Blog-Parade: Gegen den Strom – Unbekannte/Ungeliebte Lieblingsfilme

Zeilenende hat mich durch seinen heutigen Post auf diese interessante Blogparade der Singenden Lehrerin aufmerksam gemacht: Jeder Teilnehmer nennt zehn Lieblingsfilme, bei denen er der Meinung ist, sie könnten unter Umständen einem größeren Publikum eher unbekannt sein.

Genau dieser letzte Punkt stellt für mich das größte Hemmnis dar, denn ich weiß schlicht und einfach nicht, ob jene Filme, die mir gefallen, eher zur unbekannteren oder eher zur bekannteren Kategorie gehören. Dennoch wage ich es.

Zeilenende listete unter anderem die folgenden Filme, die auch mir gefallen:

  • Enemy Mine: Als Kind hatte ich nur ein Buch über den Film, das habe ich jedoch bestimmt drei- oder viermal gelesen. Die Geschichte gefällt mir trotz einer gewissen Naivität. Obwohl es nicht nur um Menschen geht, handelt der Film von Menschlichkeit in ihrem besten Sinn.
  • Moon: Über diesen Film habe ich erst vor einigen Monaten einen eigenen Blog-Eintrag verfasst, er scheint tatsächlich nicht so bekannt zu sein, wie er es sicher verdient. Neben einigen anderen aktuellen Juwelen der Science Fiction sicher einer der ganz beachtenswerten Knaller der letzten Jahre.
  • Fantastic Four: Die Charaktere besitzen allesamt so wenig Tiefgang und sind derart überzeichnet klischeehaft, dass man eigentlich sofort wieder abschalten müsste. Doch irgendwie amüsiert mich der Film, daher darf er auch in dieser Liste stehen.
  • Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: Ich finde die Charaktere hier noch nicht einmal so oberflächlich wie Zeilenende, immerhin sind sie (wenngleich nur sehr) lose an diverse literarische Vorlagen angelehnt. Doch in ihrer Kombination zu einem Team muss man sich immer wieder ans Hirn langen. Dennoch glänzen einzelne Darsteller mit tollen Leistungen, allen voran Sean Connery mit seiner selbstironischen Art.
  • Harry Potter und der Stein der Weisen: Ich mag den ersten Film, vor allem die opulente Optik, die in den späteren Filmen durch zunehmend Action überlagert wurde. Dieser Auftakt ist ein auch für Kinder weitgehend ansprechender Film, unser zehnjähriger Sohn dürfte den durchaus schon angucken, beim zweiten Teil wäre ich entschieden anderer Meinung.
  • Der Hobbit: Den ersten Film mag ich am liebsten, denn er spielt noch am ehesten auf der Ebene der literarischen Vorlage. Ab da geht es durch die unglaubliche Streckung und Überbetonung der Action-Elemente steil bergab. Letztlich besteht der dritte Teil nur noch aus einem elenden (und in seiner Überziehung fast schon ekelhaften) Gemetzel. Das muss ich mir nicht oft ansehen.
  • Police Academy: Ganz ehrlich, nach dem fünften Teil kann ich nicht mehr. Der vierte ist zum Teil schon derart platt getreten, dass man sich fragen musste, wie sie es wagen konnten, immer noch neue Filme an diese Reihe anzuhängen. Doch der erste Film überstrahlt viele andere Komödien durch ein derartiges Feuerwerk an gelungenen Gags, dass man ihn auch problemlos mehrfach recyclen konnte, ohne sie zu überstrapazieren.

Soweit zu den Übereinstimmungen mit Zeilenende. Ich habe aber auch noch ein paar eigene Lieblingsfilme, bei denen mir schlicht das Wissen über die Beliebt-/Bekanntheit fehlt:

  • Dreamcatcher: Nach Lektüre des Buches konnte ich den Film genießen, vorher nicht. Er scheint nicht sonderlich beliebt zu sein, aber ich finde den Film gelungen.
  • Total Recall: Gemeint ist das Original mit Arnold Schwarzenegger. Der Film war vor zwei Jahrzehnten sicher noch sehr bekannt, gehört heute aber wohl eher zum alten Eisen. Die grundlegende Story ist packend, das Ende kann nicht gleich zu Beginn vorhergesehen werden, wenn nur die peinlichen Darsteller nicht wären… Aber ich habe den Film sicher schon zehnmal gesehen. Die Neuverfilmung ist technisch viel gelungener, kann aber mit dem Original nicht mithalten.
  • Critters: Eigentlich übler Science Fiction-/Comedy-Trash, aber als Jugendlicher liebte ich die bescheuerte Handlung und die lahmen Dialoge. Das hat sich bis heute nicht geändert.

So, ich bin nun schon 25 Minuten über meine Bettzeit hinaus, mehr Luxus-Behandlung kann ich in diesen Blog-Eintrag nicht stecken. Der Wecker klingelt in sechs Stunden…

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12 Gedanken zu „Blog-Parade: Gegen den Strom – Unbekannte/Ungeliebte Lieblingsfilme

  1. Vielleicht kannst du ja nach dem Aufstehen noch in deinem Beitrag auf meinen Ursprungsartikel verlinken – und dann noch bei mir in den Kommentaren den Link posten (ich bekomme nämlich keine Pingbacks angezeigt). Danke, dass du mitgemacht hast – und einigen Titeln in Zeilenendes Liste eine zweite Nennung verschafft hast! 😉

    Bei „Total Recall“ bleibe ich auch lieber beim Original, bei „Dreamcatcher“ und „Critters“ bin ich mir gar nicht sicher, ob ich die gesehen habe…

  2. Zeilenende sagt:

    Eine gewisse Naivität ist in Bezug auf Enemy Mine ja noch untertrieben. An meinen besseren Tagen verreiße ich sowas als „sentimentales Rührstück voller Banalitäten und Kitsch“ … Glücklicherweise gibt es in meinem Kopf einen Schalter, der so etwas bei der Erwähnung dieses speziellen Films automatisch verhindert.
    Was die Liga und ihre Charaktere angeht: Das Problem ist, dass die Charaktere im Film nicht eigenständig wirken. Sie sollen die Geschichte tragen, sind aber nur Zitat ihrer Schöpfer von Stevenson bis Wells. Klar haben sie eine gewisse Tiefe, aber nur wenn man sie kennt. Quatermain bspw. kannte ich vor der Liga nicht und dementsprechend konnte ich mit ihm nichts anfangen. Ich dachte, das soll Indiana Jones sein, aber sie hätten kein Geld für die Lizenzrechte gehabt.
    Total Recall habe ich auch ein paar Mal gesehen, ich glaube sogar, ich kenne den Neuen. Der alte war definitiv besser, obwohl auch der mich nicht vom Hocker gerissen hat, obwohl ich Verhoeven eigentlich mag. Hätte er besser mal als Low Budget Produktion umgesetzt. Die haben es bei mir ja leichter. gg

  3. Flowermaid sagt:

    … kannte alle bis auf Moon… der wird nachgearbeitet 😉

  4. MOON und TOTAL RECALL – MUSS man gesehen haben, als SF-Fan auf jeden Fall!

  5. Stepnwolf sagt:

    Critters! Genialer Trash. 🙂

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