Ich und die Schnapszahlen…

Ich bin kein extremer Fall, doch den einen oder anderen Tick habe auch ich. Vor einigen Monaten habe ich bereits einen Blog-Eintrag über meine Manie beim Aufhängen von Wäsche berichtet: Es geht einfach nur, wenn zwei zusammengehörende Socken auch zwei zusammenpassende Wäscheklammern bekommen. Lieber suche ich noch eine Minute nach einer passenden Klammer, als die Socken mit unterschiedlichen Klammern aufzuhängen. Das geht einfach nicht.

Beim Laufen achte ich am Ende – zumindest, wenn ich nicht unter Zeitdruck stehe – sehr genau darauf, eine schöne Abschlusszahl bei den Kilometern zu erreichen. Hoch im Kurs stehen z.B. 15,15 km oder auch 15,51 km. Lustigerweise geht die Spinnerei meinerseits manchmal auch für meinen Geschmack zu weit, denn dann bemühe ich mich, durch geschicktes Anpassen der Steigung eine Gleichzeitigkeit von Distanz und verbrauchten Kalorien zu erreichen (für beides gibt es eine Anzeige auf dem Laufband-Display). Wenn ich also sehe, dass die Distanz schneller wächst als die verbrauchten Kalorien, erhöhe ich – wirklich nur sehr selten, meistens habe ich mich in dieser Hinsicht völlig unter Kontrolle – schnell die Steigung, was auch mal anstrengend werden kann… Aber es sieht halt einfach besser aus.

Heute habe ich eine schöne Zahlenkombination gesehen, von der ich gleich ein Foto machen musste. Die passt quasi perfekt zu meiner Vorliebe für derartige Angleichungen.

Schöne Zahlenkombination
So eine schöne Zahlenkombination, da geht mir das Herz auf!

Hat noch jemand hier so lustige Schrullen? Und könnt ihr sie auch so gut wie ich unterdrücken? *Hüstel*…

 

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Zusammenfassung Laufen Januar 2016

Insgesamt bin ich mit dem gerade zu Ende gehenden Januar sehr zufrieden. Die eine Woche Zwangspause hat natürlich eine geringere Kilometerzahl zur Folge gehabt, aber so bleiben in den kommenden Monaten noch ganz entspannte Steigerungsmöglichkeiten…

Laufstatistik 2016:
– 24 Läufe
– Kilometer gesamt: 338,4
– Laufzeit: 32 Stunden 37 Minuten

Showdown der Laufschuhe
Hier stehen sich die alten (rechts) und die neuen Laufschuhe gegenüber – der klassische Showdown.

Die neuen Laufschuhe haben mich in den letzten beiden Läufen etwas mehr als 31 Kilometer weit getragen – und meine Füße, Knie und der Rücken fühlen sich gut an. Eigentlich war es nicht anders zu erwarten, doch gerade auf längeren Strecken ergeben sich immer wieder gänzlich unvorhersehbare Überraschungen. Im Lauf meiner morgendlichen 15 Kilometer komme ich im Schnitt auf 15.000 bis 16.000 Schritte (in dieser Hinsicht unterscheidet sich mein Shine 2-Fitness Tracker nicht spürbar vom FuelBand, daher halte ich den Wert für halbwegs realistisch), da machen sich auch kleine Veränderungen an der Dämpfung, der Sohle, der seitlichen Stütze etc. sofort bemerkbar. Fehlhaltungen oder Druckstellen potenzieren sich über die schiere Anzahl der Schritte, wenn man hier gegen das Körpergefühl anrennt, macht man sich nur kaputt. Bei den neuen Schuhen aber – wie schon festgestellt – ist alles im grünen Bereich.

Beim Laufen höre ich seit einer Woche lieber Musik als Hörbücher, doch das wird sich sicher wieder ändern. Der Vorteil der Musik ist, dass ich mir einerseits auf dem iPad eine Playlist mit Power-Songs zusammenstellen kann, die mich beim Laufen immer wieder neu antreiben, andererseits kann ich meine Gedanken im Gegensatz zu einer Geschichte, der ich zwingend folgen muss, um sie zu begreifen, frei schweifen lassen, was sehr entspannend ist. Und noch eines gibt es: Ich kann hier und da mitsingen. Immer wieder neu spannend, wie viel Luft man neben dem Laufen noch übrig haben kann (gut, bei 12 oder 13 km/h singe ich nicht mehr, da röchle ich eher).

 

Die „gute“ Seite des Internet

Das Internet ermöglicht viele schöne und wundervolle Dinge, z.B. WordPress mit den netten Menschen, die sich — zumindest in meinem Bekanntenkreis — dort tummeln, kann aber auch ein Ort abgrundtiefen Hasses und verdrehter Wahrheiten, Neid und sexueller Nötigung, Diffamierung und Ausnutzung sein.

Bei Twitter fand ich heute ein Beispiel für die beeindruckend schöne Seite des Internet: Ein Mädchen, das aus der Begeisterung für eine Sache anhand unzähliger Videos einen Tanzstil nicht nur erlernt sondern gleich gemeistert hat. Aber seht selbst!

Ist das nicht höchst faszinierend. Solche Videos zeigen, dass die ursprüngliche Vision des Internet immer noch lebendig ist, anders wäre eine derartige Entwicklung für mich nicht zu erklären…

 

Keiner war’s

Am vergangenen Mittwoch war bei uns an der Schule der Gedenk-Tag, ich berichtete, der ja durchaus unterschiedlichen Themen gewidmet war. In meinem großen Musikraum mit direkt angehängter Aula gab es für die Oberstufenschüler einen Vortrag, den ein Mann vom Verfassungsschutz hielt. Damit er für die große Personenanzahl verständlich sprechen konnte, hatten wir die große Anlage – Powermixer, Boxen, Kabel- und Funk-Mikrofone sowie ein Kabel zum Anschluss des Rechners an die Soundanlage – aufgebaut. Alles funktionierte, passt, super!

Kaputt ist kaputt...
Kaputt ist kaputt, auch wenn es keiner war...

Am nächsten Morgen kam ich wieder in meinen Raum, benötigte für den Unterricht aber das Kabel, das ich den Kollegen für den Anschluss des Rechners an die Soundanlage geliehen hatte. Als ich es abziehen wollte, sah ich, dass es in den für das Mischpult nötigen Adaptersteckern abgebrochen war. Und wieder einmal stellte sich bei den Gesprächen später heraus, dass es niemand war und keiner etwas wusste – nur: kaputt ist der Kram halt trotzdem.

Ich ärgere mich. Weniger darüber, dass ein Kabel kaputt ist, die Adapterstecker vermutlich auch nicht mehr zu gebrauchen sind, rein im Sinne eines Geldbetrages ausgedrückt: Peanuts. Was mich ärgert ist, dass meine beiden Kollegen unter Garantie nichts damit zu tun hatten, denn die wären absolut Manns genug, es einfach zu sagen (und hätten das auch gleich getan). Irgend jemand muss am Nachmittag oder Abend in dem Raum gewesen sein und wollte vermutlich nur das Mischpult verschieben, stand aber mit den Füßen auf dem Kabel. So etwas kommt vor, ist ja sicherlich auch nicht böse gemeint, aber dann kann man doch einen Zettel dazulegen oder anrufen… So weiß keiner von nichts, dann kann es auch in Zukunft nicht besser laufen. Bäh!

 

Neue Laufschuhe

Meine neuen Laufschuhe
Meine neuen Laufschuhe

Da ich seit Oktober schon mindestens 1.400 Kilometer zurückgelegt und davor anderthalb Jahre mit eben diesem Paar Schuhe mein morgendliches Seilspringen absolviert habe, war es nun dringend Zeit für ein neues Paar. Im letzten Sommer habe ich mir für die Läufe draußen ein Paar 42K-Schuhe von Kalenji (das ist die Decathlon-Eigenmarke) für knapp unter 90 € besorgt, hier habe ich darüber gebloggt.. Und bis heute kann ich nicht klagen, auch wenn meine Läufe draußen im Winter wirklich nicht extrem häufig sind. Aber im Sommer hatte ich auch schon ein paar hundert Kilometer absolviert – und sie haben den Solera-Test bestanden… 😉

Heute kam mir dann nun das Nachfolger-Modell in die Finger, laut Aufdruck heißt das Modell Kalenji Kiprun LD. Beim gleichen Preis (89,90 €) gibt es die gewohnt solide Verarbeitung sowie die gleiche Dämpfung. Ob der Schuh sich auch auf dem Laufband bewähren kann, zeigen die kommenden Wochen. Das Schöne bei Decathlon ist ja in dieser Hinsicht, dass ich die Schuhe auch nach vier Wochen noch zurückgeben und umtauschen könnte.

Schicke neue Farbe
Die neue Farbe ist richtig schick...

Ganz nebenher muss ich auch noch sagen, dass mir die aktuelle Farbe besser gefällt als die vom letzten Jahr.

 

Speed. Ich bin Speed.

In den letzten Tagen habe ich das Tempo beim morgendlichen Laufen etwas erhöht, was einen schönen Nebeneffekt hat: Ich schaffe die 15 Kilometer nun in weniger als 90 Minuten.

Altes Programm

Bislang bin ich zu Beginn immer erst 800 Meter gegangen, um wacher zu werden und den Bewegungsapparat aufzuwärmen, das Tempo startete bei 6,0 km/h und steigerte sich alle 200 Meter um 0,2 km/h. Von den so zuletzt erreichten 6,6 km/h sprang ich dann direkt auf 8 km/h, die ich für 1,2 km beibehielt. Danach steigerte ich die Geschwindigkeit pro Kilometer um 0,5 km/h, bis ich bei 11,5 km/h angekommen war. Ab hier ging es in gleicher Weise wieder abwärts, der Lauf endete entweder bei etwa 15 Kilometern (meist um die 95 Minuten) oder – mit entsprechend geringeren Ergebnissen – nach 90-92 Minuten, je nach verfügbarer Zeit (ich muss danach noch duschen und dann zur Schule aufbrechen).

Neues Programm

Seit der Temposteigerung ist das Gehen auf 600 Meter verkürzt (6,0-6,6 km/h, Wechsel jeweils nach 150 Metern), dann 400 Meter bei 8,0 km/h, danach sofort auf die 8,5. Wie gehabt wird nun pro Kilometer um 0,5 km/h erhöht, bis ich bei 12 km/h bin. Auf dem Weg zurück springe ich von 10,5 noch einmal zurück auf 12 km/h, nach einem Kilometer setze ich den Abstieg bei 10 km/h fort. So bin ich nach ca. 89 Minuten mit den 15 Kilometern fertig.

Laufstatistik 2016:
– 22 Läufe
– Kilometer gesamt: 307,37
– Laufzeit: 31 Stunden 3 Minuten

 

Befindlichkeiten

Eine kurze Vorbemerkung. Diesen Artikel habe ich schon am Mittwoch geschrieben, doch abends war ich zu müde, um die Sätze auf ihre Sinnhaftigkeit hin zu kontrollieren, daher kommt er jetzt erst.

Heute ist der 27. Januar, ein sehr geschichtsträchtiger Tag, zumindest aus deutscher Sicht. Zum zweiten Mal veranstaltet unsere Schule an diesem Datum einen speziellen Gedenktag, bei dem allerlei unterschiedlichen Themen – sei es die Zeit der Nationalsozialisten und aller Arten von Widerstandsbewegungen dagegen, die DDR oder auch Kinderrechte – auf unterschiedliche Weise (und auf Kosten des regulären Unterrichts) nachgegangen wird.

Georg Elser Gedenkstätte in Königsbronner
Georg Elser Gedenkstätte in Königsbronn

Ich schloss mich zwei Kolleginnen an, die mit fast 60 Schülern nach Königsbronn (einem kleinen Ort zwischen Oberkochen und Heidenheim) zur Georg Elser Gedenkstätte fuhren. Von Aalen aus ist man mit dem Regionalzug in weniger als 15 Minuten am Königsbronner Bahnhof angekommen, dann läuft man ungefähr fünf Minuten bis zur Gedenkstätte, die direkt neben Rathaus und „Brenztopf“ (so heißt der Ursprung der Brenz) gelegen ist. Begrüßt wurden wir von zwei sehr kompetenten Führern (ein durchaus heikler Begriff in diesem Zusammenhang, ist mir klar…).

Falls einem meiner Leser Georg Elser kein Begriff ist, würde mich das nicht wundern, denn mir ging es vor dem heutigen Tag genauso. Leider wird um ihn bislang immer noch nicht viel Aufhebens gemacht, obwohl er sicher zu den bedeutenden heroischen Gestalten des innerdeutschen Widerstands gegen Hitler gehört – und er hat seinen privaten Widerstand wirklich ganz allein durchgezogen, völlig ohne äußere Unterstützung. Bemerkenswert.

Georg Elser hat aus einem inneren Antrieb heraus die Kriegstreiberei der NS-Führung verurteilt und beschlossen, durch einen gezielten Bombenanschlag zumindest Hitler, nach Möglichkeit aber auch Göring und Goebbels (oder so viele führende Nazi-Funktionäre wie möglich) zu töten. Er wartete eine wiederkehrende Veranstaltung ab, bei der die ganze Führungsriege anwesend sein würde, installierte nach wochenlanger geheimer Vorarbeit eine Bombe in der Säule hinter dem Rednerpult – und verpasste am Ende Hitler nur um ein paar Minuten. Entgegen dessen Gewohnheit, ausufernde und lange Reden zu halten, zog ihn die Kriegsvorbereitung zurück nach Berlin, daher fasste er sich ungewohnt kurz. Viel Unheil hätte der Welt erspart bleiben können, wäre er an diesem Tag nicht so ungewohnt wortkarg gewesen.

Kurz vor der Schweizer Grenze wurde Elser auf der Flucht gefangen genommen, inhaftiert, überführt und gefoltert, gekrönt wurde die „Ermittlungsarbeit“ mit einem Geständnis. Von da an lebte er noch bis kurz vor Kriegsende im KZ, wo er wenige Tage vor der Befreiung durch die Alliierten per angeordnetem Genickschuss hingerichtet wurde (der Hinrichtungsbefehl mit der strikten Anweisung zur sofortigen Vernichtung des Dokuments ist in der Gedenkstätte zu besichtigen). Vermutlich sollte er kein Zeugnis von seinen Erkenntnissen mehr ablegen können.

Zurück zur Gedenkstätte: Zu Beginn sahen wir einen etwa halbstündigen Dokumentarfilm, der das gesamte Leben Georg Elsers zusammenfasste – sehr gelungen, leider mit vielen (mindestens 15-20) Aussetzern, denn der Windows 10-Rechner war mit dem Abspielen einer handelsüblichen DVD ganz offensichtlich überfordert. Danach in sehr geraffter, aber vielleicht dadurch gerade besonders eindringlicher Form Hitlers Weg weg von der Demokratie hin zur Diktatur in Form der „Ermächtigungsgesetze“ (immer wieder neu erschreckend, wie schnell das ging – ein großes Lob an die exzellent zusammengestellte Präsentation), wonach sich ein paar Minuten Pause an der frischen Luft anschlossen.

Dann tauschten die beiden Schülergruppen (die Räume sind nicht für 60 Personen ausgelegt), jetzt offenbarte ein französischer Experte (mit wundervoll klingendem Akzent) in einem etwa anderthalbstündigen Vortrag eine herausragend kompakte und dennoch überzeugend schlüssige Zusammenfassung der Ereignisse, die zu Hitlers Machtergreifung und den Gründen für Elsers Anschlag auf ihn führten. Die Schüler konnten sich bei solchen Input-Mengen oftmals nur noch ins Gähnen retten, ich verdenke Ihnen das nicht, denn in dem Alter wäre ich dabei glatt im Stehen eingeschlafen. Heute jedoch war von Müdigkeit keine Spur, die Ausführungen sprachen mich wirklich sehr an. Auch die Kollegin, die mit mir bei dieser Schülergruppe geblieben war, fand ihn sehr überzeugend.

Das Georg Elser-Denkmal am Königsbronner Bahnhof
Das Georg Elser-Denkmal am Königsbronner Bahnhof

Als die Schüler dann gegangen waren, um sich vor der Haustür zu versammeln, kamen eben jene Kollegin und ich mit dem französischen Führer ins Gespräch. Dabei erwähnte er die sehr diffizile Lage der Befindlichkeiten im Heimatort eines solchen Helden. Natürlich war auch Königsbronn in der NS-Zeit in vielerlei Hinsicht gleichgeschaltet worden: HJ, BDM und alle typischen weiteren Vereinigungen gab es auch dort. Nach dem missglückten Attentat wurde ein Großteil der Bevölkerung über Wochen strengen (und fast ausnahmslos brutalen) Verhören unterzogen. Dann griff die Propaganda-Maschine, die Elser als Marionette eines ausländischen (in diesem Fall britischen) Geheimdienstes hinstellte (völliger Unfug, aber dafür ist Propaganda ja nun einmal zuständig), ein. Wirklich fundierte Aufklärung über alle Details fand erst ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre statt, bis sie breiteren Bevölkerungsschichten bekannt wurde, hatten bereits die 1990er Jahre begonnen.

Die Gedenkstätte wurde gegen Ende des letzten Jahrtausends eingerichtet – gegen teils heftigen Widerstand der ansässigen Bevölkerung. Die lange zurückliegende Propaganda hatte teilweise ihre Wirkung getan, außerdem gab es haufenweise Probleme mit den individuellen Befindlichkeiten von Familien, die in diesem Zusammenhang nicht erwähnt werden wollten. Alles ein sehr heikles Geflecht von sozialen Fäden, die man besser nicht entwirren sollte, wenn am Ende irgendwann einmal eine echte Aufklärung für alle erreichen möchte.

Mich beeindruckten vor allem das Fingerspitzengefühl für die gerade dargelegten sozialen Befindlichkeiten und die Fachkompetenz der beiden Führer. In ein paar Jahren werde ich da sicherlich wieder hingehen, vielleicht ja wieder mit einer Schülergruppe. Wer einmal in die Gegend kommt, sollte sich diese Gedenkstätte unbedingt ansehen. Der Eintrittspreis ist lächerlich gering, die Details sind über die Homepage der Gedenkstätte einfach zu erfahren.