Testbericht: Beats Solo 2 Wireless

Vor etwa zwei Wochen habe ich mir einen neuen iMac bestellt. Der alte funktioniert zwar noch ganz gut, doch alle sechs Jahre tausche ich ihn gegen ein neues Modell aus, um technologisch nicht zu stark abgeschlagen zu werden. Als Lehrer stehen mir die Education-Rabatte offen, die einiges an Geld einsparen (etwa 8-10 Prozent, was bei einem 3.000 €-Rechner doch einen Batzen Geld ausmacht). Außerdem gibt es über den Sommer immer die sog. „Back to school“-Aktion bei Apple, die einem Käufer von neuer Hardware entweder Gutscheine für die AppStores oder andere Hardware dazu schenkt. Gerade als ich beim Bestellen war, gab es Kopfhörer, aber nicht irgendwelche…

Gekauft hätte ich mir die nie…

Hätte mir jemand gesagt, ich würde mir einmal Kopfhörer für 300 € kaufen, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht, denn die EarPods, die Apple den iPhones beilegt, sind eigentlich so gut, dass ich gar keinen Wunsch nach mehr hatte. Doch dann war ich online im Apple Edu-Store unterwegs, konfigurierte mir den Wunsch-iMac, da verkündete die Seite, dass ich die Kopfhörer gratis dazu haben könnte. Also suchte ich mir eine schöne Farbe aus (Silber) und bestellte das Gesamtpaket. Zwei Tage später war die erste Teillieferung (DVD-Brenner und Kopfhörer) da. Ehrfurchtsvoll ließ ich die Kopfhörer noch drei Tage auf dem Schreibtisch liegen, dann siegte die Neugier.

Sehr edles Design – wie bei meinem iPhone in weiß und silber gehalten.

Sehr edles Design – wie bei meinem iPhone in weiß und silber gehalten.

Testen – und eine Lektion in gewählter Sprache…

Und dann testete ich sie. Ich weiß ja, was man den Beats-Kopfhörern nachsagt: Zu viel Bässe, um die harten Hip-Hop Beats besser rauszuhauen, dafür bei anderen Musikstilen etwas unausgewogen. Doch ich höre fast keinen Hip-Hop und bin dennoch sehr angetan. Kein einziges Musikstück aus meinen Favoriten-Playlists klang mit den Beats irgendwie unausgewogen. Eher im Gegenteil: Neben den ganzen Rock-Stücken habe ich auch ein paar poppigere Sachen, z.B. „Radioactive“ von den Imagine Dragons in der Playlist. Und gerade bei diesem Stück bläst einem mit den Beats-Kopfhörern dieser langsam-dröhnende Pumprhythmus genussvoll das Hirn hinaus. Hach!

Als ich meinem Sohn gerade davon vorschwärmte, wie „geil“ der Sound bei diesem Stück sei, wurde ich belehrt, dass das ein Ausdruck sei – deshalb solle ich ihn doch lieber nicht benutzen. Nun fühlte ich mich genötigt, meinen Sohnemann darüber aufzuklären, dass das nicht einmal mehr im Jahr 1985, als ich in seinem Alter war, zu dem Bereich der Umgangssprache gehörte, den ich als „Ausdrücke“ bezeichnen würde. Aber ich schweife ab…

Nun habe ich keine riesige Testaktion daraus gemacht, mir zehn oder zwölf unterschiedliche Modelle diverser Anbieter anzuhören, um dann das beste zu finden. Testberichte anderer sind ja auch immer extrem subjektiv geprägt – kann ja gar nicht anders sein. Meine zwei Referenzkopfhörer sind das mit meinem iPhone mitgelieferte Paar EarPods (also In-Ear-Kopfhörer) und ein Paar AKG-Kopfhörer (Over-Ear), die ich für die Musikproduktion am Rechner benutze (die müssen beim Endmix immer ran, sonst wäre das Klangbild völlig verfälscht, weil ich mich sonst nur auf die iMac-Lautsprecher verlassen müsste). Und um es kurz zu sagen: Beide Alternativen werden von den Beats-Kopfhörern locker weggeblasen.

Luxus

Zusätzlich zum gerade von mir aufgrund meiner subjektiven und völlig unprofessionellen Wahrnehmung (ich habe nicht einmal die Verpackung konsultiert, um mir irgendwelche Frequenzgänge oder -spektren anzusehen, geschweige denn Vergleiche im Internet durchzulesen) als exzellent befundenen Klang sind diese Kopfhörer ein absolutes Luxus-Paket:

  • Sie lassen sich bequem zusammenklappen, so zusammengefaltet passen sie perfekt in die mitgelieferte Tragetasche.
  • Die Akkulaufzeit ist gigantisch. Ich renne seit etwa zwei Wochen mit den Teilen durch die Gegend, höre jeden Tag mindestens 20-30 Minuten Musik (damit bin ich insgesamt locker bei sechs, eher sieben Stunden), der Ladestand ist immer noch bei 70-75 Prozent. Und das bei einer Bluetooth-Verbindung, die bekanntlich ein ziemlicher Akkukiller sein kann.
  • Die Bedienung über die Schaltflächen auf der Außenseite des linken Kopfhörers ist so selbstredend, dass man nach wenigen Minuten schon völlig damit verwachsen ist: Druck auf den oberen Rand: lauter; Druck auf den unteren Rand: leiser; einmaliger Druck in die Mitte: Start/Stop; zweimaliger Druck in die Mitte: nächstes Stück; dreimaliger Druck in die Mitte: voriges Stück. (Für Nostalgiker: Genau wie beim Click-Wheel des alten iPods…) Was braucht man mehr?
  • Weil ich gerade schon bei der Bluetooth-Verbindung war: Das Pairing mit dem iPhone dauerte nur wenige Sekunden. Wenn ich die Kopfhörer abschalte, wird die Verbindung getrennt, beim Einschalten binnen Sekunden zuverlässig hergestellt. Perfekt.
So schön lassen sich die Beats-Kopfhörer falten – recht luxuriös...

So schön lassen sich die Beats-Kopfhörer falten – recht luxuriös…

Verstaut in der schicken Tasche, die sogar noch mit einem Karabiner ausgeliefert wird, um sie gleich sicher an den Gürtel hängen zu können.

Verstaut in der schicken Tasche, die sogar noch mit einem Karabiner ausgeliefert wird, um sie gleich sicher an den Gürtel hängen zu können.

Einziges Manko

Es hat ein paar Tage gedauert, doch einen minimalen Kritikpunkt habe ich gefunden: Die Abdichtung der Kopfhörer auf dem Ohr funktioniert so, wie man sie bei Over-Ear-Kopfhörern erwartet. Das Kunstleder (oder was für ein Stoff es auch immer sein mag) fühlt sich angenehm auf der Haut an, sorgt aber dafür, dass ich an der Stelle, wo es auf meiner Haut liegt, schwitze. Noch hat das keine Folgen gehabt, ich weiß allerdings nicht, wie die Kopfhörer-Polster aussehen, wenn ich da mal ein halbes oder ganzes Jahr drangeschwitzt habe. Das wird nur die Zeit zeigen – und ich würde das eher als ein Luxus-Problem ansehen.

Gesamtfazit

Klar, 300 € sind eine echte Hausnummer für einen Kopfhörer. Vor ein paar Jahren noch war das so viel Geld für mich, dass ich lange überlegte, ob ich mir einen iPod Classic mit 160 GB Speicher für eine vergleichbare Summer überhaupt guten Gewissens zulegen dürfte. Und ich wäre wohl auch nie in die Verlegenheit gekommen, diesen kleinen Erfahrungsbericht über dieses Paar außergewöhnlich guter Kopfhörer mit luxuriöser Ausstattung zu schreiben, wenn – ja wenn – ich sie nicht ganz unerwartet dazu geschenkt bekommen hätte. So aber genieße ich einfach weiter und erfreue mich tagtäglich am guten Sound und dem hohen Tragekomfort.

Advertisements
Getaggt mit , , , , , ,

13 Gedanken zu „Testbericht: Beats Solo 2 Wireless

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Ich lasse ja nichts über meine BOSE Noise Cannceling kommen…..aber es tönt sehr gut, was Du da schreibst….hab viel Freude damit! Wichtig ist bei so etwas ja auch das Gewicht….aber ich vermute das es ein leichtes ist 🙂

  2. Zeilenende sagt:

    Ach … Ich habe von Kopfhörern ja keine Ahnung … Aber „geil“ ist zumindest für mich schon ein „Ausdruck“ … Den hole ich nur raus, wenn mir sonst nichts mehr einfällt, um meine Begeisterung kund zu tun. Aber ich bin auch altmodisch.

    lol

    😉

  3. Flowermaid sagt:

    … mit den Schätzchen hätte man mich auch geködert schmacht

  4. […] um Tage handeln, doch bei gutem Wetter, einer Reihe „Paul Panzer“-Alben auf meinem iPhone, den Beats-Kopfhörern auf den Ohren – was soll mich da […]

  5. Schon echt coole Kopfhörer ;)!
    LG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: