Gesehen: „Paul – Ein Alien auf der Flucht“

Ich sehe Filme mit Simon Pegg immer recht gerne, denn er hat diesen fantastisch planlosen Gesichtsausdruck. Schon bei „Shaun of the Dead“ war das in den ersten zehn, fünfzehn Minuten einfach unschlagbar. Als es bei iTunes „Paul – Ein Alien auf der Flucht“ im Angebot für 3,99 € gab und ich sah, dass er mitspielte, zögerte ich nicht länger und lud den Film.

Eine wundervoll überdrehte und mit Zitaten aus anderen Science Fiction-Filmen gespickte Komödie, die ein Herz für Nerds hat.

Eine wundervoll überdrehte und mit Zitaten aus anderen Science Fiction-Filmen gespickte Komödie, die ein Herz für Nerds hat.

Humor

Natürlich ist der Humor nicht immer brillant, streckenweise ist er sogar ziemlich platt und stellenweise derb unanständig, doch es gibt auf der anderen Seite so unglaublich viele kleine und größere Zitate, die jeden Kenner der Science Fiction-Filmszene zum Jubeln bringen. Das gleicht sich einigermaßen aus.

Noch dazu wird ein sehr positiver Blick auf das Nerdtum im Allgemeinen geworfen: Die völlige Hingabe an eine Leidenschaft, die oft schon seit der frühen Kindheit besteht und im Erwachsenenalter weiter liebevoll gepflegt wird, erntet von Nichteingeweihten ja oft Kopfschütteln oder abfällige Bemerkungen. In diesem Film jedoch wird die schiere Begeisterung gezeigt, wenn zwei Männer sich gemeinsam einen Kindheitstraum erfüllen – und dabei die beste Zeit ihres Lebens haben. Als „verkappter Trekkie“ (ich kenne so ziemlich alle Star Trek-Folgen, habe alles auf DVD, würde aber vermutlich nie in Verkleidung herumlaufen, kann auch nicht fließend Klingonisch sprechen) konnte ich das in voller Gänze gutheißen. Und es gleicht den vorhin erwähnten Mangel an sprachlichem Niveau mehr als aus.

Müde, müde, müde…

Beim Ansehen bin ich bei den ersten zwei Anläufen völlig entgegen jeglicher Erwartung eingepennt. Das lag aber vermutlich einfach nur daran, dass es unter der Woche war. Nach dem frühen Aufstehen und einem langen Schultag mit Vorbereitung, Hausarbeit und diversen Besorgungen ist kurz nach 21 Uhr, spätestens aber um 22 Uhr, völlig Feierabend für mich. Bei diesen ersten beiden Anläufen war ich jeweils vor halb zehn ausgeknipst.

Darüber hinaus muss ich auch jedem Film, bei dem ich einschlafe, attestieren, dass es ein Qualitätsmerkmal besonderer Art ist, denn bei schlechten Filmen kann ich mich nicht entspannen. Insofern sollte sich jeder Regisseur freuen, wenn ich bei seinem Film wegdämmere und einschlafe. Man könnte also sagen, dass der Film das „Solera-Prädikat für auf angenehme Weise ermüdende Filme“ auf jeden Fall erhalten hat.

Der Solera-Kids-Award

Gestern durften unsere Kinder den Film erstmals sehen. Wie immer waren sie am Anfang sehr abgeneigt, sich einen „neuen“ Film anzusehen – das scheint ein abwertendes Kriterium zu sein, vor allem bei unserer Mittleren. Also schlugen wir Erwachsenen vor, dem Film die (von Edmund Stoiber bekannten) zehn Minuten zu geben, danach könnten wir immer noch zu einem anderen Film wechseln. Der Plan ging auf, nach etwas mehr als einer Stunde fragte ich mal ganz vorsichtig, ob sie doch einen anderen Film sehen wollten, was sofort vehement verneint wurde.

Insofern trägt der Film jetzt nicht nur das (selbstverständlich weltweit anerkannte) Solera-Prädikat, nein, er hat auch den (sehr seltenen und daher bei Regisseuren wie auch Darstellern extrem begehrten) Solera-Kids-Award verliehen bekommen. Die größten Lacher lösten die mehrfach eingesetzten Rückwärts-Umfaller diverser Charaktere der Handlung beim ersten Anblick des Aliens aus. Mir dagegen imponierte die Szene im Comic-Laden, bei der ein FBI-Agent Paul, den er für eine Werbefigur für Comic-Fans hält, in die Hose fasst und dann von diesem überraschend zurechtgewiesen wird. Da könnte ich jedes Mal neu vom Sofa fallen…

Fazit:

Wer auf leichte Unterhaltung mit guten Schauspielern und einigen gekonnt ausgewählten Filmzitaten steht, ist mit diesem Streifen sicher nicht schlecht bedient. Unter Garantie gibt es etliche Filme, die noch viel lustiger sind, aber meinem einfachen Gemüt kam dieser Film sehr entgegen.

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10 Gedanken zu „Gesehen: „Paul – Ein Alien auf der Flucht“

  1. Melanie sagt:

    Mir hat der Film auch gut gefallen. Die Filme von Pegg & Frost schaue ich mir immer gern an. 🙂

  2. Flowermaid sagt:

    … Kinder sehen Dinge mit anderen Augen… Schlafaugen nicht nur bei Oldtimers erlaubt… 😉

  3. simonsegur sagt:

    Ha, ha – „Solera-Award für …“: köstlich. Da lag der Humor wohl noch in den tippenden Fingern. Jedenfalls meinen Dank für den Tipp, das hört sich doch schön an.

  4. Jose B Bueno sagt:

    Ich liebe diesen Film. Vor allem die Stimme von Bela B. passt perfekt zu Paul.

  5. […] – und obwohl das bei mir im Regelfall eher ein positives Qualitätsurteil über einen Film ist (hier) – bei diesem Film wollte ich von der ersten bis zur letzten Minute voll dabei […]

  6. […] sogar eingeschlafen – und Eingeweihte wissen, dass der Film damit den Solera-Schlaf-Award (vgl. hier) verliehen bekommt, ein absolutes Qualitätskriterium. Kurz und gut: Selbstverständlich reicht der […]

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