Gesehen: „Pitch Black“

„Pitch Black“ – schon 16 Jahre alt, aber immer noch faszinierend...

„Pitch Black“ – schon 16 Jahre alt, aber immer noch faszinierend…

Manche Filme sehe ich mir nur wegen einiger weniger Szenen (die Verfolgungsjagd in „Matrix 2“), manchmal sogar nur wegen ihrer besonderen Farbgebung (s.u.) oder einer besonders gelungenen Musik (z.B. „The Village“) an. Der Science Fiction-Horror-Action-Verschnitt „Pitch Black“ gehört zu den Filmen, an denen ich vor allem von der Farbgebung und einigen vereinzelten Szenen immer wieder angelockt werde, obwohl mir die grundlegende Handlung ziemliches Unbehagen verschafft (es ist und bleibt halt ein Horror-Film, diesem Genre kann ich nur sehr bedingt etwas abgewinnen).

Handlung

Die Handlung lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen:

Durch eine ungeplante Kursänderung muss ein Raumschiff irgendwann in der fernen Zukunft auf einem unbekannten Planeten notlanden, wobei ein Teil der Passagiere und auch der Captain zu Tode kommen. Die verbliebenen Reisenden, darunter auch der Schwerverbrecher Riddick, müssen sich in ihrer Umgebung orientieren, stoßen dabei auf eine verlassene Siedlung. Dabei entdecken sie auch die einzige einheimische Lebensform, eine im Schwarm jagende und dabei äußerst effektiv vorgehende Spezies, die wie eine Mischung aus Hammerhai und Vogel aussieht. Diese Lebensform kann nur in Dunkelheit existieren, Licht (eventuell UV-Strahlung, das wird jedoch nie geklärt) verletzt bzw. tötet sie.

In der verlassenen Siedlung steht ein Raumgleiter, den die Überlebenden zur Flucht vom Planeten nutzen wollen, dafür müssen sie jedoch die Energiezellen aus ihrem havarierten Transporter holen. Während sie diese holen wollen, schiebt sich ein weiterer Planet vor die Sonne(n) und verdunkelt so den Himmel, in kürzester Zeit ist die gesamte Welt in tiefste Finsternis gehüllt – Zeit für die mörderischen Kreaturen, zu Tausenden aus ihren Verstecken zu kriechen.

Und so beginnt die zermürbende Reise: Die Energiezellen müssen noch ein paar Stunden weit zu Fuß durch die Nacht transportiert werden. Bewaffnet mit einigen Licht spendenden Gerätschaften begeben sich die Überlebenden auf den Weg. Selbstverständlich werden fast alle nacheinander aufgerieben, am Ende bleibt nur ein kleines Häufchen zurück, dem – Hollywood! – die Flucht vom Planeten gelingt.

Was mich begeistert

„Pitch Black“ spielt auf einem fernen, fremdartigen und von uns völlig unbekannten Wesen bewohnten Planeten. Die Fremdartigkeit wird überwiegend über einige spezielle Lichtfilter hergestellt, die – ähnlich wie der erste „Matrix“-Film, der durch seinen einzigartigen Grün-Ton auffiel – einen speziellen Farbton erzeugen, der gleichzeitig grell, ausgebleicht und vor allem mit hohem Kontrast versehen ist. Das Ergebnis ist schlicht spektakulär: Obwohl die Akteuere nach der Notlandung auf dem fremden Planeten erst einmal nur durch eine „stinknormale“ Wüstenlandschaft wandern, sieht die Gegend viel unvertrauter und dramatischer aus, weil eben alles „in diesem anderen Licht erscheint“. Ein sehr gelungener Kunstgriff.

Was nervt

Vin Diesel. Gut, es mag auch am Drehbuch liegen, das ihm nicht mehr zubilligt, aber diese eitle Kraftmeierei (es wundert mich schon fast, dass er nicht nur in einem Lendenschurz spielen durfte), dieses ständige „Böse Buben-Gehabe“, diese völlig überzogene Coolness: Herrje! Ich erinnere mich noch daran, wie bei vielen der früheren Schwarzenegger-Filme ausgerechnet wurde, wieviel Geld er pro gesprochenen Satz, manchmal sogar für jedes gesprochene Wort erhalten hat. Das ließe sich hier auch machen, es wäre sicherlich ähnlich ergiebig. Ohne diesen krass stereotypen Charakter wäre der Film sicher noch ein Stückchen besser.

Fazit

Ist der Film meiner Einschätzung nach sehenswert? Für Science Fiction-Fans schon, auch Horror-Fans werden auf ihre Kosten kommen. Wer dagegen leichte Unterhaltung sucht, ist hier sicherlich schlecht beraten, denn gute Laune verbreitet der Film so absolut gar nicht.

Dennoch ist die Optik streckenweise atemberaubend, beispielsweise die oben erwähnten Lichtfilter oder die Passage, als sich der andere Planet in den Pfad der Sonne schiebt, das allein lohnt das Ansehen. Wenn man über die Macho-Sprüche der männlichen Hauptdarsteller hinwegsieht, ist es eine etwas abgewandelte Science Fiction-Version eines Roadmovies, das kann man sich schon mal gönnen (bei iTunes gerade für 2,49 €).

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Ein Gedanke zu „Gesehen: „Pitch Black“

  1. Auf jeden Fall einer der besseren SF-Filme! Und neben „Der Soldat James Ryan“ der einzige, in dem Vin Diesel eigentlich recht ansehnlich agiert – sonst meide ich seine Filme auch eher.

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