Weil es sich besser anfühlt

Das wird ein komischer Blog-Eintrag. Für mich. Denn ich werde mehr als sonst von mir offenbaren. Aber ich habe es mir sehr lange und reiflich überlegt, nun gibt es kein Zurück mehr!

Vor ein paar Jahren war ich noch ein regelrechter „Klops“. Bei meinen ca. 178 cm Körpergröße wog ich im Schnitt immer etwas mehr als 80, meistens eher zwischen 82 und 84 Kilogramm. Das war kein dramatisches Übergewicht, aber doch ein deutlich spürbares.

Übergewicht galore!

Entstanden war das Übergewicht aus einer Kombination vieler einzelner Fehlentscheidungen meinerseits:

  • Ich unterrichtete mehrere Jahre an einer Musikschule in Bamberg, zu der ich von meinem Wohnort in Würzburg aus ca. 60 Minuten hin- und wieder zurückfahren musste. Auf den Wegen aß ich oft, obwohl ich faktisch keine Bewegung hatte (das Lenkrad ein paar Zentimeter hin oder her zu schieben, ist keine Bewegung).
  • Im Referendariat musste ich häufig bis spät in die Nacht, gelegentlich auch die ganze Nacht hindurch arbeiten. Um mich vor dem Computerbildschirm wachzuhalten, stopfte ich meist Gummibärchen in mich hinein (das konnte schon einmal eine komplette Packung in der Nacht sein).
  • Grundsätzlich aß ich auch zu viele Sachen, die in die Kategorie „lecker, aber fatal für die Linie“ fielen. Zum Frühstück ein volles Schüsselchen „Dinkel Crunchy“ von Alnatura. Lecker, aber mit fast 700 Kalorien/100g eindeutig zu gehaltvoll. Mittags in der Schulmensa Salat (ok), vegetarisches Hauptgericht (meist schon zu viel, aber als wohlerzogener Mensch aß ich immer auf), Nachtisch (am liebsten hatte ich den Schokopudding, da konnte ich auch gleich mehrere vertilgen). Abendessen entweder daheim oder wiederum in der Mensa (je nach Dienstplan). Und am schlimmsten: Süßigkeiten vor dem Fernseher. Nach getaner Arbeit gab es üblicherweise einen Film zum Entspannen. Und dazu noch haufenweise Süßigkeiten und Chips. (Allein vom Aufzählen wird mir heute beinahe schlecht…)
  • Kaum Sport, insgesamt zu wenig Bewegung. Die ersten Jahre im Beruf sind die anstrengendsten, aber an dieser Schule war es noch schlimmer, denn es war eine Spezialschule für Hochbegabte. Das setzt die Messlatte für die Unterrichtsvorbereitung entsprechend herauf. Die ersten Jahre dort hing ich permament am Rechner und bereitete vor, dazu gab es etwas zum Essen, danach auch.

Die Liste könnte noch fortgesetzt werden, ich denke aber, man bekommt einen deutlichen Eindruck von den klassischen Ernährungsfehlern, die ich wieder und wieder beging. Im Nachhinein frage ich mich sehr häufig, warum ich nicht gleich 100 kg oder mehr wog. Aus der Distanz ist es unglaublich, wie extrem blauäugig ich an meine Ernährung ging. Selbst drei Kinder, deren Ernährung immer wieder im Fokus der Unterhaltung stand, änderten daran noch nicht viel.

Ich als Moppel

Da war ich noch ziemlich rund (San Francisco 2003)

Das Bild zeigt mich auf der Hochzeitsreise 2003 in San Francisco. Hier wog ich ca. 84 kg. Und es sollten in Stresszeiten immer noch gut und gerne fünf bis sechs Kilo dazukommen. Erschreckend!

Zufall

Eher durch Zufall ergab sich die Wende: Im Dezember 2010 lud ich mir die App „Calory Guard“ für das iPad herunter. Ich gab meine persönlichen Daten ein, senkte den ermittelten Kalorienwert noch ein wenig ab – und nach einer Woche war ein Kilo weg. In der Woche danach nochmals. Da war mein Interesse definitiv geweckt.

Und ich wurde vor allem erstmals so richtig heftig darauf aufmerksam gemacht, wie viele Kalorien die meisten meiner Lieblings-Lebensmittel so beinhalteten. Klar, in einem abstrakten Sinn wusste ich es, ich konnte auch auf der Packung nachlesen. Aber erst in der Kombination mit einer Küchenwaage, die mir schonungslos offenbarte, welche Mengen an Gummibärchen ich da mit welchem Kaloriengehalt Abend für Abend in mich hineinstopfte, setzte ein krasses Umdenken ein. Als erstes musste Dinkel Crunchy dran glauben. Bis heute habe ich es nicht mehr angerührt. Und das kommt auch nicht mehr.

Bewegung

Dann kam die Bewegung dazu. Beim Stöbern im App-Store entdeckte ich mehrere „5-Minuten“-Apps, z.B. „Fünf Minuten Pilates“ oder „Fünf Minuten Yoga“. Ich lud die App, probierte es aus — und blieb dabei. Der Vorteil war, dass die Hemmschwelle durch den vorgegebenen Zeitrahmen von fünf Minuten niedrig war. Das konnte ich immer irgendwie noch dazwischen schieben. Und das tat ich dann.

Irgendwann begann ich dann, nicht nur eine Runde der „5-Minuten“-Apps zu machen, vielmehr wurden es drei oder vier. Die Kondition wuchs, die Bewegungsmenge auch. Der Bauch schwand, das Fett, das sich überall am Körper angelagert hatte, auch. Am krassesten war für mich, dass mir die Schuhe plötzlich zu groß waren. Selbst an den Füßen war ich fett gewesen. Hölle!

Noch später kam dann die iMuscle-App heraus, die ich bis heute auf dem iPad habe. Da kann man sich ein schönes Sportprogramm zusammenstellen, was ich tat — und jeden Tag eisern durchzog. Parallel verstärkte ich das Joggen (die Runden wurden regelmäßiger und länger, zum Teil lief ich bis zu 27 Kilometer am Tag), draußen und auf dem Laufband im schuleigenen Fitnessraum. Die Pfunde purzelten und purzelten.

Halten

Irgendwann war es dann erreicht, ich hatte 20 Kilo abgenommen. Bis heute bin ich bombig stolz darauf. Erstaunlich ist, dass es viel leichter ging, nachdem ich erst einmal die alten Angewohnheiten überwunden hatte. Heute halte ich dieses Gewicht seit vier Jahren, und es sollen auch noch mindestens vierzig weitere Jahre werden. Daher achte ich nach wie vor auf meine Ernährung (immer noch mit der gleichen App, die aktuell aber „CaloryGuard Pro“ heißt), auch das Sportprogramm gibt es noch, doch das hat sich immer wieder gewandelt. Seit ca. anderthalb/zwei Jahren ist es das Seilspringen. Irgendwann wird es vielleicht wieder etwas anderes. Hauptsache Bewegung!

Big Band Battle 2012 in Schwäbisch Gmünd

Big Band Battle 2012 in Schwäbisch Gmünd

Das Foto zeigt mich am Ende des Big Band Battles 2012 in meiner damaligen Schule. Der Unterschied zum vorigen Bild ist deutlich zu erkennen (ich stehe als zweiter von rechts mit schwarzem Anzug und Rose in der Hand). Und es sieht im Vergleich doch wirklich besser aus, oder?

Sollte irgend jemand diesen Blogeintrag lesen und selbst an ein paar Pfunden zuviel leiden, bin ich gerne bereit, auf Anfragen weitere Tipps zu geben. Aufdrängen möchte und werde ich mich aber nicht. Wen es interessiert: Kommentar schreiben, ich antworte.

 

 

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8 Gedanken zu „Weil es sich besser anfühlt

  1. PRBC sagt:

    👍🏻😃

  2. Zeilenende sagt:

    Meinen Glückwunsch! Gewohnheiten analysieren und Fehlerquellen beseitigen ist das A und O einer erfolgreichen Gewichtsreduktion. 🙂

  3. Gina sagt:

    Wow! Ich habe immer sehr viel Respekt für Menschen, die es schaffen ihre alten Gewohnheiten abzulegen und sie dauerhaft zu ändern. 🙂

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