Gesehen: „Prometheus – Dunkle Zeichen“

Vorgeschichte

Vor vielen Jahren sah ich zum ersten Mal „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ von Ridley Scott. Da ich nur vier Jahre vor dem Erscheinen des Films geboren wurde und mich beim ersten Angucken mindestens in der Mitte meiner Teenager-Jahre befand, zählte er da sicher schon den Klassikern (und völlig zu Recht). Ähnlich exzellent aufgebaut wie „Der weiße Hai“ bekommt der Zuschauer das „Ding“ (im einen Fall den Hai, in diesem Fall das Alien) erst nach einer schier endlosen Zeit zu sehen. Das steigert die Spannung bis ins Unermessliche. Da ich den Film damals nachts allein angesehen habe, bescherte er mir – nicht zuletzt aufgrund der albtraumhaft spannenden Sequenz mit Stroboskop-Beleuchtung kurz vor Schluss – eine zumindest zur Hälfte schlaflose Nacht…

Aha! Prequel!

Sprung ins Jahr 2016: Im Juli bot iTunes jeden Tag einen anderen sog. Bestseller-Film in HD-Qualität für 3,99 € zum Kauf an. Das eine oder andere dieser Angebote habe ich angenommen, darunter befand sich auch der Film „Prometheus – Dunkle Zeichen“:

Der Titel ist in der Tat Programm, denn in dem Film geht es mächtig düster zur Sache.

Der Titel ist in der Tat Programm, denn in dem Film geht es mächtig düster zur Sache.

Über den Film wusste ich mehr oder weniger gar nichts, die kurze Vorschau war vielversprechend, noch dazu kann ich bei Science Fiction ohnehin kaum widerstehen – also ab ins Wohnzimmer, Fernsehgerät und Apple TV aktiviert und losgelegt! Beim Ansehen kam mir nach einigen Minuten der Verdacht, dass dieser Film irgendwie an das Alien-Universum angelehnt sein könne. Dieser Verdacht erhärtete sich immer mehr, bis ich schließlich begriff, dass es sich dabei um die Vorgeschichte (neudeutsch „Prequel“) zur altbekannten Geschichte handelte.

Handlung

Die Handlung ist eigentlich sehr simpel: Ein Forscher-Team hat Beweise für außerirdische Besucher auf der Erde vor vielen Jahrtausenden entdeckt. Sie überreden Mr. Weyland, den gealterten Chef einer riesigen Firma, dazu, ein Raumschiff zu eben jenem Sternensystem zu schicken, das Teil aller entdecken Höhlenmalereien war. Dort hoffen sie, die Außerirdischen, die sie „Konstrukteure“ nennen, anzutreffen und von ihnen weitere Informationen zur Geschichte der Menschheit zu erlangen.

Während des etwas mehr als zweijährigen Fluges liegen alle Menschen im Kälteschlaf, lediglich ein Android namens David wacht über sie und das Schiff. Außerdem lernt er während dieser Zeit etliche Fremdsprachen.

Am Ziel angekommen machen sich die Menschen auf den Weg zu einem Gebilde, das einem Gebäude ähnelt. Sie betreten es und entdecken darin eine holographische Aufzeichnung, die den Tod eines vorigen Bewohners zeigt, die Leiche dieses vorigen Bewohners sowie eine Reihe grob zylindrisch geformter Gegenstände. Zwei der Wissenschaftler sondern sich aus Furcht vorzeitig von der Gruppe ab und wollen wieder zum Schiff zurückkehren, verlaufen sich aber im komplexen System von Gängen.

Der Rest der Gruppe wird aufgrund eines plötzlich aufkommenden starken Sturms zum Schiff zurückgerufen. Mit dem (abgetrennten) Kopf des vorigen Bewohners im Gepäck schaffen sie das auch mit Mühe und Not, nur die beiden verirrten Wissenschaftler sind im Gebäude verblieben, wo sie nun die Nacht zubringen müssen. Der Androide David hat indes von allen unbemerkt einen der zylindrischen Behälter mit an Bord des Schiffs gebracht.

Die ersten Untersuchungen am Kopf des verstorbenen Konstrukteurs führen zu der Entdeckung, dass dessen DNS der unseren stark ähnelt, aber wesentlich älter als die der Menschen ist: Der Beweis für die Abstammung der Menschen von dieser außerirdischen Spezies ist geführt. Da aber außer diesem einen Toten kein weiterer Konstrukteur gefunden werden konnte, wird die Mission als Fehlschlag angesehen, denn weiteres Wissen über die Herkunft der Menschheit scheint nun nicht mehr erlangt werden zu können.

Einer der Wissenschaftler ertränkt seinen Frust im Alkohol, als David zu ihm tritt und ihm ein weiteres Getränk anbietet, in das er verborgen einen Tropfen der in dem zylindrischen Behälter enthaltenen Flüssigkeit gegeben hat. Der Wissenschaftler trinkt das Glas in einem Zug leer, begibt sich zu seiner Kollegin und schläft mit ihr.

Während der Nacht entdecken die beiden verirrten Wissenschaftler im Gebäude ebenfalls die zylindrischen Behälter und treffen dabei auf eine aggressive Lebensform, die beide überwältigt. Das am nächsten Morgen eintreffende Team entdeckt die beiden (vermeintlichen) Leichen, doch noch bevor sie weitere Schritte unternehmen können, eskaliert die Situation, denn der am Vorabend betrunkene Wissenschaftler beginnt sich zu verwandeln. Die Leiterin der Mission verweigert ihm die Rückkehr auf das Schiff und tötet ihn mittels eines Flammenwerfers. Doch damit beginnen die Probleme erst so richtig…

Mehr verrate ich nicht, sonst ist die Spannung völlig dahin. Wer ein wenig auf den Geschmack gekommen ist, darf sich fragen: Warum habe ich vorhin die Tatsache herausgestellt, dass der Androide David auf dem Flug etliche Fremdsprachen gelernt hat? Wie könnte dies für den weiteren Verlauf der Geschichte von Belang sein?

Fazit

Um diesen Film genießen zu können, muss man schon einen starken Magen haben, denn es gibt etliche Szenen, die nicht gerade appetitanregend sind. Dennoch ist die Grundidee spannend und passt gut zur bereits bekannten Alien-Saga bzw. bildet eine hervorragende Vorgeschichte.

Später habe ich mich dann noch informiert und herausgefunden, dass es sogar noch weitere Teile der Vorgeschichte geben soll, die erst nach drei oder vier Filmen nahtlos an den Beginn des originalen Alien-Films von 1979 anknüpfen soll.

Für Musikfans, die über Zugang zu einem Streaming-Dienst verfügen, sei vom Soundtrack des Albums das Stück „Life“ mit seiner überirdisch schönen und fantastisch ansteigenden Kantilene empfohlen – das ist himmlisch!

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5 Gedanken zu „Gesehen: „Prometheus – Dunkle Zeichen“

  1. simonsegur sagt:

    Mit Deiner persönlichen Meinung hältst Du Dich aber arg zurück!?
    Mit dem starken Magen hast Du jedenfalls Recht (ich erinnere mich da an die „Geburts-Szene“ …). Insgesamt empfand ich den Film als viel zu überfrachtet und stellenweise arg hahnebüchen (schon allein die Szene „oh Gott, ein Raumschiff rollt auf mich zu und ich laufe genau in dieselbe Richtung davor weg!) Von der Ästhetik, dem Sound, der Faszination her aber, wirkte er schon sehr stark. Liebe Grüße!

    • solera1847 sagt:

      Das Weglaufen genau in der Richtung, in die das Raumschiff rutschte, tja, wie soll man es sagen… das scheint in Hollywood zum „guten Ton“ zu gehören, denn in beinahe jeder vergleichbaren Film-Situation passiert genau das, was jeder normal denkende Mensch vermeiden würde. Daran störe ich mich schon gar nicht mehr.

      Eher nervt mich die völlig unglaubwürdige Bereitwilligkeit mancher Personen, einen zwar in der Sache gut gemeinten, dann aber doch sehr endgültigen Selbstaufopferungs-Suizid („Wir rammen das große Raumschiff mit unserem viel kleineren und werden Helden!“) auf sich zu nehmen. Das kommt in Filmen häufig vor, in der Realität würde zumindest ich eher zu der Fraktion gehören, die den Schritt nach hinten wählen, wenn andere sich in die erste Reihe drängen.

      Meine eigene Meinung habe ich deshalb kaum zum Ausdruck gebracht, weil der Film sehr widersprüchliche Reaktionen in mir ausgelöst hat: Ich bin kein Horror-Fan, meine Schmerzgrenze ist dahingehend eher niedrig angesiedelt, daher setzen mir einige Szenen im Film heftig zu. Andererseits finde ich trotz einiger inhaltlicher Mängel die Grundidee faszinierend. Noch dazu erklärt sie die Existenz dieser Aliens verhältnismäßig glaubwürdig (eine Art Massenvernichtungswaffe, die man einmal auf einen fremden Planeten loslassen muss, danach wird dessen Bevölkerung mit hoher Zuverlässigkeit ausgelöscht).

      Zweimal habe ich den Film gesehen, vielleicht ringe ich mich nach dem dritten Mal zu einer klarer definierten Meinung durch.

  2. Zeilenende sagt:

    Mhm … Ich fand die Story sogar ziemlich mies. Und als ich sah, wer Drehbuchautor und Produzent war, wusste ich auch, wieso. Da konnte auch Ridley Scott nichts mehr retten. Ich kann es aber nicht einmal mehr konkret benennen. Der Film ist so ohne Erinnerungen bei mir zurückgeblieben, dass es fast schon peinlich ist.

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