Solera im E-Bike-Fieber

Bis vor kurzem war ein E-Bike für mich zwar nicht wirklich ein „rotes Tuch“, aber mental schon irgendwie ein Gerät für eher unsportliche, vielleicht sogar „faule“ Menschen, auf jeden Fall nichts für mich, den sportlichen Solera, der es schafft, sich aus eigener Muskelkraft den Berg hinaufzuarbeiten.

Meine Frau dagegen interessierte sich bereits seit mindestens anderthalb Jahren für ein E-Bike, da es ihr nicht gefiel, den Weg zur Arbeit und/oder zurück nach Hause nicht bewerkstelligen zu können, ohne nassgeschwitzt heimzukommen. Mir ging es ja nicht anders, ich nahm das halt immer in Kauf – auch wenn ich zugeben muss, dass es immer wieder Tage gab, an denen ich mir dessen sehr deutlich bewusst war, dass ich nach dem Heimradeln (ca. 4,5 km, mindestens 3,5 davon bergan) mein T-Shirt wechseln müsste. Und das eine oder andere Mal siegte dann auch einfach die Bequemlichkeit, das Fahrrad blieb zuhause.

Dann zog ich mir im Juni noch die lästige Adduktoren-Zerrung zu, die das Laufen erschwerte und – wenig erstaunlich – auch beim Fahrradfahren für einige Schmerzen sorgte. Selbst bergab fühlte ich beim Treten ein starkes Ziehen in der rechten Hüfte. Bäh!

Um auf den Punkt zu kommen: Anfang der Sommerferien gingen wir in der Absicht, ein schönes E-Bike für meine Frau zu kaufen, das auch ich gelegentlich nutzen könnte. Wir ließen uns gut beraten, denn bis dahin hatte keiner von uns auch nur einen Meter auf einem E-Bike zurückgelegt. Nach etwa 20 Minuten Erläuterungen, Fragen und Antworten und Erfahrungsaustausch ging es ans Ausprobieren.

Und da packte es mich. Aber derart… Binnen einer Minute stand fest: Ich möchte, nein, will, nein: brauche so ein Teil für mich! Am besten sofort! Also verließen wir tatsächlich eine gute Stunde später den Laden um ein paar Tausender leichter in der (virtuellen) Tasche.

Zwei Tage später holten wir die Fahrräder ab, die Lichtanlage (wir müssen ja nun morgens den ganzen Winter über in ziemlicher Dunkelheit starten) ist bestellt und wird Anfang September montiert. Dann musste noch eine Versicherung sowie ein entsprechend heftiges Schloss her.

Seither bin ich aber so ziemlich jeden Tag, den wir daheim waren, irgendwann einmal mit dem Rad aufgebrochen, um die Umgebung unsicher zu machen. Und nun mal ganz ehrlich: Dieses E-Bike sieht auch wirklich rattenscharf aus, da macht das Fahren schon allein des Ausführens eines solch heißen Ofens wegen Spaß! Oder?

Mein E-Bike, bequemer kam ich auf zwei Rädern noch nie einen Berg hinauf!

Mein E-Bike, bequemer kam ich auf zwei Rädern noch nie einen Berg hinauf!

Noch fehlt die Lichtanlage, aber in den Ferien muss ich ja noch nicht in der Dunkelheit starten.

Noch fehlt die Lichtanlage, aber in den Ferien muss ich ja noch nicht in der Dunkelheit starten.

Die Bilder entstanden im Innenhof der Kapfenburg. Normalerweise wäre ich da nicht freiwillig mit dem Fahrrad hingefahren, denn die Höhenmeter, die bis dahin zu überwinden sind, summieren sich ganz ordentlich. So aber schalte ich als elendig fauler Mensch einfach in den Climb-Modus, dann muss ich nur die Pedale leicht treten (in einem bequemen Gang), den Rest erledigt der Motor.

Gerade für die vielen kleinen Erledigungen in der Innenstadt (in meinem Fall eben etwa 4 bis 4,5 Kilometer von daheim entfernt) ist das E-Bike das ideale Fortbewegungsmittel. Bergab fahre ich genauso schnell wie das Auto (ich warte immer noch auf den Tag, an dem ich an unserer festinstallierten Blitzanlage mal fotografiert werde), die 50 km/h knacke ich bergab locker (hmmm, waren es vielleicht doch zu viele Gummibärchen?). Bergauf fahre ich zwischen 20 und 30 km/h, je nach Energie, die ich in die Treterei investiere. Den Mangel an Geschwindigkeit hier mache ich aber durch die einfachere Routenwahl wett. Auf einigen Strecken bin ich mit dem E-Bike sicher deutlich schneller als mit dem Auto, vor allem im Berufsverkehr.

Heute habe ich die 100 Kilometer-Marke auf dem E-Bike geknackt, überwiegend mit kleinen Besorgungsfahrten angesammelt. Jede einzelne ein Genuss. Für mich hat sich die Investition bereits gelohnt, wenn in ein paar Wochen die Schule wieder startet, bin ich hinsichtlich der Mobilität perfekt ausgestattet. Yay!

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9 Gedanken zu „Solera im E-Bike-Fieber

  1. Zeilenende sagt:

    Du wirst halt alt. Ich habe mittlerweile wieder downgegradet, wie man so schön sagt und gehe zu Fuß, wenn der ÖPNV nicht geht. Aber es sieht verdammt schick aus.

  2. Es Marinsche kocht sagt:

    ( seufz )

  3. Flowermaid sagt:

    …warum nicht, wenn es Sinn macht. Optisch wird es durch gewunken… 😉

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