Gehört: „Dune – Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert

Bereits vor ein paar Monaten, als meine Science Fiction-Leidenschaft mal wieder hohe Wellen schlug, kaufte ich mir bei iTunes zum Schleuderpreis von 5,99 € ein mit weit über 26 Stunden Spielzeit doch sehr langes Hörbuch. Die Geschichte hatte ich in Ansätzen in der uralten Verfilmung mitbekommen, doch so richtig ein- und durchgestiegen war ich nie. Nun führte mich das Interesse mit Nachdruck in diese Richtung. Kaum hatte ich alle 15 bisher erschienenen Episoden von P. E. Jones‘ „Space Troopers“ durchgehört, begann ich mit Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“.

Ein sehr gelungenes Hörbuch, das den Hörer nach einer gewissen Eingewöhnungsphase nicht mehr aus seinen Klauen lässt. Ich fand's fantastisch!

Ein sehr gelungenes Hörbuch, das den Hörer nach einer gewissen Eingewöhnungsphase nicht mehr aus seinen Klauen lässt. Ich fand’s fantastisch!

Zäher Beginn…

Ganz ehrlich: Wäre ich nicht beim Laufen gewesen, hätte ich die erste Stunde kaum überstanden. Das ist ein ganz übliches Dilemma bei Science Fiction-Literatur, die den Leser/Hörer in völlig fremdartige Welten entführt: Diese Welten müssen erst einmal erklärt und veranschaulicht werden. Und das kostet Zeit, gelegentlich liegt der Fokus dann auch auf Aspekten, die später für die Handlung von Wichtigkeit sind, doch am Anfang ist das dem Leser/Hörer ja noch nicht klar, weswegen die Geduld da ein bisschen auf die Probe gestellt wird. Aber ich erzähle hiermit ja nichts neues, jedes Buch, das nicht in der uns bekannten Welt (oder dem uns bekannten Teil unserer Welt) spielt, muss den einen oder anderen Umweg auf sich nehmen, um den Leser dorthin zu bringen.

…doch dann eine rasante Achterbahnfahrt

Doch dann entwickelt sich ein geradezu unerhörtes Tempo, vor allem durch überraschende charakterliche Entwicklungen oder Kniffe in der Handlung. Nur selten hat mich eine Geschichte so oft und so positiv überrascht. Während der letzten Stunden bin ich freiwillig mehrmals zum Schneeschippen raus, nur um ungestört über meine AirPods dem Ende der Geschichte entgegenzufiebern.

Der Inhalt des Romans ist dabei unerhört komplex, da sich etliche unterschiedliche Erzählstränge immer wieder neu verknüpfen und darüber hinaus mit einigen Zukunftsvisionen und Rückblenden kontrastiert werden. Es ist außerordentlich beeindruckend, wie gut der Autor diese Geschichte konstruiert hat.

Gerade angesichts des niedrigen Preises kann ich das Hörbuch allen Interessenten ans Herz legen. Die Vorleser – so „unbekannte“ Namen wie Jürgen Prochnow, Simon Jäger und Marianne Rosenberg – liefern ein atmosphärisch dichtes und mit passender (wenngleich synthetischer) Musik unterlegtes Science Fiction-Epos, das seinesgleichen sucht.

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5 Gedanken zu „Gehört: „Dune – Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert

  1. simonsegur sagt:

    Deshalb bin ich ja nicht unbedingt ein Hörbuch-Fan: Beim Lesen kann man solche Passagen doch viel schneller durchblättern. Davon abgesehen: Ist lange her, dass ich „Dune“ gelesen habe – war aber absolut fasziniert und begeistert. Vielleicht wäre da ja – jetzt – so ein Hörbuch doch ganz passend 🙂 Dank und liebe Grüße!

  2. Zeilenende sagt:

    Ich kann mich in diese Schilderungen zu Anfang ja richtig reinsetzen. Ich lese die auch gern zwei oder drei Mal. Und Dune ist so einer der Schandflecken meiner Lesevita. Wenn ich mit den sieben für 17 schnell vorankomme, wird der Zyklus wohl mein Großprojekt für dieses Jahr. hust

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