Routine? – Pustekuchen!

Blick auf den Terminkalender

Ein Blick auf unseren Terminkalender in einer *ganz normalen* Woche...

Bei Routine scheiden sich ja die Geister: Die einen können nicht ohne, weil der automatisierte Ablauf vieler alltäglicher Tätigkeiten Kapazitäten freilegt, die dann für andere Dinge (beispielsweise kreative Tätigkeiten) nutzbar werden. Andere wiederum lehnen Routine grundsätzlich als Quelle allen Übels ab, weil sich gerade bei den immer gleichen Abläufen über längere Zeiträume hinweg Fehlerquellen in eigentlich gut funktionierende Handlungsmuster einschleifen können.

Ich gehöre eindeutig zur ersten Kategorie: Mein Alltag ist so voll mit Terminen (nicht nur eigenen, da sind ja noch drei Kinder mit Musikschule, Sportverein etc.), dass ich feste Abläufe dringend benötige, um darüber hinaus auch nur ein Minimum an kreativer Entfaltung (z.B. in Form dieses Blogs) und Muse (beim Musizieren, Lesen etc.) ausleben zu können. Meiner Frau geht es genauso.

Und dieses Kalenderjahr ist in dieser Hinsicht irgendwie verhext. Gerade vor ein paar Tagen haben wir gemeinsam überlegt und kamen überein, dass in diesem Kalenderjahr noch keine einzige Woche einfach nur im „normalen Alltagswahnsinn“ ablief. Immer kamen noch Sondertermine hinzu, zum Teil Aktivitäten, die fast den ganzen Tag oder einen eigentlich dringend zur Entspannung benötigten Abend auffraßen. Natürlich zusätzlich, nicht im Austausch für entfallene andere Termine. Und das nagt im Moment an uns.

Jetzt könnte man ja gleich argumentieren: „Aber ihr seid doch Lehrer, ihr habt doch so viele und so lange Ferien. Da könnt ihr euch doch immer wieder erholen und alles aufarbeiten.“ Dabei vergessen die meisten, dass ja viele Einrichtungen zur Kinderbetreuung in der Zeit auch die Pforten schließen oder verkürzte Öffnungszeiten haben, sodass es sich schlicht nicht lohnt, die Kinder für die Ferientage dort einzubuchen. Und wenn drei Kinder permanent um einen herum fegen und immer wieder (zum Teil im Zwei-bis-Drei-Minuten-Takt) Forderungen stellen, dann fällt es sehr schwer, liegen gebliebene Arbeit mal eben so abzuarbeiten. Noch dazu muss ich ganz ehrlich einen gewissen Altersanteil mittlerweile einrechnen: Zu Beginn aller Ferien benötige ich erst einmal ein paar Tage, um wieder auf „normal Null“ zu kommen. Knalle ich mir die Ferien zu voll, bin ich danach noch weniger erholt – und dann schlägt der vermeintliche Alltag mit unglaublicher Brutalität zu.

Das soll jetzt partout kein Motz-Blogeintrag werden, denn mir geht es absolut nicht um erbettelte Sympathien. Eigentlich schwebt mir etwas ganz anderes vor: Mich interessiert eher, ob auch andere (vor allem andere Eltern) den Eindruck haben, dass sich immer mehr Vereine, Ensembles und Organisationen anscheinend gezwungen (oder auch nur „moralisch verpflichtet“) sehen, andauernd durch abendfüllende oder Wochenende verschlingende Extra-Termine auf ihre bloße Existenz hinzuweisen. Vielleicht fehlt mir da auch ein speziell für diese Dinge entstandenes Lust-Gen, aber ich kann einer Veranstaltung wie einem (in diesem Fall natürlich fiktiven) „Elternstammtisch Karate“ oder einem „Elternabend Kinderturnen“ so rein gar nichts abgewinnen – am allerwenigsten nach einem vollen Arbeitstag und danach erledigter Unterrichtsvorbereitung (und eventuell sogar noch Korrekturen). Da bräuchte ich ein zusätzliches Akkupack…

Auch hier möchte ich nicht falsch verstanden werden: Es gibt haufenweise Leute, die diese Abendtermine gut und wichtig finden – denen möchte ich den Spaß daran nicht verderben. Auch gibt es etliche Termine, die einen guten Rahmen bieten, um sich auszutauschen und organisatorisch einiges voranzutreiben. Aber die implizite Aufforderung und Anklage – „Nimm teil – sonst trägst du nichts zu unserer gemeinsamen Sache bei!“ – nervt mich unglaublich.

Hier würde mich ein Feedback wahrlich interessieren…

 

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2 Gedanken zu „Routine? – Pustekuchen!

  1. Flowermaid sagt:

    … wenn die Kinder Sport machen warum müssen sich die Eltern Abends treffen? Genau diese Vereinseltern melden sich nie wieder bei dir wenn dein Kind andere Wege beschreitet… LG vom Blumenmädchen 😉

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