Gesehen: „Jurassic World“

Vorgestern entdeckte ich bei iTunes ein Angebot: „Jurassic World“ in HD für 6,99 € – ganz spontan schlug ich zu und lud den Film. Immerhin sehen meine Frau und ich uns gerne von Zeit zu Zeit einen der drei Vorgänger zur abendlichen Entspannung an.

Das Jurassic World-Poster

Das Jurassic World-Poster

Noch am gleichen Abend überraschte ich dann meine Frau mit diesem vierten Teil, der lose an die Vorgeschichte anknüpft, aber bis auf die Übernahme des Charakters Henry Wu (der leitende Wissenschaftler) und die Nennung des Namens von John Hammond keine direkten Bezüge zu den vorherigen Handlungssträngen mehr aufweist.

Story vs. Effekte

Nein, über die Handlung schreibe ich lieber nichts, denn sie ist derart sinnfrei, wie sie eben nur bei einem Action-Film mit ordentlich Computer-Effekten sein kann. Oft nervt mich so eine grundlegende Schwäche, in diesem Fall jedoch war mir die grundlegende Trivialität der Handlung mitsamt ihrer nicht geringen Menge an Logik-Fehlern vollkommen egal.

Statt einer interessanten Handlung wird dem Zuschauer am Anfang eine Ausgangssituation präsentiert, die kaum klischeehafter sein könnte: Zwei Brüder, einer ungefähr acht bis zehn Jahre alt, der andere grob drei bis fünf Jahre älter, werden von den Eltern, die kurz vor der Scheidung stehen, über ein Wochenende zu ihrer Tante „abgeschoben“, die die Hauptverantwortung für die Leitung des Freizeitparks „Jurassic World“ trägt. Natürlich ist die Tante schwer im Stress, weil gerade wieder einiges nicht nach Plan verläuft, also werden die Jungs ihrerseits wieder mit einer niederen Betreuerin abgestellt und auf eine Tour durch den Park geschickt.

Wie es bei einem solchen Action-/Science Fiction-/Katastrophen-Film nicht anders sein kann, laufen aber im Hintergrund gerade gefährliche Experimente auf der gleichen Insel, auf der sich am Tag der Handlung etwa 22.000 Touristen aufhalten. (Wie realistisch…). Eines dieser Experimente ist der Versuch, die gefährlichen Velociraptoren abzurichten und an ein menschliches Alpha-Tier zu gewöhnen (man hätte ja auch echte Löwen oder Tiger hernehmen können…). Das andere Experiment ist die bereits erfolgte Züchtung eines Super-Predators, der natürlich so überaus intelligent ist, sofort einen erfolgreichen Fluchtversuch hinzulegen. Und dann ist da noch ein Typ vom Militär, der eigentlich alle diese Viecher am liebsten als biologische Allzweckwaffe nutzen möchte…

Ab da geht es – in bester Jurassic Park-Tradition – nur noch ums blanke Überleben. Klar, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, dann holt man schon mal einen T-Rex aus seinem Gehege, um ihn einem anderen Monster-Dino auf den Hals zu hetzen. Im ersten Teil hatten wir zwar noch erfahren, dass ein T-Rex locker eine Renngeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreicht, doch in „Jurassic World“ kann man auch als zierliche Dame mit Stöckelschuhen noch locker vor dem Tier durch ein gutes Stück des Parks rennen. Hüstel!

Hmmmm, jetzt habe ich ja doch etwas über die Handlung geschrieben. Egal, entscheidend ist, dass der Film trotz aller Logik-Fehler gut und gerne zwei Stunden Unterhaltung bietet. Die Computer-Effekte sind exzellent, hier und da gibt es sogar etwas zu lachen – die Moral-Frage („Dürfen bzw. sollen Wissenschaftler so etwas tun, nur weil sie es können?“) wird natürlich einmal gestellt, aber – vermutlich in der Befürchtung, das klassische Blockbuster-Publikum zu verschrecken – auch gleich wieder (selbstverständlich unbeantwortet) beiseite gelegt.

Fazit:

Wer auf eine sinnvolle und logische Handlung zugunsten eines spannenden und optisch sehr ansprechenden Action-Spektakels verzichten kann, macht bei „Jurassic World“ sicher nichts falsch. Bei mir ist der Film innerlich schon in die Kategorie „hohl, aber unterhaltsam“ einsortiert worden – perfekte Filme, um sie zur abendlichen Hirnabschaltung einzusetzen. Und auch dafür braucht man immer wieder neues Futter.

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4 Gedanken zu „Gesehen: „Jurassic World“

  1. Zeilenende sagt:

    Mhm … Wenn dem Militär-Kerl genügend Airtime eingeräumt wird, klingt das nach einem Film, dem ich mich auch mal zu Unterhaltungszwecken widmen könnte. Mal sehen, ob wir den im Bib-Bestand haben. Was mich beunruhigt ist aber: Der gleiche Regisseur wird Star Wars IX inszenieren … In dem Film wird also wohl sehr viel in die Luft gejagt werden.

  2. „perfekte Filme, um sie zur abendlichen Hirnabschaltung einzusetzen“ – ist schon mal viel wert, wenn ein Film das erreicht. Und mal ehrlich – für abendliche Hirnabschaltung ist Kino ursprünglich erfunden worden, oder? Erst später hat man gemerkt, dass man da (oder im Heim-Kino) auch noch was anderes vorführen kann.

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