Das Ende des Tunnels

Ein kleine Impression von meinem wundervoll erholsamen und aufbauenden Lauf in den nebelverhangenen Morgen

Ein kleine Impression von meinem wundervoll erholsamen und aufbauenden Lauf in den nebelverhangenen Morgen

Heute morgen konnte ich zum ersten Mal seit etwa 12 Tagen ohne Schmerzen im Hüftgelenk eine ganz passable Einstiegsrunde laufen. Und was für eine Erlösung das doch war! Das Laufen war seit Monaten mein unumstößlicher Tagesbeginn – bis es dann mehr als eine Woche schlicht und einfach nicht mehr ging.

Gestern früh noch war ich auf dem Laufband, erst langsames Ein-Gehen, dann das Tempo Stück für Stück gesteigert. Beim Übergang ins richtige Laufen zog es aber sofort wieder – Mist! Also noch ein paar Minuten gemütlich zu Ende gegangen. Der Tag war schon abgeschrieben…

Später in der Schule musste ich den Abiturienten kurz beim Einladen von Instrumenten in einen VW-Bus helfen, da ja der Abiball anstand. Das passierte während einer Schulstunde. Um die Klasse nicht zu lange unbeaufsichtigt zu lassen (es ging ja ohnehin nur um zwei oder drei Minuten), joggte ich vom Auto zurück. Und dabei bemerkte ich: Solange ich mein Schritttempo und die Schrittweite selbst bestimmen kann, fühle ich absolut keine Schmerzen. Ganz im Gegenteil: Durch die lange Pause waren da viele Reserven, die ich schnell, fast schon lustvoll, abrufen konnte. Ein himmlisches Gefühl. Und damit stand auch gleich fest: Morgen laufe ich wieder draußen – in meinem Tempo, zu meinen Bedingungen!

Und genau das habe ich heute dann ja auch gemacht. Der gestern schon gefasste Entschluss machte es mir doppelt leicht, heute früh aus dem Bett zu springen. Außerdem half das Wetter: Gestern lag die Temperatur zwischen 32 und 36 Grad Celsius, in Aalen, das wunderschön in einen Talkessel eingebettet ist, wird das dann zusätzlich immer sehr schwül. Beim Abiball sind wir gestern trotz Klimaanlage im Saal schier zerflossen, noch dazu auf einer gut ausgeleuchteten Bühne und in Aktion! Später am Abend kam dann aber ein monströses Gewitter, das starken Wind und heftige Regenfälle mit sich brachte. In der Folge war es heute früh unschlagbar angenehm zu laufen: Kühl (12-15 Grad) und eine erträgliche, zum Atmen sehr angenehme Luftfeuchtigkeit, die einem aber in Kombination mit der niedrigeren Temperatur nicht gleich den Schweiß aus allen Poren schießen ließ. Traumhaft!

Auf den ersten 150 Metern traf ich einen vereinzelnten Hund nebst Besitzer an, doch das Tier war angeleint und offensichtlich auch an anderen Dingen als einem vorbeimäandernden Solera interessiert. Weitere Personen traf ich auf dem ganzen Lauf nicht, was mir als vollkommenem Individual-Sportler besonders angenehm war. Heute ließ ich sogar Musik oder Hörbuch weg, um mich nicht in Versuchung führen zu lassen, das Schrittempo unterbewusst der Musik oder einer spannenden Erzählpassage anzupassen. In diesem meditativen Modus rannte ich durch die Aalener Nebelberge:

Die Aalener Nebelberge – stünde da noch ein einsamer Wanderer, könnte es glatt ein Gemälde von Caspar David Friedrich sein...

Die Aalener Nebelberge – stünde da noch ein einsamer Wanderer, könnte es glatt ein Gemälde von Caspar David Friedrich sein…

Einen kurzen Schreckmoment musste ich ertragen, als sich bei 5,5 Kilometern für ein oder zwei Minuten die Zerrung meldete. Aber mit kleinen Schritten, niedrigem Tempo und besonders aufrechter Haltung (ChiRunning) konnte ich die Sache wieder in den Griff bekommen und meine anvisierten acht Kilometer erfolgreich beenden. So dürfen die nächsten Tage gerne weitergehen.

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6 Gedanken zu „Das Ende des Tunnels

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    So entwickelt man im Laufe der Zeit ein gutes Körperbewusstsein 😉

  2. Zeilenende sagt:

    Huch … Da isser ja wieder. 🙂 Aber da sieht man mal wieder: Was andere einem aufzwingen ist böse. Werft die Fesseln der Technik ab, Brüder zur Sonne zur Freiheit! … Huch … Ach nee … Obwohl. Also wenn du der Sonne entgegenläufst, dann auch zur Sonne … Und da du draußen warst, auch irgendwie zur Freiheit.

    Solera, du alter Kommunist! 😉

  3. […] letztem Freitag laufe ich wieder (ich berichtete), doch so ganz ist der frühere Zustand noch nicht wiederhergestellt. Insgesamt laufe ich sehr […]

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