Sportlerbiographien vs. Künstlerbiographien

Beim Duschen nach dem Seilspringen kam mir heute ein interessanter Gedanke, den ich hier kurz anreißen möchte, eventuell arbeite ich ihn dann in nächster Zeit noch etwas aus.

Ist es nicht interessant, dass die typische Biographie eines Sportlers in mancher Hinsicht fast das exakte Gegenstück zu der eines Künstlers (jeglicher Art) ist?

Das muss noch erläutert werden, dann lasse ich die Idee ein wenig reifen und schreibe in ein paar Tagen (vielleicht) noch mehr dazu: Ein Sportler bringt seine Höchstleistungen fast ausschließlich im ersten Drittel seines Lebens, denn danach baut der Körper viel zu stark ab, um noch mit den jüngeren Konkurrenten mithalten zu können. In „Der Geheimbund der Rose“, einem durchaus nicht zu verachtenden Spionage-Thriller von David Morrell, gibt es ein Zitat, das ungefähr so geht (bitte nicht festnageln, es ist ca. 25 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, aus irgendeinem Grund ist dieser Spruch hängen geblieben):

„Stehen sich zwei hinsichtlich ihrer Ausbildung
und Konditionierung ebenbürtige Gegner
im Kampf gegenüber, gewinnt der Jüngere.“

 

Das fasst diesen Punkt ganz gut zusammen, denn ab der Schwelle, die durch eine unterschiedliche Erfahrung und mehr oder weniger Training vorgegeben ist, zählen nur noch Kraft, Schnelligkeit und dergleichen Eigenschaften — und die sind bei Jüngeren einfach immer besser.

Der Künstler dagegen entfaltet sein Potenzial in den meisten Fällen erst später, denn für ihn sind vor allem die über Jahre hinweg angesammelten Lebenserfahrungen zur Verarbeitung der Inspiration (die ist schlichtweg immer in irgend einer Form verfügbar, unabhängig vom Alter des Künstlers) notwendig. Er kann seine Talente nur voll zur Geltung bringen, wenn er über ausreichend Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten verfügt, um überhaupt abwägen zu können, was sich angesichts seiner eigenen Talente auf welche Weise zu verarbeiten lohnt.

Gut, soweit die Grundidee, ich lasse sie mal eine Weile reifen, außerdem muss ich ein wenig recherchieren, um meine dahingestellten Behauptungen auch mit Fakten zu unterfüttern (denn leider fallen mir aktuell lauter Gegenbeispiele bei den Künstlerbiographien ein…). Falls mich die Idee nach einer Inkubationsphase immer noch fasziniert, gehe ich an eine Ausarbeitung. Sollte jemand Anregungen haben, immer her damit!

 

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2 Gedanken zu „Sportlerbiographien vs. Künstlerbiographien

  1. Zeilenende sagt:

    Den Künstlerzweig „Sänger“ würde ich in der Betrachtung ausblenden. Die Stimme leidet auch mit den Jahren, in der Oper sicher stärker als im Pop, aber selbst Madonna hört man stimmlichen Abbau an. Gefühlsmäßig würde ich dem aber zustimmen. Wobei der Begriff Künstler auch schwierig ist. Nicht jeder Autor ist ja ein solcher, sondern variiert einfch in jedem seiner Romane gewisse Grundmotive. Das kann ihm gut gelingen, in den meisten Fällen wird das aber dröge. Wenn ich so nachdenke, solltest du für deine Überlegungen vielleicht auch zwei bis drei Gedanken daran verschwenden, was den Künstler zu einem solchen macht.

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