Gesehen: „Wir sind die Neuen“

Deutsche Filmproduktionen sind in den meisten Fällen ganz und gar nicht mein Ding. In den letzten Jahrzehnten habe ich zunehmend weniger Fernsehfilme angesehen, ich gucke auch nie den Tatort, Serien schon gar nicht. Hin und wieder wage ich mich an einen deutschen Kinofilm (z.B. „Sein letztes Rennen“ von und mit Dieter Hallervorden, siehe hier), die Ergebnisse sind schwankender Natur: mal sehr gut, mal eher dröge und dahinplätschernd.

Vor ein paar Wochen jedoch wagte ich das Experiment erneut und wurde mit einer exzellenten Komödie belohnt, die ich mir seitdem sogar noch einmal (zum Kochen nebenher) angesehen habe: „Wir sind die Neuen“.

Eine herrliche Komödie: „Wir sind die Neuen“.

Eine herrliche Komödie: „Wir sind die Neuen“.

Handlung

Anne ist um die 60 Jahre alt, verliert ihre Wohnung in der Münchner Innenstadt, in der sie lange Jahre offensichtlich zu sehr günstigen Konditionen gewohnt hat. Zu den aktuellen Preisen kann sie sich unmöglich eine neue Wohnung suchen, schon gar nicht bei ihrem Gehalt als Biologin. Aus der Not heraus entwickelt sie die Idee, ihre alten WG-Mitbewohner anzusprechen, ob diese mit ihr gemeinsam eine neue WG gründen möchten. Nur zwei erklären sich bereit: Johannes und Eddi.

Bereits beim Einzug müssen sie realisieren, dass sich die jüngere Studierenden-Generation offensichtlich verändert hat: Niemand hilft ihnen beim Tragen der vielen Kisten. Beim Vorstellen machen die jungen Studenten völlig klar, dass sie keine Zeit für Party und/oder Hilfe für die „Alten“ haben. Nach diesem unglücklichen Start geht es auch eine Weile lang nur noch bergab: Der Lebensstil der „Alten“ ist den Studenten zu laut, die „Alten“ halten sich nicht an die Kehrwoche, nerven eigentlich nur… Kurz und gut: Klassischer Rollentausch. Nicht die Alten regen sich über die Unarten der Jungen auf, es ist genau umgekehrt.

Erst als die Studenten in private, finanzielle und lerntechnische Probleme geraten, können sie nicht mehr anders und nehmen widerwillig die Hilfestellung der „Alten“ an. Und plötzlich bemerken beide Seiten, dass da doch viele Kompatibilitäten bestehen. Der Film endet mit einer – man glaubt es kaum – spontanen Party aller in der WG der „Alten“.

Fazit

Die Inhaltszusammenfassung klingt nicht unbedingt nach viel, doch der Film lebt nicht von der Rahmenhandlung. Vielmehr sind es einige wirklich exzellent gestaltete Szenen (wer ihn schon gesehen hat, wird sich garantiert an das dreifache „Gott sei Dank!“ erinnern) und die insgesamt sehr gelungenen Darstellungen aller Schauspieler.

Zum Glück kommt der Film völlig ohne den erhobenen Moralfinger aus, es macht einfach Spaß, ihn anzusehen und dabei herzhaft zu lachen. Und es sensibilisiert ganz subtil für einen möglichst unvoreingenommenen Blick auf die jeweilige Lebenssituation. Ein wirklich empfehlenswerter Film!

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