Hotarus Filmchallenge – Nachgeholt 3: Mai & Juni 2016

  • (18) See: „Hinter dem Horizont“ (weitere Infos) – Der Film ist ein optisches Spektakel sonder gleichen, die darin erzählte Geschichte dramatisch und anrührend zugleich – am schönsten ist jedoch, dass ein See in den Schweizer Alpen als Paradies dargestellt wird. Und durch die filmische Überhöhung wirkt er auch wirklich atemberaubend schön. Allein der betörende Anblick dieses malerischen Sees ist es wert, den Film anzusehen.
  • (19) Teufel: „Im Auftrag des Teufels“ (weitere Infos) – Ich glaube nicht an einen Teufel, doch fasziniert mich die Gestalt eines personifizierten Bösen aus musikalischer, literarischer und filmischer Sicht. Ganz offensichtlich ging es vielen anderen Menschen in den vergangenen Jahrtausenden ganz ähnlich, denn die Religionen wie auch die Sagenwelt sind voll von solchen Gestalten. An dem Film gefällt mir eigentlich nur die überzeugend diabolische Art, wie Al Pacino den aalglatten Anwalt, der doch nur im Dienst des Bösen unterwegs ist, darstellt. Irgendwie liegt ihm diese Rolle, nur in „Der Pate“ (hier) war er noch besser…
  • (20) Katze: „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (weitere Infos) – Die Katze spielt eine ganz kleine Nebenrolle, wird jedoch an einer Stelle zum Unheilbringer: Die Stärke des Films liegt in den ganz langen Passagen, in denen man von besagtem Alien überhaupt nichts sieht. Jeder Zuschauer weiß: Es ist da, es ist gefährlich. Doch bekommt man es schlicht nicht zu Gesicht. Dann muss ein Besatzungsmitglied die entlaufene Katze wieder einfangen, wozu er durch ein gefühlt endloses System von Lagerräumen streift. Der Zuschauer platzt schier vor Spannung, denn hinter jeder Kiste, um die nächste Ecke, verborgen hinter einem Schott – überall könnte das fiese Viech lauern. Und die Stelle zieht sich hin. Gerade wenn die Spannung abzuflauen und in Langeweile umzuschlagen droht, findet der arme Kerl die Katze. Als er sie aufheben will, erscheint das Alien im Hintergrund und „macht ihn alle“. Er selbst realisiert die Gefahr erst, als die Katze zu fauchen beginnt, daher bleibt die Katze den Zuschauern meist gut im Gedächtnis.
  • (21) Schule: „Der Club der toten Dichter“ (weitere Infos) – Das klingt jetzt sicher ganz furchtbar abgedroschen, doch der Film hat bei nicht wenigen heutigen Lehrern tatsächlich etwas zur Berufswahl beigetragen. Bei mir sicher auch, wenngleich eher unterschwellig. Und je älter ich werde, desto weniger dränge ich mich den Schülern kumpelhaft auf. Eher im Gegenteil, ich genieße die mit dem gestiegenen Alter gewachsene Distanz. Aber dennoch: Der Film zeigt die unglaubliche Macht, die ein Lehrer oft auf ganz subtile Art und Weise innehat, die Lenkung, die eine ganze Klasse oder auch nur einen einzelnen Schüler dazu verleitet, ein neues Interessengebiet zu entdecken, ein neues Hobby aufzugreifen oder sich ernsthafter mit einem ganz bestimmten Thema auseinanderzusetzen, das derjenige vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Noch dazu sensibilisiert der Film gut für die Gefahren einer zu starken Identifikation…
  • (22) Grenze: „The Last Castle – Die letzte Festung“ (weitere Infos) – Bei diesem Film geht es nicht um eine territoriale Grenze, vielmehr liegt der Fokus auf einer moralischen/ethischen Grenze. Robert Redford brilliert als gealterter aber völlig integrer General, der bei einem Kommandounternehmen gegen den Befehl des Präsidenten verstoßen und versagt hat, wofür er eine zehnjährige Haftstrafe absitzen muss. Seine Integrität steht der Fiesheit und dem unverhohlenen Sadismus des Gefängnisleiters diametral gegenüber. Zwischen den beiden entbrennt ein Machtkampf, der selbstverständlich dramatisch enden muss. Spannend für den Zuschauer ist vor allem das gekonnte Nachzeichnen von menschlicher Schwäche bei der Person, die die meiste Macht ausübt (Gefängnisleiter), und das natürlich wachsende Vertrauen der Mithäftlinge zum moralisch integren Alt-General.
  • (23) Hotel: „The Shining“ (weitere Infos) – auch wenn Stephen King diese filmische Umsetzung nicht mochte/mag, gibt es meiner Meinung nach kaum einen gruseligeren Film, der gegen Ende eine Wahnsinns-Klimax hinlegt. Nachts und allein kann ich den nicht ansehen. Im Zentrum steht immer das Mysterium um das abgeschieden gelegene Hotel, das anfällige Personen während des Winters in den Wahnsinn treibt. Ganz ehrlich: Das Hörbuch (hier und hier) ist auch außerordentlich gruselig, wer so etwas mag, liegt da sicher immer richtig.
  • (24) Schokolade: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (weitere Infos) – Grundsätzlich geht es in diesem Film ja nicht um Schokolade, doch jedes Mal, wenn Harry nach einer Konfrontation mit den Dementoren ohnmächtig wurde, bekommt er von Professor Lupin Schokolade zu essen. Irgendwie ist es mein Lieblingsfilm aus der ganzen Reihe, denn er ist gleichermaßen fantastisch wie spannend – und es geht um Schokolade.
  • (25) Mentor/in: „Star Trek (2009)“ (weitere Infos) – Die wohl paradoxeste Mentor-Schüler-Beziehung aller Zeiten: Der gealterte Spock aus einem Zeitstrom unterweist den jungen Kirk aus einem anderen Zeitstrom, wie er sich verhalten muss, um die Krise zu beheben. Der Film ist und bleibt einer unserer Favoriten, den wir (=meine Frau und ich) immer wieder ansehen können, denn die jugendlich frische Besetzung, die aber perfekt die Schrullen der alten Serie aus den 1960er Jahren aufgreift, wird mit gnadenlos actionreicher Handlung, Unmengen an coolem Insider-Gebrabbel (Scotty), irren Effekten (ich sage nur „Warp-Antrieb“) und fantastischer Musik (von Michael Giacchino) gekoppelt. Ein absolutes filmisches Highlight der letzten Jahre!
  • (26) Erbstück: „The Untouchables – Die Unbestechlichen“ (weitere Infos) – Es geht nicht um ein physisches Erbstück, eher um eine lästige Tradition, die über Generationen weitergegeben wird: Korruption. Nach einem geradezu frustrierenden Beginn, in dem die Polizei nur vorgeführt wird, weil sie sich eben im Gegensatz zu den Verbrechern immer an die Regeln hält, betritt der bärbeißige Sean Connery die Bühne und räumt so richtig auf. Der auf einigen tatsächlichen Begebenheiten (Prohibition, Al Capone etc.) basierende Film ist für mich der Inbegriff des harten „Law & Order“-Films, den man zwar nicht oft, aber dann immer wieder mit Genuss und Genugtuung ansehen kann.
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