Apple Music nach ein paar Wochen

Es wird im Internet ja viel gelästert über Apple Music. Wenn man sich das so im Einzelnen durchliest, müsste man glatt davon ausgehen, dass bei diesem Streaming-Dienst nichts, aber auch gar nichts funktioniert, dass alles Mist ist, der von unfähigen Gestalten zusammengemurkst wurde etc.

Ich weiß ja nicht, was für exorbitante Erwartungen manche Leute haben, aber bei mir funktioniert Apple Music ziemlich gut, wenn nicht gar exzellent. Um das zu begreifen, muss ich vielleicht meine Art der Nutzung erläutern, denn womöglich bin ich ein gänzlich atypischer Nutzer: Wenn ich zufälligerweise auf ein neues Stück, eine neue Band oder ein interessantes Album gestoßen werde, weiteres Material von einem mir lieb gewordenen Musiker (oder einer Band) suche oder aber einen Film gesehen habe, dessen Soundtrack mich interessiert, dann wechsle ich auf dem iPad in die Musik-App (oder auf dem iMac in iTunes) und gebe den entsprechenden Suchbegriff ein – bislang wurde ich kein einziges Mal enttäuscht. Alles kam schnell und ließ sich abspielen. Wie ich vor ein paar Wochen bei meinem ersten Artikel anmerkte, sind mir andere Streaming-Dienste gänzlich unvertraut. Vermutlich funktionieren die auch gut, aber wenn es eine Lösung von Apple gibt, die dann auch nahtlos auf allen meinen Geräten funktioniert, dann werde ich mich fast immer für diese entscheiden.

Es gibt — natürlich — noch ein paar Ecken und Kanten, z.B. beim Erstellen von Wiedergabelisten, denn neu hinzugefügte Titel tauchen bei mir manchmal erst mit Zeitverzug, seltener auch gar nicht, auf. Aber das sind vermutlich die so oft genannten Kinderkrankheiten.

Beispiele für meine häufigsten Anwendungen

Ein paar Beispiele für meine Nutzung in den letzten Tagen möchte ich anfügen, denn die illustrieren, warum mir Apple Music Spaß macht.

Twitter-Tipp: Titus Andronicus

Vorgestern empfahl einer der Twitterer, denen ich folge, die Band Titus Andronicus (ja, es ist der Titel eines äußerst blutrünstigen Dramas von William Shakespeare) bzw. deren Album „The Most Lamentable Comedy“ (noch eine Anspielung auf Shakespeare, es handelt sich — ich weiß das nur, weil es meine Lieblingskomödie ist — um ein Zitat aus „Ein Sommernachtstraum“).

Titus Andronicus

@gallenbitter empfiehlt: Titus Andronicus „The Most Lamentable Comedy“

Nun bin ich ein relativ spontaner Mensch, zumindest was Einkäufe im iTunes Store angeht (zum Glück sind die Beträge dort ja auch überschaubar). Aber in diesem Fall hätte ich mir das Album nach einem kurzen Reinhören nicht zwingend gekauft. Mit Apple Music konnte ich es aber beim morgendlichen Seilspringen einmal komplett durchhören. Ein kurzer Höreindruck hätte mir diese eigenwillige und dadurch faszinierend schöne Musik kaum so nahe bringen können. Das Schöne an Apple Music ist, dass ich mir das Album noch etliche Male anhören kann. Und ebenso alle anderen der Band. Und viele weitere. Ohne extra dafür bezahlen zu müssen. Schick.

Fritz Kalkbrenner: „Back Home“

Fritz Kalkbrenner war mir bislang absolut kein Begriff. Die Musikwelt ist schon seit etlichen Jahren auf ein derart unübersichtliches Ausmaß angewachsen, dass ich schlicht nicht jeden Künstler kennen kann, nicht einmal jeden, der „etwas taugt“

Zurück zu Fritz Kalkbrenner: Heute hat Arabella in ihrem „Das Lied zum Tag“-Eintrag das sensationell genussvoll anzusehende Video-Clip von „Back Home“ verlinkt. Ich sah es, holte meine Frau an den Rechner, sie sah es, wir beide genossen es.

Fritz Kalkbrenner

Fritz Kalkbrenner: „Back Home“ — sehr entspannend!

Danach suchte ich nach dem Titel in Apple Music, fand ihn und lud ihn herunter (und fügte ihn meiner Playlist mit Lieblingssongs hinzu). Und weil der Song so schön war, durfte das restliche Album gleich folgen (aber noch nicht in meine Playlist).

Fazit

Es wird immer Leute geben, die an allem etwas auszusetzen haben. Und es wird immer Leute geben, die an Apple etwas auszusetzen haben. Auch ich habe hier und da meine Probleme mit dem Laden, und ich habe keine Scheu, diesen Ärger dann auch zu formulieren. Aber: Für mich funktioniert Apple Music gut. Der Preis, den ich ab Ende September monatlich zu zahlen habe (knapp 10 €) entspricht dem früheren Kauf eines einzigen Albums — nun kann ich unbegrenzt hören und zwischenspeichern. Für mich als Musiklehrer und -liebhaber ein absoluter Gewinn.

Wie sehen eure Erfahrungen mit Apple Music aus? Eher positiv, eher negativ, völlig neutral, noch gar nicht ausprobiert, wird auch nie getestet…? Der Kommentarbereich wartet schon.

 

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6 Gedanken zu „Apple Music nach ein paar Wochen

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Alles bestens und ich werde dabei bleiben!!! Paule hat übrigens auch ein neues Album 😉

  2. Zeilenende sagt:

    Hör auf zu schreiben, ich komm mit dem Kommentieren nidht hinterher … 😉

    Apple Music hat mich im Gegensatz zu Spotify schwach gemacht. Ich bin ja kein großer Musikhörer sondern Podcastjunkie und womöglich (jenseits der Bärenbude) der jüngste Zuhörer von WDR5, weil ich dieses bloße Berieseln durch Musik im Nebenbei nicht mag. Nichtsdestotrotz höre ich manchmal gern Musik, aber ich mag auch nicht in der unbegrenzten Auswahl an Möglichkeiten ertrinken – und die Empfehlungen auf Basis des Gehörten finde ich doof, da schmore ich auf Dauer im eigenen Saft.
    Lange Rede, kurzer Sinn, die Idee, ein kuratiertes Radio in den Dienst zu integrieren, finde ich kombiniert mit der breiten Zugriffsmöglichkeit auf die Inhalte super. Von daher habe ich Apple Music erlaubt, wenn ich einen Streaming-Dienst brauchen sollte, meine erste Wahl zu sein.

  3. Arabella sagt:

    Mein Apple Music war in diesem Fall der Herr Sohn.
    Die Geschwister Paul und Fritz Kalkbrenner dürften noch Einiges zu bieten haben…

  4. Jim Kopf sagt:

    Toll dass du auf Fritz Kalkbrenner aufmerksam geworden bist, ein klasse Artist den ich letztens noch live erleben durfte! Für sowas sind Streaming-Dienste wie Apple Music oder Spotify einfach gut – auch wenn ich mich nach langem Überlegen doch für Spotify Premium und somit gegen Apple Music entschieden habe 🙂
    LG Jim

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