Archiv für den Monat Juni 2016

Neues Laufequipment: Polar H7 Herzfrequenz-Sensor

Seit mehreren Wochen im Einsatz: Polar H7 Herzfrequenz-Sensoren-Set

Seit mehreren Wochen im Einsatz: Polar H7 Herzfrequenz-Sensoren-Set

Ich berichtete ja bereits ausführlich über meinen Wechsel zum Polar Loop-Fitness-Tracker, mit dem ich nach wie vor sehr zufrieden bin. Nach ein paar Wochen der Nutzung überkam mich die Lust, ein zusätzliches Accessoire zum Einsatz zu bringen, das sowohl mit dem Loop-Armband direkt als auch mit einer speziellen iPhone-App – Polar Beat – verwendet werden kann: den Polar H7 Herzfrequenz-Sensor.

Bei Amazon gab es den in der passenden Farbe für 51 €, es war also keine gigantische Investition. Nach drei oder vier Anläufen, bei denen ich mir immer wieder neu überlegte, dass ich das Teil ja eigentlich gar nicht wirklich bräuchte, bestellte ich ihn dann doch einfach, wartete die drei Tage ab, passte ihn an meinen Brustkorb an – und legte los.

Das komplette Set: Sensor-Brustgurt und Bluetooth-Sender

Das komplette Set: Sensor-Brustgurt und Bluetooth-Sender

Die Ergebnisse waren für mich überraschend:

  • Mein Ruhepuls liegt im Bereich von 48-55 Schlägen pro Minute (so niedrig hätte ich ihn nicht eingeschätzt).
  • Beim Laufen erreiche ich Pulszahlen um die 140-160 Schläge pro Minute, bei steilen Anstiegspassagen geht er auch mal über die 170 (über 180 kam ich in keinem bisherigen Lauf). Das ist mehr als ich erwartet hatte, denn die Läufe fühlen sich in dieser Hinsicht immer recht entspannt an – zumindest entspannter als der Herzschlag meiner Einschätzung nach vermuten ließe.
  • In einem „normalen“ Lauf (also nicht in riesiger Hitze oder Eiseskälte, nicht gegen einen Orkan und auch nicht mit kilometerlangen Anstiegen) komme ich so gut wie nie unter 135, touchiere die 170 aber auch nur in Ausnahmesituationen. Das spricht dafür, dass ich relativ wenig Fett beim Training verbrenne (die Polar Beat-App nennt mir sogar explizit einen Prozentwert, der heute früh beispielsweise bei genau 10% lag, doch es handelt sich vermutlich eher um eine grobe Schätzung), dazu müsste ich meine Herzfrequenz vermutlich noch deutlich absenken.
Mein Laufstil scheint nicht sonderlich zur Fettverbrennung geeignet zu sein – eventuell sollte ich die Temposchraube noch etwas zurückdrehen... Oder aber einfach weiter mit Spaß rennen und die paar Fettzellen Fettzellen sein lassen!

Mein Laufstil scheint nicht sonderlich zur Fettverbrennung geeignet zu sein – eventuell sollte ich die Temposchraube noch etwas zurückdrehen… Oder aber einfach weiter mit Spaß rennen und die paar Fettzellen Fettzellen sein lassen!

Nun bin ich kein echter Experte für diese physiologischen Angelegenheiten, mein Wissen stammt noch aus der Schulzeit, die leider ja doch schon mehr als 20 Jahre zurückliegt. Aber ich habe ja ein paar nette Sportkollegen in der Schule, also werde ich die mal ein wenig ausquetschen, denn derlei Stoffwechsel-Grundwissen und die daraus resultierende Trainingslehre gehören heute zum gängigen Stoff im Fach Sport in der Oberstufe. Ich bin schon gespannt, welche Tipps die mir geben können – und wie sich diese in mein Training integrieren lassen. Sobald ich ein paar neue (und fundierte) Erkenntnisse gewonnen und diese ausprobiert habe, kann und werde ich hier wieder berichten.

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Die Timothy Ferriss-Diät

Am Sonntag vor einer Woche begann ich eine Diät. In den Wochen/Monaten davor hatte ich nach und nach ein wenig mehr Speck angesetzt, als mir ins Konzept passt. Statt meiner üblichen 64-65 kg Gesamtgewicht zeigte die Waage am Sonntag Morgen allen Ernstes 66,9 kg. Das war so nicht hinzunehmen, denn bereits bei 66,0 schrillen eigentlich alle Warnglocken.

Mit meinen 178 Zentimetern stellen 66 kg noch kein ernstzunehmendes Problem dar (selbst 70 kg wären ja noch kein Problem), ich wog allerdings vor ein paar Jahren mal etwa 90 kg. Dorthin möchte ich auf keinen Fall zurück, weswegen mir ein rechtzeitiges Gegensteuern immer ratsam erscheint.

Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv

Timothy Ferriss: „Der 4-Stunden Körper“ – etwas extrem, aber effektiv

Inspiriert durch einen Tweet von Bastian Wölfle (siehe hier), der auf ein Interview verlinkte, hatte ich mir im iBooks Store bereits das Buch „Der 4 Stunden Körper“ von Timothy Ferris besorgt und ein Stück gelesen. Gerade am Sonntag vor einer Woche zog ich mir beim Gehen auf dem Laufband (das ist vielleicht eine einschläfernde Tätigkeit, aber meine Zerrung ließ leider keinen Lauf zu) einige weitere Kapitel rein, fand vieles, was ich gut umsetzen konnte – und begann sofort mit der Diät.

Der Einstieg war so spontan, dass ich gleich einmal meine Frau verärgerte, denn plötzlich passte der zwei Tage vorher gemeinsam für die anstehende Woche gewählte Speiseplan nicht mehr zu dem, was ich essen durfte, wollte ich die Diät sinnvoll durchziehen. Dumm das! Doch weil sie nun einmal die beste Frau der Welt ist, legte sich der Ärger schnell und sie unterstützte mich. Das Ende der Diät stand auch sofort fest: Freitag. Beim Abiball wollte ich am Buffett nehmen, wonach mir der Sinn stand. Dazu gehören in Schwaben fast immer Spätzle und diverse andere leckere Beilagen, die sich unmöglich mit der Diät vereinbaren ließen. Gerade der kurze Zeitrahmen ließ mich voller Zuversicht an das Experiment herangehen.

Gleich vorweg: Ich habe mich an manche Elemente aus der Ferriss-Diät nicht gehalten, denn er predigt einen gezielten Einsatz von Medikamenten, die den Stoffwechsel beeinflussen, um die über die Nahrung aufgenommenen Stoffe davon abzuhalten, in Fettdepots gespeichert zu werden. Mit so etwas kann ich überhaupt nichts anfangen, noch dazu geht es um irgendwelche Substanzen, deren komplettes Wirkspektrum noch gar nicht erforscht ist (diesen Teil des Kapitels habe ich dann gleich in hohem Tempo überflogen, denn vom ersten Satz an war mir klar, dass es für mich nicht in Frage kommt).

Und noch eins vorweg: Selbst im angepassten Zustand funktioniert die Diät außerordentlich gut, denn ich habe innerhalb von fünf Tagen 3,1 kg Körpergewicht eingebüßt und mein Körperfett um etwas mehr als ein Prozent gesenkt. Gar nicht so schlecht.

Was habe ich dafür getan? Es gibt ein paar ganz einfache Grundregeln in dieser Diät, an die ich mich auch sehr streng gehalten habe:

  • Keine Getreideprodukte, kein Reis, keine Kartoffeln, keine Pasta etc.
  • Kein Zucker, auch keine Fructose (also keinerlei Obst, was mir schon etwas schwerfiel)
  • Keine Milchprodukte
  • Möglichst wenig Light-Getränke (das war die Hölle für mich, der ich sonst 1,5 Liter Cola Light am Tag trinke), da der Süßstoff Aspartam wohl dafür sorgt, dass leichter Fettdepots gebildet werden. Maximal 500 ml sind pro Tag erlaubt – und die habe ich bis zum letzten Tropfen ausgekostet…
  • Viele Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Mais etc.) essen, da sie gut sättigen und auch über längere Zeit füllen.
  • Gemüse darf in rauen Mengen verzehrt werden, gerne bis zur vollständigen Sättigung.
  • Nüsse können zur Überbrückung in Maßen eingesetzt werden.
  • Die erste Mahlzeit des Tages innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufstehen, um den Stoffwechsel in Gang zu bringen.
  • Viel Wasser trinken (deshalb habe ich mir ja überhaupt diese dämlichen Trink-Apps auf dem iPhone installiert – zumindest für ein paar Tage).
  • Nicht zu viel Sport treiben, weil der Körper sonst mehr Wasser einlagert und das Hungergefühl stärker wird, was dann wieder für Heißhungerattacken sorgen kann. Gut, in der Hinsicht fiel es mir in der Woche leicht, denn ich war ja lahmgelegt.

Das waren im Grunde die wichtigsten Regeln, wer es genauer wissen möchte, muss im Buch nachlesen, denn da wird das auf etlichen Seiten genau ausgeführt und begründet. Am Montag kaufte ich einen Korb voller Konserven: Chili-Bohnen, Linsen, Baked Beans, Erbsen etc. Und ab da gab es bei jeder Mahlzeit etwas davon – oder eine Mischung. Oft peppte ich das Essen mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, Paprika, Fenchel oder anderem Gemüse auf. Für eine Woche war das völlig ok, noch nicht einmal eintönig.

Überraschend angenehm war das Essen morgens um 5:00 h. Nach dem frühen Aufstehen briet ich mir ein oder zwei Eier, dazu gab es Baked Beans. Normalerweise würde ich nur selten so mächtig in den Tag starten, aber es war sehr spannend, das lang anhaltende Sättigungsgefühl zu erleben. Denn tatsächlich war bis weit in den Mittag hinein noch kein besonders starkes Hungergefühl zu bemerken. Gerade wenn man dann noch viel trinkt, ist die Gefahr sehr gering, immer wieder zwischendurch etwas zu essen.

Am schlimmsten war für mich der Verzicht auf Pasta, denn die könnte ich dauernd in unterschiedlichsten Variationen essen. Aber für eine einzige Woche nahm ich diesen Verzicht in Kauf.

Als großes Fazit kann ich festhalten, dass diese Diät funktioniert, für mich auf Dauer aber undenkbar ist. Allerdings kann ich sie ja immer wieder für ein paar Tage herausholen, wenn ich mit meiner Gewichtsentwicklung nicht zufrieden bin. Durch die vielen möglichen Gemüse-Kombinationen kommt da auch nicht so schnell Langeweile auf.

Wer sich für das Konzept im Detail interessiert und die weiteren Aspekte des Buchs, das übrigens in einem weitgehend angenehmen Tonfall geschrieben ist, dem kann ich die paar Euro durchaus empfehlen. Bei iBooks waren es 11,99 €, im Buchhandel oder bei Amazon wird es sicherlich nicht deutlich mehr kosten.

So, zum Ausgleich gab es heute erst einmal leckere Pfannkuchen zum Mittagessen. Ein wahres Fest!

Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!

Pfannkuchen in vielerlei Variation: Käse, Pilze, Ahornsirup, Bionella, Marmelade etc. – ein Genuss!

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52 Wochen – Teil 18 („Die Hard – Solera-Style“)

Zugegeben, Bruce Willis steht als Schauspieler nicht gerade für gelebte Intellektualität, dafür sind die meisten seiner Filme durchaus unterhaltsam. Einer der absoluten Klassiker, den ich – selbstverständlich auch dank seines brillanten Gegenspielers Alan Rickman – immer wieder mal ansehen kann, ist Stirb langsam.

Für den heutigen Beitrag habe ich mir also eine kleine Hommage ausgesucht, die mir durchaus ein paar Minuten für Retusche-Arbeiten abforderte – und es wären noch deutlich mehr nötig gewesen, um das Endergebnis wirklich zu perfektionieren. Aber so etwas zeitlich Umfängliches kann ich erst wieder in den Sommerferien leisten – vielleicht wähle ich dann noch ein CD- oder Buch-Cover aus, das sich meines Antlitzes als wNürdig erweist…

So, wer also der Meinung ist, in der Casa Solera einfallen und einen groß angelegten Raub inszenieren zu müssen (fragt sich nur, was derjenige denn überhaupt klauen möchte: Unterrichtsmaterial, Kinderspielzeug, Sportartikel…), der muss mit einem heldenhaften Einsatz des einsamen Rächers rechnen…

Stirb Langsam – Solera-Style

Stirb Langsam – Solera-Style

Das originale Poster...

Das originale Poster…

Na, hat schon jemand Angst vor mir bekommen? Ha! Das bringt mich auf weitere Ideen für zu verunstaltende Filmposter…

Zur Aktion „52 Wochen“

Seit nunmehr 18 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, an der ich teilnehme. Ziel ist es, jeden Sonntag ein neues Selfie oder Portrait einzustellen, wenn man lustig ist, kann man ihm auch ein bestimmtes Motto verpassen – das liegt mir besonders, daher gab es bislang eigentlich ausschließlich Fotos mit einem bestimmten Motto.

Die üblichen und allesamt sehenswerten Teilnehmer sind:

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Gehört: Cotton Reloaded Nr. 45 „Nirgendwo in New Mexiko“

Cotton Reloaded, Episode 45: „Nirgendwo in New Mexico“ von Peter Mennigen

Cotton Reloaded, Episode 45: „Nirgendwo in New Mexico“ von Peter Mennigen

Wie hier schon häufiger berichtet, bin ich ein großer Fan der Cotton Reloaded-Reihe, die seit ein paar Jahren von einer wachsenden Autorengruppe in einem monatlichen Zyklus eine neue Story herausbringt. Auf den Geschmack brachte mich damals Episode 32 „Ebene Null“ von Christian Weis. Binnen weniger Wochen hatte ich alle gehört, mittlerweile habe ich auch noch meine Frau, unseren Großen und mehrere Bekannte mit diesem Virus infiziert.

Vor kurzem erschien Episode Nr. 45 „Nirgendwo in New Mexiko“, die ich selbstverständlich sofort nach Entdeckung im iTunes Store kaufen und laden musste. Die Handlung unvorhersehbar zu nennen, wäre nun eine leichte Beschönigung, aber bei fast allen Cotton-Episoden liegt der Reiz vor allem darin, die klassischen Kriminalgeschichten geschickt auf den kleinen Kreis der in dieser Serie fest etablierten Personen umgebogen zu bekommen. Sozusagen als mit den Lieblingsstars besetzte Neufassung eines Klassikers. So ähnlich wie die Konzerte von Antonio Vivaldi im Barock, bei denen auch nicht permanente Innovation zählte sondern die altbekannte Brillanz (die virtuos umgesetzte dreisätzige Konzertform) in anderer Verpackung (Wahl der Tonart, des Solo-Instruments etc.). Das war im Barock erfolgreich – wie sonst hätte der gute Vivaldi mehrere hundert Konzerte schreiben können (böse Zungen behaupten ja, er habe ein und dasselbe Konzert x-hundert Mal geschrieben…) – und im Fall der Cotton Reloaded-Reihe spricht mich (und viele andere) das heute auch an.

„Nirgendwo in New Mexico“ spielt dann auch – wenig überraschend – in New Mexico, in irgendeiner Geisterstadt am Ende der Welt, die auf den ersten Blick nur noch aus einer Ansammlung von sandverkrusteten Holzhütten besteht. Doch der erste Blick täuscht völlig, und aus einer angeblichen Routineuntersuchung zum Verbleib ihres Kollegen entwickelt sich der Fall für Cotton und Decker unvermittelt zu einer ganz heißen Angelegenheit, die in mörderischem Tempo und in ungeahntem Ausmaß eskaliert. Mehr kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern. Auf jeden Fall ist es ein sehr hörens-/lesenswerter Cotton, der permanent sein hohes Tempo beibehält. Die drei Stunden flogen nur so vorbei!

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Brexit zum Frühstück

Während meiner Yoga-Runde führte am gestrigen frühen Morgen mein iPhone eine Art Breakdance auf: Permanent gingen aktuelle Push-Mitteilungen zum Brexit über meine Tagesschau– und heute-Apps ein und versetzten den Vibrationsalarm in einen wahren Taumel. Das hier ist kein politischer Blog, ich will das auch nicht lange ausdehnen, mir kam nur beim Duschen ein Gedanke, dessen Ausformulierung ich tatsächlich für erstrebenswert erachte.

Der Brexit war aus meiner Sicht eher zu erwarten als der Verbleib in der EU, denn die Briten sind ein stolzes Volk, deren ältere Bevölkerungsschichten sich nach dem alten Glanz des Empire zurücksehnen. In gewisser Weise habe ich mir den Brexit sogar fast herbeigewünscht – nicht wirklich, aber als Gedankenspiel, denn er ermöglicht – nun sogar in der Realität – ein einzigartiges Experiment: Ich habe in Gedanken für mich mal durchgespielt, was die Langzeitfolgen des Brexit sein könnten. Aus meiner Sicht bleiben ja nur drei grundlegende Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung:

  1. Es geht den Briten besser als vorher, die Wirtschaft blüht auf, die Politik stabilisiert sich. Das wäre das Signal schlechthin für weitere Länder, in denen die EU-Unzufriedenheit hoch ist, sich zu verabschieden. (Glaubt man einigen Twitterern, so bereitet Horst Seehofer bereits ein eigenes Volksreferendum vor, um Bayern über den Verbleib in/den Austritt aus der EU abstimmen zu lassen…)
  2. Es geht den Briten schlechter als vorher, die Wirtschaft schrumpft schmerzhaft, die Politik destabilisiert sich (und/oder rutscht deutlich nach rechts), soziale Probleme (und in deren Folge ein tumber Nationalismus) verschärfen sich. Eine gewisse Häme gegenüber Großbritannien würde sich EU-weit ausbreiten, die Vorteile einer großen Gemeinschaft würden deutlicher denn je hervortreten und den Zusammenhalt der verbliebenen Länder effektiv stärken. Da die Schotten angeblich ein erneutes Referendum zur Loslösung von England vorbereiten, spekulieren sie offensichtlich auf diesen Ausgang und werden dann als eigenständiges Land selbstverständlich gleich nach der (ebenfalls zu erwartenden) Unabhängigkeit (das wäre ja ein ganz entzückender Wortwitz, denn der Brexit wurde von dessen Befürwortern gestern ja als „Independence Day“ gefeiert) eigene Aufnahmegespräche mit der EU beginnen.
  3. Es passiert fast nichts – nach einer kurzen Anpassungsphase, in der es sicherlich turbulent wird, danach läuft für 85-95 Prozent der Menschen alles in gewohnten Bahnen weiter. Das ist wiederum die spannendste Alternative, denn die Reaktionen der anderen EU-Länder hängen dann von der medialen Interpretation dieser unspektakulären Entwicklung ab. Ich erwähne hier nur ganz beiläufig den Namen einer Zeitung mit vier Großbuchstaben, zu der es in allen europäischen Ländern mindestens ein entsprechendes Pendant gibt – und deren simple, aber häufig (fast schon unablässig) wiederholte, Parolen schon häufig zur Meinungsbildung ganzer gesellschaftlicher Schichten beigetragen haben.

Was daraus wird, hängt nun von der weiteren Entwicklung der kommenden zwei bis fünf Jahre (als Mindestzeitrahmen) ab. Wirklich valide Vergleiche benötigen sicher noch etwas länger, da alle kurzfristigeren Entwicklungen auch anderen ganz üblichen Schwankungen unterliegen könnten.

Schön finde ich persönlich, dass nach der anfänglichen Entsetzenswelle im Internet nun auch einige sehr besonnene Kommentare die möglichen positiven Auswirkungen des Brexit auf das restliche Europa, das — wie ich oben bereits geschlussfolgert habe — ja durchaus auch gestärkt werden könnte, erscheinen, z.B. bei heute.de. Was aus der Angelegenheit wird, dürfte uns allen in den kommenden Jahren wieder und wieder unter die Nase gerieben werden – egal, was in der Substanz dabei herauskommt. Insofern dürfen wir uns als Nicht-Akteure in diesem Spiel ab sofort zurücklehnen und entspannt die Show genießen.

Ein paar aus meiner Timeline ausgewählte Twitter-Kommentare zum Brexit gibt’s noch als kleines Schmankerl:

Das ist sicher zu erwarten, wenn das Experiment misslingt und die Briten schlechter dastehen als vorher

Das ist sicher zu erwarten, wenn das Experiment misslingt und die Briten schlechter dastehen als vorher

Verfrühter Jubel?

Verfrühter Jubel?

Schöner Vergleich — und nicht falsch (ich spreche aus Erfahrung, zumindest was Linux angeht...)

Schöner Vergleich — und nicht falsch (ich spreche aus Erfahrung, zumindest was Linux angeht…)

Schönes Wortspiel!

Schönes Wortspiel!

Dass es so viel ausmacht, war mir vorher nicht bewusst gewesen...

Dass es so viel ausmacht, war mir vorher nicht bewusst gewesen…

Der oben schon erwähnte Seehofer-Bayxit...

Der oben schon erwähnte Seehofer-Bayxit…

Der Brexit aus kulinarischer Sicht

Der Brexit aus kulinarischer Sicht

Ein Grundproblem aller Basisdemokratie...

Ein Grundproblem aller Basisdemokratie…

Nach der Wahl informieren, was könnte schon schiefgehen?

Nach der Wahl informieren, was könnte schon schiefgehen?

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Das Ende des Tunnels

Ein kleine Impression von meinem wundervoll erholsamen und aufbauenden Lauf in den nebelverhangenen Morgen

Ein kleine Impression von meinem wundervoll erholsamen und aufbauenden Lauf in den nebelverhangenen Morgen

Heute morgen konnte ich zum ersten Mal seit etwa 12 Tagen ohne Schmerzen im Hüftgelenk eine ganz passable Einstiegsrunde laufen. Und was für eine Erlösung das doch war! Das Laufen war seit Monaten mein unumstößlicher Tagesbeginn – bis es dann mehr als eine Woche schlicht und einfach nicht mehr ging.

Gestern früh noch war ich auf dem Laufband, erst langsames Ein-Gehen, dann das Tempo Stück für Stück gesteigert. Beim Übergang ins richtige Laufen zog es aber sofort wieder – Mist! Also noch ein paar Minuten gemütlich zu Ende gegangen. Der Tag war schon abgeschrieben…

Später in der Schule musste ich den Abiturienten kurz beim Einladen von Instrumenten in einen VW-Bus helfen, da ja der Abiball anstand. Das passierte während einer Schulstunde. Um die Klasse nicht zu lange unbeaufsichtigt zu lassen (es ging ja ohnehin nur um zwei oder drei Minuten), joggte ich vom Auto zurück. Und dabei bemerkte ich: Solange ich mein Schritttempo und die Schrittweite selbst bestimmen kann, fühle ich absolut keine Schmerzen. Ganz im Gegenteil: Durch die lange Pause waren da viele Reserven, die ich schnell, fast schon lustvoll, abrufen konnte. Ein himmlisches Gefühl. Und damit stand auch gleich fest: Morgen laufe ich wieder draußen – in meinem Tempo, zu meinen Bedingungen!

Und genau das habe ich heute dann ja auch gemacht. Der gestern schon gefasste Entschluss machte es mir doppelt leicht, heute früh aus dem Bett zu springen. Außerdem half das Wetter: Gestern lag die Temperatur zwischen 32 und 36 Grad Celsius, in Aalen, das wunderschön in einen Talkessel eingebettet ist, wird das dann zusätzlich immer sehr schwül. Beim Abiball sind wir gestern trotz Klimaanlage im Saal schier zerflossen, noch dazu auf einer gut ausgeleuchteten Bühne und in Aktion! Später am Abend kam dann aber ein monströses Gewitter, das starken Wind und heftige Regenfälle mit sich brachte. In der Folge war es heute früh unschlagbar angenehm zu laufen: Kühl (12-15 Grad) und eine erträgliche, zum Atmen sehr angenehme Luftfeuchtigkeit, die einem aber in Kombination mit der niedrigeren Temperatur nicht gleich den Schweiß aus allen Poren schießen ließ. Traumhaft!

Auf den ersten 150 Metern traf ich einen vereinzelnten Hund nebst Besitzer an, doch das Tier war angeleint und offensichtlich auch an anderen Dingen als einem vorbeimäandernden Solera interessiert. Weitere Personen traf ich auf dem ganzen Lauf nicht, was mir als vollkommenem Individual-Sportler besonders angenehm war. Heute ließ ich sogar Musik oder Hörbuch weg, um mich nicht in Versuchung führen zu lassen, das Schrittempo unterbewusst der Musik oder einer spannenden Erzählpassage anzupassen. In diesem meditativen Modus rannte ich durch die Aalener Nebelberge:

Die Aalener Nebelberge – stünde da noch ein einsamer Wanderer, könnte es glatt ein Gemälde von Caspar David Friedrich sein...

Die Aalener Nebelberge – stünde da noch ein einsamer Wanderer, könnte es glatt ein Gemälde von Caspar David Friedrich sein…

Einen kurzen Schreckmoment musste ich ertragen, als sich bei 5,5 Kilometern für ein oder zwei Minuten die Zerrung meldete. Aber mit kleinen Schritten, niedrigem Tempo und besonders aufrechter Haltung (ChiRunning) konnte ich die Sache wieder in den Griff bekommen und meine anvisierten acht Kilometer erfolgreich beenden. So dürfen die nächsten Tage gerne weitergehen.

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Experiment: Trinken-App… (Hölle!)

In dieser Woche ziehe ich ja – beinhart – meine eher entspannt zu nennende Diät durch – zu der schreibe ich in den kommenden Tagen noch einen eigenen Artikel. Zur Diät gehört auch, immer ausreichend zu trinken. Die aktuellen Temperaturen legen dies ohnehin nahe. Da ich aber ein in dieser Hinsicht vergesslicher Typ bin, habe ich mir auf dem iPhone eine App installiert, die mich alle 30 Minuten daran erinnert, wieder etwas zu trinken.

Trink!Wasser – gut gemacht, mir aber zu nervig!

Trink!Wasser – gut gemacht, mir aber zu nervig!

Seit Montag habe ich es ertragen, permanent durch Vibrationsalarme oder seltsame Wassergeräusche, die verdächtig nach Klospülung klingen und mich beim ersten Mal voll erschreckt haben, ans Trinken erinnert zu werden. In der Summe hat es zwar geholfen, doch könnte ich nicht einmal sagen, ob ich ohne nicht genausoviel getrunken hätte.

Ich möchte noch nicht einmal etwas Schlechtes über die App sagen, denn sie ist gut gemacht, funktioniert genau so wie erwartet, sieht zudem noch sehr schick aus – alles voll toll. Nur ging mir die nicht enden wollende Flut von Erinnerungen heute gegen Mittag (da hatte ich schon mehr als anderthalb Liter getrunken) so auf den Geist, dass ich die App gleich wieder gelöscht habe. Damit wäre ich zum absoluten Sklaven meiner technischen Hilfsmittel geworden – und an genau der Stelle ziehe ich dann auch einfach den Schlussstrich! Ab jetzt trinke ich wieder in Eigenregie – hat vorher ja auch geklappt. Die Diät endet morgen ohnehin, denn da ist Abiball – und wenn ich schon als Kursleiter, Oberstufenberater und Big Band-Leiter anwesend bin, dann will ich am Buffett auch genüsslich reinhauen!

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Gehört: „Das Eulentor“ von Andreas Gruber

Nachdem ich – wie vor einigen Wochen berichtet – eher durch Zufall auf den extrem spannenden Thriller „Todesurteil“ von Andreas Gruber gestoßen bin und ihn quasi verschlungen habe, suchte ich im iTunes Store nach weiteren Hörbüchern des gleichen Autors. Eines davon war für wenige Euros zu haben, also kaufte und lud ich es: „Das Eulentor“.

Andreas Gruber – Das Eulentor

Andreas Gruber – Das Eulentor

Die Geschichte ist weitgehend dramatisch, wenngleich auch etwas absurd. Im Gegensatz zu „Todesurteil“, einem erschreckend realistischen Thriller, befinden wir uns hier im Bereich der literarischen Mystery:

Im Rahmen einer völlig misslingenden Expedition entdeckt der Protagonist, Andreas Berger, im Jahr 1911 einen eigenartigen Schacht, der steil abwärts ins Erdinnere zu führt. Er treibt Geld für eine weitere Erkundungsaktion auf und beginnt mit einer kleinen Gruppe, den Schacht zu erforschen. Je weiter die Forschung vorankommt, desto skurriler werden die Entdeckungen…

Mehr darf ich nicht verraten, sonst geht jegliche Spannung für mögliche Interessenten verloren. Ganz ehrlich: Die Geschichte gefällt mir gar nicht besonders, vor allem weil einige Elemente recht bald vorhersehbar werden. Doch mich faszinierte die Sprache.

Als Fan der alten Sherlock Holmes-Geschichten finde ich großen Gefallen am Eintauchen in diese etwas gestelzte Sprache. Zu Beginn meiner Hörbuch-Affinität hörte ich einige Jules Verne-Romane, auch „Robinson Crusoe“ von Robert Louis Stevenson gönnte ich mir in voller Länge – allen war diese etwas überholt und umständlich wirkende Sprache gemein. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit fand ich jedoch nicht geringen Gefallen daran, tatsächlich ruft diese Ausdrucksweise ein geradezu nostalgisches Gefühl bei mir hervor.

Und darin liegt die Stärke dieses Hörbuchs: Andreas Gruber gelingt es auf wundervolle Weise, den Tonfall rund um die Jahrhundertwende einzufangen und ein Jahrhundert später wieder auferstehen zu lassen. Sehr schön!

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52 Wochen – Teil 17 („Gespiegelt“)

Seit satten 17 Wochen läuft Zeilenendes Foto-Aktion „52 Wochen“, in deren Rahmen jeder Teilnehmer einmal pro Woche ein Selfie oder Porträt-Foto postet. Regelmäßige Teilnehmer aus meiner näheren WordPress-Gemeinde sind:

„Nach einer Horror-Woche ist vor einer Horror-Woche.“ So geht es mir gerade. Die vergangene Woche war höllisch anstrengend, die kommende wird es nicht minder – immerhin nähern sich in einem gefühlt gletscherartigen Tempo die Sommerferien. Selten habe ich sie so nötig gehabt wie dieses Jahr.

Heute hatte ich eine längere Probe mit dem Ostalb Jazz Orchestra, unser Gast für das Konzert im Oktober, Axel Schlosser, war gekommen, um uns so richtig in die Mangel zu nehmen – und das tat er auf seine eigene humorvoll entspannte – und doch sehr fordernde Art.

In einer der wenigen kurzen Pausen mühte ich mich, mein Antlitz auf der gebogenen Oberfläche der Trompete einzufangen. Hundertprozentig gelungen ist es nicht, aber ich bin heute schon zu müde für weitere Selfies.

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Mein halbes Antlitz in dieser Trompete…

Für den kommenden Sonntag habe ich auch schon eine gute Idee. Hoffentlich mangelt es mir nicht an der Zeit zur passenden Ausgestaltung.

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Besuch im Bauernhofmuseum in Illerbeuren

Heute waren wir als Familie mit den jeweiligen Familien der beiden Geschwister meiner Frau im Bauernhofmuseum in Illerbeuren. Und es war ein schöner Tag, denn die Kinder kamen gut miteinander aus (wir Erwachsenen sowieso), das Wetter spielte prächtig mit, und das riesige Areal bot so viele Möglichkeiten für die Kinder, sich auszutoben, dass wir niemandem damit auf die Nerven gingen. Und das entspannt die Angelegenheit deutlich für uns Eltern.

Illerbeuren ist ein sehr überschaubarer, deutlich rural geprägter Ort an der Iller, dessen größte zusammenhängende Fläche maßgeblich vom Bauernhofmuseum eingenommen wird. Auf Apple Maps stellt sich die Luftansicht folgendermaßen dar:

Luftansicht auf Illerbeuren – geschätzt ein Drittel davon (eher mehr) gehört zum Bauernhofmuseum (Bild: Apple Maps)

Luftansicht auf Illerbeuren – geschätzt ein Drittel davon (eher mehr) gehört zum Bauernhofmuseum (Bild: Apple Maps)

Zu besichtigen gibt es Unmengen:

  • Historische Gebäude aus allen Teilen des Landes, die Stein für Stein dort abgebaut und hier wieder aufgebaut wurden. Jedes Haus besitzt eine eigene (angenehm kurz gefasste) Informationstafel, der man die harten Fakten entnehmen kann.
  • Ein- bis zweihundert Jahre alte Sorten von Apfel- und Birnbäumen, die zum Teil nach etlichen Jahrzehnten in der Versenkung hier wieder eine neue Blüte erleben dürfen.
  • Diverse Tierarten, wie sie für einen landwirtschaftlichen Betrieb üblich sind (angefangen bei Hasen über Schweine und Pferde…) – das war eines der Highlights für die Kinder.
  • Alle paar hundert Meter neue Möglichkeiten zum Spielen für die Kinder (mal ein Traktor aus Holz, der gerne auch von fünf Kindern gleichzeitig bespielt werden kann, mal ein Kletterbaum, mal eine Freiluft-Kegelbahn mit Holzteilen) – wundervoll für uns Ältere, die sich einfach in Ruhe gegenseitig auf den neuesten Stand bringen wollten.
Erstes Kind auf dem Kletterbaum...

Erstes Kind auf dem Kletterbaum…

Zweites Kind auf dem Kletterbaum...

Zweites Kind auf dem Kletterbaum…

Am besten hat mir gefallen, dass an keiner Stelle des Museums versucht wurde, den Besucher mit enzyklopädischem Wissen vollzustopfen. So etwas habe ich im Urzeit-Museum in der Willibalds-Burg in Eichstätt vor ein paar Jahren erlebt: Eine Führung, die – gefühlt! – bei jedem Exponat mindestens zehn Minuten stehen bleibt und einen kleinen wissenschaftlichen Vortrag loslässt. Manch einer mag das – ich war nach dem zweiten Stopp bedient.

Um so schöner war es heute, denn die geschickt reduzierte Informationsmenge genügte vollauf – und so konnte ich selbst am Ende noch interessiert einen Blick auf neue Tafeln werfen. Bei anderen Museen lässt dieser Impuls doch deutlich schneller nach.

Mein Fazit: Wer nicht zu lange anreisen muss, kann – gerade bei Mitnahme der Kinder (der Eintritt für Familien kostet genau so viel wie der Eintritt für nur die beiden Erwachsenen) – mit diesem Museum nichts falsch machen (wobei der Spaßfaktor bei gutem Wetter sicher deutlich höher ist). Wer mal ins Allgäu kommt: Illerbeuren liegt nahe an der A96, und dabei wiederum nur kurz hinter der Abzweigung von der A7. Aus dem süddeutschen Raum ist das ziemlich gut zu erreichen.

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