Klassiker des deutschen Films: „Die Einsteiger“

Ein Juwel des deutschen Films

Ein echtes Juwel des deutschen Films

Seit Jahren haben sie keinen gemeinsamen Film mehr herausgebracht, doch in den 1980er Jahren gab es eine ganze Reihe der sog. „Supernasen-Filme“ mit Thomas (damals noch „Tommy“) Gottschalk und Mike Krüger. Ich denke, es gilt als gesellschaftlicher Konsens, dass diese Filme nicht zu den Sternstunden des deutschen Films gehören. Dennoch gibt es einen Film, der eine so faszinierende Grundidee und eine passable bzw. überwiegend gelungene Umsetzung aufweist: „Die Einsteiger“ aus dem Jahr 1985.

Die Grundidee

Der Film basiert auf einer Grundidee, die sicher jeder von uns schon einmal im Leben ebenfalls hatte: Wie wäre es, in den gerade laufenden Film „einsteigen“ zu können und selbst daran teilzunehmen?

Gerade als Kind/Jugendlicher, als ich Fernsehserien wie „Ein Colt für alle Fälle“, „Trio mit vier Fäusten“, „Agentin mit Herz“, „Western von gestern“, „Star Trek“ (alle Serien) und viele andere konsumierte, war dies ein nicht selten gehegter Wunschtraum. Und da hatte ich noch nicht einen einzigen Erotik-Film gesehen (…).

Handlung

Genau diesen Wunschtraum nimmt sich der Film zum Anlass. Mike Krüger spielt Mike, einen Erfinder, der das Wunder vollbringt, sich und alle, die seine Hand beim Auslösen der Fernbedienung halten, in den gerade auf seinem speziell präparierten Videorekorder laufenden Film zu transportieren, wo sie dann Teil der Handlung sind bzw. Filmfiguren (z.B. Indiana Jones) ersetzen. Thomas Gottschalk spielt seinen bei Frauen durchaus erfolgreichen Kumpel Tommy. Gemeinsam erleben sie einige der Filmklassiker – darunter der schon erwähnte „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Tanz der Vampire“ – aus einer gänzlich neuen Perspektive. Der Rest der Handlung ist, um ganz ehrlich zu sein, völlig irrelevant.

Umsetzung

Mit einem großen Hollywood-Budget hätte man aus dieser Idee sicher einen abendfüllenden Blockbuster erzeugen können. Doch ganz soviel Geld wurde offensichtlich nicht in die Hand genommen. Das Ergebnis ist eine charmante Inszenierung, die durchaus besser als der Durchschnitt der damals gängigen deutschen Kinofilme ist. Zumindest empfinde ich es so, sicherlich kenne ich nicht alle damaligen Erzeugnisse.

Die Stärke des Films liegt im völlig überstrapazierten und meist extrem kalaueresken Humor sowie den unnachahmlichen (und das ist nicht nur positiv gemeint) schauspielerischen Leistungen der beiden Protagonisten.

Früher hatte ich den Film auf einer VHS-Kassette, die ich vom TV aufgenommen hatte. Bereits seit vier oder fünf Jahren habe ich kein taugliches Abspielgerät mehr – und werde mir sicher auch nie wieder eines beschaffen. Aber bei Amazon fand ich die DVD gebraucht für einen oder zwei Euro, mit Porto also vier oder fünf Euro. Und das bisschen Geld war mir der nostalgische Trip in den Kindheits-Spaß allemal wert. Als er vor ein paar Monaten geliefert wurde, nötigte ich meine Frau, einen Abend dafür zu opfern. Wie nicht anders zu erwarten, schlief ich dabei ein.

Das ist nun einmal der häufigste Effekt, den nostalgische Filmerlebnisse auf mich haben. Bereits seit Jahren. Im Referendariat (2003/04) bewohnte ich in Nürnberg ein kleines Zimmer direkt an einer vielbefahrenen Straße mit vierspurigem Verkehr und Straßenbahnverkehr in der Mitte (sowie neben einer Tankstelle), der Lärmpegel war also meist nicht ganz wegzudenken. Zum Einschlafen sah ich mir jeden Abend „Und täglich grüßt das Murmeltier“ auf dem Laptop an. Nach ein paar Abenden hatte ich mich soweit konditioniert, dass ich nicht einmal mehr die Abfahrt von Bill Murray und Andie MacDowell nach Punxsutawney mitbekam. Dafür schlief ich wie ein Stein. Und so erging es auch den „Einsteigern“ – doch da hielt ich mindestens 45 Minuten durch.

Fazit

Von allen Filmen des Duo Infernale ist dies aus meiner Sicht der beste. Gebrauchte DVD-Versionen gibt es bei Amazon immer wieder für ganz wenig Geld zu haben. Wer sich dafür interessiert: Zuschlagen! Der Film ist es wirklich wert. Und wenn man ihn doch nicht mag, lässt er sich ja wieder weiterverkaufen oder -schenken.

 

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Ein Gedanke zu „Klassiker des deutschen Films: „Die Einsteiger“

  1. Ich hab den Film damals sogar im Kino gesehen, allerdings nicht mit wirklich großer Begeisterung. Heute könnte ich mir die hölzernen Dialoge von Gottschalk und Krüger, glaub ich, nicht mal mehr ansehen, wenn ich dafür Geld bekäme (naja, käme wohl auf die Summe an). Dann lieber einen Karl-May-Film, der bietet neben dem Trash wenigstens noch ein paar Schauwerte. 😀

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