbern wieder auf das Hörbuch stieß und es zehn Euro billiger war, gab es kein Zögern mehr. Binnen weniger Tage hatte ich das Hörbuch durch.

Von Phillip P. Peterson habe ich vorher schon zwei gänzlich exzellente Science Fiction-Hörbücher genossen: „Transport“ und „Todesflut (Transport 2)“. Daher lag die Erwartungs-Messlatte sehr hoch. Und wurde leider auch nicht zu 100% erfüllt. Aber STOPP! Bevor jemand denkt, ich wäre von „Paradox“ nicht angetan gewesen, muss ich gleich einschreiten, denn: Die Geschichte ist spannend, etliche der verwendeten Ideen sind in bester Science Fiction-Manier exzellent, die Star Trek-Hommagen geradezu brillant, nur leider – zum Glück das aus meiner Sicht einzige wirkliche Manko – bleiben die Charaktere für meinen Geschmack einen Tick zu eindimensional:

Mit Ed Walker haben wir einen sturen, stiernackigen US-Astronauten, der erst einmal mit dem Kopf durch jede Wand muss, dem David, ein liebenswerter, aber leider nicht im geringsten praktisch veranlagter Wissenschafts-Nerd, gegenübergestellt wird. Ein ungleiches Paar, aus dem sich auch einige Energie für die weitere Handlung entfesselt, doch entwickelt sich diese an sich faszinierende Hass-Liebe irgendwie nicht weiter. Dann noch das Frauen-Problem: Ed hat sich mit seiner sturen Art seiner Ehefrau so entfremdet, dass sie ihn einfach vor die Tür gesetzt hat, David ist in dieser Geschichte ein mehr oder weniger asexuelles Wesen, das außer der Wissenschaft nichts kennt. Und dann kommen tatsächlich noch zwei weibliche Astronauten mit: Eine ist die überehrgeizige Wildkatze, die Ed gegenüber massiv die Krallen ausfährt und sich ihm gegenüber immer wieder sehr ablehnend verhält, weil er anstatt ihrer das Kommando innehat. Die andere Astronautin ist eine eher zurückgezogene, stille Person, die am etwas dystopischen Ende trotz all ihrer Erfahrungen und der vorher so eindrücklich geschilderten Bedachtheit mehrere Szenen lang nur betrübt vor sich hin „heulen“ darf. Darüber hinaus gibt es auch noch einen machthungrigen Milliardär (wenn diese Bezeichnung überhaupt ausreicht), der am Ende des Romans beim Nichtaufgehen seiner Pläne einen Herzinfarkt erleidet, um einen schnellen Abschluss der Geschichte möglich zu machen.

Noch einmal mit aller Klarheit: Die Geschichte ist richtig gut, spannende Science Fiction ziemlich genau nach meinem Geschmack. Wenn doch nur die Charaktere ein wenig authentischer wären! Auf einer imaginären 10er-Skala für die Qualität (1=mäh, 10=wow) würde der Roman von mir eine 8 bekommen. Solange der niedrige Preis bei iTunes gilt, kann ich das Hörbuch eindeutig weiterempfehlen.

Und es gibt gleich noch einen Lichtblick: Mittlerweile ist „Todeszone (Transport 3)“ als Hörbuch erschienen — das wird sicher ein Fest!

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Ein Gedanke zu „Gehört: „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“ von Phillip P. Peterson

  1. Zeilenende sagt:

    Damit ein rundum klassisches Vergnügen. Ich habe mit „Atlantis“ von Hans Dominik aus den 1920er Jahren (Besprechung folgt irgendwann, bis ich das Buch doch irgendwie zu würdigen weiß oder in Verriss-Stimmung bin) ein ähnliches Lesevergnügen hinter mir. Stereotype Charaktere ohne Entwicklung und ein Ende, wo mit dem Schurken kurzer Prozess gemacht wird. Charaktere sind – leider? – nicht unbedingt die Stärke des Genres. Positive Ausnahmen bestätigen da bloß die Regel. g

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