Bryan Adams: „Remembrance Day“

Remembrance Day

Bryan Adams: »Remembrance Day«

In meinen Teenager-Jahren habe ich in dem Ort meiner Kindheit lange Zeit verschiedene Werbeprospekte (sog. „Blättchen“) verteilt. Das war eine recht monotone und eher stupide Tätigkeit, die ich mir immer — wirklich immer, bis zum bitteren Ende der Batterielaufzeit — mit Musik erträglich machte. Und so kamen dann doch drei angenehme Dinge zusammen:

  1. Ich verdiente mit ein paar Mark zur Aufbesserung meines Taschengelds — die Motivation schlechthin.
  2. Ich bewegte mich Woche für Woche einige Stunden an der frischen Luft (ja, bei jedem Wetter).
  3. Musik, stundenlang umgab mich Musik. Durch den Kopfhörer konnte ich die Lautstärke genau an meine Bedürfnisse anpassen. Und dann ging es immer wieder durch eine meiner Lieblingskassetten (ja, es ist so lange her).

Gerade der letzte Punkt war ein Erlebnis, das sich mir tief eingeprägt hat, denn natürlich hörte ich ein und die selbe Kassette beim Austragen mehrfach komplett durch. Manchen Song lernte ich auf diese Weise so intensiv kennen, dass mir noch heute jede Note vertraut ist und ich sie nahtlos weitersingen könnte, bräche die Wiedergabe unvermittelt ab.

Geständnis

Ja, nun wird es noch persönlicher. Ich gestehe, dass ich gerne Bryan Adams höre. Beim Austragen hatte ich damals eine von meinem Bruder er- und aus heutiger Sicht exzellent zusammengestellte Compilation verschiedener Tracks des Kanadiers auf Band, die mich oft begleitete.

Auch wenn Bryan Adams oft als Softie belächelt wird, ich mag den Sound, die Stimme, ja sogar die Schnulzen. Bin halt ein Weichei. Aber ich stehe dazu.

Remembrance Day

Ein Song, der dieser Compilation angehörte, war „Remembrance Day“ aus dem Album „Into The Fire“. Beim ersten Hören ist er sperrig, etwas zu lang, etwas roher als die meisten der eher geschleckten Hits. Und genau deshalb ist er mir bis heute im Kopf hängen geblieben.

Enter Apple Music

Bislang war mir das Geld zu schade, für ein mittlerweile ca. 30 Jahre altes Album immer noch die vollen 9,99 € hinzulegen. Irgendwann würde der Preis schon sinken. Da war ich mir ganz sicher. Nun, mit Apple Music kann ich den Song rauf und runter hören, ohne mit der Wimper zu zucken. Herrlich.

Allein das Intro lässt mich schon ins Schwärmen geraten: Ein paar einzelne Schläge auf der Snare Drum, dann setzt der Synthie (mit einem recht guten Hammond-Sound) ein, hält einen leisen Akkord, der eine Grundspannung erzeugt, dazu der E-Bass mit einer schlichten, aber sofort ins Gedächtnis drängenden Hook-Line, dann die E-Gitarre mit einem ebenfalls ganz sparsamen Riff. Gerade dieser Mangel an Bombast, der durch einen ausgewogenen Sound perfekt transportiert wird, hat es mir angetan. Und dann steigt Bryan Adams mit seiner kratzigen, fast schon heiser zu nennenden Stimme ein. Booooom! Ab da fliege ich nur noch durch den Song.

Wer diesen nicht ganz so bekannten Song noch nie gehört hat: Jetzt aber ran! Ich liebe ihn! (Und ich bin ein Weichei, aber das macht mir nichts. Ätsch!)

 

Advertisements
Getaggt mit , , , , , , , ,

3 Gedanken zu „Bryan Adams: „Remembrance Day“

  1. Arabella sagt:

    Haha, ätsch!
    Das gefällt mir. Musik muss glücklich machen oder berühren oder zum heulen bringen, das ist für mich das wichtigste, mit welcher Art davon das geschieht ist jedem selbst überlassen.

  2. Es Marinsche kocht sagt:

    I like 😊

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: