Vorsätze?

Seit Jahren nehme ich mir vor, mir nichts mehr vorzunehmen. Zumindest offiziell, denn dann muss man das Scheitern nicht vor anderen zugeben. Dieses Mal habe ich mir tatsächlich ein paar Kleinigkeiten vorgenommen, deren Umsetzung sicher nicht flächendeckend gelingen wird. Wenn es aber auch nur hier und da besser als in diesem Jahr läuft, ist schon etwas gewonnen:

  • Mehr Zeit für mich und meine Familie. Meine Frau stockt zum neuen Schuljahr an ihrer Schule ihr Stundendeputat auf, dafür reduziere ich ein wenig. Insgesamt arbeiten wir dann zusammen zwar zwei Stunden mehr, bei mir ist aber mittlerweile deutlich mehr Routine im Spiel, sodass ich darauf hoffen kann, ein etwas entspannteres neues Schuljahr (ab September) vor mir zu haben. Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt…
  • Gesünderes Essen. Grundsätzlich gibt es bei uns schon sehr viel gesundes Essen, aber bei Stress greife ich vor allem des Abends noch viel zu oft auf Knabberzeug zurück. Ohne echten Appetit, es ist einfach ein Automatismus, den möchte ich noch ein paar Mal mehr ausschalten. Schaden wird das sicher nicht.
  • Abschied vom Pepsi Light. Seit Jahren trinke ich hauptsächlich Pepsi Light oder auch Cola Light. Dass das nicht gesund ist, weiß ich selbst. Dummerweise schmeckt mir blankes Wasser nicht gut genug. Aber ich denke, sobald ich mal ein paar Wochen durchgehalten habe, kann ich die neue Gewohnheit als etabliert betrachten.

Viel mehr nehme ich mir mal nicht vor, denn noch mehr Erotik würde die Welt nicht ertragen. 😉

 

Advertisements

Keine Horror-Filme für mich!

Ich bin kein Fan von Horror-Filmen, schon bei Klassikern wie Stanley Kubrick's Verfilmung von „The Shining“ musste ich immer wieder pausieren, weil die Spannung einfach zu mörderisch war. Da lasse ich mich auch gerne belächeln, aber ich brauche das nicht.

Splatter-Filme (und noch härteren Stoff) kann ich gleich gar nicht sehen. Als Teenager habe ich einmal Peter Jacksons „Braindead“ gesehen. Wäre der Film nicht so gnadenlos überzogen gewesen, dass ihn jeder als Horror-Persiflage erkennen musste, hätte ich ihn schier nicht ertragen. Und mehr als dieses eine Mal muss nicht sein.

Einen einzigen Film dieses Genres, der auch nicht als überzogene Parodie zu verstehen ist, habe ich schon mehrfach gesehen, mir gefällt seine fantastische Bildsprache, die reiche (wenngleich nicht immer ganz nachvollziehbare) Symbolsprache, vor allem aber die Konstellation an Schauspielern: Constantine.

Wirklich benennen kann ich nicht, was mich an dem Film fasziniert, sicherlich nicht das Gefasel von einem „Speer des Schicksals“. Wohl aber die versteckten Vertreter von Gut und Böse auf Erden, die versuchen, durch geschickte Winkelzüge die Handlungen der Menschen zu ihren jeweiligen Gunsten zu beeinflussen. Das ist gut gemacht. Auch das offene Ende, das nicht gleich neuen Horror andeutet. Schön, diesen Film kann ich mir auch in Zukunft noch ein paar Mal ansehen. Aber mit allen weiteren Horror-Filmen kann man mir gleich fern bleiben.

 

Star Trek und DVD-Menüs

Gestern haben wir uns nicht zum ersten Mal den Pilotfilm „Der Abgesandte“ der Star Trek-Serie „Deep Space Nine“ von der DVD angesehen.

Exkurs: Star Trek: „Deep Space Nine“

In diesem Zuge muss ich gleich einmal darauf hinweisen, dass im Gegensatz zum schlichtweg furchtbaren Piloten von „The Next Generation“ oder dem etwas öden Einstieg in „Voyager“ hier ein inhaltliches Meisterwerk vorliegt:

  • Der wichtigste Charakter, Benjamin Sisko, ist in sich höchst widersprüchlich angelegt. Im Gegensatz zu Jean-Luc Picard von der Enterprise, der von Anfang an wohlüberlegt und gesetzt agiert (und dadurch bereits im Pilotfilm zu sprechlastig rüberkommt), bietet diese charakterliche Disposition Siskos Unmengen an nicht vorhersehbaren Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Die ganze Serie spielt auf einer Raumstation (eben „Deep Space Nine“), die zu einem Planeten gehört, der gerade erst die Fesseln einer 50-60 Jahre dauernden Knechtschaft abgeworfen hat. Die dadurch bedingt noch stark im Fluss befindlichen Machtverhältnisse ziehen natürlich auch viele schillernde, wenn nicht gar zwielichtige, Charaktere an, die immer wieder interessante Optionen für neue Episoden bieten. Da aber die Station immer am gleichen Ort bleibt, erhält die Serie mehr Konstanz als alle anderen Star Trek-Serien, bei denen ja immer ein Raumschiff von einem Punkt der Galaxie zum anderen weiterfliegt (die alte „Kirk“-Masche halt: In jedem Hafen eine andere…).
  • Das Wurmloch in der direkten Nachbarschaft der Raumstation öffnet den Weg in eine gänzlich unerforschte Region des Weltraums (den „Gamma-Quadranten“) – wiederum ergeben sich hier schier unglaubliche Möglichkeiten, neue und spannende Elemente ins Spiel zu bringen. Doch auch hier gaben die Macher der Serie – löblich! – nicht der Verlockung nach, permanent neue Rassen und Kulturen einzuführen. Mit dem „Dominion“ wird eine große Macht aus dem Gamma-Quadranten geschaffen, die bis zum Ende der siebten Staffel ein entscheidender Faktor der Handlung bleibt.
Star Trek: Deep Space Nine
Die wohl beste Science Fiction-Serie aller Zeiten: Star Trek: Deep Space Nine

Da ich die Serie schon einige Male komplett durchgeguckt habe, kann ich bestätigen, dass es sich um eine der gelungensten (wenn nicht gar die gelungenste) Science Fiction-Serien überhaupt handelt, zumindest aus meiner Sicht.

Zurück zum Thema

Und das bringt mich zurück zur Überschrift: DVD-Menüs. Welch eine Qual das gestern Abend war! Die besten DVDs sind für mich jene, die den Zuschauer direkt, also ohne lange animierte und vor allem nicht überspringbare Kinkerlitzchen, in ein Auswahlmenü katapultieren, von wo aus der Film mittels Druck auf eine einzige Taste der Fernbedienung gestartet werden kann. Vorbildlich ist in dieser Hinsicht z.B. „Evolution“, denn nach dem Einlegen der DVD ist man in weniger als 30 Sekunden im eigentlichen Film (und genau dafür hat man die DVD ja vorher eingelegt). Katastrophal ist dagegen der erste „Harry Potter“-Film, bei dem man noch eine ganze Minute lang eine zwar wunderschön animierte, ab dem zweiten, spätestens dritten Mal aber langweilige Einleitung gucken muss, bevor man endlich aus dem Menü auswählen darf…

Zurück zu „Deep Space Nine“: Auf dieser DVD wird erst einmal ein langer Vorspann gezeigt. Dann ist das Menü im Star Trek-Design animiert, die typischen Geräusche dürfen auch nicht fehlen. Für Hardcore-Fans, die sonst keinen Inhalt im Leben haben, sicher ein Genuss. Für Menschen wie mich, die einfach nur die Folgen sehen wollen, eine Qual.

Das wäre doch einmal die Marktlücke schlechthin: DVD- oder BluRay-Editionen, bei denen alle Extras und alle komplexen Kinkerlitzchen weggelassen wurden. Die dürften meinetwegen sogar genausoviel kosten (obwohl ja nachweislich weniger drauf ist). Aber nun einmal ganz ehrlich: Das ist doch der hauptsächliche Grund, warum ich mir die DVDs besorge: Ich will die Folgen oder den Film ohne lästige Werbeunterbrechung und insgesamt möglichst ungestört ansehen.

Jedes animierte Menü, jeder ellenlange Marketing-Film der Filmindustrie („Raubkopierer sind im Netz nicht anonym…“ und wie sie alle heißen), jeder Hinweis darauf, in welchem Soundsystem sich der Film vermeintlich am besten anhört (bei uns mit zwei ganz normalen Stereo-Boxen an der Anlage ohnehin völlig egal), und aller Schrott in dieser Hinsicht lässt mich den Kauf doch nur bereuen. Und diese Star Trek-Kollektionen hatten durchaus einen stolzen Preis.

Warum muss ich mir als Käufer bei jeder einzelnen DVD dieser Sammlung (und es sind bei sieben Staffeln mit jeweils mindestens sechs DVD wirklich viele Medien) wieder neu ansehen, dass „Raubkopierer im Internet nicht anonym sind“? Das ist doch absurd im Quadrat!

So genug gemotzt. Irgendwann kommt die Filmindustrie vielleicht ja mal auf den Gedanken, dass sie sich selbst damit keinen Gefallen getan hat, weil irgendwann alle Leute anfangen, sich die Folgen illegal im Netz anzusehen, nur um sich die Qual der Menüs und der sonstigen „wertvollen Hinweise“ zu ersparen. Geht es euch manchmal auch so?

 

Die rettende Socke

Die rettende Socke
Die rettende Socke – ohne sie wäre mein iPhone sicher wieder den Kältetod gestorben...

Gestern berichtete ich ja von meinem in der morgendlichen Kälte „verhungerten“ iPhone. Dieses Phänomen ist nicht neu, viele Sportler, die mit der Hilfe verschiedenster Apps auf ihren iPhones ihre Leistungen und Fortschritte protokollieren (Stichwort: „Selbstoptimierung“), kennen das aus leidvoller Erfahrung. Mitten im Training bemerkt man, dass die regelmäßigen Statusmitteilungen über zurückgelegte Distanz und Durchschnittsgeschwindigkeit ausbleiben – doch da ist es dann schon zu spät, denn das iPhone erwacht (dann jedoch meist mit weit über 70 oder 80% Akkukapazität) erst wieder aus seinem Dornröschenschlaf, wenn es mit dem Ladegerät an der Steckdose hängt.

Bei meinem heutigen Lauf wollte ich der Problematik mit einfachen Hausmitteln entgegen treten: Ich steckte das iPhone nach dem Start der Aktivität (meine RunKeeper-App flüstert mir dies dann immer blechern zu) einfach in eine – selbstverständlich frische – Socke, die dann wiederum in der einzig verfügbaren Tasche meiner Laufjacke verschwinden durfte.

Und siehe da: Die Socke erfüllte ihren Zweck voll und ganz, denn das iPhone hielt den gesamten Weg über durch. Um herauszufinden, welche Entfernung ich gestern denn nun eigentlich hinter mich gebracht hatte, lief ich heute die exakt gleiche Strecke noch einmal. Es waren 14,04 Kilometer.

Also: Alle Sportler mit unterkühlten iPhone-Akkus aufgemerkt! Eine Socke extra einpacken, dann klappt's auch bei Minusgraden! 😉

 

Alltagsfaszination

Hin und wieder bemerkt man ja so Dinge, an denen man sonst einfach vorbeigeht, ohne ihnen auch nur das kleinste bisschen Aufmerksamkeit zu schenken. Heute war wieder einmal ein solcher Moment: Beim Gang zum Spielplatz, um die versammelte Kinderschar auszulüften – fünf Kinder, von denen vier nur acht oder weniger Lenze zählen, entwickeln in geschlossenen Räumen eine gewisse Eigendynamik, die der Erholung der anwesenden Erwachsenen eher abträglich ist – sah ich unter den Leitplanken neben der Eisenbahntrasse eine ganz genau parallel im Boden verlaufende Linie.

Die Tropflinie
Mysteriöse Linie unter der Leitplanke

Die Erklärung dafür ist simpel: Entlang dieser Linie tropft Tag für Tag der Morgentau herunter. Wären die Leitplankenstücke nicht erst vor relativ kurzer Zeit eingesetzt worden, wodurch auch der Boden frisch angelegt werden musste, hätte ich das sicherlich nicht bemerken können, denn dann wäre dort garantiert ein dichter Grasbewuchs. So aber war die Linie unübersehbar. Hach! Und wieder einmal eine Kleinigkeit entdeckt, die mich für einen Moment faszinieren konnte.

 

Nebel am Morgen

Wie im letzten Blog-Eintrag angekündigt, ging ich es heute beim Laufen wesentlich ruhiger an. Das hatte mehrere Gründe: Einmal war der gestrige Tag lang (obwohl ich es in den Knochen nicht wirklich spürte), andererseits lag bei knapp unter 0 Grad der Nebel über der Landschaft und verwandelte die Asphalt-Wege in ziemlich hinterhältige Tests für den Gleichgewichtssinn und an einigen Stellen äußerst glatte Rutschpartien.

Nun gut, dachte ich mir, dem kann Abhilfe geschaffen werden! Und schon bog ich auf einen Feldweg ein. Dort war es nicht rutschig, dafür um so holpriger. Gleichermaßen wurde ich mit obigem Anblick einer gerade aufgegangenen Sonne durch dicke Nebelschleier belohnt. Ganz entgegen meiner üblichen Gewohnheiten blieb ich stehen und fotografierte diesen Anblick.

Ein paar Kilometer weiter lief ich an einem Feld entlang, da lichtete sich – auch wenn es vorerst nur für wenige Minuten war – der Nebel und ließ die strahlende Sonne durch. Auch dies musste fotografisch festgehalten werden:

Einen minimalen Nachteil hatte es ja schon: Die Kälte (knapp 2 Grad unter 0) entleerte gleich darauf meinen iPhone-Akku. Mit 91 Prozent war ich fünf Kilometer vorher gestartet, ab da unterstützte mich nur noch mein allzeit zuverlässiges FuelBand.

Beim Laufen erinnerte ich mich an eine ganz exquisite Stelle aus Alan Sillitoes Meisterwerk »The Loneliness of the Long Distance Runner«, mit der ich diesen Blog-Eintrag beschließen möchte. Wenn ich morgens schon einmal so allein durch die vernebelte Landschaft trabe, erinnere ich mich immer wieder an diese Passage:

Because when on a raw and frosty morning I get up at five o'clock and stand shivering my belly off on the stone floor and all the rest still have another hour to snooze before the bells go, I slink downstairs through all the corridors to the big outside door with a permit running-card in my fist, I feel like the first and last man on the world, both at once, if you can believe what I'm trying to say.

 

Ungeplanter Rekord

Gestern war ein persönlicher Rekord-Tag, nur absolut ungeplant. Beim Aufstehen standen nur zwei Punkte für mich fest: Ein morgendlicher Lauf (ca. 90 Minuten) und zu Fuß zum Festessen mit der Familie. Der morgendliche Lauf ist seit einigen Wochen fest etabliert, der Fußmarsch zum etwa sieben Kilometer entfernten Gasthof ist seit Jahren üblich.

Mit meiner Frau startete ich, gemeinsam liefen wir fast zehn Kilometer, dann wünschte sie, dass ich in meinem eigenen Tempo weiterliefe. Das tat ich. Und hängte noch ein paar Kilometer an. Und irgendwann merkte ich, dass ja auch noch ein Heimweg anstand. Zack! Schon war der Halbmarathon voll (trotz gedanklicher Aussetzer, denn ich dachte während des Laufens, dass ich 22,2 Kilometer schaffen müsste, doch bei ungefähr 21,1 Kilometern ist der schon erfüllt).

Mittags zum Restaurant hin war geplant und schön, das fast schon frühlingshafte Wetter kam uns sehr entgegen, also nahmen wir eine leicht andere Route als sonst – himmlisch! Nach dem Essen war unsere Mittlere ganz erpicht darauf, sich zu bewegen, also fragte ich im Scherz, ob sie mit mir zurück laufen wolle. Nun ja, sie wollte. Also noch einmal die sieben Kilometer Fußmarsch. Aber – und das rechne ich ihr hoch an – es kam kein einziges Wort der Klage über ihre Lippen, obwohl sie nach zwei Kilometern durchaus merkte, dass es sich körperlich wesentlich länger anfühlte, als es sich vorher aus meinem Mund angehört hatte. Dennoch: Sie lief tapfer, erzählte mir viel, ich erzählte ihr viel – eine wertvolle Papa-Tochter-Zeit.

Mit allem Hin und Her kam ich an diesem Tag sicher auf ungefähr 35-36 Kilometer, die ich zu Fuß zurückgelegt hatte. Mein FuelBand zeichnete etwas mehr als 37.000 Schritte auf, zusätzlich stellte ich meinen persönlichen Rekord an Fuel (das entspricht ungefähr den verbrannten Kilojoule) auf:

Üblicherweise liegt mein Tagesziel bei 3.600 Fuelpunkten, das entspricht ungefähr einem 13-Kilometer-Lauf (auf dem Laufband, da bekommt man durch die Gleichförmigkeit der Bewegung immer etwas weniger Punkte).

Nun, obwohl es so nicht geplant war, tat der Tag gut, heute habe ich es wesentlich ruhiger angehen lassen (gleich gibt es noch ein schönes Foto, allerdings in einem separaten Blog-Eintrag), am Nachmittag werde ich mich vor allem dem Lesen und Spielen mit den Kindern widmen, Erholung pur!