Erfahrungsbericht: FuelBand – Shine 2 – Polar Loop

FuelBand ade

Vor ziemlich genau vier Monaten schickte ich mein früher so heiß geliebtes Nike FuelBand in den Ruhestand (also zu eBay) – der Grund war nicht etwa Unzufriedenheit, denn ich war ein absoluter Fan dieses Fitness-Trackers. Es gab einfach nur einen Haken: Das Teil war nicht komplett wasserdicht. Ich muss aber so fair sein, gleich darauf hinzuweisen, dass das von Nike auch nie behauptet worden war. Ich war also beim Kauf nicht etwa übers Ohr gehauen worden.

Mein altes FuelBand – wäre es doch wasserdicht gewesen...

Mein altes FuelBand – ach, wäre es doch wasserdicht gewesen!

Mit Spritzwasser kam das FuelBand auch super klar: ich konnte duschen, meine Hände waschen und das Geschirr abspülen, alles völlig ohne Probleme. Doch beim Schwimmen oder am Meer (z.B. Italien im letzten August) musste ich es immer ablegen. Das fand ich lästig.

OP-Pause

Da im Januar durch eine kleine Operation ohnehin eine Woche Zwangspause beim Sport anstand, war es der perfekte Zeitraum, um den Wechsel vom einen auf das andere System vorzunehmen. Donnerstag (7.1.) früh noch 22 Kilometer mit dem FuelBand gerannt, dann die OP, ab Freitag Nachmittag trug ich mein Shine 2 am Handgelenk. Der rein physische Wechsel war vollzogen. Doch der mentale Wechsel sollte noch ein paar Wochen benötigen.

Der Shine 2 Fitness-Tracker von Misfit – sehr elegant.

Der Shine 2 Fitness-Tracker von Misfit – sehr elegant!

Umgewöhnung

Nach drei Jahren Nike FuelBand war ich so fest in dem System, im Interface des Bandes sowie der App beheimatet, dass der Wechsel zwar keine echten Probleme bereitete, wohl aber einige gedankliche Anpassungen bei mir erforderte.

Uhrzeit

Am krassesten war es mit der Uhrzeit, denn da glänzte das FuelBand mit einer einfachen Digitalanzeige. Große Ziffern, sehr hell beleuchtet, somit leicht zu lesen, schwer zu toppen. Und in dieser Hinsicht ist das Shine 2 auch unterlegen, das muss ich ganz klar attestieren. Die Uhrzeit wird auf eine stylisch-elegante Weise angezeigt, das Begreifen der Uhrzeit erfordert aber ein paar Sekunden mehr Zeit und Muse. Für den Schulalltag ist das nur bedingt geeignet, doch dazu gleich mehr.

Und dann ist da die Sache mit der Genauigkeit: Das Shine 2 zeigt einem einen Punkt für die Stunde und einen Punkt für den Fünf-Minuten-Abschnitt, in dem man sich gerade befindet. Dabei wird immer aufgerundet, sodass man nicht zu spät kommt, doch bei Bus-/Zugabfahrtszeiten oder zum schnellen Erkennen, wie viele Minuten in der Unterrichtsstunde noch verbleiben (und diesen Blick muss man als Lehrer etliche Male in der Woche ausführen), ist und bleibt das einfach ein ungeschicktes System.

Das Lesen der Uhrzeit auf dem Shine 2 erfordert etwas Muse, die man im Arbeitsalltag aber nicht immer erübrigen kann.

Das Lesen der Uhrzeit auf dem Shine 2 erfordert wenig Helligkeit und etwas Muse – gerade letztere fehlt (neben der Genauigkeit der Uhrzeit-Anzeige) im Arbeitsalltag aber häufig.

Es sieht eindeutig sehr schick aus, klar, aber gerade der Blick auf die Uhr ist eine Sache, die bei einem Lehrer wirklich extrem häufig erfolgt, schließlich hängt vom Timing im Unterricht sehr viel ab. Und ganz ehrlich: Mit dem Shine 2 kam mein iPhone wieder wesentlich häufiger aus der Hosentasche, nur damit ich schnell die akkurate Uhrzeit erkennen konnte.

Punkteziele

Beim FuelBand wurden meiner Einschätzung nach einfach die verbrannten Kilojoule gezählt, die aber als ominöse, da nicht näher spezifizierte Einheit „Nike+ Fuel“ bezeichnet und gewertet wurden. Letztlich ist mir egal, wie eine solche Maßeinheit heißt, über ein paar Wochen hinweg etabliert sich ein Bewusstsein über den „normalen“ Wert am Ende eines Tages, der kann danach als Referenz dienen.

Eine solche direkte Übereinstimmung (Kilojoule zu Nike+ Fuel) konnte ich beim Shine 2 nicht entdecken. Auch an wirklich aktiven Tagen komme ich nur ganz selten über die 6.000 Punkte hinaus, ein normaler Tag endet zwischen 4.500 und 5.200 Punkten. Beim FuelBand erreichte ich dagegen recht häufig Punktezahlen jenseits der 7.000, die meisten Tage schloss ich mindestens zwischen 5.000 und 6.000 Punkten ab.

Insofern war das eine der psychologischen Umstellungen, weil ich mir selbst natürlich zum Teil – vermutlich unverdient – lascher vorkam als noch zuvor mit dem etwas großzügigeren Zählsystem. Aber das war nur von kurzer Dauer.

Am ersten Tag stellte ich den Zielwert auf gerade einmal 600 Punkte ein, kein Wunder, denn nach der OP war meine Bewegungsfähigkeit ja auch noch stark eingeschränkt. Dann passte ich ihn innerhalb der ersten Woche zuerst auf 1.000, in der dritten Woche dann auf 2.000 und nach vier Wochen schließlich auf 2.500 Punkte an. Zwischenzeitlich lag der Standard-Zielwert für mich bei 3.000 Punkten pro Tag. Ich bin danach aber wieder zurück auf 2.200 Punkte gegangen, mehr muss nicht sein, denn ich will ja nicht zum Sklaven meines Fitness-Trackers werden.

App 1: Misfit

Die Misfit-App ist gut gemacht, die Textdarstellung ist immer gut lesbar – auch wurde an Geschmack nicht gespart, denn das gesamte Erscheinungsbild ist sehr schick. An dieser Seite bleiben keine Wünsche übrig. Alle wichtigen Informationen sind immer sofort zu erkennen.

Die Wochen-Übersicht in der Misfit-App. Schlichte Eleganz.

Die Wochen-Übersicht in der Misfit-App. Schlichte Eleganz, an der es auch überhaupt nichts auszusetzen gibt.

App 2: Misfit Link

Zusätzlich gibt es auch noch die Misfit Link-App, die einige Zusatzfunktionen bereitstellt, von denen ich zum Zeitpunkt des Kaufs noch gar nichts gewusst hatte. Eine dieser Funktionen benutzte ich jedoch in den letzten Wochen sehr gern und häufig: Mit einem Dreifach-Tap auf das Shine 2 lässt sich die Musik-App auf dem iPhone dahingehend steuern, dass diese zum nächsten Track weiterspringt. Klingt zwar absolut nicht spektakulär, war aber in meinem Alltag sehr praktisch. Wenn ich auf dem Laufband in hohem Tempo unterwegs war, mir das aktuelle Stück in der Playlist im Moment aber gerade nicht passte, musste ich nicht erst das iPhone ergreifen, den Lockscreen aufrufen und dort auf den Vorwärtspfeil tippen. Stattdessen hämmerte ich mit dem rechten Zeigefinger dreimal auf das Shine 2 – und schon hüpfte die Musik-App zum nächsten Stück. Bequem.

Abschied vom Shine 2

Doch so seltsam es klingen mag, schon habe ich wieder Abschied vom Shine 2 genommen. Die Gründe sind sehr einfach:

  • Ich brauche eine leicht lesbare Uhr am Handgelenk (und nicht eine zusätzliche Uhr neben einem Fitness-Tracker).
  • Die Halterung ist nicht optimal, gelegentlich fällt das Shine 2 aus seiner mitgelieferten Halterung heraus.
  • Die Batterieanzeige stimmt nicht. Bis die Batterie vor einer Woche einen Komplettaussetzer hinlegte, wurden mir tagtäglich 100 % Batterieladung angezeigt (seit vier Monaten). Somit ging mir die komplette Zählung während eines Halbmarathons verloren. Das ist kein Weltuntergang, aber es ist schlampig vom Hersteller implementiert.
Angeblich hat die Batterie noch volle 100 % Energie, doch das stimmt nicht...

Angeblich hat die Batterie noch volle 100% Energie, doch der Schein trügt…

Hallo, Loop!

Und so begann ich bei Amazon, die diversen Angebote an Fitness-Trackern zu durchstöbern. Hölle! Da gibt es ja schier unendlich viele Modelle mittlerweile. Doch binnen kurzer Zeit war die Entscheidung gefallen und für etwa 58 Euro das Loop-Armband von Polar bestellt.

Mein neues Polar Loop-Armband – da gibt's auch eine gut lesbare Uhr (und es ist wasserdicht).

Mein neues Loop-Armband von Polar – da gibt’s auch eine gut lesbare Uhr (und anders als das FuelBand ist es wirklich wasserdicht).

Nun sammle ich wieder neue Erfahrungen. Und das Shine 2 landet bei eBay. Aber der Abschied fiel mir nicht schwer, denn auch die Flow-App von Polar macht bislang einen guten Eindruck.

Mein erster Tag mit der Polar Flow-App. Weiße Abschnitte zeigen Ruhephasen, dunklere sind die Aktivitätsphasen. Schick!

Mein erster Tag mit der Polar Flow-App. Weiße Abschnitte zeigen Ruhephasen, dunklere sind (je nach Schattierung) die aktiveren (der dunkelste Abschnitt war der morgendliche Lauf von 4:48 bis 6:25 h).

Auch diese einfache Übersicht mag ich, denn da kann ich auf einen Blick erkennen, wie viele Schritte ich bereits hinter mich gebracht habe, wie lange ich aktiv war und wie viele Kalorien ich verbrannt habe.

Auch diese einfache Übersicht mag ich, denn da kann ich auf einen Blick erkennen, wie viele Schritte ich bereits hinter mich gebracht habe, wie lange ich aktiv war, und wie viele Kalorien ich bereits verbrannt habe.

Aber das war wirklich nur ein ganz flüchtiger Eindruck nach einem einzigen Tag der Benutzung. Ich schreibe mehr zu dem Thema, sobald ich ein paar Wochen lang persönlich Erfahrungen mit dem Loop gesammelt habe.

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Ein Gedanke zu „Erfahrungsbericht: FuelBand – Shine 2 – Polar Loop

  1. […] ein paar Monaten berichtete ich davon, vom Misfit Shine 2 auf den Fitnesstracker Loop der renommierten Firma Polar umgestiegen zu sein. […]

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