Ben Hur

Ben Hur – ein Kino-Klassiker

Ben Hur – ein Kino-Klassiker mit hervorragender Musik

Es ist fast Ostern, somit befinden wir uns in dem Zeitraum, in dem in meiner Kindheit immer der alte Kino-Klassiker „Ben Hur“ im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm ausgestrahlt wurde. Da wir vom Beginn des Frühjahrs bis zum späten Herbst keinerlei Fernsehempfang haben (die Bäume auf dem Nachbargrundstück sind einfach zu hoch für unsere Satellitenschüssel), kann ich gerade nicht so ohne Weiteres überprüfen, ob diese Tradition noch besteht (und die ganzen Fernsehprogramme im Internet einzeln zu durchforsten ist mir einfach zu unkommod). Mir persönlich könnte es egal sein, denn ich habe seit Jahren die DVD zuhause. Aber irgendwie handelt es sich um eine dieser Kindheits-Traditionen, die man eher aus nostalgischen Gründen als aus irgendeiner Logik heraus vermisst.

Ich denke da vor allem an meine eigenen Kinder: Noch ist auf jeden Fall unsere Jüngste „zu klein“ für diesen Klassiker des Kinos. Aber in ein oder zwei Jahren werde ich Ihnen den Film sicher mal zeigen.

Für mich selbst ist an diesem Film die Musik eigentlich immer viel spannender als die Handlung. Ausdrucksmusik vom Feinsten.

Und genau hier stößt man bei genauerem Hinsehen auf eine Absurdität der Musikgeschichte. Es gibt nur noch vereinzelte Stücke aus dieser großartigen Filmmusik, die meist aus Skizzen rekonstruiert oder herausgehört und neu notiert wurde. Wieso das? Und die Frage ist mehr als berechtigt.

Anscheinend – zumindest habe ich dies gelesen – gehörte es zum ganz üblichen Prozedere, die Noten (auch die Partitur) einer Filmmusik zu verbrennen, sobald das Filmprojekt erfolgreich abgeschlossen war. Welch Irrsinn! Aber der Gedankengang ist nachvollziehbar, zumindest auf der Ebene der Produzenten:

  • Damals gab es noch keine ausgekoppelte und separat verkaufte Filmmusik, die weiteres Geld in die Kassen der Filmproduzenten spülen konnte. Wozu sollte man also – vor allem angesichts der Unmengen an jemals hergestellten Filmen – alles aufheben? Und wo? Partitur und Orchestermaterial füllen eine mittelgroße Versandkiste. Bei einem Film ist das kein Problem. Auch bei 2, 5, 10, 100 oder 1.000 Filmen noch zu stemmen. Mittlerweile sind aber derart viele Filme gedreht worden, dass es Unsummen kosten würde, alle diese Dinge analog aufzuheben. Zumindest in der Logik der damaligen Verantwortlichen.
  • Die Angst vor schamloser Raubkopie war groß. Das Urheberrecht, wie wir es seit der zunehmenden Ausbreitung des Internets kennengelernt haben, gab es in dieser Form noch nicht. Und die Teile, die es gab, waren wesentlich schwieriger durchzusetzen. Die in den letzten 15 oder 20 Jahren aufgekommene Abmahnungspraxis einiger geldgieriger Anwaltskanzleien hat unseren Blick dafür getrübt, dass früher oft Passagen abgeschrieben, leicht abgeändert und mit großem Erfolg weiterverwendet werden konnten. Und das ohne Angst vor der juristischen Keule. Also hat man die Partituren lieber vernichtet. So konnte niemand anderer seinen Nutzen daraus ziehen.

Wie froh bin ich doch, dass ich vor ein paar Jahren zumindest drei Stücke aus dieser grandiosen Filmmusik von Miklós Rózsa in einer sehr gelungenen Neuaufnahme finden konnte. Während meine Jüngste gerade beim Kinderturnen umeinander springt, höre ich nun schon zum zweiten Mal die Musik und schreibe wie verzaubert diese Zeilen. Allein dieser kleine Genuss am Vorabend der Osterferien ist es wert, meinen Kindern diesen Film eher früher als später zu zeigen.

Wer erinnert sich noch daran, wann er/sie den Film zum letzten Mal gesehen hat? Wie wirkte die Musik damals?

Link zum Bild

 

Advertisements
Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

5 Gedanken zu „Ben Hur

  1. Zeilenende sagt:

    Zeilenende bekennt peinliche Bildungslücke: Nie gesehen. Ich habe zwei oder drei dieser Historienschinken gesehen und mir ging immer die Galle über. Das Leid des Geschichtsstudenten. Von Sisi und „Des Königs Admiral“ abgesehen kann ich bei historischen Filmen einfach nicht abschalten. Das Leben ist furchtbar. g

    • solera1847 sagt:

      Diesen Film kann ich tatsächlich empfehlen: Massenweise peinliche Dialoge und maßloses Overacting von Charlton Heston, aber durch die Musik und eine insgesamt gut ausgearbeitete Geschichte überzeugend. Nur halt etwas lang, doch da hilft gerade die Musik weiter. Zumindest mir. Und wenn die nicht genügt, gibt’s einen Solera. Oder zwei. Oder drei…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: