Song des Tages (28) – 2016-10-09

Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Vor ein paar Jahren fragte ich meinen Neffen, was er denn gerne zu Weihnachten geschenkt bekäme. Er wünschte sich das Album „Stadtaffe“ von Peter Fox. Ich ging in einen Laden in Stuttgart und suchte. Und suchte. Und suchte. Es war wirklich komisch, denn Peter Fox war nicht in der Sparte „Pop“ zu finden. Nach etwa zehn oder zwölf Minuten erfolglosen Suchens fragte ich einen Verkäufer, der mich in die Reggae-Abteilung schickte. Tja, so hatte es sich gerächt, keinen Plan von Seeed und ihrem wohl erfolgreichsten Ableger zu haben. Das Album „Stadtaffe“ hat mit Reggae auch wirklich nichts zu tun – dennoch ist es ein wirklich superbes Album voll moderner Stücke, die ganz ohne Kitsch und den aktuell so beliebten „Versteher-Tonfall“ (wie bei Silbermond oder anderen dieser neudeutschen Softie-Bands) auskommt. Peter Fox textet endcool und geradlinig mit einer großstädtischen Attitüde, das gesamte Album ist hervorragend, doch einer meiner Favoriten hat’s in die Auswahl für den heutigen Song des Tages geschafft: „Haus am See“ von Peter Fox:

Hier kann man wirklich auch den Video-Clip empfehlen. Vor allem die vier Jungs von der Schlagzeuger-Truppe machen ihre Sache ganz hervorragend. Bei „Augenbling“ (Seeed) und „Alles neu“ (Peter Fox) kommen sie auch schön zur Geltung. Das solltet ihr nicht verpassen!

Alle Songs in meiner freigegebenen Apple Music-Playlist.

Advertisements
Getaggt mit , , , , , , ,

4 Gedanken zu „Song des Tages (28) – 2016-10-09

  1. Zeilenende sagt:

    Während ich Seed und Peter Fox ja durchaus mag, krieg ich beim Haus am See Zustände. Ich muss neidlos anerkennen, dass er durchaus schöne Metaphern gefunden hat – oder besser: Nicht so abgegriffene – aber es ist nicht meins. Ich finde das Haus am See mit seinen Orangenbaumblättern und dem ganzen Heile-Welt-Eititei anstrengend. Nicht ganz so anstrengend wie meine bekannten Hassobjekte (Lieblingsmensch!), dafür groovt Peter Fox zu sehr. Dennoch: Das einzige Lied, in dem Schnaps getrunken werden darf ist „Frankfurt Oder“ von Bosse und Anna Loos. g

    • solera1847 sagt:

      Ich interpretiere den Song eher als durchweg sarkastisch, sonst würde der letzte Satz auch keinen Sinn ergeben. »Augenbling« oder »Alles neu« grooven natürlich wesentlich krasser. Doch gerade der Pizzicato-Streicherklang sorgt in »Haus am See« für eine angenehm nostalgische Brechung. Irgendwie finde ich das sehr entspannend.

      • Zeilenende sagt:

        Der allerletzte Satz? Ich kann es eigentlich kaum erwarten? Ich sehe das als Verheißung eines guten Endes. Er ist für meine Begriffe mit dem Lied ohnehin sehr archetypisch unterwegs.
        Was ich Peter Fox zugute halten muss, der Bogen erzählt davon, dass man rausgehen und Erfahrungen sammeln soll, die sind aber bei ihm durchweg negativ besetzt, vom Geldscheffeln abgesehen. Das ist doch letztlich die vertraute Geschichte: Heimat, in die große weite Welt gehen, erfolgreich zurückkehren und sich dort niederlassen, wo man sein Glück hatte, weil man ja nirgendwo anders glücklich sein kann als in der „alten Heimat“ … Ich neige bei dem Thema aber eh zu Zynismus.

      • solera1847 sagt:

        Ich habe das beim Anhören immer so verstanden, als ob er es kaum erwarten könne, aus der „zu heilen Welt“ abzuhauen. Ganz ehrlich gesagt hatte ich mir aber nicht zu viele Gedanken darüber gemacht – diese Zeile ist mir am Ende irgendwie immer hängen geblieben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: