Alien-Invasion in der Küche

Heute ist Sonntag, was in vielen Fällen mit dem allseits beliebten Etikett „Pfannkuchentag“ gleichzusetzen ist. So auch heute. Während die Kinder die Pfannkuchen fast ausschließlich in süßer Form verzehren, sind meine Frau und ich große Anhänger der herzhaften Variante, bei der wir in den Pfannkuchenteig etwas Käse geben, in schön langsam und gründlich anbräunen, dann gibt es dazu noch eine herzhafte Ergänzung, z.B. Chili (vegetarisch), Spinat, angebratenen Spitzkohl oder Wirsing.

Der Wirsing war heute dran. Also zerschnitt ich zuerst zwei Zwiebeln, bis sie nicht mehr zuckten. Dann sollte es mit ebenso entschlossener Gnadenlosigkeit dem Wirsing an den Hals gehen. Doch just in dem Moment schlug das Schicksal mit brachialer Härte zu…

Die äußersten Blätter des Wirsings entsorge ich immer, denn sie sind meist schon schrumpelig (also selbst für Wirsing-Verhältnisse), außerdem ist da viel Dreck dran, nicht zuletzt war der Wirsing ohne weitere Umverpackung ver- und gekauft worden. Kaum hatte ich heute das erste Blatt abgezogen, tröpfelte mir eine Art weißes Pulver entgegen.

Eines der miesen Aliens

In Verlängerung des Löffelstiels: Eines der miesen Aliens in meiner Küche!

„Nanu!“ dachte ich. „Ist denn der Wirsing irgendwie aus Kolumbien hierher gekarrt und dabei als unfreiwilliger Drogenkurier missbraucht worden?“ Nein, weit gefehlt. (Wäre ich kein so drogenaverser Typ, hätte ich ja diese erste Vermutung gerne bestätigt…). Statt feinsten kolumbianischen Stoffs kamen mir Legionen von seltsamen weißen Fliegen entgegen. Alle sahen auf den ersten Blick ziemlich tot aus, was sich aber alsbald ins Gegenteil verkehren sollte. Im Kühlschrank hatte das 0-Grad-Fach die Fliegen zur Bewegungslosigkeit in Kältestarre verdonnert, nach zwei oder drei Minuten aber erwachten die Viecher und begannen, um mich herum durch die Küche zu schwirren.

Ein paar schlug ich sofort tot, die grenzenlose Brutalität steht mir immer noch ins Gesicht geschrieben. Andere wedelte ich im Aggro-Style hinfort, die sehe ich nie wieder. Dann zupfte ich alle verseuchten Blätter vom Wirsing ab, stopfte sie in den – hüstel – leicht überquellenden Kompostmüll, zog meine Schuhe an, ließ (nur ein echt harter Typ schafft das) die Jacke trotz gefühlter -2.000 Grad weg, kämpfte mich heroisch durch Eis und Schnee im Garten und warf die ganzen fiesen Aliens in den Kompost. Nun sind sie dahin – auf immer vom Angesicht dieser Erde getilgt.

Dies schreibe ich als Warnung an alle weiteren fiesen (und des Lesens kundigen) Aliens, die meinen, sich in meiner Küche ausbreiten zu können. Meine Botschaft an euch lautet: „Versucht es erst gar nicht!“

(Geht heroisch ab.)

 

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4 Gedanken zu „Alien-Invasion in der Küche

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Und falls ihr Euch ins Fäustchen lacht und denkt „Ha! Dann gehen wir halt zum Marinsche!“ NOPE!!!

  2. Zeilenende sagt:

    legt vorsichtig eine Kohlkrumenspur vom Kompost zurück zur Tür und pfeift unschuldig
    Du bist ja schlimmer als Rambo. 😉

    • solera1847 sagt:

      Stimmt, das Stirnband hatte ich ganz zu erwähnen vergessen. Natürlich mit Blut getränkt (dem Blut unzähliger solcher Alien-Fliegen…) – vorher war es noch weiß, danach himmelblau. Muarharhar (die Autokorrektur wollte daraus Margarete machen…).

  3. Flowermaid sagt:

    kûchenregenwald hat einen Ikea Namen Sprtskollnô… ;-D

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