Gehört: „Solarstation“ von Andreas Eschenbach

Nachdem mich sein Erstlingswerk „Die Haarteppichknüpfer“ außerordentlich faszinierte (ich berichtete), begab ich mich im iTunes Store bei den Hörbüchern ein bisschen auf die Suche nach weiterem Material von Andreas Eschbach. Zum Glück gibt es einige der älteren Sachen zu günstigen Preisen, also lud ich mir unter anderem das Hörbuch „Solarstation“ herunter. Vor zwei Tagen habe ich es fertig gehört.

Spannende Science Fiction aus dem letzten Jahrtausend: „Solarstation“ von Andreas Eschbach

Spannende Science Fiction aus dem letzten Jahrtausend: „Solarstation“ von Andreas Eschbach

Science Fiction „aus dem letzten Jahrtausend“

Kling zugegebenermaßen ein wenig höhnisch, ist aber überhaupt nicht so gemeint. Der Roman wurde tatsächlich bereits im letzten Jahrtausend geschrieben (1996, somit ist er gerade 20 Jahre alt geworden) und stellt daher eine Projektion der damaligen Machtverhältnisse auf der Welt in eine aus damaliger Sicht mögliche Zukunft dar. Asien, insbesondere Japan hat in dieser Vision die USA, Europa und Russland hinter sich gelassen, führt die Weltpolitik maßgeblich an und ist der größte Innovationsmotor. Die USA haben ihr Weltraumprogramm komplett aufgegeben, ihre Shuttles an Japan verkauft – und sind glücklich damit. Aus damaliger wie heutiger Sicht völlig verrückt!

Tatsächlich hat sich fast alles ganz anders ergeben, das dem Roman zugrunde liegende Gedankenspiel ist an sich aber schon einmal höchst faszinierend. Um so mehr weil man sich selbst immer wieder dabei ertappt, mit unseren aktuellen Einschätzungen des Machtgefüges der Welt an die Verhältnisse im Buch heranzugehen – und die passen dann natürlich nicht. Sehr spannend!

Handlung

Als Hörer begleitet man eine Crew an Bord einer japanischen Solarstation aus Sicht des einzigen Amerikaners an Bord, Lennard, ein Maintenance- und Security-Officer (also: Hausmeister und Chef der Sicherheit). Die Station sammelt ungeheure Mengen an Solarenergie, die dann mittels eines Strahls zur Erde gesandt wird. Doch bereits vor Beginn der Handlung haben sich Störungen in dieser Übertragung eingeschlichen, sie funktioniert nicht mehr. Nun beginnt die Suche nach den möglichen Ursachen – und nach einem möglichen Saboteur.

Die Angelegenheit spitzt sich zu, als einer der Ingenieure ermordet aufgefunden wird. Außerdem verkündet der Weltraumbahnhof der ESA, dass eine Rakete mit einem Satelliten an Bord eine Fehlfunktion hat und sich eventuell auf einen Kollisionskurs mit der Solarstation bewegen könnte. Es wird noch viel heftiger, denn der Satellit ist vielmehr eine Raumkapsel voller Terroristen, die die Solarstation besetzen und den Energiestrahl als Waffe einsetzen wollen. Nur einer kann helfen: Dirty Harry. Äh nein, Lennard!

Mehr darf ich nicht verraten, die Geschichte ist zwar teilweise vorhersehbar (z.B. die Sache mit dem Schwert war mir sofort klar), doch die Ausführung sehr gelungen. Ich gehe davon aus, dass das Hörbuch eine leicht gekürzte Version der Geschichte darstellt (in diesem Preissegment ist das fast immer der Fall), doch wirkt die Handlung so sehr gestrafft und geradlinig, was mir sehr entgegen kam.

Fazit

Als Science Fiction-Fan hat mich so ziemlich alles an der Geschichte angesprochen: Das Setting (Raumstation), die Zukunftsvision (s.o.), die vielen technischen Details – und all das gemixt mit dem beinahe schon cowboyartigen Heroismus des amerikanischen Astronauten. Nicht extrem innovativ, aber spannend. Mir hat’s gefallen, das werde ich sicher noch ein paar Mal anhören in den kommenden Jahren.

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8 Gedanken zu „Gehört: „Solarstation“ von Andreas Eschenbach

  1. Zeilenende sagt:

    Warte es ab … Japan kommt. Das prognostiziert die SF zwar schon wesentlich länger als Eschbach … Aber das macht es nicht unwahrscheinlich. ^^

    • solera1847 sagt:

      Na ja, in dem Roman wäre das schon lange der Fall. Aber ich bin für alles offen.

      • Zeilenende sagt:

        Sag es nicht so laut, sonst wird noch irgendwann ein mittelmäßiger Moderator einer amerikanischen Reality-Wirtschafts-Show mit blondem Betonkopf amerikanischer Präside …
        Entschuldige bitte, ich bin noch nicht so ganz umgestellt auf noch unglaubwürdigere Geschehnisse.

      • solera1847 sagt:

        Hm, ich verstehe… aber warte mal ab, ich glaube, der Typ wird uns noch alle überraschen — nur weiß ich nicht, auf welche Weise. Meine einzige Hoffnung ist die, dass er halt nicht schon seit Jahrzehnten als Berufspolitiker unterwegs ist. Vielleicht eröffnet ihm das ganz andere Möglichkeiten. Vielleicht.

        Andererseits könnte es auch genauso kaltschnäuzig und unflätig weitergehen wie im Wahlkampf. Dann wäre er die größtmögliche Enttäuschung für den kleinen Mann in den USA und hätte vermutlich keine Chance auf eine Wiederwahl. Vermutlich.

        Ach, hupsi, meine Kristallkugel ist gerade runtergefallen und zerbrochen. Heute keine weiteren Voraussagen mehr, sorry… 🤔

      • Zeilenende sagt:

        Ich lasse es ebenso daraufbankommen. Ich muss nur an die Szene aus „Zurück in die Zukunft“ denken, wo Doc Brown erfährt, dass Reagan Präsident ist. 😅

  2. Muss ich auch mal wieder lesen. Hat mal jemand als „Stirb langsam im Weltraum“ beschrieben, was Andreas Eschbach gefallen hat.

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