Gehört: „Joyland“ von Stephen King

Stephen King - Joyland

Stephen King: Joyland (gelesen von David Nathan)

Diesen Artikel hätte ich eigentlich schon vor ein paar Monaten schreiben und veröffentlichen müssen, doch irgendwie kam so viel anderes dazwischen. Genossen habe ich das Hörbuch beim morgendlichen Laufen, obwohl ich es lange aufgeschoben habe. Die Handlung ist in einem Freizeitpark namens „Joyland“ angesiedelt. Grundsätzlich mag ich keine Freizeitparks – ich kann sie aber in Maßen genießen, wenn meine Kinder sich dort wohlfühlen und amüsieren. Auch wenn wir mit Verwandten und/oder Freunden hingehen, was üblicherweise einmal in zwei Jahren vorkommt, kann ich mich dem ganz ungestresst hingeben. Vermutlich war dies der Hauptgrund, warum ich das Hörbuch sehr lange verschmäht habe.

Letztlich gaben zwei Dinge den Ausschlag, mir das Hörbuch doch anzuschaffen und komplett durchzuhören: Der relativ niedrige Preis (unter 11 Euro bei iTunes) und die Empfehlung eines sehr geschätzten Bloggers und Stephen King-Fans, den hier einige sehr vermissen.

Kurzum kann ich ein Vorab-Fazit nicht länger zurückhalten: Die Geschichte ist spannend und gut erzählt, in diesem Fall auch noch gut vorgelesen (in gewohnter Qualität von David Nathan).

Kurz ein paar Details zur Geschichte: Devin Jones, der Protagonist der Geschichte, ist Student. Um sich etwas Geld zu verdienen, heuert er beim Freizeitpark „Joyland“ an. Sehr anschaulich werden sein Vorstellungsgespräch und der Einstieg in den Job beschrieben.

Eine der schönsten Stellen, die mich vor Lachen fast vom Laufband gefegt hätte, war die Schilderung der folgenden Szene: Devin wird wie jeder Frischling dazu verurteilt, „das Fell“ zu tragen, also in der Verkleidung des Maskottchens des Freizeitparks in Joyland herumzulaufen und die jüngeren Kinder zu erfreuen. Das Fell ist gerade in den Sommermonaten die reinste Folter, denn man schwitzt darin außerordentlich stark. Devin stellt sich ausgerechnet in Gegenwart des Park-Besitzers so gut dabei an, dass er von da an jeden Tag mehrfach „das Fell“ tragen muss. Als er am nächsten Morgen die Umkleide betritt, begrüßen ihn Sprechchöre: „Fell! Fell! Fell!“ – Klingt hier sicher nicht wahnsinnig lustig, ist aufgrund der Schilderung und des Verlaufs der Geschichte aber irrsinnig komisch.

Dennoch: Es ist ein Stephen King-Roman, also muss auch ein Element der Spannung bzw. des Horrors Einzug halten. In diesem Fall gibt es keinen Horror, auch übersinnliche Elemente fehlen völlig, denn es handelt sich letztlich um eine spannende Kriminalgeschichte. Frühzeitig erfahren Protagonist und Leser von einem schrecklichen Verbrechen, das bereits vor Jahren in Joyland verübt – aber nie aufgeklärt – wurde. Und somit wird ganz unterschwellig der Verdacht erzeugt, dass der Mörder noch herumlaufen und jederzeit wieder zuschlagen könnte.

Tatsächlich interessieren sich Devin und seine Freunde, die ebenfalls einen Ferienjob in Joyland angetreten haben, sehr für diesen Fall und forschen auf eigene Faust nach, was natürlich… TA-DAAAAAAA!!! …zu einem sehr spannenden Showdown führt!

Insgesamt ist „Joyland“ ein sehr gelungener Roman, der typisch für den modernen Stephen King steht. Auf harten Horror wird komplett verzichtet, dafür wird eine spannende Kriminalgeschichte entfaltet – durchaus zu vergleichen mit „Mr. Mercedes“ oder „Finderlohn“. Wenn noch ein paar Wochen oder Monate vergangen sind, werde ich mir das Hörbuch noch einmal anhören, denn entgegen meiner anfänglichen Bedenken war es wirklich sehr gut.

 

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2 Gedanken zu „Gehört: „Joyland“ von Stephen King

  1. Zeilenende sagt:

    Mblgrmbl … Muss ich King doch noch mal ne Chance geben? Eigentlich finde ich Frweizeitparks ja zu schön um bis in alle Ewigkeit Albträume vor jedem Besuch zu bekommen. g

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