Gehört: „Die Bruderschaft Christi“ von Ulrich Hefner

Die Bruderschaft Christi von Ulrich Hefner

„Die Bruderschaft Christi“ von Ulrich Hefner

Ich befinde mich immer noch in der „Stephen King-Hörbuch-Abstinenz-Phase“ (geiles Wort, ich erfinde vielleicht noch ein paar derartige Monster!), also habe ich wie schon mehrfach in der Vergangenheit unter einigen anderen auch auf Werke von Ulrich Hefner zurückgegriffen. Insgesamt ist es mein drittes Hörbuch von diesem Autor, alle drei haben mir gefallen. Das sollte Grund genug sein, kurz etwas über den Autor zu schreiben!

Ulrich Hefner

Ulrich Hefner wurde 1961 in Bad Mergentheim in unserem schönen Baden-Württemberg (aber in diesem Fall ganz nah an der unterfränkischen Metropole Würzburg) geboren. Er ist Polizeibeamter, Journalist und Krimiautor, in letzterer Eigenschaft ist er unter anderem ein Mitglied der sog. „Polizei-Poeten“. Er ist verheiratet, hat mehrere Kinder und lebt in Lauda-Königshofen (gleich neben Bad Mergentheim). Als Autor ist Ulrich Hefner sehr aktiv, die Liste seiner Veröffentlichungen ist auf eine respektable Liste angewachsen. Im Gegensatz zu einigen „Lokal-Matadoren“, die dann außerhalb ihres eigenen persönlichen Umfelds kaum wahrgenommen werden, schaffte Ulrich Hefner bereits vor Jahren den Sprung in die Internationalität, denn seine Bücher werden in mehrere Sprachen übersetzt und in den Niederlanden, Polen, Russland, Spanien und der Ukraine veröffentlicht. Im Jahr 2002 gewann er den mit dem Adolf-Grimme-Preis dotierten ZDF-Kurzgeschichtenwettbewerb escript 2002.

Weitere Informationen sowie aktuelle Neuigkeiten kann man über seine Homepage http://www.ulrichhefner.de erfahren (allerdings wirkt die Homepage offen gesagt etwas altbacken).

Der eigene Polizisten-Hintergrund verleiht Ulrich Hefner die Fähigkeit, in seinen Kriminalgeschichten/Romanen gerade die Polizisten/Agenten sehr realistisch und überzeugend darzustellen, außerdem sind es automatisch immer die sympathischsten Gestalten. Gut so!

Langes Zögern vor dem Buch

Seit ich im Rahmen der vor ca. 10 Jahren weltweit um sich greifenden Dan Brown-Hysterie auch drei seiner Bücher in Form von Hörbüchern konsumiert hatte, war für mich dieses Genre, bei dem Religion, Mystik und Action vermischt werden, erst einmal etwas abgeschrieben, denn gerade bei Dan Brown ersticke ich gefühlt nach einer Weile in literarischen Versatzstücken und seinen teils grotesk naiven Charakteren. Ich war übersättigt an den wilden Verschwörungstheorien, die sich im echten Leben nun meist weit weniger dramatisch darstellen.

Daher habe ich vor diesem Hörbuch mit seinem eindeutig in diese Dan Brown-Richtung zielenden Titel gezögert. Die ersten beiden von Ulrich Hefner („Mutiert“ und „Die dritte Ebene“) hatte ich verschlungen, genau genommen waren sie beide so spannend gewesen, dass ich selbst nach dem Sportprogramm unbedingt weiterhören musste – zum Leidwesen anderer anstehender Aufgaben. Aber so ist das halt mit Unterhaltungsliteratur: Sie fängt mich ein, dann komme ich nicht mehr los, bis die Geschichte zu Ende ist.

Irgendwann in den letzten drei Wochen war die Neugier auf weiteres „Futter“ aus Baden-Württemberg zu groß, um bei iTunes länger zu widerstehen (noch dazu sind diese Hörbücher trotz enormer Länge allesamt recht kostengünstig, dieses kostet 7,99 € bei einer Gesamtlänge von über 17 Stunden). Da ich jeden Tag mit dem Seilspringen anderthalb Stunden vorankam (und dann natürlich bei der Hausarbeit weiterhören musste), kam ich zügig vorwärts. Und es hat sich – wieder einmal – gelohnt.

Zur Handlung

Der „Klappentext“ bei iTunes schreibt: Grauenhafte Morde in oberbayerischen Gotteshäusern. Die Kriminalbeamten Stefan Bukowski und seine ehrgeizige Kollegin Lisa Herrmann stehen vor einem Rätsel. Doch der Alptraum nimmt erst seinen Anfang…

Ein sensationeller Fund nahe Jerusalem: Professor Raful stößt bei Ausgrabungen auf einen 2.000 Jahre alten Sarkophag, der die Gebeine eines Kreuzritters enthält und eine Tonscheibe mit mysteriösen Schriftzeichen. Der Archäologe ahnt, dass durch diese Entdeckung sein Leben in höchster Gefahr ist — und der Frieden in der ganzen Welt auf dem Spiel steht. Und nicht nur der mächtige Vatikan hat seine Späher ausgeschickt, die zu allem bereit sind…

Mehr zu verraten wäre auch nicht nett, denn aus diesen zwei Keimzellen entwickeln sich zwei Plots, die — selbstverständlich — ein gutes Stück vor dem Ende miteinander verschmelzen und zu einer außerordentlich spannenden Schlussklimax führen.

Stärken des Buchs

Auch wenn einige Elemente des Buchs etwas an den Haaren herbeigezogen bzw. unglaubwürdig wirken, so sympathisiert man schnell mit den Protagonisten. Besonders der ermittelnde Polizist Stefan Bukowski, Tom Stein und Pater Leonardo stellen sich im Verlauf der Geschichte immer mehr als die wichtigsten Charaktere heraus. Vor allem der ständig vor sich hin qualmende, miesepetrige, messerscharf denkende und nach dem Paris-Trip derbe überraschte Bukowski sorgt für permanentes Amusement. Gerade die vielen Ecken und Kanten machen ihn zu einem sehr überzeugenden Charakter — hier spürt man die Nähe des Autors zum beschriebenen Gegenstand, es ist eine seiner absoluten Stärken.

Fazit

Wer einen solide geschriebenen, spannenden und mit lebendigen und sehr unterschiedlichen Charakteren gespickten Kriminal-Roman lesen oder hören möchte, ist hier auf der sicheren Seite. Mir hat das Hörbuch (gelesen von Jürgen Holdorf) für einen absolut fairen Preis zwei Wochen lang das morgendliche Seilspringen versüßt. Und weil es so gut war, schnuppere ich sicher auch noch in die anderen Hörbücher von Ulrich Hefner hinein!

 

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