Mein erster Friseur-Besuch seit gefühlten 20 Jahren

Im Studium habe ich mir einen sog. Langhaarschneider zugelegt, der meine zwar immer spärlicher werdenden, dafür aber an den noch verbliebenen Stellen wie besessen wachsenden Haare zügeln sollte. Mittlerweile bin ich ein paar Geräte weiter (die leiden alle an einem gewissen betriebsbedingten Verschleiß – unabhängig von der Preiskategorie, hab ich für euch getestet…), dennoch spart man sich da unglaublich viel Geld und Zeit. Immerhin kostet das Gerät (jeweils) nur einmal, der Friseur jedes einzelne Mal. Diese Einmalkosten sind also schnell wieder drinnen.

Nur heute dachte ich mir ganz spontan: Ein bisschen aufhübschen für die Kommunionsfeier unserer Mittleren wäre doch auch mal ganz nett… Und schon fand ich mich wieder in einem Ritual, das mir so unvertraut geworden ist, dass ich mich tatsächlich etwas gehemmt fühlte.

Es begann schon beim Betreten des Friseur-Salons: „Sie wünschen?“ – Da stand ich nun. War das nicht eigentlich offensichtlich? – „Hätten Sie Zeit, mir die Haare zu schneiden?“ – „Ja, setzen Sie sich bitte. Es dauert noch einen Moment.“ – Uff, das ging ja gerade noch einmal gut. Schnell das iPhone herausholen und diesen Blog-Eintrag beginnen…

Dann die schwierigste aller Fragen: „Wie hätten Sie’s denn gern?“ – „Kurz. Mit der Maschine.“ – „Wie kurz denn?“ – „Was können Sie mir denn anbieten?“ – „Zwei Millimeter und mehr.“ – „Ok, dann seitlich vier, oben sechs.“ – Und schon ging’s los. Wenn ich selbst schneide, benötige ich zum gründlichen Glattmähen ca. zehn Minuten. Hier dauerte es höchstens drei, außerdem fühlte es sich höchst professionell an. Offensichtlich hatte die Frau eine wesentlich krassere Schneidemaschine als ich (und sie konnte im Gegensatz zu mir meinen Hinterkopf direkt betrachten, was das Zielen eindeutig erleichtert).

Dann wandte sie nochmals drei Minuten für das Ausrasieren der Ohren und des Nackens auf – und siehe da: Solera in hübsch (kommt selten genug vor). Dann die bange Frage des Preises, denn meine von dieser Art des Haareschneidens völlig entkoppelte Lebensweise offerierte mir keinerlei Erfahrungsreferenzpunkte. Doch mit 15 Euro kam ich anscheinend noch ganz glimpflich davon.

Mit frisch geschnittenen Haaren

Mit frisch geschnittenen Haaren sehe ich ganz jung aus...

Dennoch: Die nächsten ein- bis zweihundert Haarschnitte nehme ich wieder selbst vor. Das kostet dann doch deutlich weniger.

 

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9 Gedanken zu „Mein erster Friseur-Besuch seit gefühlten 20 Jahren

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Mindestens 10 Jahre jünger 😉

  2. Rudi sagt:

    Mal nicht übertreiben grins

  3. Flowermaid sagt:

    … Fünfzehndreifünftel Jahre jünger, aber keinesfalls weniger 😉

  4. Zeilenende sagt:

    15€? Krösus! Ich lasse in die Nähe meines Kopfes nur die Hände von Coiffeur-Koniferen, ähm … Jedenfalls nur von Frauen (oder auch Männern, aber die findet man so selten) mit Scheren, weil ich fremde Menschen mit Elektrogeräten nicht in der Nähe meines Gesichts haben will. Aber ich zahle grundsätzlich eher weniger. Plus Schweigegeld allerdings. Wenn wirklich die Klappe gehalten wird (wobei meine Ausstrahlung beim Friseurberuf so düster sein muss, dass sich selten jemand mit mir unterhält).
    Nichtsdestotrotz fesch. Charakterschädel nennt man das, gell? =)

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