NotateMe und der Stylus

Unten die Handschrift, oben das konvertierte Ergebnis

Unten die Handschrift, oben das konvertierte Ergebnis — nicht schlecht!

Vor ein paar Wochen habe ich ja schon einmal berichtet, dass ich mir zwei Stylus-Modelle für mein iPad zugelegt habe. In den letzten Tagen hatte ich mehrere Stunden lang genug Zeit, die Anwendung eines dieser Geräte in einer Musik-App namens NotateMe auszuprobieren. Und ich habe dabei so einiges gelernt – über mich, über den Stylus und über die App.

Was ist „NotateMe“?

NotateMe ist eine Software, die die per Hand notierten Noten und einige spezielle musikalische Zeichen erkennt und in eine genormte Notenschrift („Notensatz“) überführt. Auf meinem iMac benutze ich Sibelius, an das ich mich bereits im Studium gewöhnt habe. Aber unterwegs habe ich das iPad, von Sibelius gibt es keine iOS-Version, daher muss ich mir anders behelfen. NotateMe füllt diese Lücke zwar nicht ganz, aber zumindest in Teilen aus.

Unterschied zwischen Fingern und Stylus

Mit den Fingern habe ich schon etliche Male mit der App gearbeitet, doch die Ergebnisse waren bestenfalls mittelmäßig. Entweder sind meine Finger etwas zu dick (das wäre aber ganz schlecht, denn ich kenne noch etliche Menschen mit kräftigeren Fingern) oder die Eingabe bedarf schlichtweg einer höheren Präzision.

Und um eine sonst ellenlange Geschichte kurz zu machen: Mit dem Stylus geht es gut. Noch immer nicht perfekt, aber deutlich besser als mit meinen Fingern.

Am meisten beeindruckte mich die Geschwindigkeit der Eingabe. Mit den Fingern war das eine recht mühsame Sache, da die Fingerspitze den Eingabebereich auf dem Bildschirm während des Notierens verdeckt. Gerade bei einer Notationsweise, die ganz exakter Platzierung bedarf (der Notenkopf darf nur genau die Notenlinie kreuzen oder muss zwischen zwei Notenlinien liegen – aber nicht beides zugleich), waren die Finger dem Auge soweit im Weg, dass die Ergebnisse prinzipiell darunter leiden mussten. Das ist mit dem Stylus definitiv viel besser geworden (aber auch noch nicht ganz perfekt).

Zeitvergleich

Ich habe bei dem einen Stück insgesamt 62 Takte inklusive vieler Bindebögen, etlicher unterschiedlicher Akzente, Portato-Striche, Staccato-Punkte, crescendo- und decrescendo-Klammern, Wiederholungszeichen etc. innerhalb von etwas weniger als zwei Schulstunden (=90 Minuten) perfekt fertig notiert. Mit Sibelius auf dem Mac und dem MIDI-Keyboard wäre das gleiche Ergebnis in ca. 20 bis 25 Minuten erreicht gewesen, was ohne jeden Zweifel deutlich kürzer ist. Dafür hätte ich aber noch meinen Mac und das Keyboard gebraucht, und beides steht nun einmal ein paar Kilometer von der Schule entfernt. Mich erfreut daran, dass ich mit etwas mehr Übung auch garantiert noch schneller werde – und dann ist NotateMe zumindest eine akzeptable Alternative, wenn mein Mac nicht zur Hand ist.

Fazit

Wenn ich daheim bin, werde ich die Notationsarbeit sicher immer am Mac mit Sibelius ausführen. Unterwegs stellt NotateMe in Kombination mit einem geeigneten Stylus aber eine akzeptable Alternative dar, die auch ohne große Zusatzgeräte funktioniert. Der Stylus hat sich in diesem Kontext für mich als probat erwiesen – weitere Erfahrungsberichte folgen alsbald.

 

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4 Gedanken zu „NotateMe und der Stylus

  1. Es Marinsche kocht sagt:

    Da hast Du aber die Königsdisziplin für den Stylus gefunden 🙂 kann man bei Deinem auch den Neigungswinkel für’s Schreiben definieren?

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