Rush: Beeindruckende Leistungen

Und noch ein Artikel aus dem Rush-Blog:

Rush ist eine Band, die eigentlich immer an ihrem Limit spielen muss, denn sie sind nur drei. Beim Lesen in der Rush-Bibel von Martin Popoff stieß ich auf eine Stelle, die einmal auch Alex Lifesons Einzelleistungen hervorhebt. Meistens wird er in (medialen) Wahrnehmung der Band von Geddy — der Bass spielt, die Pedale und Synthesizer bedient und zusätzlich auch noch singt — und Neil — der als Songtext-Schreiber und Schlagzeuger seit seinem Einstieg eine besondere Position innehat — ziemlich aus dem Rampenlicht verdrängt. Ganz und gar unverdient, wenn man den folgenden Abschnitt liest.

And Alex’s guitar playing blew me away. We would double the guitars, which was a thing I was very much into at that point. And we only had three days to do all this work. So we did guitar track, drums and bass, and then I said to him, 'Let’s double it.‘ And I’ll never forget, to this day, I put the original guitar on the left speaker, we put the new guitar on the right speaker, and he doubled it from top to bottom, flawlessly, in one take. And it sounded like one huge guitar, it was so accurate.

Das Zitat stammt von Terry Brown, der in der frühen Phase von Rush für die Aufnahmen im Studio zuständig war. Da er auch schon andere Bands produziert und deren Platten zu Hits gemacht hatte, kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass er *genau* wusste, von was er hier sprach.

Auch ich als studierter Musiker, der sowohl CD-Aufnahmen als auch etliche Live-Auftritte absolviert hat, kann nicht meine Faszination verhehlen, denn so etwas ist eine absolut atemberaubende Leistung. Dazu eine kleine Anekdote: Ich unterrichte ein paar Privatschüler. Für eine ganz junge Schülerin habe ich vor einigen Wochen ein kleines Stück zum Mitspielen aufgenommen, da sie sich immer wieder (zu viele) Freiheiten im Rhythmus herausgenommen hatte, als dass ich einfach darüber hinwegsehen hätte können.

Ich bastelte mit Logic Pro X auf meinem Mac einen Rhythmus-Track, der einfach nur die Zählzeiten durchpulste. Dazu spielte ich dann die — wirklich einfache — Melodie ein. Doch vielleicht gerade weil es ein so einfaches Stück war, benötigte ich mehrere Anläufe, bis es rhythmisch akkurat „im Kasten“ war. Der geradelinige Puls vom Computer ließ sich einfach nicht auf meine Atempausen und leichten Verzögerungen ein. Und ich bin eigentlich kein Stümper auf meinem Gebiet (drei Studienabschlüsse *ohne* Bestechungszahlungen…).

Doch gerade diese noch relativ frische Erfahrung kam mir beim Lesen der obigen Stelle sofort wieder ins Gedächtnis. Es ist einfach wahnsinnig beeindruckend. Hoffentlich auch für Nicht-Musiker.

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