Bruce Dickinson: „Hell on Wheels“

Bruce Dickinson: »Hell on Wheels«

Bruce Dickinson: „Hell on Wheels“ (aka AC/DC: „Back in Black“)

Nachdem ich in den letzten Wochen nur wenig gepostet habe, wird es Zeit, etwas daran zu ändern. Hier nun ein musikalischer Beitrag:

Die 1990er

In den 1990er Jahren war ich neben meiner trompeterischen Tätigkeiten auch eifrig als E-Gitarrist in einigen Bands aktiv, entsprechend prägte das meinen Musikgeschmack — ich hatte sogar lange Haare (eindeutig ein heute nicht mehr herzustellender Zustand, denn dafür sind es mittlerweile viel zu wenige). Die ganz harten Heavy Metal-Sachen mochte ich damals nicht, daran hat sich bis heute nicht viel, eigentlich gar nichts, geändert. Iron Maiden und Megadeth waren mit großem Abstand die härtesten Bands, die ich hörte.

Im Jahr 1990 veröffentlichte Bruce Dickinson, der damalige wie heutige Sänger von Iron Maiden, sein erstes Solo-Album, weil — so seine eigene Angabe — er „die Möglichkeit dazu hatte“. Da er zusätzlich immer weniger zufrieden damit war, von allen nur als „der Sänger von Iron Maiden“ angesehen zu werden, schuf er sich mit seiner Solo-Karriere ein kreatives Ventil. Zu diesem Zeitpunkt war ein Ausstieg bei seiner Stammband nicht geplant. Dummerweise stieg er, beflügelt vom Erfolg seiner Solo-Karriere, dann doch nach drei Jahren bei Iron Maiden aus — so war das sicher nicht im Sinn des Erfinders. Glücklicherweise kehrte er auch wieder zurück, denn ohne ihn war die Band nicht halb so gut.

Tatooed Millionaire

Zurück zum eigentlichen Thema: Das Album mit dem Titel „Tatooed Millionaire“ erhielt nach seinem Erscheinen in der Fachpresse durchweg fantastische Kritiken, also legte ich mir damals noch die Vinyl-Version zu (ja, so lange ist das her — außerdem kostete sie weniger als die CD, als Teenager hatte ich einfach kein Geld…). Und tatsächlich: es handelte sich um eine Sammlung hervorragender Songs: bodenständig und doch verspielt, lyrisch und doch energetisch, frech und doch ernst – viele solcher Gegensatzpaare könnte man anführen. Wichtig ist nur, dass es mir gefiel.

Seit Jahren besitze ich keinen Plattenspieler mehr. Dank Apple Music habe ich aber in den letzten Wochen das Album auf mein iPad geladen und immer wieder etwas darin herumgehört. Gleich der Opener „Son of a Gun“ ist ein mitreißendes und energiegeladenes Stück, den Vogel schießt meiner Meinung nach aber „Hell on Wheels“ ab.

Hell on Wheels

Der Titel deutet es ja schon ein wenig an: hierbei handelt es sich um eine Verneigung vor, wenn nicht gar eine Huldigung an die Band AC/DC. Was andernfalls nur als schamloser Rip-Off gelten dürfte, wird hier mit einem ansteckenden Feuer zelebriert — noch dazu vom Lead-Sänger einer der bekanntesten Metal-Bands aller Zeiten, einem Urgestein der „New Wave of British Heavy Metal“ —, man kann gar nicht anders, als mit den Füßen mitzuwippen, den Kopf im Takt leicht in Schwingung zu versetzen und an der einen oder anderen Stelle gleich einmal mitzusummen.

Experiment und Fazit

Wer sich auf ein lustiges kleines Experiment einlassen möchte, hört sich bitte zuerst „Back in Black“ von AC/DC an und wechselt dann möglichst nahtlos zu „Hell on Wheels“.

Die Ähnlichkeit ist verblüffend! Und gerade in dieser Offenheit als ehrliche Hommage von einem Musiker an eine Band zu deuten. Sehr gelungen! Das Stück ist schon in meiner Favoriten-Playlist gelandet.

 

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3 Gedanken zu „Bruce Dickinson: „Hell on Wheels“

  1. Call Me Appetite sagt:

    Reminder an mich: endlich in die neue Maiden reinhören. Schöner Bericht übrigens

  2. […] Jeden Tag empfehle ich einen Song als den „Song des Tages“. Mit „Skunkworks“ brachte Bruce Dickinson ein etwas eigentümliches Album heraus, denn da wagte er sich in einen ungewohnten Bereich vor, denn diese Rockmusik weist stellenweise deutliche Independent-Züge auf, also ein ganz anderes Fahrwasser als Iron Maiden, seine Stammband, oder das erste Solo-Album „Tattooed Millionaire“ (hier und hier). […]

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