Gesehen: „Dreamcatcher“

Film-Poster: Dreamcatcher

Das Film-Poster zu „Dreamcatcher“

Rückblende

Vor einigen Jahren, es muss schon über ein Jahrzehnt her sein, lieh mir mein ehemaliger Trompetenlehrer einen Film auf DVD aus: „Dreamcatcher“, eine Verfilmung des gleichnamigen (im Deutschen aber „Duddits“ genannten) Romans von Stephen King. Ich sah den Film an, verstand nicht wirklich, worum es ging, bzw. fand einige Stellen auch geradezu ekelhaft (wobei ich damals, kurz vor Ende des Studiums, in der Hinsicht noch härter im Nehmen war). Kurzum: Der Film gefiel mir nicht.

Stephen King

Springen wir ein paar Jahre vorwärts. Meine Leidenschaft für Stephen King-Romane ist wieder erwacht, wie man hier im Blog schon das eine oder andere Mal lesen konnte – auch bei den Hörbüchern bin ich auf den Geschmack gekommen. Rein von der Spielzeit ist er sicher am stärksten in meiner Hörbuch-Bibliothek vertreten (allein „Es“ wartet mit 51 Stunden Dauer auf).

Beim Überfliegen seiner Biografie entdeckte ich, dass „Duddits“ der erste Roman nach Kings schwerem Unfall war. Bei diesem Unfall wurde er bei einem Spaziergang von einem Wagen erfasst und schwer verletzt. Die Rekonvaleszenz dauerte lange und war sicher alles andere als angenehm. Durch die Gestelle, die seine gebrochenen Beine stabilisierten, konnte er nicht mit der Maschine oder dem Computer schreiben, also verfasste er den gesamten Roman per Hand.

Beim Lesen des Romans stellte ich fest, wie depressiv und düster die gesamte Geschichte auf mich wirkte, vermutlich ging es auch vielen anderen Lesern so, denn der Roman scheint nicht besonders hoch im Kurs zu stehen bei den King-Fans. Doch für die eine oder andere Überraschung ist die Geschichte gut…

Hörbuch

Dann entdeckte ich beim Suchen nach einem neuen Hörbuch im iTunes Store ein Sonderangebot: „Dreamcatcher“ als (englisches) Hörbuch in einer ungekürzten Fassung für 6,99 € (regulär 26,99 €). Da konnte ich nicht widerstehen. Während des Hörens begann mir der Roman immer mehr zu gefallen, die Vielschichtigkeit, das die Handlung dominierende psychologische Spiel – alles passte jetzt, beim zweiten Blick.

Verfilmung

Irgendwann erinnerte ich mich an den Film, spielte lange mit dem Gedanken daran, ihn mir zuzulegen, verwarf das immer wieder. Dann sah ich ihn als BluRay-Edition für 7,99 € bei Amazon. Als dann ohnehin mal wieder etwas bestellt werden musste, legte ich den Film mit in den Warenkorb. Und dann lag er hier wieder mindestens ein Vierteljahr in der DVD-Kiste für Science Fiction-Filme. Den Film konnte ich unmöglich ansehen, solange die Kinder dabei sind. Meiner Frau wollte ich ihn auch nicht zumuten, da ich mich nur zu deutlich an meinen ersten Versuch erinnerte. Also musste ich abwarten.

Heute kam dann der Zeitpunkt, denn nach der kleinen OP von gestern darf ich mich nicht viel bewegen. Meine Frau und die Kinder sind aber den Nachmittag über zu Besuch bei Freunden. Kaum waren sie weg, warf ich den Fernseher an und legte die BluRay-Disc ein. Und siehe da: Auch hier war der zweite Blick viel besser. Beim ersten Mal kann man – das wage ich jetzt einfach mal so in den Raum stellen zu dürfen – den Film auch noch gar nicht wirklich verstehen. Nun, als Kenner der Geschichte, fiel mir einerseits auf, wie nah an der Vorlage der Film bleibt. Andererseits musste ich auch gleich anerkennen, wie gut der Regisseur das psychologische Element umgesetzt hat. Eine wirklich sehr gute Leistung. Aber eben erst auf den zweiten Versuch.

Wertung(en)

Hätte mich jemand vor einem Jahr gefragt, was ich von diesem Film halte, wäre die Wertung höchstens mittelprächtig ausgefallen (eine „5“ auf einer 10er-Skala). Höchstens. Heute würde ich dem Film sofort eine 7 oder 8 geben. Bei der IMDb bekam „Dreamcatcher“ bei insgesamt 73.065 abgegebenen Stimmen eine durchschnittliche Wertung von 5,5 – gerade angesichts meiner eigenen Erfahrungen kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Fazit

Diese Erfahrung hat mir durchaus die Augen geöffnet. Ich sollte in Zukunft auch einem Film, den ich beim ersten Ansehen nicht gut fand, eventuell einfach eine zweite Chance einräumen. Oder lieber gleich das Buch lesen, das macht ohnehin mehr Spaß.

 

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3 Gedanken zu „Gesehen: „Dreamcatcher“

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    OP’chen gut überstanden? 🙂

    • solera1847 sagt:

      Ja, zwickt und zwackt, wenn ich mich bewege, aber ich halte heroisch die Füße still. Bei der Kontrolle heute war der Doc sehr zufrieden. Sollte sich doch eine Entzündung einstellen, habe ich vorsorglich ein Rezept mitbekommen, dann kann ich gleich draufhauen. Sieht aber aktuell nicht schlimm aus.

      Und bei dir? Kommt der Appetit nach der Tortur langsam wieder zurück?

      • Es Marinsche kocht sagt:

        Na ja….die ersten paar Tage bin ich ziemlich platt…..und bin froh wenn ich das Antiübel Medikament weglasse nach zwei Tagen….denn das macht ’n drömmeligen Kopp 🙂 Appetit kommt wieder, ja – danke 🙂 Pfleg Dich!

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