Gesehen: „John Wick“

Harte, unnachgiebige Action mit vorhersehbarer Handlung – und doch spannend.

Harte, unnachgiebige Action mit vorhersehbarer Handlung – und doch spannend.

Vor ein paar Tagen gab es bei iTunes den Action-Film „John Wick“ für 3,99 €. Als großer Keanu Reeves-Fan und angesichts des niedrigen Preises schlug ich einfach mal zu und kaufte den Film. Und noch am gleichen Abend sahen wir ihn nach dem „Einschläfern“ der Kinderschar an. Trotz meiner immensen Müdigkeit hielt ich den ganzen Film durch, was in diesem Fall (=nach dieser Woche) durchaus beachtlich war.

Handlung

Eigentlich ist es bei „John Wick“ wie bei den meisten Action-Filmen, denn man kann die Handlung in wenigen Sätzen zusammenfassen:

John Wick ist ein ehemaliger Profikiller, der sich aus dem Berufsleben erfolgreich zurückgezogen hat. Gerade zu Beginn des Films ist seine Frau an einer nicht näher benannten Krankheit gestorben. Am Tag nach der Beerdigung liefert ihm ein Bote einen kleinen Hund ab – das hatte seine Frau noch zu ihren Lebzeiten organisiert, um ihm über den Schmerz nach ihrem Tod hinwegzuhelfen. Binnen weniger Tage freunden sich John und sein Hund an. Bei einer Fahrt zur Tankstelle werden ein paar russische Gangster auf Johns Sportwagen aufmerksam und wollen ihn spontan kaufen, was er jedoch entschieden ablehnt. Noch in der gleichen Nacht überfallen sie ihn in seinem Haus, verprügeln ihn, erschlagen den kleinen Hund und stehlen das Auto. Ab da ist der Rest des Filmes vorgezeichnet: John Wick begibt sich auf seine Rache-Mission, die natürlich mit unnachgiebiger Härte und einem vollkommenen Mangel an Empathie ausgeführt wird. Selbstverständlich sind hier und da spannende Kniffe und Irreführungen für das Publikum eingebaut, doch letztlich ist ab dem Zeitpunkt glasklar, wie der Film ausgehen muss.

Fazit

Auch wenn der Film spätestens nach einem Drittel der etwa 98 Minuten vollkommen berechenbar erscheint, genoss ich es, mal wieder einen derart geradlinigen Film zu sehen. Er spricht ganz klar nicht den Intellekt an, ist aber auch kein bloßes Haudrauf-Kino. Vielmehr reizte mich beim Zusehen immer die Frage: „Wie stellt er es bei diesem oder jenem Bösewicht an, ihn auszuschalten?“ Und spannend ist er darin schon, mein Puls war streckenweise ganz schön beschleunigt.

Gleichzeitig sind einige der Action-Szenen auch recht hart und unverblümt gewaltverherrlichend. Arnold Schwarzenegger hatte ja in den 1980er und 1990er Jahren durchaus auch einige Filme mit recht deftigen Action-Szenen im Programm, doch „John Wick“ geht da deutlich weiter, da alles sehr ernsthaft wirkt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit dem Alter etwas weniger bereit geworden bin, mir so etwas ohne Abscheu anzusehen, doch eigentlich war das schon die Grenze des guten Geschmacks – mehr hätte es wirklich nicht sein dürfen.

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3 Gedanken zu „Gesehen: „John Wick“

  1. Chris sagt:

    Ja, John Wick war teilweise wirklich sehr hart (an de Grenze). Wie du sagst, es wirkt alles sehr ernsthaft – was für mich auch den Unterschied zu den 80er-Jahre Action Filmen ausmacht. Gerade die mit Arnold Schwarzenegger enthalten ja auch eine ordentliche Portion Humor, die alles nochmal anders wirken lässt. Das fehlt mir an neueren Action-Filmen oft.

    • solera1847 sagt:

      Genau wegen dieser Spur Humor hatte ich die Schwarzenegger-Filme erwähnt, denn die agieren ja immer mit einem lachenden Auge. Noch dazu die meist recht simpel gestrickten Dialoge (für die Arnie ja immer berühmt war, z.B. ‚‚I’ll be back!“) – das konnte niemand für komplett ernst halten. John Wick dagegen, hm, das ist schon eine ganz andere Kost.

  2. Ich bin wohl zu müde gewesen, kann mich an den Schluss nicht mehr erinnern, aber mir war es teilweise auch echt zu hart. Auch wenn die Wirklichkeit manchmal so ist, bin ich froh, mit ihr in dieser Form nicht konfrontiert sein zu müssen. Ich will nicht, dass es sowas überhaupt gibt und es wühlt schrecklich auf, solche Brutalität zu sehen.

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