Archiv für den Monat April 2016

Der Platz am Ofen

Rein von der Jahreszeit müsste es ja gerade schon recht warm werden. Doch der April hat uns bislang eher die kalte Schulter gezeigt, vor allem seit letztem Samstag ist es hier in Aalen recht frostig und einen guten Teil der Zeit auch nasskalt gewesen.

Mein Lieblingsplatz

Mein Lieblingsplatz nicht nur in der kalten Jahreszeit (anscheinend zieht es mich dorthin sogar im Sommer)

Das erklärt auch, warum ich mich zum Aufarbeiten der in der Woche liegen gebliebenen Kleinigkeiten an meinen Lieblingsplatz direkt vor dem warmen Ofen zurückgezogen habe. Unsere Jüngste verwüstet mit zwei Freundinnen ihr Zimmer, die Mittlere ist beim Training, und der Filius hat gerade einen Teil seiner Hausaufgaben erledigt (fast ohne Murren), so könnte das Wochenende ja an dieser Front entspannt verlaufen.

Leider liegen Zweitkorrektur (Abitur) und eine frische Klassenarbeit direkt vor meiner Nase, auch meine Frau darf heftig ran am Wochenende, denn da müssen haufenweise Noten für ihr Schulorchester gesetzt werden (das macht zwar auch Spaß, raubt in erster Linie aber unglaublich Zeit). Immerhin hoffe ich auf ein wenig Ausschlafen (6:30 oder 7:00 h wäre doch schon einmal sehr angenehm) und das eine oder andere Mittags-Nickerchen.

Die letzten drei Morgenläufe mit den neuen Schuhen waren superb, so gut gestützt hat mich vorher noch kein Laufschuh – mal sehen, wie sich das Gefühl über die kommenden Wochen so entwickelt. Immerhin konnte ich heute früh die 1.700-Kilometer-Marke durchbrechen. Gestern kam ich in Rekordzeit ins Ziel: 16,16 Kilometer in knapp unter 92 Minuten. Das war für mich als halben Greis schon recht schnell… 😉

Geholfen hat dabei auch ein sehr spannendes Hörbuch, das ich gerade vor ein paar Minuten zu Ende gehört habe. In den nächsten Tagen gibt es dazu sicher eine Rezension.

So, nun verabschiede ich mich für den Abend, vielleicht komme ich später noch zum Lesen der vielen verpassten Artikel der letzten Tage. Und mit etwas Glück werden die kommenden Wochen in dieser Hinsicht etwas entspannter – so ganz glauben werde ich es aber erst, wenn es auch so kommt.

 

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Neue Laufschuhe für Solera

In den letzten Wochen hatte ich mehrfach etwas Probleme mit dem rechten Knie. Der Grund war ganz offensichtlich ein Lauf, bei dem ich zwischen verschiedenen Schlammpfützen hin und her gesprungen bin, wodurch das Knie sehr viel seitwärts gerichtete Energie abfedern musste. Außerdem war es ein Lauf mit insgesamt mindestens 300 Höhenmetern, davon ging es einmal anderthalb Kilometer am Stück bergab, was ja den Knien auch selten Vergnügen bereitet.

Allmählich wurde mir klar: Meine Kiprun LD-Laufschuhe, mit denen ich bislang eigentlich sehr zufrieden war, boten offensichtlich nicht die richtige Art bzw. das benötigte Ausmaß an Dämpfung, um mir ein schmerzfreies Laufen zu garantieren. Zusätzlich kämpfte ich in den letzten Wochen vermehrt mit Blasen an Zehen und Fersen.

Kurzum: Bei meinen täglichen 15-20 Kilometern wählte ich wieder mein schon in die Jahre gekommenes Paar Gel Nimbus von Asics. Die dämpfen deutlich mehr (gerade deswegen hatte ich sie vor etwa zwei Jahren für das tägliche Seilspringen gekauft) und stabilisieren meinen Fuß. Seitdem ich wieder mit diesem Paar laufe, haben sich die Knie-Probleme Stück für Stück wieder gelegt. Aktuell habe ich keine Schmerzen und fühle mich wohl.

Aber: Die Schuhe haben (das Seilspringen eingerechnet) mindestens schon 2.000 Kilometer auf dem Buckel. Normalerweise sollte man zwischen 1.000 und 1.500 Kilometern an den Austausch gegen ein neues Paar gehen (ich weiß, bei dieser Distanz gibt es quasi religiöse Glaubenskriege, doch durch die Probleme mit dem rechten Knie war ich in den letzten Wochen hinreichend sensibilisiert, um den Punkt wiederholt intensiv zu überdenken).

Heute also suchte ich einen orthopädischen Schuhladen in Aalen auf, der speziell auf die Bedürfnisse von Läufern ausgelegt ist. Erst gab es eine Laufbandanalyse mit ausführlicher Besprechung (etwa fünf Minuten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten Gehen und Laufen mit Videoaufnahme, danach ungefähr 10 Minuten Analyse mit Standbildern, eingeblendeten Rastern, Winkelanalysen etc.) – sehr professionell und durchaus erhellend. Danach bekam ich sechs oder sieben unterschiedliche Modelle zur Auswahl hingestellt, probierte sie alle der Reihe nach durch, bis nur noch zwei übrig waren, in denen ich mich spontan sehr wohl fühlte.

Dann kam der kleine (aber gemeine) Schreckmoment: Diese Schuhe sind speziell für das Laufband gedacht und mit entsprechend dünner Sohle ausgestattet – dafür sollten sie nur 600 bis 800 Kilometer weit eingesetzt werden. Hmmmm, bei meinem Laufpensum (mindestens 100 Kilometer/Woche) müsste ich somit spätestens alle zwei Monate wieder im Laden erscheinen und ein neues Paar erstehen. Das geht dann doch recht zügig ins Geld (unter 100 € war da kein Paar zu haben).

Ein Anblick für Götter

Ein Anblick für Götter – nun müssen sie sich nur noch so gut laufen lassen...

Also nahm ich gleich zwei Paar mit, so kann ich Tag für Tag wechseln und nutze einerseits die Schuhe nur halb so schnell ab, andererseits werden durch die kleinen Unterschiede auch immer andere Teile des Fußes belastet bzw. minimal andere Muskelgruppen in Anspruch genommen. Bin ja gespannt, wie sich das entwickelt. Sobald ich ein paar Wochen Erfahrungen gesammelt habe, schreibe ich einen kleinen Erfahrungsbericht zu den neuen Schuhen, jetzt bin ich gerade selbst sehr gespannt auf morgen früh…

Laufstatistik 2016:

  • 110 Läufe
  • Kilometer gesamt: 1665,22
  • Laufzeit: 169 Stunden 25 Minuten

 

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52 Wochen – Teil 9 („Too fucking cold!“)

Es ist Sonntag, der gute Zeilenende hat mal wieder zugeschlagen und einen neuen Beitrag zu seiner eigenen Foto-Aktion 52 Wochen veröffentlicht. Darauf habe ich mit wachsender Ungeduld gewartet, um ebenfalls meinen Beitrag loszuwerden.
Passend zum eisigen Wetter

Angepisster Blick – genau dem ekelhaft kalten Wetter angemessen!

Vor zwei Tagen war es so schön warm, da musste man sich schon fragen, ob der Pulli anbleiben müsse bzw. die Jacke daheim bleiben könne. Doch mit dem gestrigen Tag wurde es erst einmal so richtig nass. Dauerregen ohne Gnade. Heute früh dann der Blick aufs Thermometer: 3,5 Grad Celsius. Eindeutig zu wenig, schließlich ist es nur noch eine Woche bis zum Mai. Entsprechend mein – man verzeihe den Griff in die unterste sprachliche Schublade – angepisster Blick, der die Worte Too fucking cold! geradezu heraus hämmert!

(Weil wir es gerade letzte Woche von Todesblicken und Ritualen in der Schule hatten: Dieser Blick ist jenen Schülerfragen vorbehalten, die entweder mir oder dem Fragenden jegliche Intelligenz abzusprechen geeignet sind.)

 

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Frühling

Ah, endlich Frühling! Schön warm! Man kann auch mal ohne Jacke raus… Hatschi!. Zwei Tage später: Dauerregen. Gut, das war jetzt die Kurzfassung. Doch eigentlich wollte ich nur in ein paar wenigen Zeilen auf die ästhetische Seite des Frühlings hinweisen, die sich von Mittwoch bis Freitag in der gerade vergangenen Woche gezeigt hat – und bekanntermaßen sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Also überlasse ich euch nun diesen sehr viel beredteren 2.000 Worten.

Sonnenwetter – Ballonwetter

Kaum ist es so richtig warm und sonnig – Ballonwetter! (Blick aus dem Fenster des Arbeitszimmers)

Igel vor dem Haus

Am Freitag verhedderte sich dieser knuffige Kerl in unserem Ballfangnetz, aber nach der Befreiungsaktion zog er friedlich seines Wegs.

Macht euch einen schönen Sonntag und kommt gut durch die nächste Woche!

 

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Gelesen: „Drei“ von Stephen King

Stephen King: Drei

Spannung auf höchstem Niveau: Drei von Stephen King

Vor ein paar Wochen hat der gute Zeilenende mal wieder eine Aktion zwar nicht selbst ausgerufen, wohl aber so verbreitet, dass sie mir zu Ohren kam – und derer ich mich nicht erwehren konnte: Sechs Bücher für 2016. Eigentlich handelt es sich um nichts anderes als einen metaphorischen Tritt in den eigenen Hintern, den SuB (=Stapel ungelesener Bücher) systematisch zu verkleinern.

Zum Glück konnte ich das erste der von mir ausgewählten sechs Bücher bereits nach etwa zwei Wochen als erledigt abhaken und mich – unvernünftigerweise – gleich seinem Nachfolger (der aber leider nicht in meiner Liste der sechs Bücher für 2016 stand) widmen… Hach! Es ist halt so spannend gewesen. Und damit bin ich auch schon beim gelesenen Buch: „Drei“, dem zweiten Band des insgesamt achtbändigen „Dunklen-Turm-Zyklus“ von Stephen King.

Vorgänger-Band („Schwarz“)

Der erste Band des Zyklus („Schwarz“) musste als Einführung einfach sein, ohne ihn bekäme man keine ausreichende Einführung. Er weist hier und da ein paar kleine Längen auf, die aber fast schon zwingend notwendig sind, um den Leser in die ganz eigene Welt des Revolvermannes Roland Deschain und seiner Suche nach dem ominösen „dunklen Turm“ einzuführen. Beim Lesen tat ich mir damals zuerst etwas schwer, was aber auch daran lag, dass ich da parallel in vier oder fünf Büchern sowie zwei zusätzlichen Hörbüchern steckte. Als ich den Roman ausgelesen hatte, besorgte ich mir das Hörbuch, das ich inzwischen dreimal durchgehört habe. Nach dieser mehrfachen Wiederholung gefällt mir die Geschichte deutlich besser. Vor allem konnten sich durch den wiederholten Genuss einige Detail-Lücken schließen. Sehr schön.

Inhalt („Drei“)

Der zweite Band schließt nahtlos (nur wenige Stunden nach dem Ende des ersten) an und setzt die Geschichte höchst spannend fort. Roland, der am Ende des ersten Bandes erschöpft am Rande des Westlichen Meeres eingeschlafen war, erwacht am Strand, als die durch die Gezeiten verschobene Flut-Linie dafür sorgt, dass er ein unfreiwilliges Bad im Salzwasser nimmt. Ein einem Hummer ähnliches Wesen entsteigt dem Meer und verletzt Roland mit seinen scharfen Scheren: Er verliert die zwei ersten Finger der rechten Hand sowie seinen großen Zeh an das Ungetüm, bevor er es schließlich tötet. In den folgenden Tagen breitet sich eine Infektion in seinem Körper aus. Im Delirium und weitgehend entkräftet torkelt Roland den Strand entlang, bis er an eine eigenartige Tür stößt, die ohne Rahmen und erkennbare Haltevorrichtung am Strand steht. Er öffnet sie und blickt von hinten durch die Augen von Eddie Dean.

Eddie ist ein selbst vom Heroin abhängiger Drogenkurier, der gerade per Flugzeug aus Mittel-/Südamerika zurückkehrt, um seine unter den Achseln per Klebeband fixierte Lieferung Kokain in seine Heimatstadt New York einzuschmuggeln. Roland sieht sich in Eddies Geist um, versteht allmählich die Lage und beginnt in zunehmendem Maß, Einfluss auf Eddies Handlungen auszuüben. Per Experiment findet er heraus, dass er Gegenstände in Eddies Welt mit Eddies Händen ergreifen und in seine eigene Welt transportieren kann, wenn er sich (mit den Gegenständen in der Hand) in Eddie umdreht und aus der Tür heraustritt.

Dieser Trick versetzt ihn in die Lage, Eddie durch die Zollkontrolle am JFK-Flughafen zu bekommen, ohne dass Drogen bei ihm am Körper gefunden werden (die liegen zu dem Zeitpunkt am Strand des Westlichen Meeres neben der Tür). Der Drogenboss Balazar hat allerdings in der Zwischenzeit Eddies Bruder als Geisel genommen, um Eddie so zur Kooperation zu zwingen. In einer gewaltigen Schießerei erledigen Roland und Eddie mit vereinten Kräften alle anwesenden Bösewichte, nehmen Medikamente für Roland, der ja immer noch an der Infektion leidet, mit und fliehen in Rolands Welt. Die Tür schlägt für immer hinter ihnen zu und fällt – nun nutzlos – auf dem Strand um.

Nach ein paar Tagen Erholungsphase für Roland (die Infektion wird jedoch zurückkehren) und Entgiftung für Eddie, der nun einen kalten Entzug durchlebt, machen sie sich wieder auf. Ein paar Kilometer weiter den Strand hinauf finden sie die nächste Tür, die Roland wieder durchschreitet. Dieses Mal landet er im Geist der schizophrenen Odetta Holmes, deren zweite Persönlichkeit auf den Namen Detta Walker hört. Der Grund für die gespaltene Persönlichkeit ist ein vor Jahren auf ihren Kopf geworfener Ziegelstein.

Odetta ist eine distinguierte, wohlerzogene und wohlhabende, Detta dagegen eine fiese, hinterhältige und äußerst brutal vorgehende Afroamerikanerin. Konträrer könnten die beiden Charaktere kaum sein. Immer wenn eine der beiden Frauen das Kommando übernimmt, tritt die andere in den Hintergrund, erwacht sie wieder, erfindet sie unbewusst eine Geschichte, die die in der Zwischenzeit erlebten Veränderungen plausibel macht. Was noch nicht genannt wurde: Jahre nach dem auf den Kopf gefallenen Ziegelstein wurden Odetta/Detta in einer U-Bahn-Station vor den einfahrenden A-Train gestoßen, der ihr knapp über den Knien beide Beine abtrennte.

Als Roland in ihrem Geist landet, befindet sich gerade Detta am Steuer – und sie stiehlt gerade billigen Modeschmuck bei Macy's. Durch sein Eindringen in ihr Bewusstsein verharrt sie mitten in der Bewegung, wodurch ihr seltsames Verhalten auffällt, der Diebstahl wird offensichtlich. Roland übernimmt die Kontrolle, eilt als Detta mit dem Rollstuhl in eine Umkleidekabine und springt mit ihr vor der Ergreifung durch die Tür, wodurch sie in seine Welt transportiert wird. Er schlägt die Tür zu, eine Rückkehr ist ausgeschlossen.

Odetta erwacht gleich nach dem Übergang und erkundigt sich auf ihre höfliche Art, wie sie an diesen seltsamen Ort gekommen sei – und wer sie selbst sei. Binnen kurzer Zeit übernimmt jedoch Detta wieder das Ruder und macht beiden Männern das Leben zur Hölle.

Mittlerweile macht sich die Infektion bei Roland wieder stark bemerkbar. Er drängt Eddie, mit ihrem „Gast“ nach der nächsten Tür zu suchen. Das gelingt auch, jedoch lässt Eddie die höfliche Odetta mit einer Waffe (zum Selbstschutz) in der Nähe der Tür zurück, holt Roland – und dieser begibt sich durch die Tür. Odetta wurde in der Zwischenzeit von Detta verdrängt, die nun – bewaffnet – auf der Lauer liegt, um sie beide nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Eddie hält mit der letzten verbliebenen Waffe Wache über Rolands bewusstlosen Körper, der am Strand vor der Tür zurückgeblieben ist.

Roland ist derweil im Geist von Jack Mort gelandet. Dieser ist ein Psychopath, der es sich zur Angewohnheit gemacht hat, aus einem Versteck heraus Ziegelsteine auf Passanten zu werfen oder andere Menschen vor die U-Bahn zu stoßen. Genau auf dieser Ebene besteht die Verbindung zu Odetta/Detta, denn Jack Mort hatte in der Vergangenheit sowohl den Ziegelstein geworfen als auch Odetta vor den A-Train geschubst. Auch Jake, der Junge, der Roland im ersten Buch eine Weile begleitet, wurde von Jack vor ein Auto geschubst, wodurch er in Rolands Welt gelangte.

Roland übernimmt gnadenlos die Kontrolle über Jack Morts Körper, besorgt sich Waffen und Medikamente und sorgt dafür, dass im Moment seiner Rückkehr in die eigene Welt eben der fiese Psychopath vor den A-Train fällt und zu Tode kommt. Vor der anderen Seite der Tür sieht Detta Walker das Geschehen, sie wird sich erstmals ihrer zweiten Persönlichkeit bewusst, die beiden verschmelzen zu Susannah. Eddie, Roland und Susannah begeben sich nach Rolands Genesung gemeinsam auf die Suche nach dem „Dunklen Turm“.

Fazit

Auch wenn sich meine Zusammenfassung nicht halb so gut (und selbst damit erweise ich mir noch zu viel der Ehre) liest wie das Buch, so muss ich sagen: Das Buch ist der Hammer! Es ist höchst spannend, bringt haufenweise innovative Ideen ins Spiel (der Wechsel zwischen den Welten ist derart ausgeklügelt erdacht: Hut ab!), führt die neuen Charaktere sehr gut ein und macht einfach Lust auf die weiteren Bände. Ich kann es kaum erwarten, alle übrigen Bände zu lesen.

Kennt noch jemand hier diesen Zyklus? Falls ja: Wird es noch besser?

 

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Gemeinsam Lesen: „tot.“ von Stephen King

Gemeinsam Lesen

Gemeinsam Lesen – eine ganz feine Aktion

In den letzten Monaten habe ich zwar sehr viele Bücher gelesen, doch bei meinen Blog-Einträgen ganz vergessen, sie dieser Kategorie (Gemeinsam Lesen) zuzuordnen, obwohl ich diese Aktion nach wie vor sehr gut finde, denn der Austausch über gelesene Bücher hat bei mir schon für einige Neuanschaffungen gesorgt, die ich bislang nie bereut habe.

Nach „Schwarz“ und „Drei“ konnte ich nicht anders, ich musste mir natürlich gleich „tot.“, den dritten Band des „Dunklen Turm“-Zyklus von Stephen King besorgen. Faszinierend ist für mich dabei, wie Stephen King es schafft, einen derart langen Spannungsbogen hinzubekommen.

Stephen King: tot.

Der dritte Teil des Dunklen Turm-Zyklus: tot.

Aktuell bin ich auf S. 509 von 2109 Seiten (iPhone-Größe). Der erste (vollständige) Satz auf dieser Seite lautet:

Als das Begreifen schließlich durch seinen Schock sickerte, verspürte er ein eskalierendes Gefühl der Panik.

Das bisher Gelesene lässt schon jetzt einen frohlockenden Ausblick auf eine spannende Geschichte zu. Wenn ich durch bin, gibt es natürlich eine Rezension, aktuell arbeite ich noch an meiner Zusammenfassung von „Drei“.

 

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52 Wochen – Teil 8 („Todesblick“)

Es ist Sonntag, wie immer warte ich bereits seit Stunden nur darauf, dass der gute Zeilenende endlich seinen heutigen Beitrag zu seiner eigens ins Leben gerufenen Foto-Aktion „52 Wochen“ veröffentlicht, um mir die Möglichkeit zu geben, mich anzuhängen. Immerhin macht das deutlich mehr Spaß als die parallel hier ablaufende Abitur-Korrektur.

Schüler galore

Meine Schüler sind ja nun sehr zahlreich, da ich nur Musik unterrichte, was in den Jahrgangsstufen 7, 8, 9, 10 und 11 (G9) ein einstündiges Fach ist. Um also ein volles Deputat mit 25 Stunden aufzufüllen, kommen bei mir je nach Konstellation üblicherweise 14-17 Klassen im Schuljahr zusammen. Zum Glück behalte ich auch immer einige Klassen länger als ein Jahr, sodass die Menge der neu zu lernenden Namen und Gesichter sich in Grenzen hält, doch mit dem Wechsel der Schule zum September 2012 waren es 17 neue Klassen auf einmal – da brauchte ich mehrere Monate, um mir auch nur einen ungefähren Überblick zu verschaffen (und so manches stille Mäuschen blieb mir noch viel länger nur peripher bekannt).

Rituale

Doch es geht nicht um die Menge an Schülern, vielmehr sind es die Rituale, die ich im Unterricht pflege. Ohne Rituale und feste Abläufe wäre der Schulalltag kaum zu bewältigen, daher vertraue ich mit wachsendem Alter immer mehr darauf, feste Strukturen zu schaffen, innerhalb deren ich und die Schüler gut miteinander umgehen können.

Der Todesblick

Ein Ritual, das meine Fünftklässler sehr schätzen (zumindest interpretiere ich das so), ist mein Todesblick. Angewandt wird dieser, wenn ein oder mehrere Schüler (gleich welchen Geschlechts) aktiv die Meinung vertreten, meine sonstigen Verhaltens-Regeln im Unterricht wiederholt übertreten zu müssen. Nun möchte ich nicht jedes einzelne Mal den Unterrichtsfluss völlig aufgeben, also schicke ich – meist in einem Nebensatz angekündigt – einen Todesblick in Richtung der Störenfriede. Dieser hat (zumindest behaupte ich das) die Eigenschaft, bei genügender Intensität absolut tödlich zu sein. Allerdings schicke ich immer nur die Stufen 1 bis 5 durch mein Klassenzimmer. Mehr war noch nie nötig. Die tödliche Wirkung setzt frühestens bei 135 ein. Oder so. Dennoch werde ich immer wieder – von besonders lebensmüden Schülern – gefragt, wie denn die Stufe (hier bitte einen astronomisch hohen Wert einsetzen) aussehe. Dann bekommen sie das heutige Gesicht zu sehen.

Todesblick

Achtung – nichts für schwache Nerven: Mein Todesblick!

Und, schon jemand gestorben? („Vor Lachen“ gilt übrigens nicht…). Nun, falls das obige Gesicht noch nicht gereicht hat, gibt's gleich noch eins hinterher:

Nun ist's aber wirklich genug! Wer will so viel Schönheit schon ertragen müssen?

 

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Der Ira Kane?

Evolution – Genialer Film, superbe Filmmusik

Evolution – schon als Film genial, doch erst die Filmmusik...

Die Science Fiction-Komödie „Evolution“ gehört schon seit Jahren zu meinen absoluten Favoriten. Unter fünf bis sechs Mal im Jahr geht's einfach nicht. Mittlerweile mögen sogar zwei Drittel meiner Kinder den Film schon, das verbliebene Drittel hat Angst vor den bösen Aliens.

Neben den für diesen Klamauk perfekt ausgewählten Darstellern – David Duchovny und Orlando Jones sind schlicht brillant, Seann William Scott setzt dem nur noch das Krönchen auf – ist es aber besonders die Musik von John Powell, die es mir angetan hat. Lange Jahre war ich doch tatsächlich zu geizig, die knapp zehn Euro in das Album zu investieren. Zum Glück gibt es heutzutage ja diverse Streaming-Dienste, sodass man sich da schnell Zugang zu dieser exzellenten Filmmusik verschaffen kann. Ich habe mir von Apple Music das gesamte Album auf mein iPad geladen.

Es gibt auf dem Album einige faszinierende Stücke, deren Reiz sich natürlich nur in voller Pracht entfalten kann, wenn man auch den Film kennt. Dennoch möchte ich hier ein paar Empfehlungen abgeben:

  • Cells Divide: Klassische Science Fiction-Musik mit wundervoll ausgewählten Klangfarben und ein paar schönen Effekten.
  • The Army Arrives: Allein das Gitarren-Lick zu Beginn macht das Stück schon hörenswert, aber die etwas später mit schnellen Tonrepetitionen einsetzenden Trompeten krönen es erst so richtig.
  • The Ira Kane?: Nach einem kurzen Einleitungsteil, der aus dramaturgischen Gründen sein muss, beginnt das „Ira Kane“-Thema und wird erstmals voll ausgebaut. Später taucht es noch häufig auf, doch so schön wie hier ist es später nur selten.
  • Fruit Basket For Russell Woodman: Im Film schon eine grandiose Szene, in der Ira Kane erfährt, dass die Army ihn nach seinem Weggang permanent elektronisch überwacht hat (unvergesslich: „Die Mädchen auf seinem Computer sind alle über 18!“). Wutentbrannt und enttäuscht über die Weigerung der Army, die beiden zur Fundstelle zu lassen, besteigen sie ihren Jeep, woraufhin Ira Kane beim Wegfahren die Hose herunterlässt und seinem ehemaligen General Russell Woodman den blanken Hintern entgegenstreckt. Die Musik passt perfekt dazu: süffisant und verspielt in einem.
  • The Forest: In der Höhle, in die der kleine Meteorit sich eingegraben hat, wuchert eine sich stets verändernde Alien-Flora und -Fauna. Die Faszination der exotischen Lebensformen wird durch diese Musik geschickt eingefangen und überhöht.

Wer so weit gehört hat, wird ohnehin nicht mehr aufhören wollen. Das restliche Album hält viele weitere angenehme Hörmomente bereit (z.B. Our Heroes) – daher gibt es jetzt nur noch eines zu tun: Musik an!

 

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Gehört: „Cotton Reloaded 43: Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Lange, viel zu lange mussten treue Cotton Reloaded-Fans wie ich (und mittlerweile meine Frau sowie unser Sohn) auf die neueste Episode warten – und ich für meinen Teil kann sagen: Es hat sich gelohnt.

Vor zwei Tagen erschienen parallel eBook und Hörbuch, wie immer tendierte ich zum Hörbuch, da ich mir die Geschichte dann beim morgendlichen Laufen anhören konnte – so auch in diesem Fall. Da macht sich auch der einzige – und sicher nicht ernst gemeinte – Kritikpunkt fest: 20 Minuten mehr hätten perfekt zu den zwei Läufen gepasst…

Christian Weis: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“

Spannung pur: Cotton Reloaded 43 ‚‚Das Gift der Viper“ von Christian Weis

Das Cover (siehe Bild) spricht mich persönlich sehr an und wirkt allein schon spannungssteigernd, denn ich habe gerade vor Klapperschlangen eine Heidenangst. Gleichzeitig üben diese Tiere eine fast schon extreme Faszination auf mich aus. Die Gründe liegen in den diversen Geschichten, die mir meine Mutter aus meiner frühen Jugend in Kalifornien immer wieder erzählt hat. Darin kamen Klapperschlangen mehrfach vor, sowohl beim Campen, wenn ein solches Tierchen mal eben unter dem Campingtisch auftauchte (was meinem Vater wohl einige sehr spannende Momente verschaffte) oder bereits verendet auf dem Wanderweg lag (eben dieses Tierchen hatten wir in Alkohol konserviert daheim in einem Glas verwahrt – ich weiß gar nicht, ob es noch in meinem Elternhaus steht).

Zu den Details der Handlung verrate ich nichts, denn das würde bei einer so frischen Geschichte sicher für den einen oder anderen Fan einen Spoiler erster Güte bedeuten. Was ich sagen kann: Routiniert führt der fränkische Autor Christian Weis (dessen Familienname selbst iTunes-intern mehrere Schreibweisen verpasst bekam, siehe Bild oben) den Hörer/Leser durch eine spannende Geschichte um bedrohte Zeugen in einem Mafia-Fall, deren Schutz durch das G-Team sichergestellt werden soll. Ungefähr in der Mitte zeichnet sich eine – nicht ganz unerwartete – Wende ab, die aber in gewohnt actionreicher Manier bis zum Schluss durchgezogen wird.

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen, wie schon Cotton Reloaded 32: Ebene Null werde ich es sicher noch mehrfach anhören. Bei einem so niedrigen Preis (1,99 €, weniger als ein Euro pro gehörter Stunde – nicht nur für Schwaben klingt das nach einem echt guten Deal!) kann ich nur empfehlen, schnell zuzugreifen und sich dem Genuss gleich an diesem Wochenende hinzugeben.

Laufstatistik 2016:

  • 100 Läufe
  • Kilometer gesamt: 1507,61
  • Laufzeit: 153 Stunden 52 Minuten

 

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Das Ausgeliefertsein an die Unkultur

Hervorragend: Rhythm Is It!

Eine hervorragende Dokumentation: Rhythm Is It!

Henry Wilt, der unschlagbar sympathische Antiheld aus Tom Sharpe's aberwitziger „Wilt“-Romanreihe empfindet seine Unterrichtstätigkeit an der fiktiven Berufsschule von Fenlan als ein Ausgeliefertsein an die Unkultur, weil seine Schüler sämtlich von Manieren und Kultur befreite Hempel sind.

Grundsätzlich würde ich mich sehr dafür stark machen, dass wir es am Gymnasium ja überwiegend mit einem anderen, in der Summe angenehmeren Klientel zu tun haben. Doch hin und wieder machen sich ein paar Schüler daran, mir auf ihre eigene Art klarzumachen, wie sehr ich mich doch irren kann…

Gestern habe ich mit einer meiner fünften Klassen im Rahmen meiner Strawinsky-Sequenz die überaus bekannte Skandal-Ballettmusik „Le sacre du printemps“ besprochen und Teile daraus (natürlich in stark vereinfachter Form) musiziert. Dabei kamen wir irgendwann auch auf den Film „Rhythm Is It“ zu sprechen, diesen wirklich ansprechenden Dokumentarfilm über eine intensive Erarbeitungsphase eines Balletts zu der live gespielten Musik Strawinskys. Die Besonderheit: Getanzt wird das Ballett nicht von einer kleinen Gruppe echter (oder werdender) Ballett-Tänzer und -Tänzerinnen. Bei „Rhythm Is It“ wurden 250 Schüler von diversen Hauptschulen in Berlin zusammengerufen – und das Ergebnis zeigt, dass dies keineswegs die verlorene Schicht/Generation sein muss, für die viele sie halten.

Durch einen Zufall bekam ich heute eine Vertretungsstunde in genau dieser Klasse von gestern zugeteilt. Das stand gestern auch schon auf dem Vertretungsplan, also konnte ich mir den Luxus erlauben, diese zusätzliche Stunde vertiefend zu nutzen, denn ich packte heute früh noch die „Rhythm Is It“-DVD ein. In diesen Genuss kommen die Parallel-Klassen nicht, eigentlich ging ich davon aus, dass die Klasse diesen kleinen Exkurs zu schätzen wisse.

Ich zeigte den Schülern aber nicht die 100-minütige Dokumentation. Nein, ich beschränkte mich auf die Aufführung, die auf einer separaten DVD in dem Deluxe-Schuber enthalten ist. Die Klasse blieb sogar weitgehend ruhig beim Ansehen (was leider schon keine Selbstverständlichkeit ist, denn heutige Schüler haben meiner Wahrnehmung nach das permanente Bedürfnis, alles und jeden zu jedem Zeitpunkt zu kommentieren – auch wenn es niemanden interessiert oder nur ganz periphär mit der Sache zu tun hat), doch am Ende kam ein Schüler zu mir und sagte allen Ernstes:

Also ich wäre ja auch einer von denen gewesen, die die (gemeint war die Tänzerin, die am Ende der Handlung „geopfert“ wird, um die Götter zu besänftigen, damit sie einen frühen und milden Frühling schicken) getötet hätten, der Film war ja so scheiße.

Ich habe mir einfach jeglichen Kommentar verbissen, an Henry Wilt und sein Ausgeliefertsein an die Unkultur gedacht und ihn aus dem Klassenzimmer geschickt. So ein vorbildlicher Gymnasiast voller Weltoffenheit und kulturellem Interesse!

 

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