Archiv für den Monat Juni 2015

Musik aus der „Schwarzwaldklinik“

Star Trek Enterprise VS. Schwarzwaldklinik

Star Trek Enterprise vs. Schwarzwaldklinik

Meine Frau und ich sind Trekkies. Ohne Kostüme und derlei Zeugs, aber wir kenne seit vielen Jahren alle Star Trek-Folgen aller Serien (letztes Jahr habe ich alles auf einmal in einer Sammler-Edition bei Amazon gekauft) sowie alle zwölf Kinofilme.

Der jüngsten Serie — „Star Trek Enterprise“ — stand ich in den ersten Folgen noch recht ablehnend gegenüber, da die Charaktere im Vergleich zu den etablierten Serien noch gar zu steif und ungelenk wirkten. Mittlerweile mag ich auch diese Serie und bedaure sehr, dass nur vier Staffeln gedreht wurden.

Es gibt aber eine Sache, die mich an dieser Serie wirklich schon immer gestört hat — und es vermutlich auf ewig tun wird: Die grauselige Musik. Typisch für die alten Serien waren die symphonisch geprägten Themen, meine Favoriten hierbei waren und sind die Themen von „Deep Space Nine“ und „Voyager“. Der Titelsong von „Enterprise“ bricht mit der Tradition, ist aber gerade noch ein wenig erträglich. Wenn dann aber eine Folge zu Ende ist, kommt der Abspann. Und die Musik ist derart dämlich kitschig, dass meine Frau und ich nur noch das Wort „Schwarzwaldklinik“ dafür einsetzen.

Zum Vergleich: Abspann-Musik von Enterprise und das Thema der „Schwarzwaldklinik“. Na, was sagt ihr? Klingt doch ziemlich ähnlich — oder sieht das jemand anders?

Quellen: Bild „Enterprise“, Bild „Schwarzwaldklinik“

 

 

Getaggt mit , , , , , , , , , , , ,

Kulinarische Entdeckung

Kinners, ich hab gerade eine kulinarische Entdeckung gemacht: Meine wundervolle Frau hat — meine unstillbaren Bedürfnisse nach Süßem wohl kennend — beim letzten Einkauf ein Päckchen Erdbeeren im Schokomantel mitgebracht.

Süße Versuchung

So eine süüüüüße Versuchung!

Ich kann gar nicht sagen, wie lecker die sind — wäre die Packung nicht so eng begrenzt (100 Gramm) könnte ich darin glatt versinken. Zum Glück weiß ich nicht, was sie kosten, vermutlich viel zu viel, aber lecker sind sie in höchstem Maß! Jetzt muss ich noch eine schokolierte Erdbeere „probieren“, sie könnten sonst noch „schlecht werden“. (Ein Schelm, wer hier Böses denkt!)

 

Getaggt mit , , ,

ZZ Top: »Apologies To Pearly«

ZZ Top: »Apologies To Pearly«

Grooviger Blues vom Feinsten

Vorhin habe ich das Mittagsloch ausgenutzt, um kurz die Augen zu schließen und von innen nach Löchern in den Lidern zu suchen (da gibt's keine, also konnte ich ein bisschen dösen). Dazu mache ich mir meistens ein wenig Musik an, so sinke ich nicht ganz so tief in den Schlaf und bin dann auch schneller wieder da, wenn ich genug geruht habe.

Ein Stück, das mir bislang noch nicht sonderlich aufgefallen war, blieb mir im Ohr hängen. Ich schlug die Augen auf, aktivierte den iPad-Bildschirm und sah nach: »Apologies To Pearly« von ZZ Top. Es ist ein ganz alter Song, das Album kam 1972 als zweites der Band auf den Markt (ist somit drei Jahre älter als ich). Ungewöhnlich daran ist, dass es sich um ein Instrumentalstück handelt. Es ist ein Blues in etwas gehobenem Tempo, der derart lässig vor sich hin groovt, dass ich ihn mir gleich noch einmal anhören musste. Und dann noch einmal. Wollt ihr auch einmal? Dann klickt hier.

 

Getaggt mit , , , , , ,

Polit-Orakel

Ein absoluter Volltreffer!

Unerhörte Worte

Ob es wohl einen Unterschied gibt zwischen Politikern und Politiker-Darstellern? Und ob! Die einen haben politische Ambitionen, strategischen Weitblick und – damit ist die Dreieinigkeit dann komplett – diplomatisch-taktisches Feingefühl. Die andern haben… hier muß man unterscheiden: die anderen haben politische Ambitionen, strategischen Weitblick und diplomatisch-taktisches Feingefühl, zumindest in ihrem Selbstverständnis; von außen gesehen erscheinen sie eher als visionslose Krämerseelen (ohne politische Ambitionen und bar jeden diplomatischen Takts), als kleinliche Beamtenseelchen, als pingelige Staubwedel in einer großen Institution…

Und da ist noch Griechenland. Im Grunde sind die Fakten zwar schwerwiegend, aber durchaus überschaubar. In einem Kommentar zu diesem Beitrag hatte ich vor ein paar Stunden formuliert: „Ein Grexit ist juristisch nicht möglich. Jedenfalls zur Zeit. Bis an dieser Stellschraube gedreht wird, werden noch ein paar Jährchen vergehen. Aber derzeit haben sich die EU- und die Euro-Oberen verdammt weit aus dem Fenster gelehnt. Sie haben geschulmeistert, was das Zeug hielt, und…

Ursprünglichen Post anzeigen 201 weitere Wörter

Nächtliches Schreckgespenst

In der gerade vergangenen Nacht hat es bei uns heftig gewittert. Zum Teil muss sich das Gewitter auch noch direkt in unserer Nähe befunden haben, denn der Donner folgte mindestens ein oder zwei Mal so dicht auf den Blitz, dass die Kombination wie ein doppelter Herzschlag anmutete.

Unsere Jüngste (5) wurde durch das Gewitter aufgeweckt und ziemlich verschüchtert. Da sie aber mittlerweile kein „Baby“ mehr ist, machte sie sich Kurzerhand auf den Weg ins elterliche Schlafzimmer (ein Stockwerk höher).

Meine Frau war derweil vom Gewitter schon erwacht, ich begann ebenfalls meinen langsamen und mühsamen Aufstieg aus den Tiefen des Schlafs. Es näherten sich ganz leise Schritte. Meine Frau stand auf, um zu sehen, was los sei. Und unsere Jüngste war wohl schon näher als erwartet. Auf jeden Fall erschraken beide beim unerwarteten Anblick des jeweils anderen fürchterlich. Bis unser Mädel wieder schlafen konnte, vergingen trotz aller Beruhigungsversuche einige Minuten (und sie legte sich dann natürlich wieder diagonal ins Bett, aber das ist eine andere Geschichte).

Daher bestelle ich jetzt mal beim Universum: Bitte in nächster Zeit keine Gewitter direkt über unserem Haus, ich möchte zumindest am Wochenende mal einfach „nach Bedarf“ schlafen. Danke!

 

Getaggt mit , , , , ,

Abgelenkt ohne Ende

Vor ein paar Wochen hatte ich zwei Unterstufen-Klassen hintereinander, jeweils eine Doppelstunde lang. Dabei sind mir ein paar Dinge aufgefallen, und das mit einer erschreckenden Deutlichkeit, die mich unter anderen an der Effektivität der Grundschulausbildung, vorrangig aber auch an der Erziehung im jeweiligen Elternhaus zweifeln lassen.

Kurz zur Situation, die mich so ins erneute Nachdenken über diese schon häufiger im Kopf gewälzte Situation versetzte: Insgesamt muss ich einem überwiegenden Teil der aktuellen Unterstufenschüler leider eine weitgehende Unfähigkeit dahingehend attestieren, eine angebrachte Prioritätensetzung für die Unterrichtssituation vorzunehmen.

Was meine ich damit? Ganz einfach: Wenn mir in meiner Schulzeit (1982-1995, vor allem aber während der gymnasialen Jahre von 1986-1995) ein Lehrer den Auftrag gab, beispielsweise beim folgenden Musikbeispiel ganz genau auf ein bestimmtes Element, z.B. den Einsatz einer gerade besprochenen Spieltechnik bei einem Instrument, zu achten, dann bedeutete dies implizit für mich auch: „Stelle während des Hörens alle anderen Aktivitäten ein, konzentriere dich auf diese eine Sache, nur sie ist für die nächsten Minuten wichtig.“

Implizit deswegen, weil uns das kaum jemals ein Lehrer sagen musste. Und wenn wir gegen diese weitgehend unausgesprochenen, aber dennoch gültigen Regeln verstießen, gab es auch richtigen Ärger in Form von unmissverständlicher, sehr deutlicher und zum Teil auch harscher Lehrerschelte. Das war alles andere als angenehm, steckte aber einen glasklaren Orientierungsrahmen für uns Kinder. Und der ist wichtig.

Zurück zur Situation in den beiden Doppelstunden, die mich dazu brachten, diesen Blogeintrag zu schreiben: Zuerst einmal sind die meisten Kinder mit einem halben Schreibwarengeschäft ausgestattet. Ein derartiges Aufgebot an Farben und unterschiedlichen Arten von Stiften sowie anderem Handwerkszeug kannten wir damals nicht. Nun könnte man ja meinen, dass besonders gut ausgestattete Schüler auch besonders gut arbeiten können. Genau das Gegenteil ist meiner aktuellen Einschätzung nach der Fall, denn je mehr Equipment mit sich geführt wird, desto heftiger steigt die Wahrscheinlichkeit, dass permanent daran herumgeräumt oder -gebastelt wird. Wie oft ich manche Schüler (beiderlei Geschlechts) schon dabei beobachtet habe, wie sie innerhalb einer einzigen Doppelstunde ihre Stifte herausziehen, in einer anderen Reihenfolge wieder einsortieren, sie dann wieder herausnehmen, um sie nochmals anders einzusortieren — es ist absolut absurd!

Noch entscheidender: Es erfüllt überhaupt keinen Zweck. Es ist eine reine Beschäftigungstherapie für die Finger.

Die Aufmerksamkeit der Kinder wird dadurch ständig geteilt zwischen der eigentlichen Hauptsache, dem Unterricht (also dem Vermitteln und Erlangen von Wissen und Kompetenzen), und dem mehr als mächtigen Spieltrieb. Und es bedarf absolut keines Genies, um herauszufinden, wer hierbei üblicherweise den Kürzeren zieht. Wie sollen auch schulische Inhalte gegenüber bunten und luxuriösen Stiften (=Spielsachen) in der Aufmerksamkeit bestehen können? Das meinte ich mit der eingangs genannten „nicht erfolgten Prioritätensetzung“.

Meiner Meinung nach ist es die Aufgabe der Grundschule, im Verlauf der Klassen 3 und 4 den Kindern eine konzentrierte Arbeitshaltung beizubringen. Doch das findet anscheinend immer weniger statt. Ich sehe meine Äußerungen hier nicht in erster Linie als Kritik an den Grundschullehrern, denen in den letzten Jahren immer mehr grundlegende Erziehungsaufgaben zugeschustert wurden, die eigentlich die Eltern/Familien zu übernehmen hätten. Dennoch gehört das Fit-Machen für die weiterführenden Schulen in den Aufgabenbereich der Grundschulen. Und dieser Aufgabe werden sie — ob entschuldigbar oder nicht — einfach nicht mehr in vollem Ausmaß gerecht. Wenn ich mich an meinem Gymnasium im Lehrerzimmer umhöre, teile ich diese Meinung ganz offensichtlich mit einer sehr großen Anzahl von Kolleginnen und Kollegen.

Zurück zur konkreten Unterrichtssituation: An besagtem Tag vor ein paar Wochen gab es tatsächlich ein kurzes Hörbeispiel, dem konzentriert gelauscht werden sollte, um danach konkrete Aussagen über mehrere vorher von mir bestimmte Charakteristika tätigen zu können. Während dieses kurzen Hörbeispiels fielen gefühlt fünf Scheren und zehn Stifte an unterschiedlichen Punkten im Klassenzimmer herunter.

Wie bitte konnte das passieren? (Ja, die Schwerkraft, ich weiß. Schlauberger sitzen bei mir übrigens gleich in der letzten Reihe und werden aus Prinzip nicht aufgerufen. Basta!)

Die Frage ist aber wirklich ernst gemeint. Denn bei einem derart konkreten Hörauftrag gab es eigentlich für niemanden in der Klasse einen Anlass, die Schere herauszuholen, noch viel weniger einen, damit herumzuspielen, und noch einmal weniger einen, so fahrlässig damit zu hantieren, dass das Teil auch noch herunterfällt. Gleiches gilt für die Stifte, denn ich hatte vorher speziell darauf hingewiesen, dass es unnötig sei, sich Notizen zu machen, weil das Ergebnis am Ende ohnehin an der Tafel für alle notiert würde und dann abgeschrieben werden müsste.

Und dennoch taten es offensichtlich eine ganze Reihe von Schülern. Problematisch ist die Sache für mich deswegen, weil ich, um dieses nervige Verhalten abzustellen, jeglichen Unterrichtsfluss aufgeben müsste. Konsequent wäre es, ein paar Stunden lang jeden Schüler, der so etwas bringt, einen ein- oder zweiseitigen Aufsatz schreiben zu lassen, warum dieses Verhalten nicht angebracht ist. Eventuell käme dann eine gewisse Einsicht in die Köpfe. Andererseits ist das schlicht und einfach nicht realistisch, denn am Ende bekäme ich von der Mehrzahl aller Unterstufenschüler über kurz oder lang mindestens einen solchen Aufsatz (und es fühlt sich an, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen).

In der Stunde bei einer Parallelklasse, achtete ich von Anfang an darauf, dass dieses ständige Herumspielen nicht gleich wieder einriss, aber als ein einziger Lehrer befand ich mich gegenüber ca. 30 vom Spieltrieb erfassten Frühpubertierenden auf einem recht schwachen Posten.

Noch etwas war anders: Ich zeigte den Kindern einen Filmausschnitt, in dem es um die Aufgaben eines Dirigenten beim Proben mit einem Orchester ging. Es gab eine konkrete Aufgabenstellung, um Ruhe und Konzentration hatte ich gebeten. Mit wenigen Ausnahmen (klar, wenn Musik gespielt wird, muss man doch mit zwei Stiften bei voller Lautstärke im Rhythmus gegen die Tischkante schlagen, oder? Oder?) wurde diese auch eingehalten.

Doch dann passierten drei Dinge, die mir schlagartig die Lust auf ein weiteres Ansehen von Dokumentationen in dieser Klasse dämpften:

  1. Zuerst klatschte die ganze Klasse beim Anfangs-Applaus im Film mit. Wozu? Es handelte sich schließlich um einen Film (noch dazu eine Dokumentation), kein Live-Konzert. Geht der Herdentrieb bei den Gymnasiasten mittlerweile soweit, dass man stupide solche Aktionen ausführen muss, ob es nun passend ist oder nicht?
  2. Dann legte ein Mädel aus der letzten Reihe beide Beine (Schuhe natürlich noch an den Füßen) auf ihren Tisch, rutschte mit ihrem Gesäß vor zur Stuhlkante und benahm sich wie in ihrem eigenen Wohnzimmer. Ich wies sie zurecht, sie folgte widerwillig. Aber: So etwas erzeugt Unruhe, stört alle anderen im Raum — und ist völlig unnötig, da von vornherein jedem Schüler hätte klar sein müssen, dass dieses Verhalten inakzeptabel und unangemessen ist. („Hätte, hätte, Fahrradkette…“)
  3. Dann fragte sie mich mehrfach innerhalb eines maximal fünf Minuten dauernden Zeitfensters, wann denn der Film „endlich“ vorbei sei. Und erboste sich lautstark, als ihr am Ende auffiel, dass ich mich beim ersten Schätzen (warum ich ihr überhaupt eine Antwort gegeben habe, ist mir jetzt schleierhaft) um ca. eine Minute verschätzt hatte… Da fehlen mir schon fast die Worte.

Aber nur fast, deswegen könnt ihr gerade diese Zeilen lesen. Ich will nicht über Gebühr lamentieren, es gibt genügend Klassen, in denen Unterricht „ganz normal“ funktioniert, manchmal geht das sogar bei diesen Klassen. Gleichzeitig fühlt man sich als Gymnasiallehrer immer häufiger in die Rolle eines Dompteurs versetzt: Sind die Kunststückchen toll, macht die Klasse gut mit, sind sie nicht ganz so aufregend, verliert man sofort den Kampf gegen die Buntstifte und andere Spielsachen (von Handys und Smartphones fange ich gar nicht erst an). Über die Benotung kann man das regeln, es hinterlässt aber immer einen schalen Geschmack — und hält bei den wenigsten lange vor. Andererseits müssen alle Schüler lernen, sich bei einer konkreten Aufgabenstellung auf diese (und nichts anderes) zu konzentrieren. Und ich werde sie immer weiter triezen, dies zu tun. Basta!

 

Getaggt mit , , , , , , , ,

Scheißviecher!

Die miesen Biester haben zugeschlagen...

Die miesen Biester haben zugeschlagen...

Ich denke, ich spreche recht vielen Gartenbesitzern aus der Seele, wenn ich den Titel dieses Blog-Eintrags auf die Schnecken anwende, die sich über so ziemlich alles essbare im Garten in einer Geschwindigkeit hermachen, dass man nur noch mit den Ohren schlackern kann…

Bei der aktuellen Erdbeeren-Ernte zeigte sich, wie ekelhaft hinterhältig diese Biester sind. Statt einfach die ganze Erdbeere wegzumampfen und es damit gut sein zu lassen, höhlen sie diese nur aus, um dem Erntewilligen noch einmal so richtig vor Augen zu halten, wie groß und prächtig die Frucht hätte sein können. Doch ich greife wieder einmal auf Peer Steinbrück zurück (von dem hört man ja gar nichts mehr, oder?): „Hätte, hätte, Fahrradkette!“

Wären wir wirklich auf eine große Erdbeeren-Ernte aus gewesen, hätten wir sicher mit Schneckenkorn und anderen Hilfsmitteln arbeiten müssen. Meine Frau hat das im letzten Jahr probiert, trotzdem haben die Viecher alles verschlungen, was nicht mit Elektrozaun und Selbstschussanlagen gesichert war (=alles). Daher haben wir in diesem Jahr keine Hoffnungen in eine Ernte gesetzt, das entspannt. Außer natürlich, die widerlichen kleinen Schleimmonster verhöhnen uns weiter so, dann gibt's einen Nasenstüber der Sonderklasse!

 

Getaggt mit , , , , , , ,

Jetzt aber!

Letzten Sonntag rannten meine Frau und ich einen Halbmarathon, zumindest „dachten“ wir, einen gerannt zu sein. Bis wir dann daheim genau nachlasen und feststellen mussten, dass da noch ein bisschen (nur ein paar hundert Meter) gefehlt hat. Heute aber — mit der geballten Menge des angelesenen Wissens im Hinterkopf — liefen wir einen Halbmarathon und noch die fehlende Menge vom letzten Mal, sodass wir insgesamt mit den zwei Wochenenden zwei Halbmarathons gelaufen sind.

Jetzt aber!

Heute dann aber mit Extra!

Abgesehen von einer deutlichen Ermüdung, die allerdings auch und vor allem auf die zurückliegende Woche zu schieben ist, tat das richtig gut. Für mich ist es in diesem Kalenderjahr erst der siebte Lauf gewesen, die waren dafür alle im Juni. Mal sehen, wie sich das über den Sommer weiterentwickelt.

 

Getaggt mit , , , ,

O2 und Berechnungen

Ich habe einen ganz minimalistischen Handy-Vertrag bei O2. Für 9,99 €/Monat erhalte ich 50 Freiminuten beim Telefonieren (nutze ich so gut wie nie aus), 200 Frei-SMS (nutze ich nie aus) und 200 MB Daten mit 3G-Geschwindigkeit, danach zahle ich zwar nicht mehr, aber es wird halt unerträglich langsam. Soweit zur Theorie, in der Praxis liefert mir die O2-App auf dem iPhone immer wieder spannende Einsichten. Zum Beispiel diese hier:

Kopfrechnen? Setzen, sechs!

Kopfrechnens? Schwach. Setzen, sechs!

Ich verstehe schon, wie es zu einer solchen dyskalkulatorischen Meisterleistung kommen kann, dass ich bei „32 versendeten SMS“ einen voraussichtlichen Verbrauch von 22 SMS haben werde: Der untere Wert bezieht sicher mein SMS-Versende-Verhalten der gesamten letzten Monate mit ein. Und in Zeiten von iMessage verschicke ich nunmal so gut wie keine SMS mehr. Dennoch sieht es etwas peinlich aus, wenn die Anzeige so offensichtlich nicht das berechnet, was sie behauptet.

 

Getaggt mit , , , , ,

Gehört: „Die Bruderschaft Christi“ von Ulrich Hefner

Die Bruderschaft Christi von Ulrich Hefner

„Die Bruderschaft Christi“ von Ulrich Hefner

Ich befinde mich immer noch in der „Stephen King-Hörbuch-Abstinenz-Phase“ (geiles Wort, ich erfinde vielleicht noch ein paar derartige Monster!), also habe ich wie schon mehrfach in der Vergangenheit unter einigen anderen auch auf Werke von Ulrich Hefner zurückgegriffen. Insgesamt ist es mein drittes Hörbuch von diesem Autor, alle drei haben mir gefallen. Das sollte Grund genug sein, kurz etwas über den Autor zu schreiben!

Ulrich Hefner

Ulrich Hefner wurde 1961 in Bad Mergentheim in unserem schönen Baden-Württemberg (aber in diesem Fall ganz nah an der unterfränkischen Metropole Würzburg) geboren. Er ist Polizeibeamter, Journalist und Krimiautor, in letzterer Eigenschaft ist er unter anderem ein Mitglied der sog. „Polizei-Poeten“. Er ist verheiratet, hat mehrere Kinder und lebt in Lauda-Königshofen (gleich neben Bad Mergentheim). Als Autor ist Ulrich Hefner sehr aktiv, die Liste seiner Veröffentlichungen ist auf eine respektable Liste angewachsen. Im Gegensatz zu einigen „Lokal-Matadoren“, die dann außerhalb ihres eigenen persönlichen Umfelds kaum wahrgenommen werden, schaffte Ulrich Hefner bereits vor Jahren den Sprung in die Internationalität, denn seine Bücher werden in mehrere Sprachen übersetzt und in den Niederlanden, Polen, Russland, Spanien und der Ukraine veröffentlicht. Im Jahr 2002 gewann er den mit dem Adolf-Grimme-Preis dotierten ZDF-Kurzgeschichtenwettbewerb escript 2002.

Weitere Informationen sowie aktuelle Neuigkeiten kann man über seine Homepage http://www.ulrichhefner.de erfahren (allerdings wirkt die Homepage offen gesagt etwas altbacken).

Der eigene Polizisten-Hintergrund verleiht Ulrich Hefner die Fähigkeit, in seinen Kriminalgeschichten/Romanen gerade die Polizisten/Agenten sehr realistisch und überzeugend darzustellen, außerdem sind es automatisch immer die sympathischsten Gestalten. Gut so!

Langes Zögern vor dem Buch

Seit ich im Rahmen der vor ca. 10 Jahren weltweit um sich greifenden Dan Brown-Hysterie auch drei seiner Bücher in Form von Hörbüchern konsumiert hatte, war für mich dieses Genre, bei dem Religion, Mystik und Action vermischt werden, erst einmal etwas abgeschrieben, denn gerade bei Dan Brown ersticke ich gefühlt nach einer Weile in literarischen Versatzstücken und seinen teils grotesk naiven Charakteren. Ich war übersättigt an den wilden Verschwörungstheorien, die sich im echten Leben nun meist weit weniger dramatisch darstellen.

Daher habe ich vor diesem Hörbuch mit seinem eindeutig in diese Dan Brown-Richtung zielenden Titel gezögert. Die ersten beiden von Ulrich Hefner („Mutiert“ und „Die dritte Ebene“) hatte ich verschlungen, genau genommen waren sie beide so spannend gewesen, dass ich selbst nach dem Sportprogramm unbedingt weiterhören musste – zum Leidwesen anderer anstehender Aufgaben. Aber so ist das halt mit Unterhaltungsliteratur: Sie fängt mich ein, dann komme ich nicht mehr los, bis die Geschichte zu Ende ist.

Irgendwann in den letzten drei Wochen war die Neugier auf weiteres „Futter“ aus Baden-Württemberg zu groß, um bei iTunes länger zu widerstehen (noch dazu sind diese Hörbücher trotz enormer Länge allesamt recht kostengünstig, dieses kostet 7,99 € bei einer Gesamtlänge von über 17 Stunden). Da ich jeden Tag mit dem Seilspringen anderthalb Stunden vorankam (und dann natürlich bei der Hausarbeit weiterhören musste), kam ich zügig vorwärts. Und es hat sich – wieder einmal – gelohnt.

Zur Handlung

Der „Klappentext“ bei iTunes schreibt: Grauenhafte Morde in oberbayerischen Gotteshäusern. Die Kriminalbeamten Stefan Bukowski und seine ehrgeizige Kollegin Lisa Herrmann stehen vor einem Rätsel. Doch der Alptraum nimmt erst seinen Anfang…

Ein sensationeller Fund nahe Jerusalem: Professor Raful stößt bei Ausgrabungen auf einen 2.000 Jahre alten Sarkophag, der die Gebeine eines Kreuzritters enthält und eine Tonscheibe mit mysteriösen Schriftzeichen. Der Archäologe ahnt, dass durch diese Entdeckung sein Leben in höchster Gefahr ist — und der Frieden in der ganzen Welt auf dem Spiel steht. Und nicht nur der mächtige Vatikan hat seine Späher ausgeschickt, die zu allem bereit sind…

Mehr zu verraten wäre auch nicht nett, denn aus diesen zwei Keimzellen entwickeln sich zwei Plots, die — selbstverständlich — ein gutes Stück vor dem Ende miteinander verschmelzen und zu einer außerordentlich spannenden Schlussklimax führen.

Stärken des Buchs

Auch wenn einige Elemente des Buchs etwas an den Haaren herbeigezogen bzw. unglaubwürdig wirken, so sympathisiert man schnell mit den Protagonisten. Besonders der ermittelnde Polizist Stefan Bukowski, Tom Stein und Pater Leonardo stellen sich im Verlauf der Geschichte immer mehr als die wichtigsten Charaktere heraus. Vor allem der ständig vor sich hin qualmende, miesepetrige, messerscharf denkende und nach dem Paris-Trip derbe überraschte Bukowski sorgt für permanentes Amusement. Gerade die vielen Ecken und Kanten machen ihn zu einem sehr überzeugenden Charakter — hier spürt man die Nähe des Autors zum beschriebenen Gegenstand, es ist eine seiner absoluten Stärken.

Fazit

Wer einen solide geschriebenen, spannenden und mit lebendigen und sehr unterschiedlichen Charakteren gespickten Kriminal-Roman lesen oder hören möchte, ist hier auf der sicheren Seite. Mir hat das Hörbuch (gelesen von Jürgen Holdorf) für einen absolut fairen Preis zwei Wochen lang das morgendliche Seilspringen versüßt. Und weil es so gut war, schnuppere ich sicher auch noch in die anderen Hörbücher von Ulrich Hefner hinein!

 

Getaggt mit , , , , , ,