Gehört: „Mind Control“ von Stephen King

Heute früh habe ich den Abschluss der Hodges-Trilogie von Stephen King zu Ende gehört. Vor kurzem hatte ich mich ja schon über die Absurdität des Titels echauffiert, denn den englischen Titel „End of Watch“ für die deutsche Fassung in einen anderen englischen Titel, „Mind Control“, umzuwandeln, erschien mir nicht sinnvoll – und erscheint mir auch heute noch nicht sinnvoll.

Gerade zu Ende gehört: „Mind Control“ von Stephen King, gelesen von einem fantastischen David Nathan

Gerade zu Ende gehört: „Mind Control“ von Stephen King, gelesen von einem fantastischen David Nathan

Inhalt

Brady Hartsfield, der Bösewicht aus „Mr. Mercedes“, ist wieder da – oder nein, ich sollte besser sagen: immer noch. Gleichzeitig ist er nicht einmal ganz da, denn sein Körper liegt nach wie vor apathisch (oder zumindest weitgehend seiner eigentlichen Funktionen beraubt) im Krankenhaus. Doch durch seine sture Verbissenheit und einen etwas übereifrigen Arzt, der ihm – zukünftigen Ruhm erhoffend – experimentelle Medikamente verpasst, entwickelt sich seine mentale Leistungsfähigkeit enorm weiter, bis er in die Lage versetzt wird, zuerst Dinge nur Kraft seines Geistes zu bewegen, dann sogar sein Bewusstsein in andere Körper zu transferieren.

Hilfreich steht ihm dabei eine Spielkonsole zur Seite, deren Demo-Version eines Spiels die Betrachter in einen leicht hypnotischen Zustand versetzt. Diese Demo-Version reichert Hartsfield mit Botschaften an, die den Zuschauer zum mehr oder weniger willenlosen Empfänger suizidaler Gedanken degradieren, die sich immer weiter verstärken und ausweiten, bis am Ende ein echter Suizid(versuch) erfolgt.

Diesem teuflischen Plan kommen Bill Hodges und seine Mitarbeiterin Holly sowie diverse ehemalige Kollegen und Freunde nach und nach auf die Spur. Gleichzeitig ticken zwei Zeitbomben, die den Verlauf der Handlung unter permanenter Spannung halten: Je länger Hartsfield seinen fiesen Plan verfolgen kann, desto mehr Personen treibt er in den Suizid, außerdem plagt den armen Hodge ein frisch diagnostizierter Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Wird es Hodge gelingen, Hartsfield zu stoppen, bevor er „den Löffel abgibt“? Das verrate ich nicht, ich lehne mich jedoch soweit aus dem Fenster, dass ich soviel herauslasse: Ein echtes „Happy Ending“ ist nicht möglich und kommt demzufolge auch nicht vor.

Fazit

Obwohl das Ende in groben Zügen für mich spätestens nach dem ersten Drittel ziemlich absehbar war, hielt die Spannung aus dem oben erwähnten doppelten Grund bis zum Schluss – die letzten anderthalb bis zwei Stunden des Hörbuchs über war es mir nicht möglich, die Geschichte zu unterbrechen.

Noch dazu hat Stephen King einem seiner sympathischsten Protagonisten – neben Stuart Redman aus „The Stand“ – einen würdigen und dankenswert stillen Abgang verschafft. Gleichzeitig hat er den Absprung geschafft, denn damit ist diese Trilogie wirklich auf drei Bände beschränkt.

Kurz und gut, mein finales Urteil: Mir hat das Hörbuch sehr gefallen, nicht zuletzt einem hervorragenden David Nathan ist dies zu danken. Die Trilogie ist damit hervorragend abgerundet. Obwohl ich es begrüße, dass dem so ist, hätte ich mir insgeheim noch ein paar weitere Geschichten mit den über drei Bände aufgebauten Figuren gewünscht. Doch wie singen die Rolling Stones so schön: „You can’t always get what you want“…

Ich denke, zum Jahreswechsel werde ich mir alle drei Hörbücher am Stück anhören, dann verdichtet sich der Gesamteindruck noch etwas mehr. Darauf freue ich mich schon jetzt.

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